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NSU: Was ging eigentlich im Wohnmobil ab?

Posted By kewil On 26. November 2012 @ 10:52 In Justiz,Kampf gegen Rechts™,Kriminalität,Polizei | Comments Disabled

[1]Während BILD heute ein paar läppische  Sätze der “Nazi-Braut” Zschäpe als Sensation veröffentlicht, hat komischerweise ausgerechnet der Schwarzwälder Bote, der zur großen Südwestdeutschen Medienholding gehört, einen seitenlangen Artikel über die Geschehnisse im NSU-Wohnwagen. Und in der Tat, da ist vieles faul an der offiziellen Version. Soviel, daß man den Behörden eigentlich nicht mehr richtig glauben kann.

Mundlos und Böhnhardt hatten bekanntlich eine Bank überfallen und waren in den Wohnwagen geflüchtet, um die Fahndung auszusitzen. Da tauchten angeblich zwei Polizisten auf. Und laut deren Aussage haben die beiden innerhalb von 7 bis 20 Sekunden den Wohnwagen angezündet, und einer hat erst den Kumpel und dann sich selbst erschossen. Unglaublich. Und warum sollten die beiden sofort kapitulieren? In Heilbronn haben sie doch auch auf Polizisten geschossen. Der SchwaBo:

Offenbar, das zeigt die Akte, waren Mundlos und Böhnhardt auf ein mögliches Feuergefecht mit der Polizei eingestellt. Beide hatten Pumpguns zur Hand. Auf der Sitzecke lag eine Maschinenpistole mit ausgeklapptem Schulterstück, auf dem Boden im Bad eine der beiden beim Polizistenmord in Heilbronn geraubten Dienstpistolen. Die andere, die der ermordeten Polizistin Michelle Kiesewetter gehörte, lag griffbereit auf dem Tisch in der Sitzecke. Auf dem Herd lag ein Revolver, mit dem die beiden schon bei einem Bankraub in Zwickau 2006 auf einen Angestellten geschossen hatten. Schließlich befand sich auch noch auf dem Bett im Heck des Fahrzeugs eine Pistole. Sieben Waffen, alle waren durchgeladen.

Schußbereite Waffen im Überfluß! Und dann Selbstmord? Unglaublich!
Außerdem hat man im Wohnwagen noch andere Schußlöcher gefunden, die in den Selbstmord nicht passen. Und ein weiteres Rätsel:

Es gibt noch ein weiteres merkwürdiges Detail in der Akte. Auf dem hinteren oberen Schlafplatz lagen mehrere Bekleidungsstücke und darauf ein nagelneuer Tourenrucksack. Was auffällt: Während Matratze und Textilien deutliche Schmutzspuren aufweisen, verursacht offenbar von dem durch die Hitzeeinwirkung geschmolzenen Plexiglasfenster über dem Bett, ist der darauf liegende Rucksack fleckenlos.

Und noch etwas ist seltsam:

Am 5. November 2011, als die Beweisstücke von der Tatortgruppe aus dem Wohnmobil geborgen und dokumentiert wurden, ist von den Beamten auch der Rucksack durchsucht worden. Sein Inhalt wird an diesem Tag fotografisch festgehalten. Das Bild aus der Ermittlungsakte zeigt mehrere, mit Banderolen versehene Geldbündel mit über 23.000 Euro aus einem wenige Wochen zurückliegenden Bankraub in Arnstadt sowie drei Kartons mit Patronen aus den Innentaschen. Aber erst einen Monat später, am 1. Dezember, findet die Polizei laut der Ermittlungsakte plötzlich noch etwas anderes im Rucksack – in einer Innentasche stecken sechs DVDs mit dem NSU-Bekennervideo.

Ja, das ist auch in der Wohnung seltsam! Obwohl der Pistolenlauf durch die Feuerhitze verbogen wurde, findet man unbeschädigte Software wie Computer-Festplatten, CDs und Videos. Daran ist was faul. Der zweiseitige Artikel im SchwaBo, der mutmaßlich noch in weiteren Blättern der Holding erscheint, ist hier, aber [2] erfahrungsgemäß nur wenige Tage, wenn nicht gar Stunden.


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[2] Holding erscheint, ist hier, aber: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.ermittlungsakten-nsu-ermittlung-begann-mit-panne.1e136813-0ddd-436b-9e2c-ebb7dbaa963d.html