Götz AlyWährend der Amateur-Historiker Götz Aly die Plagiate seiner „kleinen Guttenbergs“ in der FR ausschlachtet, ist er selber ein ganz großer Guttenberg. Es ist bekannt, daß zu Zeiten der achtundsechziger Revoluzzer das Niveau der Unis in den Keller ging und daß sich diese roten Nichtsnutze, einmal zur Macht gekommen, gegenseitig behilflich waren. Götz Aly war damals ein kommunistischer Institutsbesetzer und mitheulender Politlautsprecher. Seine Promotion genügt wissenschaftlichen Ansprüchen in keinster Weise. Er hat das meiste aus einem eigenen Pamphlet im Rotbuch-Verlag abgeschrieben. 

Ausgerechnet der CICERO hat sich ausgiebig auf drei Seiten damit befaßt:

In seiner Doktorarbeit findet sich das, was er heute am sogenannten roten Jahrzehnt kritisiert: die ideologische Färbung akademischer Arbeiten; anbiedernder, vermeintlich proletarischer Ton („wir wurden als komische Kumpels anerkannt, blieben aber die Amtsärsche“); die Ich-Bezogenheit (der Leser darf erfahren, dass Aly und Knapp gern mit den jugendlichen Schützlingen „einen durchgezogen haben“); eine methodische Wurstigkeit („Wenn man die Beschreibung unserer Arbeit in einen sozialwissenschaftlich-methodischen Rahmen stellt, dann entstehen einige Schwierigkeiten. Vielleicht könnte man am ehesten von einer sehr ‚teilnehmenden Beobachtung sprechen‘“); Respektlosigkeit gegenüber Regeln (denn die stellt ja der Staat, den man zerschlagen wollte); schließlich akademische Kumpanei.

Die Doktorväter waren natürlich auch linke Socken, darunter der tiefrote Prof. Wolf-Dieter Narr! Die Arbeit wurde in kommunistischer Eintracht geteilt und verhalf noch einem anderen Sozi, dem letzten SDS-Chef namens Udo Knapp, zum Doktortitel! Gehen Sie wie gesagt davon aus, daß Aly kein Ausnahmefall, sondern die Regel an den roten Kaderschmieden wie dem Otto-Suhr-Institut war. Dagegen ist Schavan eine akademische Leuchte.

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18 KOMMENTARE

  1. Sehr guter und wichtiger Artikel. Und solche Leute beeinflussen heute maßgeblich die öffentliche Meinung.

    Sehr schön, dass dieser Artikel im „Cicero“ erschienen ist, offenbar das einzige linksliberale Blatt, das noch kritisch sein kann.

  2. Götz Aly hat zu diesem Thema allerdings auch das bemerkenswerte Buch ‚Unser Kampf‘ verfasst, in dem er mit zahllosen Mythen um die sog. ’68er aufräumt.

  3. Es ist dermaßen ungerecht, daß promovierte Geistes-„Wissenschaftler“ den gleichen Titel („Dr.“) tragen dürfen wie Naturwissenschaftler.

  4. Die Kritik des Cicero an Götz Aly mag man ja teilen und könnte Götz Aly raten, besser auf solche Kritik seiner Studenten zu verzichten, es sei denn, sie wäre gepaart mit Selbstkritik.
    Ansonsten aber bleibt es ein Rätsel, wieso kewil ausgerechnet auf Götz Aly losgeht, dessen wesentliche Werke ich nur jedem zu Lesen empfehlen kann, als da wären:
    „Warum die Deutschen? Warum die Juden – Gleichheit, Neid und Rassenhass“
    „Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus“
    und eben „Unser Kampf – 1968, ein irritierter Blick zurück“
    In diesen Büchern hat Aly insbesondere die Übereinstimmung der linken mit der nationalsozialistischen Theorie und Praxis prima herausgearbeitet, beispielsweise an der Ähnlichkeit der 68er und nationalsozialistischen Studentenbeweegung zu Anfang der 30er Jahre: Antisemitismus, Antiamerikanismus, Sozialismus als internationale oder völkische Variante usw., usw. Kenntnisreiche, faktenbasierte und lehrreiche Lektüre. Vermutlich hat kewil keine Zeile davon gelesen, sonst würde er Aly nicht so irrational angreifen.

  5. Sagen wir mal so, Aly (und Knapp) ist der lebende Beweis, wie damals der Unibetrieb abgelaufen ist. Die Frage ist, was sich seitdem geändert hat:

    Man wird wenig deutsche Historiker auf dem Feld der Holocaust-Forschung finden, die einen ähnlichen internationalen Ruf genießen. Merkwürdig freilich bleibt, dass Aly an keiner Universität dauerhaft Aufnahme fand. Deutsche Hochschulen mögen Außenseiter nicht. Sie stören sich am fehlenden Zunftgeruch und verwerfen den Quereinstieg. Zuweilen spielen auch unappetitlichere Gründe eine Rolle. Sie bekam Götz Aly kürzlich an der Berliner Freien Universität zu spüren.

    Anfang Februar lehnte es das Otto-Suhr-Institut (OSI) ab, Aly die Würde eines außerordentlichen Professors zu verleihen – und das obwohl alle Gutachter Alys wissenschaftliche Verdienste preisen. Aly könne dennoch nicht als seriöser Forscher bezeichnet werden, heißt es im Fachbereichsprotokoll vom 9. Februar, das uns seit heute vorliegt, weil seine Ansichten zu 1968 mehr als fragwürdig seien.

    http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12914846/Goetz-Aly-und-die-Intoleranz.html

    Die Seilschaften in gewissen Fachbereichen des Unibetriebs funktionieren seit eh und je.

  6. Bravo Kewil, heute mal kein Angriff in Fäkal-Sprache! 😉
    Es ist schon interessant, dass du Götz Aly als „Amateuer Historiker“ bezeichnest. Aber vermutlich kannst du das ja beurteilen, da du ja selber ein promovierter Historiker bist. Denn du hast ja überall voll den Durchblick. 😉

    Gleichwohl: Auch wenn Götz Aly mal ein 68-er war, zum Mainstream gehört er gerade nicht!

    Man lese z.B. seine Ausführungen zum Nationalen Sozialismus! http://www.schweizermonat.ch/artikel/einigkeit-und-recht-und-freiheit

  7. Aly ist einer aus liberal-konservativer Sicht einer der interessantesten Autoren, die in Deutschland zu Geschichtsthemen schreiben, und hat sich sehr kritisch mit der 68er-Bewegung auseinandergesetzt. Auch wenn er damals anders gedacht haben mag, so hat er sich zweifellos weiterentwickelt. Es wäre daher unfair, ausgerechnet ihm seine alten Fehler vorzuwerfen. Es gibt in Deutschland mehr als genug Leute, die nicht gelernt haben und immer noch so denken wie ’68.

  8. Deutschlands Bildungssystem des öffentlichen Rechts dürfte mittlerweile, von Bayern, Thüringen und Sachsen abgesehen, Dank Kreaturen wie Götz Aly den Tiefpunkt des US-merikanischen Schulsystems der 70er und 80er Jahre erreicht.
    Schüler der Mittelstufe sind zum Teil nicht mehr in der Lage, simpelste Zusammenhänge zu erkennen oder ihre eigene Stadt auf einer Landkarte zu finden.
    In keinem Land ausser Deutschland wurde es möglich, dass Leute ohne Schulabschluss das Amt eines Aussenministers bekleiden und eine der einst wichtigsten Industrienationen in der Welt repräsentieren.

  9. Erstmal finde ich die Untersuchung von Dissertationen insgesamt ziemlich blöd. Haben die Linken oder andere nichts Besseres zu tun?
    Und wenn nun linke AutorInnen untersucht werden sollen, gibt es bessere Kandidaten als Aly. Vorschläge?

  10. #3 almighurt

    Schön, dass es dich noch gibt. Du solltest eigentlich wissen, dass ich schon lange keine Heiligen mehr suche. Ich finde Alys Dritte-Reich-Sicht völlig falsch und habe das auch damals geschrieben, während ich seine Sicht auf die Achtundsechziger teile. So einfach ist das.

  11. #4 Zeitnot (25. Okt 2012 12:35)

    Es ist dermaßen ungerecht, daß promovierte Geistes-”Wissenschaftler” den gleichen Titel (“Dr.”) tragen dürfen wie Naturwissenschaftler.
    —–
    Na ja, auf dem Briefkopf steht ja dann doch Dr.phil bzw. Dr.rer.nat. – leider aber nicht Dr.68.

  12. Aly hat den Linken zu sehr ans Bein gepinkelt

    und darum pinkelt CICERO nun zurück.

    Bin ich froh, wenn in wenigen Jahren die biologische Kernschmelze der 68er Brut auf dem Höhepunkt ist und wir uns um das Aufräumen kümmern müssen.

  13. #2 einerwiedundich (25. Okt 2012 12:22)

    Götz Aly hat zu diesem Thema allerdings auch das bemerkenswerte Buch ‘Unser Kampf’ verfasst, in dem er mit zahllosen Mythen um die sog. ’68er aufräumt.

    Ganz genau. In diesem Buch kommt er (wie der schon der Buchtitel andeutet) zu dem Fazit, dass die Methoden der 68er sich nicht von den Methoden ihrer Nazi-Väter unterschieden.

  14. Wenn Sozialisten alles teilen wollen, warum nicht auch das Wissen, die Intelligenz und die Doktorarbeit? 😉

    100 suchen das Wissen zusammen, einer schreibt es auf und 100 geben die Arbeit ab.

  15. Wenn ich schon pseudo-akademische Arbeiten verbal zerreiße, sollten falsche Formulierungen wie

    in keinster Weise

    keine Anwendung finden.

  16. Ich persönlich, halte Aly, Heim, Roth und ZDF Knoop, für Zeitgeisthistoriker und „Geschichten Erzähler“. Die Bezeichnung Historiker ist nicht geschützt.

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