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Berlin: Vortrag über Christenverfolgung in Nigeria

Posted By PI On 30. Dezember 2012 @ 13:58 In Afrika,Christentum,Islam | Comments Disabled

[1]Am 13. Dezember fand in Berlin eine Vortrags-Veranstaltung zum Thema „Verfolgung der Christen in Nigeria“ statt. Eingeladen dazu hatte der „Internationale Konvent“, Dachverband der fremdsprachigen Kirchen, Gemeinden und Missionen in Berlin und Brandenburg. Freundliche Gastgeberin des Abends war die syrisch-orthodoxe Gemeinde Mor Jacub/ Hl. Jakob in der Potsdamer Straße.

Eingefunden hatten sich etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörer unterschiedlicher Nationalität. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der 40-minütige Vortrag des aus Nigeria stammenden und in Berlin lebenden Predigers Pastor Philip Imasuen (Foto mit seiner Frau Kate), der von einem Dolmetscher in sehr gekonnter Weise simultan aus dem Englischen übersetzt wurde.

Pastor Imasuen begann seine Ausführungen mit einem kurzen historischen Rückblick auf die ursprünglichen, eigenständigen Formen der Religiosität auf dem Gebiet des heutigen Nigeria (mit teilweise ziemlich üblen Riten, Sitten und Gebräuchen), auf die im 19. Jh. beginnende christliche Missionierung, die zunächst bei vielen Einheimischen auf Ablehnung stieß, jedoch mit der Zeit auch ganz reale Verbesserungen im Leben der Menschen sichtbar werden ließ (z.B. Vermittlung des Lesens und Schreibens durch die Missionare) und schließlich auf das von Norden her über die Handelsstraßen erfolgte Vordringen des Islam.

Als ein Schlüssel-Datum für das Entstehen der heutigen Konfliktlage nannte Pastor Imasuen das Jahr 1914, in dem die vormaligen Protektorate Südnigeria (christlich und animistisch geprägt) und Nordnigeria (islamisch geprägt) durch die Kolonialmacht Großbritannien zu einer einzigen Kolonie zusammengefasst wurden, aus der dann später, im Jahre 1960, der unabhängige Staat Nigeria hervorging.

Heute ist Nigeria formal ein säkularer Staat. Von 36 Bundesstaaten werden 19 muslimisch geführt. Jedoch gibt es ein gravierendes Problem: Die muslimischen Bevölkerungsgruppen kontrollieren das Militär, die Polizei und in großem Umfang auch die Finanzen. Dabei handelt es sich um ein Erbe aus der britischen Kolonialzeit. Die britische Kolonial-Regierung sah die islamisch geprägten Sozialstrukturen für die Kontrolle ihres Einflussgebietes als vorteilhaft und nützlich an. (Sie bediente sich der Methode des indirect rule, also der indirekten Machtausübung durch Beibehaltung und Nutzung der existierenden traditionellen örtlichen Herrschaftsstrukturen.)

Seit im Jahre 1999 eine neue Verfassung in Kraft trat, die eigentlich eine Demokratisierung des Landes bewirken sollte, wurde in 12 Bundesstaaten im Norden Nigerias die Scharia als zweites Rechtssystem installiert. Für vier weitere Bundesstaaten gilt dies teilweise.

Heute gibt es ein starkes Streben des islamisch geprägten Nordens nach Vorherrschaft und nach Islamisierung ganz Nigerias. Speerspitze dieser Islamisierungsbestrebungen ist die extreme Organisation Boko Haram, die mit gnadenloser Brutalität gegen Christen vorgeht. Diese islamische Terror-Organisation weiß ihre bestialischen Massaker jedoch rückwärtig durch Unterstützer und Sympathisanten in Militär, Polizei und Verwaltung gedeckt und abgesichert. Dabei macht Boko Haram – im Gegensatz zu zahlreichen anderen islamischen Organisationen weltweit – keinen Hehl aus ihrem strategischen Ziel der Islamisierung ganz Nigerias: „Wenn die Christen in Nigeria den Frieden wollen, dann müssen sie den Islam akzeptieren. Denn der Islam ist die einzig wahre Religion.“

Seit Beginn des Jahres 2009 bis heute haben nach Aussage von Pastor Imasuen etwa 4000 Menschen infolge des islamischen Terrors durch Boko Haram ihr Leben verloren. Zur Bestärkung seiner Aussage listete Pastor Imasuen mehr als ein Dutzend Massaker auf, die allein in den letzten zwölf Monaten verübt wurden. Er begann mit der Anschlagsserie vom ersten Weihnachtstag vergangenen Jahres auf Kirchen in drei Städten Nordnigerias. (In einer der Kirchen kamen dabei allein 53 Menschen ums Leben.) Und er endete mit dem erst vor wenigen Wochen, am 10.11.2012, erfolgten Mord an einem Polizei-Abschnittsleiter. Und dazwischen: ein Angriff auf eine Gruppe Trauernder, Bombenangriffe auf Kirchen, Selbstmordanschläge, Massaker an schlafenden Familien (mehr als 500 Menschen getötet), Maschinengewehr-Angriffe auf Studenten und auf Kirchen usw. usw.. Pastor Imasuen wörtlich: „Diese Liste ist endlos. Dass Christen angegriffen werden, geschieht wöchentlich. …… Gegenwärtig steht Nigeria in der Gefahr, in einen religiösen Krieg zu geraten.“

An den Vortrag von Pastor Imasuen schloss sich eine Fragerunde an, die dem Vortrag selbst an Nachdrücklichkeit nicht nachstand. Diese dauerte mehr als ein und eine Viertelstunde und wurde nicht nur für Fragen an den Referenten, sondern auch für ergänzende Bemerkungen durch andere, z.T. sehr sachkundige Anwesende genutzt. Etliche dieser Ausführungen wären es sicher auch wert, hier etwas ausführlicher wiedergegeben zu werden. In besonderer Weise herausheben möchte ich jedoch lediglich noch das sehr flammende Plädoyer der ebenfalls anwesenden Ehefrau von Pastor Imasuen, Frau Pastorin Kate Ivara Imasuen. Mit großer Vehemenz brachte sie ihre christlich geprägte Ansicht zum Ausdruck, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit dem Islam im Kern um einen geistlichen Kampf handelt, der mit diplomatischen Mitteln nicht zu gewinnen ist. Sie ordnete die Entwicklung in Nigeria in ein sich weltweit entäußerndes endzeitliches Geschehen ein. Immer mehr Menschen kämen dadurch in die Situation, sich irgendwann doch noch klar entscheiden zu müssen zwischen dem Weg zum Guten und dem, wovon kein guter Geist ausgeht. Die Entscheidung vieler Menschen zum Guten könne die Kraft freisetzen, die in der Lage ist, den Islam zu besiegen.

Das Schlusswort hatte dann jedoch noch einmal Pastor Philip Imasuen selbst. Hier sollen – quasi stichpunktartig – noch ein paar markante Gedanken daraus widergegeben sein:

„Es ist der dämonische Geist der Gewalt, der diese Religion antreibt.“

„Die einzige Kraft, die die Macht des Islam brechen kann, ist das Gebet.“

„Der Westen versucht, alles zu tun, um dem Islam zu gefallen, aber der Islam interessiert sich nicht dafür.“

„Ich glaube, am Ende wird der Islam den Islam zerstören.“


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