Heute erscheint in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf S. 5 ein ganzseitiger Artikel über Pro Deutschland, ihren Vorsitzenden Manfred Rouhs und die Idee von Vize Lars Seidensticker, den Mohammed-Film in Deutschland zu zeigen. FAS-Autorin Christiane Hoffmann berichtet von ihrem Besuch in den Redaktionsräumen der Bürgerbewegung und bleibt dabei erfreulich sachlich und frei der sonst üblichen negativen Konotationen.

Auszug:

[…] Man dürfe den Muslimen nicht das Zugeständnis machen, „dass sie, weil ihre Religion so rückständig ist, den Krummdolch zwischen die Zähne stecken und den Heiligen Krieg ausrufen dürfen, wenn ihr Prophet durch den Kakao gezogen wird“, sagt Rouhs. Wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime vor Ausschreitungen warnt, versteht Rouhs das als Drohung. „Wer so argumentiert, ist offenbar nicht integriert in die deutsche Gesellschaft. Er sollte seine Zukunft nicht hier bei uns in Deutschland suchen.“

Im November, wenn die geschnittene Schlussfassung des Films fertig ist, will „pro Deutschland“ ihn zeigen, vermutlich in einer Lagerhalle, weil sich bisher kein Kinobetreiber bereitfindet. Dass die Vorführung verboten wird, glaubt Rouhs nicht. Der Berliner Innensenator Frank Henkel werde sich doch nicht lächerlich machen, indem er sagt, er könne in Berlin die öffentliche Sicherheit nicht garantieren, sagt Rouhs. „Wenn es zu Krawallen kommt, tragen nicht wir die Verantwortung“, sagt Seidensticker. Verantwortlich seien die, die mit einer „ungebremsten Masseneinwanderung“ zugelassen hätten, „dass sich hier alle möglichen Extremisten tummeln“. […]

Hier der komplette Artikel in der Printausgabe, es gibt ihn aber auch online. Wer einen lobenden Leserbrief an die FAS schicken will, schreibe an sonntagszeitung.leserbriefe@faz.de.

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43 KOMMENTARE

  1. Es wird die Zeit kommen, an dem unsere ettablierten Parteien erkennen, das sich das Volk nicht länger belügen und indoktrinieren läßt. Die Politik erzählt das eine und die Menschen auf der Straße erleben täglich das Gegenteil.

    Der Aufregung (wie es Politik und Medien in der Regel tun) das gerade Pro Deutschland sich dem Thema annimmt, kann man nur entgegnen „ihr macht es ja nicht“.

    Der Islam ist wie Pandora’s box, die ja keiner öffnen darf.

  2. Wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime vor Ausschreitungen warnt, versteht Rouhs das als Drohung. „Wer so argumentiert, ist offenbar nicht integriert in die deutsche Gesellschaft. Er sollte seine Zukunft nicht hier bei uns in Deutschland suchen.“

    Nein. Herr Mazyek sucht seine Zukunft genau hier, in Deutschland, unter der Scharia.

    Darf man mit Mohammed Witze reißen?
    Interview von 2008

    http://www.welt.de/kultur/article2283221/Darf-man-mit-Mohammed-Witze-reissen.html

  3. @ #4 DK24 (23. Sep 2012 11:51).

    …interessant, diese Humorseite besteht nicht mehr, offenbar gibt es einfach kein bisschen islamischen Humor? Was für eine furchtbar traurige Kultur!

  4. Es tut sich etwas! So ein Artikel war doch noch vor wenigen Monaten undenkbar!

    Die rosarote bunte Multi-Kulti-Welt von unseren rotgrünen Realitätsverweigerer entpuppt sich immer als gigantische Lebenslüge.

    Überall auf der Welt wo Moslems das Sagen habe ist es aus mit Meinungsfreiheit, bunter Vielfalt und Religionsfreiheit.

    Da herrscht nur noch tristes moslemisches Mono-Kulti!

  5. Es läuft nicht gut für die Islam-Lobby in Deutschland. Gar nicht gut. Trotz jahrzehntelanger milliardenschwerer Indoktrinierung und Vertuschung brennt es an allen Fronten und die Wahrheit über den Islam bahnt sich immer schneller den Weg. Einfach zum Heulen.

    Was tun? Leider ist auch aktuell nirgends ein Ereignis in Sicht, mit dem man vom Thema Islam ablenken könnte. Kein Dioxin in Hühnereiern, nirgends geht ein AKW hoch. Und mit den endlosen Berichten über die EURO-Rettung, an die ohnehin kaum jemand glaubt, zieht man auch keinen Hering mehr vom Teller. Selbst der Kampf gegen Rechts droht einzuschlafen.

    Es ist wirklich ein Jammer. Nicht auszudenken, wenn sich die freiheitlich-demokratischen Kräfte am Ende gar durchsetzen …

    Einen schönen Sonntag. 🙂

  6. Ich habe keine vernünftige Ahnung, weil ich im Ausland lebe. Aber ich darf aufmerksam lernend mitlesen. Danke.

  7. Wer „Innocence of Muslims“ aus dem Verkehr ziehen will, stellt ihn auf eine Stufe mit „Mein Kampf“. Eine unglaubliche Fehlleistung unser Pseudodemokraten in Politik, Kirchen und Presse!

  8. @ coolkeeper

    Allerdings sind die antiquarischen Exemplare von „Mein Kampf“ frei käuflich. Es ist nur so, daß der Freistaat Bayern in Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland jeglichen Nachdruck und jede Neuauflage untersagt.

  9. @#12 Mosigohome (23. Sep 2012 12:46)
    @#9 Lacon

    Man hat aber den Eindruck, Deutschland wird von einer NSU Armee bedroht!

    Die Staatsdiener sollen sich lieber mal INTENSIVER um die Salafisten und sonstigen Islamgläubigen in D kümmern!

    Die N S U ist ein fragwürdiges Gebilde, welches aus zwei Toten (getöteten) Männern und einer Frau besteht, die bisher keine Aussage gemacht hat und man ihr auch nichts nachweisen kann.

  10. Eine völlig neue Erfahrung für mich – Frau Christiane Hoffmann verdient die Bezeichnung „Journalistin“ und zeigt, wie man guten Journalismus macht. Sie hat mein Bild über die Presse wenigstens im Moment ein gutes Stück weit zurechtgerückt.

    Das ist auch dringend nötig, wenn man in Köln stets nur die Hetzpresse des DuMont-Verlages und der Bild-Zeitung, soweit es die Pro-Bewegung betrifft, sieht. Undenkbar, daß jemand von diesen beiden Verlagen in Köln einen ähnlich gelagerten Artikel bringen würde und eine objektive Berichterstattung erfolgen könnte.

    Frau Hoffmann ist womöglich ein Licht am Horizont. Möge sie den Angriffen der bunten Lobby standhalten und mögen viele Kollegen von ihr ähnlich mutig werden!

  11. Dank an Frau Hoffmann abgeschickt. Es geschehen ja manchmal doch noch Zeichen und Wunder – Frau Hoffmann scheint Fische zu mögen …

  12. Die Leute von PRO sagen 100% die WAHRHEIT, so wie sie ist, ohne das Geschwurbel der etablierten Politikerkaste. Deshalb habe ich meine einst negative Haltung zu PRO geändert und bin heute sozusagen ein begeisterter Fan von dieser kleinen tapferen Partei, die so mutig für unsere Freiheit und unsere Rechte streitet. Viel Erfolg bei euren Aktionen und den nächsten Wahlen. 🙂

  13. @ William Wallace

    Man kann es etwas mit der Zeit der „Demagogen“-Verfolgung in den 1820er und 1830er Jahren unter dem System Metternich vergleichen. Die autokratischen Monarchen von damals sind heute die GutmenschInnen und SozialistInnen. Die Widerständler von einst wie Burschenschafter, Turner und nationalliberale Akademiker sind jetzt die Freiheitlichen, Islamkritiker und EUdSSR-Gegner.

  14. Islamkritik-gut, richtig und wahrlich bitter nötig.
    Wenn ich aber lese, dass der Mann „deutschen Grundbesitz im Osten“ zurückhaben, bzw. -fordern möchte, kommt mir der Kaffee hoch.
    D hat den Krieg angefangen und D hat ihn-so gründlich wie noch kein Land zuvor- verloren.
    Wenn man verliert, dann verliert man in der Regel auch ein Stück Land. Unsäglich traurig für die Betroffenen, ohne Zweifel. Aber ernsthaft in Erwägung zu ziehen, Gebietsforderungen (denn auf dieses liefe es hinaus) an Polen zu stellen….solche Leute sind für mich unwählbar-bei allem Respekt, den ich für ihren Mut habe.
    Ich halte es mit Konni A:
    http://www.youtube.com/watch?v=K6cjG058RvI

  15. @ getupstandup

    Da ist wohl jemand historisch nicht wirklich bewandert. Beispiel Elsaß-Lothringen nach dem Ersten Weltkrieg: Frankreich nahm sich dieses Land ohne Volksabstimmung. Nur einige politische Repräsentanten des Deutschen Reiches sind ausgewiesen worden, ansonsten konnte jeder in seiner Heimat bleiben. Die Polen und Tschechen haben 1945 ff. ethnische Säuberungen betrieben, die ganz klar völkerrechtswidrig sind. Dies wird auch nicht dadurch juristisch geheilt, daß das Deutsche Reich 1939 angegriffen hat.

  16. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
    Nachdem ich doch seit länger Zeit, in Depressionen verfallen kann, wenn ich die Ignoranz Deutschlands zur stetigen Islamisierung beobachte, und die Mainstream Presse wie auch unsere politische Kaste diese Entwicklung massiv fördern, geht jetzt wohl doch ein Ruck durch Deutschland.
    Das Problem wird benannt. Buschowsky wird nicht überhört, und die mahnenden Stimmen mehren sich.
    Die Presse ändert ihre Syntax zu Pro schon von rechtsextrem auf rechtspopulistisch.
    Und der aktuelle Print vom Spiegel hat einen Islamkritischen Kommentar neben zwei kritische Berichte zum Islam und Multikulti gebracht. Man kann fast wieder Hoffnung finden, dass doch noch nicht Alles verloren ist.

  17. Ich stellte und stelle die Grausamkeit der Vertreibung nicht in Frage. Mein Post bezog sich-insofern ist Deine Antwort am Thema vorbei-an der Verstaatlichung von vormals in Privathand befindlichem Grundeigentum.
    Die Betroffenen sind in der Bundesrepublik (Ostzone nicht) für ihren Verlust finanziell entschädigt worden.
    Es muß -nach 70 Jahren- einmal wirklich gut sein. Unrecht wird nicht dadurch besser, dass man es dauernd wiederholt.
    Und da pro sich im Osten stärker sieht (m.E. zurecht) sollte man sich, was die „Rückgabe“ von Immobilien „im Osten“ betrifft, etwas zurückhaltend verhalten. Gerade die „Ossis“ haben mit solchen Sachen nicht eben die besten Erfahrungen gemacht. Politisch instinktlos. Dies umso mehr, da doch wohl kein Mensch einem solchen Ansinnen eine realistische Chance einräumt.
    Und wenn wir schon bei „historischen Beispielen“ sind, in denen Du Dich so viel besser auskennst….Mal nachgeschaut, was z.B. der gute Napoleone hat mitgehen lassen, was die Kolonialreiche, usw. Da hätten aber Generationen von Erbsenzählern zu tun, die diversen Rückgaben zu organisieren.

  18. FAS:

    Im November, wenn die geschnittene Schlussfassung des Films fertig ist, will „pro Deutschland“ ihn zeigen…

    Liest sich so, als ob mit dieser Endfassung zu rechnen sei, es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass es mehr Material als die bekannten vierzehn Minuten gibt. Auch die Schauspielerin Cindy Lee Garcia sagt, Nakoula habe zwar damit angegeben, einen zwei Stunden langen Spielfilm drehen zu wollen, aber auch sie kenne nur diese vierzehn Minuten.

    Auch Cindy Lee Garcia erhält Morddrohungen. Ein „Ahmad Nazir Bashiri“ schreibt ihr, sie könne sich „glücklich schätzen“, dass er sie nicht in die Finger kriege, „ich würde sonst Ihren Kopf abschneiden, egal, was Ihr Land oder Ihr Gesetzgeber dann mit mir tun würden“. Drei der Schauspieler, die von Nakoula betrogen wurden, wollen den Kopten verklagen, Anwältin Grace Ayers sagt, Nakoulas „Lockvogeltaktik“ sei eindeutig als Vertragsbruch zu werten.

    Der Schauspieler Dan Sutter sagt: „Sie wussten, dass sie ein Stück Scheiße herstellen, aber es war ihnen egal.“

    http://www.indystar.com/article/20120919/NEWS/209200334/1001/NEWS

  19. LOL den Manfred Rouhs kennt man jetzt auch in Malaysia

    Recent Posts By Others

    Bang Wan Pekida

    Assalamualaikum and greeting. Sir, i read on newspaper that u intend to show on public „innocence Of Islam“. Reason u gave were „arts and freedom of speech“

    1st of all what are u trying to prove? That Islam is violent? Every religions is violent if they don’t follow the real religion? Does your religion teach U what are U trying to do now? U don’t represent all people that share ur religion. Most people now hate violent but u Sir, U love violent. U know the sad thing about U Sir that U are an educated person but u miss use what god gave to U.

    In my country Malaysia we respect each other religions. Yes i do agree sometimes it have a problem but it’s very minor. We never have protest about religion. We can sit drink and do many2 activities together without any discriminate.

    Anyway Sir U are one of people are most welcome to Islam countries.

    Like · · September 18 at 12:44am near Kuala Lumpur, Wilayah

    Daumen hoch für :

    http://www.facebook.com/ManfredRouhs

  20. @ getupstandup

    Und wieso reagiert noch heutzutage ein Großteil der Polen und Tschechen wie türkische „Graue Wölfe“ in der Armenier-Frage, wenn man sie auf die Vertreibungsverbrechen an den Deutschen anspricht? Das ist ein Angriff auf die Würde der Opfer, doch die Führung der Bundesrepublik findet sich damit so ab.

  21. #29 getupstandup (23. Sep 2012 16:51)

    Es muß -nach 70 Jahren- einmal wirklich gut sein.

    Könnte das jemand vielleicht auch mal den Palis sagen? Die haben das – glaube ich – noch nicht so ganz gerafft.

  22. #3 Achot (23. Sep 2012 11:50)
    Der Islam ist wie Pandora’s box, die ja keiner öffnen darf.

    Oder wie das orientalische Märchen vom Geist aus der Flasche! (Als Kind habe ich den Hintersinn dieses Bildes noch nicht verstanden.)

  23. Wenn die Mohammedaner unsere Meinungsfreiheit stört, sollen sie doch unsere Reisefreiheit in Richtung ihrer Heimat ausnutzen.

  24. Journalismus sollte eigentlich BERICHTEN, d.h. einfach nur wiedergeben. Dieser Artikel ist echter, ungefärbter Journalismus, wie er eigentlich gedacht wäre. Von Journalisten sollte man ganz genau diese Art der Berichterstattung erwarten. Nüchtern, sachlich, und vor allem ohne persönliche Färbung.
    Super!

  25. Als Nachtrag möchte ich noch sagen, dass Journalisten eigentlich einem gesetzlich geregelten Ethik-Kodex unterliegen sollten. Ein solcher Kodex sollte vorschreiben, dass Journalisten eben genau nur wiederzugeben haben, was sie sehen und was sie hören. Und nicht ihren persönlichen Senf dazugeben. Selbstverständlich kann in einer Kommentar-Spalte auch der persönliche Senf stehen. Dieser sollte dann aber ganz klar vom restlichen Inhalt gekennzeichnet werden. Kennzeichnungspflicht für Kommentaristen!

  26. @32, 33.
    Da stimme ich Euch -beiden- vollends zu.
    Wobei bei den Palis natürlich noch erschwerend hinzu kommt: Das Land, was man ihnen gibt (falls man es denn täte) wird niemals reichen. Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 5….da kann man schnell mal hochrechnen.
    Noch ein paar Generationen weiter so machen und….warum kommt mir da bloß ein Filmtitel in den Sinn? ….Die Welt ist nicht genug….

  27. Programmtip! Morgen Deutschlandfunk

    Überall Neukölln?

    10:10 Uhr
    Journal am Vormittag

    Kontrovers – politisches
    Streitgespräch mit Hörern und
    Studiogästen dlf

    Überall Neukölln? –
    Wie sozialer Sprengstoff in
    Problemvierteln entsteht

    Studiogäste:
    – Seyran Ates
    – Wolfgang Büscher
    – Uwe Lübking

    Hörertelefon: 00800-4464 4464 (europaweit gebührenfrei)
    E-Mail: kontrovers@dradio.de

    Das Hörertelefon ist während der Sendung zwischen 10:10 Uhr und 11:30 Uhr sowie bereits zwischen 8 Uhr und 9 Uhr geschaltet

  28. pro Deutschland ist in aller Munde. Rund 85% aller Reaktionen sind positiv. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Täglich rufen Leute an, wollen mitmachen. Nur gedulden müssen sie sich. Die Bearbeitung ihrer Anfragen oder Mitgliedsanträge kann aufgrund des Ansturms trotz Extraschichten und ehrenamten Aushilfskräften bis zu 2 Wochen dauern.

  29. @ anti_islam

    Im Artikel sind hier und dort schon Seitenhiebe auf PRO D enthalten. Aber er ist in der Tat sachlicher als die übliche Hetze, die man aus den Häusern Neven DuMont oder Springer gewohnt ist.

  30. Gehört eigentlich zu Bukowsky, aber ich tu´s mal hier rein. GMX ist ultra politisch korrekt. Da wurde ich schon gesperrt, weil ich meine Meinung sagte. Bukowsky können sie ja nicht einfach sperren.
    Aber dafür seine Thesen widerlegen, nämlich so:

    Das Thema Zuwanderung und Integration wird immer wieder heftig diskutiert. Häufig sind Polemik, Verallgemeinerungen und gegenseitige Schuldzuweisungen dabei an der Tagesordnung. Buschkowsky macht da keine Ausnahme, auch wenn er betont, „niemals alle Einwanderer, alle Muslime, alle Hartz-IV-Empfänger und alle Jugendlichen“ zu meinen.

    Die „Münchner Mischung“

    41 Prozent der in Neukölln lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund – einer der höchsten Werte unter den Berliner Stadtvierteln. Und doch hat die deutsche Hauptstadt insgesamt nur einen Migrationsanteil von 25 Prozent – weit weniger als in anderen deutschen Großstädten wie München oder Frankfurt am Main (jeweils 38 Prozent).

    Trotzdem taucht München in der Berichterstattung über Migration nur selten in den Medien auf. Dabei ist der Anteil der Migranten hier ähnlich hoch wie in Neukölln, dem wohl bekanntesten „Problembezirk“ Deutschlands. Die vielen Ausländer in Neukölln gelten als Hauptgrund für die hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate des Viertels. Von beidem ist in der bayerischen Hauptstadt nichts zu spüren. Mit fünf Prozent liegt die Arbeitslosenquote deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 6,8 Prozent. Zudem ist München die sicherste deutsche Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern. Da stellt sich die Frage: Was macht München besser als Berlin?

    Promotion

    Viele Einwanderer kamen in den 1960er und 1970er Jahren in die Stadt an der Isar. Hier wurden sie für den Bau der städtischen U-Bahn und des Olympiageländes für die Spiele 1972 dringend gebraucht. Schon bald bemühte sich die Stadt unter Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD) um eine Integration der Migranten. 1974 entstand der Ausländerbeirat, der bis heute die politischen Interessen der Stadtbewohner mit Migrationserfahrung vertritt. „Die Stadt sieht Multikulturalität als etwas Positives an und hat ein umfangreiches Integrationskonzept in allen Behörden umgesetzt“, erklärt Dr. Margret Spohn von der städtischen Stelle für interkulturelle Arbeit.

    Zudem wurden bei neuen Wohnsiedlungen bewusst auf die „Münchner Mischung“ geachtet. Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen wurden in direkter Nachbarschaft gebaut, sodass sich in der Stadt keine Ghettos gebildet haben. Der Anteil an Migranten ist in allen Stadtvierteln fast gleich groß. In den sozial schwächeren Bezirken wird die Infrastruktur für die Bewohner verbessert, zum Beispiel durch den Bau eines Kulturzentrums im Hasenbergl. Die Münchner danken es ihrer Stadt: „Bei den gut besuchten Einbürgerungsfeiern finden sich im goldenen Buch sehr positive Eintragungen und viele Danksagungen“, berichtet Spohn. Weiter bietet die Wirtschaftsmetropole viele gut bezahlte Arbeitsplätze und zieht damit qualifizierte Fachkräfte an. Anders als in London, Paris oder Berlin gibt es in München keine Ausschreitungen oder brennende Autos. Dies zeigt, dass sich hinter angeblich ethnischen Problemen vielmehr soziale Probleme verbergen und die Politik viel zum Gelingen von Integration und einer friedlichen Koexistenz der Kulturen beitragen kann.
    Buschkowsky: „Neukölln ist überall“ Das Buch „Neukölln ist überall“ von Heinz Buschkowsky ist am 21. September erschienen. © dpa/Florian Kleinschmidt

    Ist Multikulti gescheitert?

    Buschkowsky erklärt in seinem Buch Multikulti für gescheitert. Das muss sich für viele Bürger mit Migrationshintergrund in Deutschland wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Denn nicht nur in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, auch in der Musik, bei Film und Fernsehen, in der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beweisen täglich Millionen Menschen das Gegenteil. Nicht-Christen stellen sich einen Weihnachtsbaum in ihr Wohnzimmer, Länderspiele zwischen Deutschland und der Türkei werden entgegen allen Befürchtungen friedlich gefeiert. Viele Lebensmittel wie Spaghetti, Zucchini oder Cappuccino sind heute für den deutschen Gaumen unentbehrlich geworden, kamen aber ursprünglich mit den Einwanderern ins Land. Mehrsprachigkeit und multikulturelle Erfahrungen stellen nicht nur in Zeiten der Globalisierung eine Bereicherung dar.

    Die Mehrheit der Migranten in Deutschland sprechen deutsch und sind gut integriert. Doch für manche führt das noch nicht weit genug. So wehrte sich erst vor kurzem der deutsche Nationalspieler Sami Khedira gegen öffentliche Vorwürfe, weil er und manche seiner Kollegen die Nationalhymne vor Spielbeginn nicht mitsingen: „Für mich ist ein guter Deutscher, wer die Sprache spricht, die Sitten und Werte des Landes annimmt. Und das tut jeder Einzelne von uns. Uns auf das Nichtsingen der Hymne zu reduzieren und zu sagen, wir sind keine richtigen Deutschen, das ist nicht fair.“ (Quelle: „Süddeutsche Zeitung“)

    In Deutschland leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund (Quelle: Statisches Bundesamt). 8,8 Millionen davon haben einen deutschen Pass, 7,2 Millionen sind ausländische Staatsbürger. Ein großer Teil von ihnen sind die sogenannten „Gastarbeiter“ und deren Nachkommen, die in den 1950er und 1960er Jahren das deutsche Wirtschaftswunder möglich gemacht haben. Auch heute kann kaum ein Unternehmen auf ihre Arbeitskräfte verzichten, umso weniger angesichts der demographischen Entwicklung und der Überalterung der Gesellschaft. Die deutsche Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist im Schnitt 46 Jahre alt – über zehn Jahre älter als der Anteil mit Migrationserfahrung. Ohne Zuwanderung droht der Gesellschaft bald der Kollaps.

    weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/deutschland/249p1rc-muenchen-berlin#.A1000146

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