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Die dritten 350 Jahre der politischen Geschichte (und Kunstgeschichte) Deutschlands: vom Aufstieg Preußens Ende des 17. Jh. bis zur Ausrufung der „Bunten Republik“ im Jahr 2010. Stichworte: Friedrich der Große, Schiller, Goethe, Deutscher Bund, Thomas Mann, Hitler, die „Grünen“!

(Von Ralf Stenner)

1. Das klassische Deutschland (1683 – 1832)

Der Begriff der deutschen „Klassik“ sei im folgenden aus guten Gründen etwas weiter gefasst als üblich: Er soll hier für jene etwa 150 Jahre vom Sieg über die Türken bis zum Ende der Goethezeit (+ 1832) stehen, eine Epoche, in der der politische Aufstieg sowohl Preußens als auch Österreichs die Voraussetzungen für eine beispiellose kulturelle Blüte in Deutschland schuf.

Österreich hatte nach dem Sieg über die türkischen Angreifer vor Wien (1683) den Türken auch Ungarn entrissen und konnte seinen Machtraum bis an die Grenzen des Balkans ausdehnen. Der deutsche Teil des Habsburger Reiches gehörte fortan weiterhin zum Reich, die nichtdeutschen Gebiete wurden Erblande der Habsburger Dynastie. Im Norden Deutschlands machte sich zugleich Preußen startbereit. Dort zog ein kluger Mann aus den militärischen Katastrophen des 17. Jh. seine Lehren: der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Im kaum befestigten Brandenburg hatte der 30jährige Krieg am schlimmsten gewütet. Hätte Brandenburg eine ordentliche Armee besessen, wäre zahllosen Brandenburgern der Schwedentrunk erspart geblieben. Nur ein wehrhafter Staat, so folgerte Friedrich Wilhelm völlig richtig, ist in der Lage, seine Bevölkerung wirksam zu schützen. Genau aufgrund dieser Erfahrungen aus dem 30jährigen Krieg begann man nun im Kurfürstentum Brandenburg mit dem Aufbau eines stehenden, jederzeit verteidigungsbereiten Heeres und legte damit angesichts der realpolitischen Gegebenheiten der Menschheitsgeschichte (am Ende entscheidet immer das Schwert, leider) den Grundstein für den Aufstieg Preußens.

Die preußische Geschichte darf auch heute noch, trotz linksgrüner Schulbildung, als halbwegs bekannt vorausgesetzt werden, daher hier in Stichworten: Sieg des Großen Kurfürsten über die schwedischen Besatzer von Mecklenburg in Fehrbellin (1675), Krönung Friedrich I in Königsberg zum König „in Preußen“ (1701), Aufbau eines unbestechlichen Beamtentums durch Friedrich Wilhelm I („Soldatenkönig“). Flötenspieler Friedrich II (der Große) schreibt seinen Antimachiavelli und erlässt das Allgemeine Preußische Landrecht, den Vorgänger des heutigen Bürgerlichen Gesetzbuchs. Seine Schlesischen Kriege kann er mit viel Glück für sich entscheiden. 1772 wurde der seit 1466 dem König von Polen unterstehende westliche Teil des Ordenslandes wieder deutsch: als preußische Provinz Westpreußen mit der Hauptstadt Danzig.

Die polnischen Teilungen (1772, 1793, 1795) werden heute im Geschichtsunterricht an staatlichen Schulen gern dazu benutzt, um eine angeblich schon immer vorhandene Aggressivität der (per Definition) bösen Deutschen gegenüber den (per Definition) lieben Polen zu belegen. Wie vieles andere im staatlichen Geschichtsunterricht ist auch das völliger Unsinn. Alle drei Teilungen fanden auf Betreiben Russlands statt. Wer sich auf einer Karte die riesigen von den Russen besetzten Teile Polens im Vergleich zu den eher kleinen Gebieten Preußens und Österreichs ansieht, erkennt schnell die politische Brisanz: Hätten sich Preußen und Österreich an den Teilungen Polens nicht beteiligt, hätte sich Russland ohne Schwierigkeiten auch ganz Polen einverleiben können. Zum Glück für die damaligen Deutschen (und wohl auch die damaligen Polen) ließen sich weder Preußen noch Österreich auf das Risiko einer solchen Koexistenz mit einem bis vor die Tore Wiens und Berlins erweiterten Russischen Reich ein.

1789 kommt es in Frankreich zur Französischen Revolution, der König wird geköpft. Böse Zungen sagen, dass ein Volk, das seinen König köpft, nichts anderes verdient hat als eine muslimische Eroberung. Zum Glück für uns wurden die deutschen Könige nicht geköpft.

Unter Napoleon greift unser friedliebender westlicher Nachbar wieder einmal das Reich an und erklärt weite Teile West- und Norddeutschlands (bis Lübeck) zu Teilen Frankreichs, eine ganz klare imperiale Annexion. Statt gesamtdeutsche Solidarität (schon damals ein Widerspruch in sich selbst) zu zeigen, verbündeten sich die süddeutschen Staaten mit dem französischen Imperialisten und traten 1806 aus dem Heiligen Römischen Reich aus. Kaiser Franz II legt die Kaiserkrone nieder – eine unglaublich ehrlose Entscheidung. Man lässt sein Reich nicht im Stich. Sieben Jahre später war der napoleonische Spuk sowieso vorbei (Völkerschlacht bei Leipzig 1813).

Nach dem Wiener Kongress 1815 beherrschte auch die Frage der Wiedergründung des Reiches die deutsche Politik. Verfechter einer kleindeutschen Lösung (ohne Österreich) standen sich Verfechtern der großdeutschen Lösung (mit Österreich) gegenüber. Dass die Frage nach einer weiteren Zugehörigkeit Österreichs überhaupt aufkam, lag nur am kleingeistigen Konkurrenzdenken zwischen Österreich und Preußen („Dualismus“). In besseren Tagen des Reiches hätte man den Kaiser einfach gewählt, so aber einigte man sich auf eine etwas fade Kompromisslösung: den „Deutschen Bund“ mit dem Bundestag in Frankfurt. Immerhin hatte Österreich im Bundestag den Vorsitz.

Dass es im 18. Jh. in Deutschland wieder bergauf ging, spiegelt sich auch in der Kunst wieder. Keine andere Epoche der deutschen Geschichte ist kunsthistorisch so brillant wie diese. Nie wieder erreichte Sternstunden der deutschen Musik und Literatur: Bach, Mozart, Beethoven, Haydn, Lessing, Kleist, Goethe, Schiller – alles 18. Jh. vom feinsten. In Königsberg erklärte Kant die Aufklärung als Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit: Diesen Satz dürfte Kant in unserer heutigen Bunten Republik garantiert nicht mehr veröffentlichen, ohne dass ihn muslimische Gastarbeiter wegen Beleidigung vor Gericht zerren würden. Auch in der Architektur entsteht im 18. Jh. ein Meisterwerk neben dem anderen: Dresdner Zwinger, Dresdner Frauenkirche (August der Starke sei ausdrücklich genannt), Schönbrunn, Sanssouci, Würzburger Residenz, Kloster Melk, Kloster Weltenburg, Wieskirche, Karlskirche und seit dem 19. Jh. der Klassizismus: Wiener Burgtheater, Neue Wache, Brandenburger Tor. Die Malerei ist geprägt von Ideallandschaften und Fresken (Asam-Brüder, Matthäus Günther). Um die Jahrhundertwende begegnen uns die großen Maler der frühen Romantik (Runge, C. D. Friedrich).

2. Demokratische Nationalbewegung und Kaiserreich der Hohenzollern (1832 – 1918)

Nationalbewegung und Demokratiebewegung sind in Deutschland untrennbar miteinander verbunden. Das Hambacher Fest (1832) war der Anfang vom Ende der monarchischen Kleinstaaterei. Im Revolutionsjahr 1848 trat in Frankfurt die erste gewählte Nationalversammlung des Deutschen Bundes zusammen. Österreichische Abgeordnete waren selbstverständlich vertreten, zum Vorsitzenden einer künftigen Reichsregierung wurde ein Österreicher gewählt (Erzherzog Johann) – beides schweigen bundesdeutsche Geschichtsbücher heute gern tot. Die Paulskirche endete im Chaos, die Weichen in Richtung einer deutschen Demokratie aber waren gestellt.

1864 befreiten Österreich und Preußen gemeinsam Schleswig-Holstein von dänischer Oberhoheit. Statt anschließend die richtigen Prioritäten zu setzen, siegte erneut der deutsche Kleingeist: gegenseitig missgünstig, einigte man sich in Schleswig-Holstein auf eine gemeinsame Verwaltung, die wie alle Doppelspitzen im Streit endete. 1866 kam es zum fatalen Preußisch-Österreichischen Krieg, ein komplett sinnloses Gemetzel, das nichts gebracht hat als das Ende des Deutschen Bundes und die Gründung eines kleindeutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung – ein völlig überflüssiger Bruch mit der territorialen und ideellen Kontinuität Deutschlands seit 962. Dass unser friedlicher westlicher Nachbar uns 1870 (wieder mal) den Krieg erklärte, soll uns nicht aufhalten. Im Ergebnis wurde das Elsass nach ca. 190 Jahren wieder deutsch.

Die Verfassung des Hohenzollernreichs gewährte sowohl dem Reichstag als auch dem Reichskanzler erhebliche Vollmachten, der Einfluss der vorangegangenen Demokratiebewegung auf das politische System ist unverkennbar. Bismarcks innerdeutsche Politik ist umstritten, seine Außenpolitik aber ohne Frage vorbildlich. Mit Frankreich war unter den damaligen Verhältnissen kein Auskommen möglich. Folgerichtig zielte Bismarck darauf ab, Frankreich isoliert zu halten und eine Umklammerung durch ein französisch-russisches Bündnis zu verhindern. Dieser oberste Grundsatz wurde unter Wilhelm II leichtsinnigerweise aufgegeben. Durch seinen Flottenbau ruinierte er die guten deutsch-englischen Beziehungen (beide sahen in Frankreich den gemeinsamen Erbfeind), vernachlässigte Russland und wandte sich, nachdem ihm alle anderen Verbündeten außer Österreich und Italien ausgegangen waren, bizarrerweise der Türkei zu. Unter den Spätfolgen der vom ersten Tag an unter einem schlechten Stern stehenden angeblichen „deutsch-türkischen Freundschaft“ – Wilhelms Türkeireise von 1898 fand nur zwei Jahre nach Sultan Abdulhamits großen Armeniermassakern (1895/96) statt und war daher unter den Deutschen höchst umstritten – leiden wir bis heute.

In der Erinnerung der Deutschen ist das Kaiserreich der Hohenzollern die deutsche „Belle Epoque“ – zu Recht. Deutschland erlebte einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung. Welch entscheidenden Beitrag die Unternehmensgründungen der wilhelminischen Zeit bis heute zu unserem Wohlstand leisten, zeigt ein Blick auf die Zusammensetzung des DAX. In der Architektur spiegeln bewusste Rückgriffe auf vergangene Epochen das politische Selbstverständnis des Hohenzollernreiches wieder: Neugotik (Rathaus München), Neurenaissance (Börse Königsberg), Neubarock (Semperoper, Berliner Dom). Die Baukunst des 20. Jh. kündigt sich in der Jahrhunderthalle in Breslau an. Die Literatur der Kaiserzeit ist neben einer weiteren Blüte von Poesie (Rilke, Stefan George) und Drama (Hauptmann) gekennzeichnet durch die Entstehung der ganz großen Prosawerke (Theodor Fontane, Thomas Mann, Hermann Hesse). Die deutsche Malerei des 19. Jh. wird zunächst von Romantik und Realismus beherrscht (Spitzweg, A. v. Menzel) und wendet sich im Expressionismus von der Gegenständlichkeit ab (Blauer Reiter, Die Brücke). Richard Wagner setzt ab den 1840er Jahren einzigartige Akzente in der Musik.

3. Weimarer Zeit (1918-1945)

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs stolperte Deutschland in eine Revolution hinein, die mit einer übereilten Abdankung der Fürsten endete. Man kann über die Monarchie denken, wie man will, aber selbst unter Wilhelm II hätte es ein Herr Hitler nicht mal bis zum Pförtner gebracht und eine Frau Merkel höchstens bis zur Oberzofe. Österreich, damals eine Art osteuropäische EU, wurde in mehrere Nationalstaaten aufgeteilt. Es sei vermerkt, dass uns damals der Nationalstaat mit demselben Enthusiasmus als Grundvoraussetzung für den ewigen Frieden verkauft wurde wie heute die Überwindung des Nationalstaats. Zur Legitimation der Aufspaltung des Habsburger Reiches wurde das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ erfunden, das bezeichnenderweise für die deutschen Habsburger nicht galt: In freien Volksabstimmungen stimmten in Tirol und Salzburg jeweils 99% (!) für eine Wiedereingliederung in das Deutsche Reich. Daraufhin wurden weitere Abstimmungen in Österreich verboten und die Tiroler und Salzburger Abstimmungsergebnisse aus der kollektiven Erinnerung der Deutschen (und deutschen Schulbüchern) verbannt.

Die Weimarer Republik war vom ersten Tag an ein unstetes Gebilde, das schnell zur Beute radikaler Kräfte wurde. Nirgendwo in Europa war der Kommunismus vergleichbar schlagkräftig wie in Deutschland. Kein Wunder, dass Lenin und Stalin in erster Linie auf Deutschland setzten (und auf Polen, das aber nach 1926 nach rechts driftete), um ihre Weltrevolution nach Westen zu tragen. Als Alternative zu den Moskau-hörigen Kommunisten entwickelte die NSDAP eine radikal deutsch-nationale Arbeiterpartei, die während der Weltwirtschaftskrise massenhaften Zulauf fand (der linke Flügel der NSDAP wurde erst nach dem Röhm-Putsch 1934 bedeutungslos). 1933 verzichtete das frei gewählte Parlament, damals wie heute eine leicht lenkbare Opportunistentruppe, freiwillig auf weitere eigene Machtausübung und erklärte Kanzler Hitler trotz seiner nur 44% Wählerstimmen per Ermächtigungsgesetz zum 100%igen Diktator.

Die Hitler-Phase des Weimarer Staates wird heute als das angebliche A und O deutscher Geschichte bereits im Kindergarten gelehrt und sei hier nur skizziert. Hitler gelang der wirtschaftliche Wiederaufschwung dank mehrerer schuldenfinanzierter Konjunktur- und Sozialprogramme, die ihm den Zuspruch der Massen sicherten – ein wirtschaftspolitischer Lenkungsansatz, der später von Willy Brandt übernommen wurde und seither auch die bundesrepublikanische Politik prägt. 1938 kam es zur Wiedereingliederung Österreichs, damals ganz sicher der Höhepunkt von Hitlers Beliebtheit, die viele Deutsche über die Schattenseiten seiner Herrschaft hinwegsehen ließ: besonders sein nach sowjetischem Vorbild errichtetes Gulag-System (Konzentrationslager) für politische Kritiker, das ab 1942 kriegsparallel nach dem Beispiel der türkischen Armeniervernichtung während des Ersten Weltkriegs („Wer spricht heute noch von den Armeniern?“ – A.H.) zu einem grauenhaften System massenhaften Menschenmords, vor allem an Juden, ausgebaut wurde.

Der Verlauf des Zweiten Weltkriegs (Bündnis Stalin-Hitler gegen Polen, gemeinsamer Angriff am 1. bzw. 17. September 1939, französisch-englische Kriegserklärung – nur gegen Deutschland – , Bruch des Bündnisses mit Stalin und Angriff auf die Sowjetunion 1941, Niederlage 1945) ist bekannt. Hervorgehoben sei der 20. Juli 1944, als es den Widerstandskämpfern um Graf von Stauffenberg gelang, für alle Ewigkeit all jenen Deutschen ein Denkmal zu setzen, die sich Hitler tapfer entgegenstellten. Das konsequente Handeln der Widerstandskämpfer lehrt uns noch heute, wie wichtig es in der Geschichte ist, gelegentlich Zeichen zu setzen, auch wenn diese in der unmittelbaren Gegenwart wenig erfolgversprechend erscheinen. Die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen, Schlesien, Böhmen und weiten Teilen Brandenburgs war die weltgeschichtlich größte systematische Vertreibung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft.

Im Gegensatz zu Hitler durfte Stalin seine polnischen Eroberungen von 1939 übrigens behalten und nach seiner Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen auch noch die Polen aus Galizien vertreiben.

Kunstgeschichtlich fällt seit der Weimarer Zeit das Fehlen international bedeutender Bauwerke in Deutschland auf. Letzte bemerkenswerte Akzente wurden im Bauhaus gesetzt, das sich nach der Emigration seiner Vordenker aber erst in den Vereinigten Staaten wirklich entfaltete (Mies von der Rohe, Gropius). In der Diktatur entstanden auch in Deutschland mehrere Monumentalbauten (Berliner Olympiastadium, Reichsparteitagsgelände), wenn auch mit dem für Diktaturen typischerweise geringen künstlerischen Anspruch. Herausragende Beiträge in der Musik fehlen, Film und Malerei hingegen erlebten eine kurze Blütezeit (Grosz, Beckmann, Fritz Lang). In der Literatur dominieren neben einigen neuen Autoren (Benn, Brecht, Döblin, Seghers) weiter die bekannten Namen der Kaiserzeit (Thomas Mann etc.). Ernst Jüngers „Auf den Marmorklippen“ besitzt besondere historische Bedeutung: Dieses Buch war das einzige regimekritische Werk, das während der Hitlerzeit nicht im Exil, sondern in Deutschland geschrieben und veröffentlicht wurde.

4. Bundesrepublik (seit 1949)

1949 wurde der verbliebene Rest Deutschlands geteilt. Im russisch besetzten „Osten“ entstand ein kommunistischer Pseudostaat, kaum mehr als eine Autonome Sowjetrepublik ohne jegliche Selbstbestimmung. Im Westen wurde die „Bundesrepublik“ als Weimarer Zwillingsstaat konzipiert und übernahm in weiten Teilen die Weimarer Reichsverfassung. Da die im „Grundgesetz“ vorgesehenen Volksabstimmungen nie durchgeführt wurden, fehlte der Bundesrepublik über ihre gesamte Geschichte ein außerparlamentarisches Korrektiv. Diese strukturelle Schwäche führte zu einer Machtkonzentration in den Händen einiger weniger Parlamentarier („semidemokratische Oligarchie“) und zugleich einem überproportionalen Einfluss der mit ihnen verbundenen Interessengruppen und politischen Sektierer. Die für die Bundesrepublik so charakteristische Aufwertung der Parlamente („Parteienstaat“) bei gleichzeitiger Schwächung der direkten Mitbestimmung aus dem Volk erscheint erstaunlich, da die Ursache der Hitler-Diktatur ja eine Parlamentsentscheidung war und nach 1945 eine Staatsgründung zu erwarten gewesen wäre, die den Parlamenten mit größerem, statt geringerem Misstrauen begegnet.

In der Zeit des Kalten Krieges orientierte sich die Bundesrepublik völlig richtig nach Westen und suchte die politische und militärische Rückendeckung der Vereinigten Staaten gegenüber dem kommunistischen Ostblock. In den späten 60er Jahren geriet Deutschland wie die gesamte westliche Welt in den ideologischen Sog der maoistischen Kulturrevolution Rotchinas (1966-1969, offiziell bis 1976), die geprägt war von Selbsthass auf die eigene traditionelle Kultur und Bildung, Umkehrung der Autoritäten (jung gegen alt, Schüler gegen Lehrer etc.), Verherrlichung von Primitivität und Verachtung von Zivilisation und Technologie. In der russisch besetzten „DDR“ wurde diese Bewegung (sog. „68er“) unterdrückt, in der Bundesrepublik hingegen organisierte sie sich sehr erfolgreich in der Partei der „Grünen“, deren autoaggressives Politikprogramm ab der Jahrtausendwende von allen wichtigen Parteien übernommen wurde: Feindseligkeit gegenüber Traditionen, Zerstörung der Bildungsqualität, Zerschlagung der eigenen Kultur durch Ansiedlung anderer Völker, demonstrative Tolerierung von politisch nützlicher (= linker und ausländischer) Gewalt und ein ständig schwelender Kampf gegen Technologie und Großindustrie unter dem Deckmantel des „Umweltschutzes“.

Die symbolische Ausrufung Deutschlands zur „Bunten Republik“ (2010) steht erkennbar für einen neuen Abschnitt der Geschichte Deutschlands. Erstmalig seit 962 definiert die eigene Staatsmacht Deutschland nicht als Land der Deutschen und verleugnet auch ihre besondere Schutzfunktion gegenüber den Deutschen – eine ohne jeden Zweifel unrechtmäßige Selbstdefinition des Staates, die eindeutig revolutionären Charakter besitzt. Die Bundesrepublik (soweit die „Bunte Republik“ der Bundesrepublik im engeren Sinne überhaupt noch zuzuordnen ist) durchlebt somit eine ähnliche Entwicklung wie ihr Weimarer Vorgänger: ausgehend vom ernsthaften Versuch eines demokratischen, vom Volk bestimmten Politiksystems hin zu einem aus den Parlamenten kommenden totalitären (damals „braunen“, heute „bunten“) Einheitsstaat. Die Bunte Republik wird daher auch genauso tragisch enden: bestenfalls als Objekt ewiger Vergangenheitsbewältigung und im schlechtesten Fall in Schutt und Asche.

Ihrer politischen Bedeutung entsprechend wirkt die Zeit der Bundesrepublik auch kunstgeschichtlich provinziell. Architektonische Meisterwerke von Weltrang fehlen völlig. Ob die bundesrepublikanische Literatur wirklich Werke von Dauer geschaffen hat, scheint zumindest fragwürdig. Film und insbesondere auch Musik sind im internationalen Vergleich bedeutungslos.


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32 KOMMENTARE

  1. „Die Bunte Republik wird ….tragisch enden: bestenfalls als Objekt ewiger Vergangenheitsbewältigung und im schlechtesten Fall in Schutt und Asche“, so die beängstigende Prognose des Autors.

    Alles Gute, Deutschland !

  2. Die Bunte Republik wird daher auch genauso tragisch enden: bestenfalls als Objekt ewiger Vergangenheitsbewältigung und im schlechtesten Fall in Schutt und Asche.

    Wenn der Autor recht behält, wem nützten die Berichte in diesem Forum über Ausländergewalt, Deutschfeindlichkeit, Islamisierung, Politische Fehlenscheidungen,
    Sinnlose Versuche der Eurorettung usw. usw.?

    Wenn wir bereits verloren haben, wäre es dann nicht sinnvoller, sich mit dem danach zu beschäftigen?

    Oder sollten wir nicht wenigstens mehr darüber Diskutieren, wie wir unsere Familien möglichst unbeschadet durch
    das beforstehende Chaos bekommen?

    Am 18 Nov. schrieb „Der wahre Sozialdemokrat“ in einem Kommentar zu „Nach Zschäpe wird per Video gefahndet“

    „Dieses Land ist nicht mehr zu retten. Macht keinen Sinn sich noch Gedanken darüber zu machen. Sehr schade, hätte was tolles werden können.
    Ich denke, es ist sinnvoller sich nach dem großen Chaos auf einen Neustart vorzubereiten….“

    D.h. nicht nur der Autor des oben stehenden Berichtes sieht schwarz für die Zukunft, sondern mit WSD und mir, sicherlich
    noch viele,viele andere.

    Wie ist eure Meinung dazu?

  3. #3 12 September 1683 (24. Nov 2012 23:02)

    Die „Bunte Republik“ ist eben KEIN ausschliesslich deutsches Problem – bestenfalls in ihrer spezifischen Ausprägung.

    Ansonsten hat jedoch die gesamte westliche Welt mit den zugrundeliegenden Problemen zu kämpfen – jeweils in ihren länderspezifischen Ausprägungen.

    Daher sind solche Betrachtungen, wie auch in diesem Artikel, immer nur bis an einen gewissen Punkt sinnvoll und zielführend.
    Über diesen Punkt hinaus läuft man Gefahr, die Weltmeisterschaft im Jammern gewinnen zu wollen (und die Deutschen sind gerne Weltmeister; wenn schon sonst keine Disziplin mehr übrig bleibt, nehmen wir auch diese…).

    Aber was sollen die Belgier, Niederländer, Österreicher, Schweizer, Engländer, Schotten, Skandinavier, Balten, Franzosen, Spanier, Portugiesen, Italiener, Russen, Polen, oder gar Amerikaner, Australier, wer auch immer – und seien es die Inuit! – .. erst sagen?

  4. Leider hat der Autor es versäumt, in seinen Ausführungen auf die enormmen Nachkriegsaufbauleistungen unserer türkischen Freunde hinzuweisen, ohne die wir heute keinen Wohlstand hätten – allerdings auch praktisch keinen Islam 🙂

  5. Vielen Dank für diese sehr lesbare Kurzfassung der deutschen Geschichte die eine Anzahl von gewöhnlichen Lücken interessant auffüllt.

  6. Es ist Fakt, dass mit Beginn der „Bunten Republik“ der Nationalstaat, die Kultur der Deutschen Gesellschaft unter einem beispiellosen Angriff von links/gruen steht, unterstuetzt von den linksversifften Medien, die sich alle der PC unterwerfen und jeden Respekt vor der eigenen Vergangenheit, Kultur, leugnen und den roten Teppich zerstoererichen Migrantengruppierungen auslegen, die fortan das Strassenbild in D Grosstaedten verschandeln und dominieren.

    Geschuetzt werden sie von Juristen der 68er Mentaliataet, die im Begriff sind, D auszuduennen um mit einer geschwaechten einheimischen Bevoelkerung, leichtes Spiel fuer ihre idiologischen Plaene zu haben, die allesamt linkslastig sind und D Interessen verraten.

  7. @# 3 – 12.September 1683

    Da laesst sich keine exakte Vorhersage machen, da sich Dinge in einem Augenblick aendern koennen – wenn die Zeit reif dazu ist.
    Man erinnere sich an den Zusammenbruch der durch und durch militarisierten und verstasisierten DDR!

    Wer auf Nummer sicher gehen will, eine junge Familie hat, fuer den sind Australien, Neuseeland, ev. Kanada oder Brasilien eine gute Wahl.
    Wer es sich nicht zutraut, bleibt eben daheim und kann sich nur ungenuegend absichern was eintreten kann.

    Eines steht jedoch fest, in einigen Jahrzehnten wird der Islam eine entscheidene Rolle auch was Macht und Gesetzesgebung anbelangt, in D spielen, wenn der Zuzug dieser Qualitaetsmigranten nicht gestoppt wird und der Geburtenjihad anhaelt.

    Ich selbst habe schon vor 31 Jahren die Reissleine gezogen, habe es nie bereut und lebe in Nordamerika.als diese Entwicklung sichtbar wurde.
    Die da sind Einfluss der linksgruenen Idiologie auf die Jugend, Abdriften der oeffentlichen Meinung nach links, alles Deutsche verteufelnd, etc. ungebremste Einwanderung von muslemischen Analphabeten der gedeckten Tische wegen von denen eine Integration, hauptsaechlich ihrer Religion wegen ausgeschlossen ist, d.h. nicht nur wir, fast alle europ. Staaten haben jetzt wachsende feindselig gesinnte Gruppierungen in ihrer Mitte, eine Reconquesta unter heutiger Mentalitaet ist nicht mehr moeglich, wenigstens so radikal, wie es einst Spanier fertigbrachten.

  8. Interessante und in sich schlüssige Neueinteilung der Epochen.

    Nur ist die Kunst- und Architekturleistung seit Gründung der Bundesrepublik nicht ganz so bescheiden, wie dargestellt:
    Architektur:
    – Egon Eiermann: Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche, geometrische Fassadengestaltungen (Stichwort Horten-Kacheln)
    – Günter Behnisch, der Chefarchitekt des Münchner Olympiastadions (Stichwort: Seifenhaut-Architektur).
    – Fritz Leonhardt ( mit dem Stuttgarter Fensehturm und seinen Quader-Pfeiler-Brücken (Galata-Brücke, kochertal-Brücke) ein Pionier der Stahlbeton-Bauweise)

    Malerei:
    Unter den TOP 30 der zeitgenössischen Kunst befinden sich u. a.:
    – Gerhard Richter (Verfremdung von Fotos, auch des Zeitgeschehens) Der teuerste noch lebende Künstler
    – Jörg Immendorf (abstrakt – surreal) 2008 verstorben nach schwerer neurologischer Erkrankung))
    – Georg Baselitz (bekannt durch auf dem Kopf stehende Bilder)
    Musik:
    Stockhausen, Doldinger, Scorpions
    Literatur:
    Da fällt das moderne Deutschland tatsächlich deutlich ab; an Frisch und Dürrematt reicht keine/r ran. Aber vielleicht kann´s Kewil reißen. 😉

  9. Deutschland hatte in jüngster Geschichte drei für die anschließenden Jahre verheerende Zeitmarken:
    1933, 1968 und 1998.
    Die negativen Folgen der beiden letzten hängen unmittelbar zusammen und sind daher kumulativ. Mal sehr zurückhaltend ausgedrückt: Die Folgen für unser Land sind ruinös – und offensichtlich auch so gewollt.

  10. #3 12 September 1683(24. Nov 2012 23:02)(…) D.h. nicht nur der Autor des oben stehenden Berichtes sieht schwarz für die Zukunft, sondern mit WSD und mir, sicherlich
    noch viele,viele andere.
    Wie ist eure Meinung dazu?
    ——————
    Solange man sich allein fühlt, ist dieses Gefühl verständlich. Aber Männer zu finden, die ebenso entschlossen gegen diese Entwicklung eintreten, wie die, die diese Entwicklung betreiben dafür sind, lässt einen auf ganz andere Gedanken kommen.
    Jede Destruktivität ist immer zum Untergang verurteilt.
    Warum?

    Der Wille Gottes, nach dem das ganze Weltall so ist, wie es ist, kennt nur positve Gedanken. Wenn Gottes Werk Negativitäten verinnerlicht hätte, dann hätte sein kosmisches Kunstwerk sich schon längst selbst zerstört! So wird Jahwe endlich immer gegen Alla, den Zerstörer gewinnen.

    Denn es gibt nicht ein Nein im Universum, weil es dann gar nichts Gutes, Seiendes, Geschaffenes gäbe. Gott konnte nur mit Ja!,
    So Sei Es! schaffen. Alla dagegen lebt nur von den Resten des weltweit Zerstörten.

    Aber beachte: Vertraue in Gott Jahwe, aber zieh den Schlüssel aus dem Zündschloss deines Autos und lass nicht zu, dass sich jemand deine Frau leiht.
    AlaHuGewinntNurDurchMordundTotschlag, oder?
    JahweGewinntAmEndeDurchDieLiebeZuSeinemSohn, der für die von ihm geschaffenen Menschen steht.

    Wenn es Jahwe nicht schon gäbe, würde das Univesum ihn sich immer wieder erschaffen wollen müssen. Ohne die positive Kraft und den Gestaltungs-Willen Jahwes bliebe Alles Seiende Nichts!
    Reicht das erst einmal, „Mitstreiter an Wiens Mauern 1683“?

  11. Besonders der letzte Teil hat gesessen!

    Ihrer politischen Bedeutung entsprechend wirkt die Zeit der Bundesrepublik auch kunstgeschichtlich provinziell. Architektonische Meisterwerke von Weltrang fehlen völlig. Ob die bundesrepublikanische Literatur wirklich Werke von Dauer geschaffen hat, scheint zumindest fragwürdig. Film und insbesondere auch Musik sind im internationalen Vergleich bedeutungslos.

    Faktisch bedeutet die „Bunte Republik der Multi-Kultur“ einen Kulturbruch.

    Diese ominöse Multi-Kultur bringt, entgegen ihrem hochtrabend gewählten Namen, keinerlei nennenswerte Kulturleistungen hervor.
    Bestenfalls wird bongogetrommelt oder dönergegrillt, rapgestammelt, Schrott zu Kunst zusammengebraten, Farbe an anderer Leute Häuser gespritzt und die Erlebnisse von Ex-Kurzzeitpräsidentengattinen zu Papier gebracht.

    Nicht falschverstehen, Bongos können nett klingen, es gibt auch netten Rap, Graffitys können nett aussehen und Trivialliteratur lässt sich auch nett lesen.

    Nur: Nett ist die kleine Schwester von schei**e und keine beeindruckende Kulturleistung.

    ————————–

    #3 12 September 1683 (24. Nov 2012 23:02)

    Mal keine falsche Panik.
    So, wie es in ganz Europa sicht- und hörbar in den Völkern brodelt, kann sich die Entwicklung schneller umkehren, als es den Bunten Politikern lieb sein kann.

    Die Büchse der Pandora ist in ganz Europa offen und den Deckel bekommen sie nicht mehr zu, das ist sicher.

    In einen völlig anderen Zusammenhang verfasst, aber die Aussage im Text trifft zu:

    ZZ-Top – Yes I’m bad, I’m nationwide.

    Ich betrachte den momentan europaweit zur Schau gestellten Aktionismus gegen „Rächtz“ als Barometer für die Stimmung in der Politik.
    Ohne triftigen Grund würden die sich den teuren Aufwand nur zu gerne sparen und unsere mühsam abgepressten Steuergelder lieber in ihr Grossreichsprojekt EUdSSR stecken als es im Krampf gegen Rächtz zu verbrennen.

    Um es mit dem Linksextremisten und Terrorhelfer Joseph Fischer zu sagen:

    „Man kann das Geld auch nehmen und es sinnlos verschwenden, Hauptsache, die EUdSSR bekommt es nicht. Und schon ist Europa gerettet.“ 😉

  12. Würde man die oftmaligen Fehlentscheidungen deutscher, wie auch Österreichischer Potentaten
    ausklammern können, so wäre die Zukunft offen gewesen, aber letztlich hat doch die Kriegserklärung eines bereits grenzdebilen Franz Josef Habsburg, den größten faux pas aller Zeiten geliefert, woran uns noch immer krankt.
    Diese Fehlentscheidung hat diesen gekrönten Häuptern selbst, als auch dem Menschen nur Nachteile gebracht. Eine Islamisierung ist darauf zurückzuführen. Der so genannte „Eherne Ring“ mit dem Sultan, 1912, was heutzutage wiederum von den Pfaffen aus probiert werden will, im Dialogisieren, den deutschen Menschen, dem Islam zu unterwerfen.

  13. Aufbau eines unbestechlichen Beamtentums…

    Wenn das Beamtentum allerdings unantastbar wird, dann bekommt man Zustände wie im alten Rom. So ist dieses überkandidelte und immer weiter ausufernde Beamtensystem dafür verantwortlich, dass die Bevölkerung im Nazireich und kommunistischen Nachfolgern der DDR von der Kindergrippe über die Lehrer, hin zu Jugendausbildung über die wichtigen staatlichen Massenmedien, der Polizeigewalt und der Justiz die notwendigen Propaganda und Indoktrinationen vorgenommen werden.

    Bereits im Mai 1933 war über ein Drittel der Lehrer bspw. bereits freiwillig in die NSDAP eingetreten (ohne Zwang). Auch war es belegbar möglich, bis 1945 als Richter arbeiten zu können, ohne in der NSDAP zu sein. Ähnlich war es in der DDR.
    Und wenn wir ehrlich sind, ist es heute genauso nur etwas subtiler durch die Maschinerie der staatlichen Massenmedien. Die Lehrer sind heute seit ’68 üblicherweise linksgrün gedrillt. Weswegen die Grünen längst als die Partei der Besserverdiener gilt, aufgrund der Beamtenhäufigkeit. Sie schleppen ihre Schüler auf Demos gegen AKW (wichtig für den Indstriestandort), erzählen den Mädchen vom Heil des Multikulti und lassen die Jungs immer weniger die Führungsrollen übernehmen (wichtig ist es die kleinste Zelle der Gesellschaft – die Familie zu zerstören). Sie und hetzen nicht nur in der Geschichtsstunde gegen die Gesellschaft, die eigene Kultur – immer schön auf Linie, selbst wenn es noch so suizitär ist.

    Abgesehen, davon dass die Staatsschulden von heute mind. 2 Bio. Euro auf mindestens 4-5 Bio. Euro geschätzt werden müssen, rechnet man korrekterweise noch fette Beamten- und Pensionsbezüge hinzu, während die arbeitende Bevölkerung immer heftiger dafür schuften muss und bei ihr immer weniger übrig bleibt.

    Das Beamtentum ist heute längst kein Segen mehr. Es ist eine quasi-Dikatur, die von den sozialistischen Nachfolgern der atheistischen Systeme des 20. Jahrhunderts längst mißbraucht wird.

  14. …ich habe die deutschen Kirchen vergessen.

    Nach dem zweiten Vatikanum ging auch in Deutschland der 68er-Selbstmordwahnsinn richtig los.

    Heute ist die Kirche in Deutschland eine verbeamtete Struktur. Die reichste Kirche der Welt, finanziert und am Tropf von Steuergeldern. Verkauft an den Staat. Bischöfe agieren nachdem was die staatlichen Machthaber und Journalisten für Stöckchen vorhalten. Das Zentralkomitee der dt. Katholiken hat am Freitag die Grüninnen Sylvia Löhrmann und Bettina Jarasch gewählt.

    Löhrmann war „Gleichstellungsfachberaterin“
    und hatte versucht Gemeinschaftsschulen in diesem Sinne zu manipulieren, was gerichtlich gestoppt wurde. Sie erklärte den Islamunterricht als „Chefinnensache“. Zur Erinnerung: die Partei der Grüninnen sind seit jeher ANTI gegenüber der eigenen Gesellschaft, Abtreibungsbefürworter, gendermainstreamingverblödet, familienfeindlich und in fast allen anderen Moralvorstellungen komplett kirchenfeindlich eingestellt.

    Diese Kirche, angefangen von den Bischöfen bis zur Basis ist in Deutschland längst ein staatlich finanzierter Teil des Parteiapparates geworden. Reich in der Kasse, arm im Glauben. Sie ist längst nicht mehr die Nachfolge Christi…

  15. Wie sagte Mitt Romney:

    „Europa
    steht vor einem demografischen Desaster, als unvermeidliches Produkt eines geschwächten Glaubens an den Schöpfer, gescheiterten Familien, einer Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und einer erodierten Moral.“

    Dem ist im Grund nichts mehr hinzuzufügen, da es für Deutschland um so mehr gilt…

  16. #14 schmibrn (25. Nov 2012 07:08)
    Bereits im Mai 1933 war über ein Drittel der Lehrer bspw. bereits freiwillig in die NSDAP eingetreten (ohne Zwang). Auch war es belegbar möglich, bis 1945 als Richter arbeiten zu können, ohne in der NSDAP zu sein. Ähnlich war es in der DDR
    —————–
    Sicherlich war und ist dies auch ohne Parteizugehörigkeit möglich gewesen,aber „mit“,waren und sind die Beförderungsmöglichkeiten und Karrierechancen eben grösser!(Das war ,ist und bleibt so).Vergessen werden sollte auch nicht,dass z.b. der Mann mit dem Schnauz für viele in der
    “ Anfangszeit!“eine Art Messias in viellerlei Hinsicht war!

    „Erst kommt das Fressen,dann die Moral“

    Der Satz stammt aus der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht (1928)!!!. In der „Ballade über die Frage: Wovon lebt der Mensch?“

  17. Ihrer politischen Bedeutung entsprechend wirkt die Zeit der Bundesrepublik auch kunstgeschichtlich provinziell. Architektonische Meisterwerke von Weltrang fehlen völlig.

    Gemach, das kommt noch. Die eigentlichen architektonischen Spitzenleistungen – Solitäre von Weltrang – erwarten uns erst noch. So die Joschka-Fischer-Gedächtniskirche, die Joschka-Fischer-Ruhmeshalle und das Joschka-Fischer-Museum werden wohl – wo sonst? – in Frankfurt errichtet werden.

    Wahrscheinlich wird ein mehr oder weniger großes Stück ‚faschistisch-imperialistischer Altarchitektur‘ dafür weichen müssen; konkret: Was der Krieg von Frankfurt noch übriggelassen hat, wird abgeräumt für das ‚wirkliche Frankfurt‘ mit den schon genannten 3 politischen Sakralbauten als architektonischem Zentrum – im Verein mit einer noch zu bauenden Frankfurter Zentralmoschee (mindestens 10 Meter höher als der gegenwärtig höchste Frankfurter Wolkenkratzer).

    In verklärender Anlehnung an die integrierte Gesamtschule werden natürlich auch die drei Joschka-Fischer-Sakralbauten in einem architektonischen Gesamtkörper integriert: einem Pflasterstein!

  18. Wenn der Autor recht behält, wem nützten die Berichte in diesem Forum über Ausländergewalt, Deutschfeindlichkeit, Islamisierung, Politische Fehlenscheidungen,
    Sinnlose Versuche der Eurorettung usw. usw.?

    Wenn wir bereits verloren haben, wäre es dann nicht sinnvoller, sich mit dem danach zu beschäftigen?

    Oder sollten wir nicht wenigstens mehr darüber Diskutieren, wie wir unsere Familien möglichst unbeschadet durch
    das beforstehende Chaos bekommen?

    Um mit dem letzten Punkt zu beginnen: Jedes Chaos ist das Ende, und zwar das unwiederrufliche Ende einer vorhergehenden Struktur. Es ist aber genauso die Phase (denn es ist eben auch ’nur‘ eine Phase, ein Entwicklungsabschnitt und nicht ‚das Ende der Welt‘), die einer ganz neuen Gesamtentwicklung vorausgeht.

    Und natürlich sollte und muß man sich heute fragen, wie man seine Familien – und ich nehme mal an, nicht wenige der hier Lesenden haben Familien – durch das Chaos bringt. ABER: Eine solche Diskussion ist sinnlos, wenn man nicht gleichzeitig einen neuen kollektiven Willen entwickelt, das was nach dem Chaos bzw. der Chaosphase kommt, politisch zu bestimmen! Oder soll die dann beginnende neue Gesamtentwicklung auch gleich wieder von den Linken und Linkinnen, Grünen und Grüninnen in ihrer Grundstruktur definiert werden? Weil sie ja vorher schon so erfolgreich waren??

    Ich denke, wir werden uns, wenn wir die Definition der Grundlagen dieser völlig neuen Entwicklungsepoche nicht denen überlassen wollen, die uns das eingebrockt haben, was wir heute schon erleben und noch viel schlimmer morgen erleben werden, wenigstens mit zwei Fragen beschäftigen müssen:

    1. Wer sind wir eigentlich – als Deutsche? Und
    was bedeutet es eigentlich, wenn man sich
    fragt wer man ist? Wonach fragt man
    da denn eigentlich? Von der Antwort auf
    diese Frage hängt ab, wer dazu gehört und
    wer nicht – wer also in Zukunft d-i-s-
    k-r-i-m-i-n-i-e-r-t
    werden soll und
    wer nicht. Und an dieser Stelle nur
    soviel: Wer glaubt es ginge ohne Diskri-
    minierung, man könnte diesen Inhalt an
    sich völlig abschaffen, wird ihn am Ende
    neu kennenlernen: Indem er nämlich der
    Diskriminierte, der ‚draußen-vor-der-Tür‘
    sein wird!

    2. Welches Geldsystem soll die Grundlage
    unserer Wirtschaft sein – dazu möchte ich
    an dieser Stelle zwei Links einstellen,
    die sich mit einem neuen Geldsystem be-
    fassen:

    http://www.monetative.de/

    http://vollgeld.ch/

    So, das wären meine 2 Cent zur Frage nach der ‚Zukunft nach dem Chaos‘.

  19. Einigen Vorkommentatoren sei jetzt mal eine symbolische Umarmung angediehen. Besonders denen, die sich hier, oft, die Nacht um die Ohren schlagen. Da habe ich wohl geschlafen. Also Texte von weanabua1683 (@ 02:17) + nich die mama aber auch von schmibrn sowie die der Diskutanten Heinrich S. (der wagen bricht! 🙂 ) sowie des WSD (der wohl gerade in der Kirche ist) geben mir immer wieder Anschub. Danke dafür.

    Denn nach dem Studieren des mächtigen Textes (ich dachte erst: Schwurbelhistorie 🙂 ) wurde ich erst im Kommentarstrang fündig.
    Klar, der Wirtschaftsboom und Hannes Wader sowie Hans Dieter Hüsch und die Innovationen der Industrie wurde „weggelassen“. Das könnte man noch weiter ausführen.

    Was ich mich aber frage, ist: Was soll UNS dieser Text außer einer rudimentären Geschichtsstunde mitteilen. Es fehlt dort sehr wohl nicht an Analytik hinsichtlich einiger Fakten in der Geschichtsklitterung der 60er und die Vernichtung der Werte der Familie und Bildung durch die 68er.

    Mir fehlt am meisten ein realistischer Ansatz zur Befriedung meiner Sorgen um die Nachwelt.

    Je mehr ich darüber erfahre, (ich bin nur ein verschrobener Techniker) umso häufiger ereilt mich dieser Defätismus. Die Ratlosigkeit lässt mich immer wieder erschaudern. Deswegen mein aufrichtiger Dank an alle „Urgesteine“ hier im Forum. Als vormals Bereicherter eine kleine Eingebung:

    Gestern auf dem Weg zur Garage in Moabit: Auf dem Gehweg eine Muslima mit Kinderwagen und einem süßen Drops (sind ja unschuldig) an der Hand.
    Ich mit dem Fahrrad auch auf dem Gehsteig (wegen KOPFSTEINPFLASTER) an einer engen Stelle wegen Gerüstbaustelle. Sie hat sich sofort entschuldigt und mir Platz gemacht. Das ist zwar nur eine klitzekleine Winzigkeit, hat mich aber völlig verwirrt. Normalerweise kenne ich das nämlich anders. Auch in den U/S-Bahnen ist es ruhiger geworden. Ist natürlich nur meine pers. Einschätzung aber es könnte ja sein, daß die Ummha zur Zeit ein bisschen – sagen wir mal stiller geworden ist.

    P.S.: mir ist der Umstand der Taqyja wohl bekannt.

  20. Oh der Hobby „Histoiker“ S. ist wieder zu gange. Und seine Jünger geben ihren Senf dazu
    Das kann man doch alles viel besser und mit wissentschaftlichen Quellen hinterlegt z.B im Brockhaus lesen oder meinetwegen auch Wikipedia oder z.B im dtv Atlas zur Weltgeschichte
    Und stolpert nicht ständig über die Verquickung von Analyse, historischer Aufzählung mit der persönlichen Meinung oder den Empfindsamkeiten des Autors S.
    Wer sich besonders für die Geschichte von 1914 bis 1933 interessiert dem sei das Buch von Sebastian Haffner „Geschichte eines Deutschen“ ans Herz gelegt. Da fliest dann aber auch wieder Weltanschauliches rein aber zumindest auf eine angenehme Art und Weise

  21. @ #10 lieschen m (25. Nov 2012 00:57)

    Große moderne Künstler?

    Gerhard-Richter, der ein Hallenbad- bzw. Moscheefenster in den Kölner Dom bauen durfte, dank einer Party, wo er die linke Dombaumeisterin näher kennenlernte. Den Entwurf für ein BUNTES Fenster hatte er eh schon in der Schublade, so entworfen, daß es überall paßt, vom Schwimmbad bis zum Theater, alles hineininterpretierbar. Seine Aufgabe war es dann, seinen Entwurf zu überarbeiten und seine Lesart verbreiten zu helfen.

    MAOIST Immendorf(KPD/AO), Orgien feiernder koksender Gasgerdfreund… Immendorf hing wie ein Waschlappen an seinem dekadenten Leben, reiste sogar nach China um sich mit, aus Menschenversuchen, Stammelltherapien zu unterziehen. Von zwangsabgetriebenen Babies!!!
    http://www.stern.de/wissen/mensch/joerg-immendorff-unserioes-und-unethisch-537328.html

    Erstaunlich, daß Sie keinen der deutschen Expressionisten erwähnen(Marc, Macke, Nolde, Schmidt-Rottluff, Slevogt, Heckel, Purrmann usw.). Allerdings führten die Brücke-Mitglieder und andere teilweise ein frauenausbeuterisches pädophiles Leben bzw. einige zogen mit Hurra in den 1. WK und blieben auf dem Schlachtfeld in Frankreich liegen.

    Daher will ich nur GABRIELE MÜNTER, PAULA MODERSOHN-BECKER und CHRISTIAN ROHLFS positiv hervorheben als größte deutsche Maler des 20.Jhs.

  22. Was nirgendwo erwähnt wurde:

    DIE BILDER-STÜRMEREIEN, die sogar Karl d.Gr. mit Begeisterung erfaßte…

    1.) 25. November 2012, 08:34
    Die Maria Advocata erobert Rom
    Vor 1300 Jahren erklärte der byzantinische Kaiser Leo III. den heiligen Bildern den Krieg. Beinahe die ganze frühchristliche Kunst des Ostens wurde zerstört. Wenige Ikonen gelangten nach Rom… Von Paul Badde
    http://kath.net/detail.php?id=39021

    BILDERSTÜRMEREI = KULTURREVOLUTION, protestantische Gehirnwäsche und Zerstörung Europas gewachsener Kultur: darum hasse ich u.a. das Luthertum, den Calvinismus, Pietismus und Puritanismus!!!

    2.) REFORMATORISCHE verbrecherische KULTURREVOLUTION

    Die LUTHERISCHEN NARREN nah am ISLAMischen BILDERVERBOT

    „“Der reformatorische Bildersturm war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Auf Weisung reformatorischer Theologen und der zum neuen Glauben übergetretenen Obrigkeit wurden Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und andere Bildwerke mit Darstellungen Christi und der Heiligen sowie weiterer Kirchenschmuck, teilweise auch Kirchenorgeln, aus den Kirchen entfernt. Die Bildwerke und Schmuckgegenstände wurden teils verkauft oder anderweitig in Privatbesitz überführt, teils vernichtet oder beschädigt.

    Der Bildersturm betraf Städte und Dörfer in ganz Europa, vor allem in der Schweiz und dem Heiligen Römischen Reich (1522–1566), Schottland (1559) und den Burgundischen Niederlanden (1566) mit späteren Ausläufern bis in den Englischen Bürgerkrieg (1642–1649)…““
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm

    +++

    3.) Tja, so konnte man die Teilnahme der Protestanten an der Türkenabwehr mit der Lupe suchen!!! Die Reformatoren profitierten sogar davon, daß die Heilige Liga mit der Abwehr der Osmaneneinfälle beschäftigt war. So konnten die reformatorischen Ketzer Land gewinnen… Die Protestanten haben also allen Grund, den Türken dankbar zu sein. Ich denke: ihre Pstoren und Bischöfe, die sich heute in Ökumenismus und Chrislam wälzen wissen das.

    +++

    Wie Preußen immermal wieder mit den Türken buhlte:
    http://www.preussen-chronik.de/episode_jsp/key=chronologie_003420.html

    „“Die wichtigsten Gegner der Osmanen waren dabei anfangs die Republik Venedig, das habsburgische Österreich und Polen-Litauen, ab dem späten 17. Jahrhundert kam als Gegner dann zunehmend das Russische Reich hinzu. Zeitweilig verbündet mit den Osmanen waren Mächte wie Frankreich, Schweden und Preußen.““ (Wikipedia, Türkenkriege)

  23. #24 Schweinebraten

    Danke für Ihre Ergänzungen:

    Was die 3 von mir genannten Künstler angeht, habe ich die 3 erstplatzierten Deutschen aus einer TOP30-Liste der internationalen zeitgenössischen Kunst ab 1968 ausgewählt.
    Dabei ist zu berücksichtigen, dass jede Epoche ihre Frühzeit, ihre Hochzeit und ihre Endzeit hat, bevor eine neue Epoche entsteht. Und wir befinden uns eben gerade in der Endzeit der Moderne, oder der Postmoderne.

    Die von Ihnen genannten Expressionisten gehören zur Früh- bis Hoch-Moderne.

  24. Die Türken waren niemals vor Wien, will uns dieser „Homepage“ von Wien vorlügen:

    http://wien-ist-anders.at/cms/idcat_4-content.html

    Die Geschichte Wiens beginnt im ersten Jahrhundert mit einem Militärlager, das die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums anlegten und Vindobona nannten. Noch heute kann man an den Straßenzügen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Im Mittelalter entwickelt sich Wien zu einer bedeutenden Handelsmetropole, vor allem durch die Bernsteinstrasse und die Salzstrasse, die hier aufein-
    ander treffen.

    Die größte Bedeutung erlangt Wien unter den Habsburgern. 1360 beginnt Rudolf II mit dem Bau des Stephansdomes und gründet 1365 in Wien eine der ersten Universitäten Europas. Im 15. Jahrhundert ist Wien eine der größten europäischen Städte. 1740 wird Maria Theresia österreichische Kaiserin.

    Daß sie den Siebenjährigen Krieg gegen Kaiser Friedrich von Preußen verliert, erklärt sie damit, daß sie „dauernd schwanger“ sei. Sie bringt 16 Kinder auf die Welt. Während ihrer Regierung erlebt Wien eine glanzvolle Zeit. Die Epoche des Barocks und des Rokoko prägte die Stadt noch heute. Schönbrunn
    wird nach dem Vorbild Versailles zur prachtvollen Residenz ausgebaut. Mozart, Haydn und Beethoven leben in Wien.

    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebt Wien eine Blütezeit. Franz Joseph heiratet die aus Bayern stammende, bildschöne Fürstentochter Elisabeth, genannt „Sissi“. Die Trauung findet demonstrativ in Budapest statt. Ungarn ist zum teilweise unabhängigen Königreich geworden und die kaiserlich königliche Doppelmonarchie entstand. Budapest und Wien werden zu modernen Metropolen. Die aufkommende Industrialisierung führt zur so genannten Gründerzeit. In Wien bricht ein Bauboom aus. 1857 werden die Stadtmauern eingerissen. An deren Stelle entsteht die Ringstraße mit monumentalen Prachtgebäuden im klassizistischen Stil. Die Wiener Oper wird gebaut. 1873 findet die Weltausstellung in Wien statt. Im Prater wird das Riesenrad errichtet. Johann Strauß Sohn komponiert Walzer, von denen ganz Wien begeistert ist. In Wien leben um die Jahrhundertwende Brahms, Bruckner, Mahler, Klimt und Schiele, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig. Freud begründet die Psychoanalyse. In diese
    Epoche fällt auch die Entstehung der traditionsreichen Kaffeehäuser, die noch heute das Bild von Wien prägen.

    Das heutige Wien besteht aus 23 Bezirken,hat eine sozialistische Alleinregierung und ist nicht zuletzt 3. Hauptsitz der UNO. Sowohl politisch wie auch wirtschaftlich
    hat Wien seit dem Ende des Eisernen Vorhangs wieder einen sehr wichtigen Stellenwert als Ost-Westdrehscheibe eingenommen, den es schon zur Zeit der Habsburger innehatte.

  25. Durch seinen Flottenbau ruinierte er die guten deutsch-englischen Beziehungen (beide sahen in Frankreich den gemeinsamen Erbfeind), vernachlässigte Russland und wandte sich, nachdem ihm alle anderen Verbündeten außer Österreich und Italien ausgegangen waren, bizarrerweise der Türkei zu.

    Das ist in dieser Vereinfachung nicht richtig. Selbst nach erfolgtem Aufbau wäre die deutsche Flotte um ein Mehrfaches kleiner gewesen als die britische Flotte – von ‚Konkurrenz‘ konnte keine Rede sein. Der Aufbau der deutschen Flotte wurde beispielsweise auch deshalb überhaupt erst nötig, weil die Engländer sich unter dem Schutz ihrer Flotte ständige Übergriffe gegen deutsche Fischereischiffe in der Nordsee herausnahmen. Kein Staat – also jetzt mal abgesehen von der BRD, die ja ohnehin kein richtiger Staat ist – … kein richtiger Staat kann es sich erlauben Übergriffe fremder Mächte auf die eigenen Bürger ohne Antwort hinzunehmen – wenn er denn weiterhin ein Staat sein und bleiben will.

    Großbritannien bzw. die dortigen Eliten waren vielmehr zu der Einschätzung gekommen, daß der Aufstieg des Deutschen Reiches – obwohl völlig friedlich, d.h. rein auf wirtschaftlicher Entwicklung beruhend – gefährde die britische Machtposition. Und von der Gewinnung dieser Einschätzung an, haben sie systematisch auf den Ausbruch 1. Weltkrieg hingearbeitet – wobei sie vermutlich nicht wissen bzw. einkalkuliert haben, daß das ein Weltkrieg werden würde, denn einen Krieg in dieser Form hatte es vorher noch nicht gegeben.

    1995 hat Steffen Werner in den ‚Staatsbriefen‘ einen aufschlußreichen Artikel dazu verfaßt: Germania esse delendam. Diesen versuche ich hier als Link einzustellen, hoffend, daß der Link nicht gegen die Blog-policy verstößt…

    http://de.scribd.com/doc/19457501/Germaniam-esse-delendam-Deutschland-muss-vernichtet-werden-Germany-must-perish

  26. #7 HansWurstus (24. Nov 2012 23:53)

    Leider hat der Autor es versäumt, in seinen Ausführungen auf die enormmen Nachkriegsaufbauleistungen unserer türkischen Freunde hinzuweisen, ohne die wir heute keinen Wohlstand hätten – allerdings auch praktisch keinen Islam

    – – – – –

    Der Wiederaufbau Deutschlands begann schon während des Krieges – nach jedem Bombenangriff. Und, war schon 1950 abgeschlossen.
    Die ersten Gastarbeiter, Italiener und Jugoslawen kamen 1954 – zu spät zum Wiederaufbau!

    Die Türken erschienen, nachdem entsprechende Verträge, zu Beginn der 60er Jahre, auf Drängen Washingtons, abgeschlossen worden waren, erst – 1969!

    Damit ist auch der Mythos, dass „wir“ sie geholt haben widerlegt – wir mussten sie kommen lassen!

  27. Der Wiederaufbau Deutschlands begann schon während des Krieges – nach jedem Bombenangriff. Und, war schon 1950 abgeschlossen.

    Der ‚Wiederaufbau‘ (insofern nicht zutreffend, weil die Verheerungen durch den tatsächlichen Neubau der zerbombten Städte (Stichwort: Autogerechte Stadt) in den meisten Fällen auch das noch beseitigte was der alliierte Bombenkrieg übriggelassen hatte) war nicht 1950 abgeschlossen, sondern, was die rein materielle Seite (z.B. Versorgung mit Wohnraum) betraf ‚im Großen und Ganzen‘ Ende der fünfziger Jahre, oder, um eine runde Zahl zu nehmen: 1960.

    Die Türken erschienen, nachdem entsprechende Verträge, zu Beginn der 60er Jahre, auf Drängen Washingtons, abgeschlossen worden waren, erst – 1969!

    Der Blogger Kewil schrieb dazu in einem Artikel über das damals neu herausgekommene Buch von Heike Knörz ‚Diplomatische Tauschgeschäfte‘ im entsprechenden Abschnitt über die Türken:

    Gastarbeiter 4: Türken kamen auf Wunsch der Türkei
    12.07.2008

    Der Leser wird es bereits geahnt haben, auf was diese Serie hinzielt. Im Gegensatz zu dem, was uns Erdogan und sämtliche türkischen Lobbyisten, Vereine, Moscheen und ihre deutschen Sympathisanten einreden wollen, hat die BRD nie nach den Türken gerufen. Auch die haben sich einfach selber eingeladen. Wir haben absolut keinen Grund gegenüber irgendjemand dankbar zu sein, weil wir etwa den Aufbau dieses Landes nicht ohne Gastarbeiter geschafft hätten. Wenn hier endlich einmal jemand Dankbarkeit zeigen könnte, dann wären das die Türken, wenn die historische Wahrheit zählt! Das besondere bei den türkischen Gastarbeitern war, daß sie zunächst über private türkische “Übersetzerbüros” angeworben wurden (Knortz, S. 111 ff):

    Mit dem Erreichen der Vollbeschäftigung stiegen die Zahlen der in der Bundesrepublik beschäftigten ausländischen Arbeitskräfte stark an, darunter auch solche, mit deren Herkunftsländern noch keine Anwerbevereinbarung geschlossen worden war. Entsprechend hatten die Einreisegesuche türkischer Staatsangehöriger beim Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Istanbul zugenommen, konkret von ehemals 10 bis 15 pro Monat auf ca. 500 im April 1960. Bis Ende Mai 1960 waren Personen, denen das Arbeitsangebot eines deutschen Unternehmens vorlag, türkischerseits „ohne weiteres” mit Reisepässen sowie den für die Reise notwendigen Devisen versorgt worden. Anschließend hatte die neu im Amt befindliche Militärregierung in Ankara die Ausreise türkischer Staatsangehöriger zunächst gesperrt, schließlich den Pass nur ausgestellt, wenn für die gesamten Fahrtkosten keine in der Türkei vorhandenen Devisen benötigt wurden, was die monatlichen Einreisegesuche erneut auf 150 bis 200 ansteigen ließ.

    Das besondere im Fall der Türkei war die regelmäßig durch private
    Übersetzungsbüros erfolgende Arbeitsvermittlung,
    die zudem öffentlich mit Anzeigen annoncierten wie: „Es wird mitgeteilt, daß Deutschland und Schweden Bedarf an Arbeitern haben. Die Korrespondenz von Monteuren, Meistern und sonstigen technischen Kräften für die verschiedenen Arbeitsgebiete wird übernommen: Acara Sokak, Kirehir Han, Stock 2, Nr. 8, Galatasaray.” Diese Ubersetzungsbüros informierten die Arbeitsuchenden über die notwendigen Bewerbungsformalitäten und verwiesen sie an die für ausländische Bewerber zuständige, in Frankfurt am Main ansässige Zentralstelle für Arbeitsvermittlung bzw. an einzelne ausgewählte Arbeitsämter. Die schließlich i.d.R. auch von ihnen übersetzten Bewerbungsunterlagen gingen nach Prüfung und Beglaubigung durch das bundesdeutsche Generalkonsulat über die amtlichen Arbeitsvermittlungen an die interessierten westdeutschen Unternehmen, die den Bewerbern wiederum ihre Arbeitsangebote zusandten. War durch die Firma nicht bereits eine Aufenthaltsgenehmigung beschafft worden, musste die Zusicherung derselben vom Bewerber über das Generalkonsulat bei der zuständigen Polizeibehörde in der Bundesrepublik beantragt werden. Erst nach deren Vorliegen erteilte das Generalkonsulat ein Visum, sofern der Bewerber einen türkischen Pass erhalten hatte.119 Auf die in Frankfurt ansässige Zentralstelle, an die jeder Ausländer ein Vermittlungsgesuch richten konnte, hat übrigens auch die Bundesregierung selbst immer wieder solche Staaten verwiesen, mit denen sie keine Anwerbeabkommen zu schließen beabsichtigte.

    Da die türkische Militärregierung Anfang August 1960 verlauten ließ, die Vermittlung von Arbeitskräften stärker durch amtliche Stellen regeln zu lassen, empfahl das bundesdeutsche Generalkonsulat Istanbul in Anbetracht des Arbeitskräftebedarfes der deutschen Industrie, ein Anwerbeabkommen auch mit der Türkei in Erwägung zu ziehen. Das in die Diskussion hierüber rechtzeitig involvierte BMA war „nicht unbedingt” von den Vorteilen einer solchen Vereinbarung überzeugt, da ein nicht unerheblicher Teil der in die Bundesrepublik eingereisten Arbeitnehmer die Dienste der mit den Anwerbevereinbarungen institutionalisierten Kommissionen erfahrungsgemäß gar nicht in Anspruch nehme. „Auch sollte man grundsätzlich”, und hierauf hatte das Bundesarbeitsministerium intern immer insistiert, wie in allen bisherigen Fällen „die Initiative zum Abschluß einer Vereinbarung der türkischen Regierung überlassen.” Zudem, so das BMA weiter, „könnten sich mit gutem Grunde einige andere Staaten, deren dahingehende Wünsche zurückgewiesen wurden, auf dieses neue Beispiel berufen und die erhaltenen Absagen als Diskriminierung auffassen.” Arbeitsmarktpolitisch sah auch die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung trotz des inzwischen spürbaren Arbeitskräftemangels keine Notwendigkeit für eine Anwerbevereinbarung mit der Türkei, da der Kräftebedarf in den anderen Anwerbeländern „hinreichend gedeckt” werden könne. Allerdings meinte der bis dahin immer und ausschließlich mit Blick auf den Arbeitsmarkt argumentierende Präsident der BA, Anton Sabel, nicht beurteilen zu können, „wie weit sich die Bundesrepublik einem etwaigen solchen Vorschlag der türkischen Regierung verschließen kann, da die Türkei ihre Aufnahme in die EWG beantragt hat und als NATO-Partner eine nicht unbedeutende politische Stellung einnimmt.” Ihre Mitgliedschaft in der NATO hatte auch die Türkei selbst neben dem „lebhaften” Wirtschaftsaustausch mit der Bundesrepublik immer wieder zur Untermauerung ihres Wunsches nach Abschluss einer Vermittlungsvereinbarung vorgebracht. In welchem Grad sich die außenpolitische Raison nun bereits allgemein durchgesetzt hatte, damit Arbeitsmarkt- zu Außenpolitik – und vice versa! – geworden war, zeigen die Schlüsse Sabels, der es vorerst für ausreichend hielt, „wenn zur Ordnung der Beziehungen in der Anwerbung und Vermittlung ein Notenwechsel zwischen der türkischen […] und der deutschen Regierung stattfände, in dem die jetzige Rechtslage und die Zuständigkeiten klargestellt, aber keine neuen Rechtsbeziehungen und -ansprüche begründet werden, da die Gefahr besteht, daß beim Abschluß einer Regierungsvereinbarung auch andere Länder, wie Cypern, Tunis und Marokko das gleiche Ansinnen an die Bundesrepublik Deutschland stellen würden…

  28. @ #23 TVLadyMilena

    Wikipedia ist doch keine seriöse Quelle für historische Themen, sondern diesbezüglich eine Propagandazentrale linker Geschichtsdichtung.

  29. Der Vatikan war allerdings auch nicht sonderlich daran interessiert gegen die Türken zu kämpfen, Geld sammelte er aber trotzdem von den Deutschen ein. Zurecht kritisierte Luther diese Praxis.

    „(…) Wozu ist das Volk nütze in der Christenheit, das da heißet die Kardinäl? Das will ich dir sagen. Welsch- und Deutschland haben viel reiche Klöster, Stifte, Lehen und Pfarren, die hat man nicht ge­wußt, besser gen Rom zu bringen, denn daß man Kardinäle macht und denselben die Bistümer, Klöster, Prälaturen zu eigen gebe und Gottes Dienst also zu Boden stieße. Drum sieht man jetzt, daß Welschland ganz wüst ist, Klöster zerstört, Bistümer verzehrt, Prälaturen und aller Kirchen Zinsen gen Rom gezogen, Städte verfallen, Land und Leute verdorben, wo kein Gottesdienst noch Predigt mehr vor sich geht. Warum? Die Kardinäle müssen die Güter haben, kein Türk hätte Welschland so können verderben und Gottes Dienst niederlegen.(…)
    Wie kommen wir Deutschen dazu, daß wir solch Räuberei, Schinderei unserer Güter von dem Papst leiden müssen? Hat das Königreich zu Frankreich sich dessen erwehret, warum lassen wir Deutschen uns so narren und äffen? (…)
    Es haben vorzeiten deutsche Kaiser und Fürsten dem Papst bewilligt, die Annaten auf alle Lehen deutscher Nation einzunehmen, das ist die Hälfte der Zinsen des ersten Jahres auf einem jeglichen Lehen: die Bewilligung aber ist so geschehen, auf daß der Papst durch solch großes Geld sollte sammeln einen Schatz, zu streiten wider die Türken und Ungläubigen, die Christenheit zu schützen, auf daß dem Adel nicht zu schwer würde, allein zu streiten, sondern die Priesterschaft auch etwas dazu täte. (…)
    Solchen guten, einfältigen, frommen Eifer der deutschen Nation haben die Päpste dazu gebraucht, daß sie bisher mehr den hundert Jahre solch Geld eingenommen und nun einen schuldigen, pflichtmäßigen Zins und Auflage draus gemacht und nicht allein nichts gesammelt haben, sondern darauf gestiftet viel Stände und Ämter zu Rom, die damit jährlich als aus einem Erbzins zu besol­den sind. Wenn man nun wider die Türken zu streiten vorgibt, so senden sie heraus Botschaft, Geld zu sammeln, vielmals wird auch Ablaß herausgeschickt eben mit derselben Farbe, wider den Türken zu streiten, meinend, die tollen Deutschen sollen ewig Todstocknarren bleiben, nur immer Geld geben, ihrem unaussprechlichen Geiz genug zu tun, obgleich wir öffentlich sehen, daß weder von Annaten noch Ablaßgeld, noch allem anderen ein Heller wider den Türken kommt, sondern allzumal in den Sack, bei dem der Boden heraus ist. Sie lügen und trügen, setzen und machen mit uns Bündnisse, deren sie nicht ein Haar breit zu halten gedenken. Das muß dar­nach der heilige Name Christi und Sankt Petri alles getan haben. (…)
    Auch wenn man je wider die Türken wollte einen solchen Schatz sammeln, sollten wir billig dermaleinst gewitzigt sein und merken, daß die deutsche Nation denselben besser bewahren könnte denn der Papst, sintemal deutsche Nation selbst Volk genug hat zum Streit, wenn Geld vorhanden ist. (…)“

    Martin Luther, „An den christlichen Adel deutscher Nation“, 1520

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