Henryk M. Broder: Die Schuld der Muslime

Die Demonstranten agieren wie Kinder, die sich ihrer Macht bewusst sind. Sie wissen, dass niemand es wagen wird, sich ihnen in den Weg zu stellen. Mehr noch: dass sich genug Erwachsene finden werden, die Verständnis für ihr schlechtes Benehmen äußern werden. Claus Kleber vom ZDF-„Heute-Journal“ zum Beispiel, der in einer seiner sprachlich so ausgefeilten Moderationen die „Radikalen auf beiden Seiten“ für die Eskalation der Lage verantwortlich machte. Oder der Kollege vom „Stern“, der seinen Kommentar über „ein dummes Video“, das „die islamische Welt in Aufruhr“ bringt, mit der Überschrift versah: „Wer Hass sät, erntet Hass“. (Das war übrigens auch die Parole, unter der nach den Anschlägen vom elften September die „amerikakritischen“ Teile der Friedensbewegung auf die Straße gingen.) Der Infantilismus der Demonstranten, die untereinander mit Handys kommunizieren, ansonsten aber in der steinigen Welt des siebten Jahrhunderts leben, färbt auf deren Versteher ab. (Henryk M. Broder über die Muslim-Versteher hierzulande!)