In Kassel wurde am Montag der Halitplatz als „Entschuldigung“ für die Ermordung eines türkischen Studenten, den die NSU umgebracht haben soll, eingeweiht. Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (Foto l.) entschuldigte sich bei der Zeremonie für die Verdächtigungen der Polizei. Dabei gaben selbst türkische Behörden ihren deutschen Kollegen jahrelang Hinweise bezüglich eines normalen kriminellen Hintergrunds der Mordserie.

Die Frankfurter Rundschau schreibt:

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob doch nicht alles völlig reibungslos über die Bühne gehen würde. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zog an der Schnur, die das blau-weiße Straßenschild mit der Aufschrift „Halitplatz“ vom verhüllenden Tuch befreien sollte. Zunächst jedoch riss nur der Stoff – und man meinte spüren zu können, wie die Verantwortlichen die Luft anhielten. Dann aber fiel das Tuch doch noch, und erleichterter Applaus brandete auf.

Bis dahin war die feierliche Einweihung des Platzes, der künftig an Halit Yozgat, das Kasseler Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erinnern soll, vor allem eines gewesen: zelebrierte Harmonie. „Halit Yozgat muss seinen Platz in dieser Stadt und im Gedächtnis unseres Landes bekommen“, hieß es in einer Grußbotschaft des nicht anwesenden Bundespräsidenten Joachim Gauck. „Er war ein geachteter Nachbar. Er war Kasseler Bürger. Er war einer von uns.“

Eigentlich hatte sich der Vater des Ermordeten gewünscht, dass die Holländische Straße den Namen Halits erhält. Weil für die Stadt eine Umbenennung der mehrspurigen Ausfallstraße aber nicht in Frage kam, wurde nach einer Alternative gesucht – und die gemeinsame Gedenkinitiative der sieben Tatortstädte gestartet. Die Angehörigen der Opfer zu beteiligen, wurde dabei allerdings vergessen.

„Die Städte haben eher an ihre Selbstdarstellung gedacht als an die Hinterbliebenen“, kritisierte Barbara John. Der Ombudsfrau für die NSU-Opfer ist die Erklärung auf den Gedenktafeln zu allgemein. Statt von „Morden aus Menschenverachtung“ hätte darin unverklausuliert von „Ausländerhass“ die Rede sein müssen. „Offenbar wollte man sich dem Phänomen nicht stellen.“ Mit dem Halit-Platz aber sei die Familie Yozgat mittlerweile einverstanden, sagte John. „Das ist das Entscheidende.“ […]

Alles gut und schön, aber die Fragen sollte erlaubt sein: Wann haben sich unsere bereichernden muslimischen Mitbürger jemals für ihre deutschenfeindlichen Attacken und Morde entschuldigt? Wo in der Türkei beispielsweise gibt es jetzt einen Platz für den katholischen Bischof Luigi Padovese, dem von einem moslemischen Mitarbeiter der Kopf abgeschnitten wurde? Oder für den katholischen Priester Andrea Santoro, der von einem Moslem mit zwei Schüssen in den Rücken in seiner Kirche im türkischen Trabzon niedergestreckt wurde. Oder für den 45-jährige deutschen Theologen und Familienvater Tilmann Geske, der im April 2007 in Malatya in der Osttürkei von türkischen Nationalisten regelrecht abgeschlachtet wurde?

(Spürnase: Robert)

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