Die wahre Einigung Europas

Die scheinbaren Unterschiede in den Positionen Stürzenbergers und Weißmanns auf dem Zwischentag stehen im Zusammenhang mit der grundlegenden Frage nach der politischen Zukunft Deutschlands angesichts der islamischen Kolonisation Europas. Tatsächlich vertreten Stürzenberger und Weißmann keine gegensätzlichen Ansichten, sondern orientieren sich beide im Kern an der ethnokulturellen Überfremdung als Ausgangspunkt einer deutschen und europäischen Selbstfindung. Diese Selbstfindung birgt die Chance auf eine wirkliche Einigung Europas von unten.

(Von M. Sattler)

Es hat in Europa immer ein Bewusstsein für eine gemeinsame europäische Identität gegeben. Dass wir aufgrund unserer freiheitlichen antiken Verhaftung anders leben, anders denken als der Rest der Welt, dass wir in Europa gelegentlich mit dem Kopf durch die Wand gehen und bei uns die Wahrheit gegenüber dem Konsens letztlich immer Vorfahrt hat: Genau dieses gemeinsame Bewusstsein bildete sich immer dann heraus, wenn Europa in besonders intensiven Kontakt mit anderen Kulturen trat, die eben anders sind als wir. Dieses gemeinsame europäische Bewusstsein prägte bereits die Zeit des Humanismus mit ihren großen Seefahrern, dieses Bewusstsein war auch typisch für die spätbarocke Zeit nach den Wiener Türkenkriegen, es begegnet uns in den paneuropäischen Schwärmereien der wilhelminischen Epoche auf dem Höhepunkt des europäischen Kolonialismus. Was wir heute erleben, ist genau dieselbe Entwicklung. In ganz Europa entwickelt sich ein Bewusstsein gemeinsamer europäischer Identität angesichts der islamischen Besiedlung. In den Medien heißt dieses Bewusstsein „die Wiederkehr des Religiösen“ oder „Neue Rechte“. In Wirklichkeit handelt es sich um nichts anderes als eine natürliche Rückbesinnung auf eigene kulturelle Kernelemente angesichts einer wachsenden äußeren Bedrohung durch das unverkennbar feindselig auftretende Fremde. Dieser Vorgang ist ein gesamteuropäisches Phänomen, das uns in der Schweiz wie in Frankreich, in England wie in Dänemark begegnet, völlig unabhängig von der sehr unterschiedlichen Geschichte dieser Länder. Auch in Deutschland findet dieser Prozess statt, und er ist hier genauso unumkehrbar, auch wenn die politische Kanalisierung dieses Prozesses aus vielerlei Gründen bei uns schwerer gelingt als anderswo.

Weißmann hat recht, wenn er darauf verweist, dass eine Stärkung der nationalen deutschen Identität ein wichtiger Ansatz zur Überwindung der inneren Bedrohung durch den Islam und das mit ihm verknüpfte nationalistische Türkentum ist: Nur wer selber schwach ist, hat einen Feind tatsächlich zu fürchten. Und er hat recht, wenn er darauf verweist, dass zur Stärkung unserer nationalen Identität ein modernes, wissenschaftlich differenziertes Verständnis der deutschen Geschichte, insbesondere der Geschichte des Weimarer Staates von 1918-1945, unumgänglich ist, da die amtlich propagierte, monoperspektivische Darstellung der jüngeren deutschen Geschichte der am häufigsten genutzte Mechanismus ist, um die Deutschen einzuschüchtern und ihnen die türkisch-islamische Besiedlung als gerechte historische Strafe zu verkaufen. Die vermutlich noch in Jahrhunderten diskutierte Frage, ob Hitlers Krieg ein wilder Nazi-Überfall gegen ein wehrloses, friedliches und demokratisches Polen war oder ob sich ein rechtsgedrehtes Deutsches Reich und ein seit dem Militärputsch von 1926 fast ebenso rechtsnationales Polen, beide damals mit jeder Menge territorialem Konfliktpotenzial, eines Tages sowieso an die Gurgel gegangen wären – diese Frage steht ja aus Sicht unserer heutigen Politführung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Frage nach der politischen Rechtmäßigkeit der Islamisierung Kölns und Mannheims. Ohne eine solche politische Verquickung zweier völlig verschiedener historischer Vorgänge – und dieser Punkt scheint bei Weißmann zu kurz zu kommen – würde die Frage nach den Hintergründen des Zweiten Weltkriegs längst niemanden mehr außer einer Handvoll von Historikern interessieren. Nur weil die Islamisierung Mannheims in der amtlichen Propaganda durch Hitlers Krieg gerechtfertigt wird, ist Hitlers Krieg überhaupt noch aktuell. Der Islam in Mannheim ist also kein Nebenthema, sondern ein wichtiger Kristallisationspunkt, auch für Weißmann, an dem sich nationale Fragen erst wirklich entzünden.

Für Stürzenberger wiederum ist der Islam Dreh- und Angelpunkt nicht eines nationalen, sondern vor allem europäischen Selbstfindungsprozesses. Die islamische Kolonisation richtet sich gegen die europäische Kultur insgesamt, nicht nur die deutsche allein. Der natürliche Verlauf der Abwehr wird sich daher auch nicht allein innerhalb der nationalen Grenzen, sondern gesamteuropäisch organisieren: Es ist das verschreckende Bild eines offensichtlichen Un-Europas mitten in Europa, das die Europäer wieder stärker nach dem hohen Wert ihrer eigenen Kultur fragen lässt. Was Europa eigentlich ist, vergisst man schnell, wenn man in der Stadt sowieso nur schmucke Kirchen sieht. Aber was Europa definitiv nicht ist, wird jedem deutlich, wenn plötzlich der Muezzin vom Minarett schreit und verschleierte Damen durch die Gassen huschen, und zwar ganz gleich, ob es die Gassen von Madrid, Berlin oder Helsinki sind. Gerade durch die persönliche interkulturelle Begegnung mit dieser unverkennbar nichteuropäischen Kultur schaut die junge Generation der Europäer heute wieder neugierig auf sich selbst – ähnlich wie man im 16. Jahrhundert die Seefahrerberichte über die Eingeborenen der Karibik oder im 19. Jahrhundert die Reiseerzählungen aus dem Herzen Afrikas las und gerade dadurch mit umso mehr Stolz auf die eigene Zivilisation blickte. Genau diese Richtung einer zwar im besten Sinn „national-bewussten“, aber vor allem paneuropäischen Ausrichtung verkörpert Stürzenberger.

Stürzenberger und Weißmann haben somit beide einen gemeinsamen Bezugspunkt: die Auseinandersetzung mit einer von fremden Nationen getragenen orientalischen Religionsideologie, die unsere eigene Nation und die europäische Kultur insgesamt bedroht. Beide kommen im Grundsatz auch zu ähnlichen Schlussfolgerungen: mehr Selbstbewusstsein, mehr Bekenntnis zum Wert des Eigenen. Für Weißmann ist dieses „Eigene“ ein deutsches Eigenes, für Stürzenberger ein stärker europäisches, abendländisches Eigenes. Vom selben Ausgangspunkt aus weisen beide letztlich denselben Weg: Zu einer zeitgemäßen, modernen Wiederbesinnung auf unsere nationale und europäische Kultur und unsere eigenen nationalen und europäischen Stärken. Dieser Weg wird in allen Nachbarländern auch politisch längst gegangen. Die Auseinandersetzung mit dem Islam birgt daher die große Chance, eines Tages gemeinsam mit unseren Nachbarn zu einem wahren einigen Europa zu gelangen: nicht dem verkrampften Firlefanz der Barrosos, die Europa nicht einmal definieren können, sondern einem von den europäischen Völkern gegen einen äußeren Eindringling tatsächlich gemeinsam geeinigten, freien Europa von unten.


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