Pressekonferenz zur Bombe in Bonn

Bonn Bombe

Die Bonner Polizeibehörden geben zur Stunde eine Pressekonferenz zu der gestern am Bonner Hauptbahnhof  abgestellten Bombentasche. Beim Generalanzeiger Bonn gibt es dazu einen Live-Ticker. Hier wichtige Statements daraus. + Jetzt mit Fahndungsvideo +

Wolfgang Albers, Kölner Polizeipräsident:

„Wir suchen neben dem dunkelhäutigen Mann nun auch einen hellhäutigen Mann.“

„Der dunkelhäutige Mann könnte ein wichtiger Zeuge sein.“

„Die Videoüberwachung in dem McDonalds am Bahnhof hat uns auf diese Spur geführt.“

„Zu unserem Bedauern gibt es keine Videoaufzeichnung von Gleis 1.“

Dazu muss man wissen, dass der Bonner Hauptbahnhof zwar videoüberwacht wird, aber keine Aufnahmen gespeichert werden. Die einzigen zur Verfügung stehenden Aufnahmen aus dem gesamten Bahnhofsbereich stammen also von dem McDonalds dort.

Bei der Pressekonferenz wird das Überwachungsvideo gezeigt, auf dem ein hellhäutiger Mann mit schwarze Mütze und beiger Jacke zu sehen ist, der mit einer blauen Tasche durch den McDonalds läuft.

Norbert Wagner, Einsatzleiter der Polizei über die Bombe:

„Wir schließen definitiv aus, dass es sich bei der Bombe um eine Attrappe handelte.“

„Wäre die Bombe detoniert, hätte es eine sehr, sehr große Explosion mit einem großen Feuerball gegeben.“

„Der gefundene Sprengsatz war funktionsfähig.“

„Die Bombe ist von der Bauart nicht zu unterschätzen, sondern sehr professionell.“

Über Zeugen und Verdächtige:

„Laut der jugendlichen Zeugen ist der Mann, der ihnen die Tasche praktisch vor die Füße geworfen hat, anschließend weggelaufen.“

„Auf der Videoaufzeichnung aus dem McDonalds sieht man eine  Person, die eine blaue Sporttasche bei sich führt. Diese Tasche könnte die Tasche sein, die wir später auf dem Bahnsteig gefunden haben.“

Diese Person könnte möglicherweise ein Zeuge sein. „Deshalb suchen wir intensiv nach dem Mann.“

„Wir haben bisher fünf Hinweise auf Tatverdächtige ausgewertet.“

Der leitende Kriminaldirektor Norbert Wagner sprach mit Blick auf den hellhäutigen Mann von einer heißen Spur. Er komme als Tatbeteiligter in Betracht. Auf dem Video trage er eine dunkelblaue Tasche. Es sei davon auszugehen, dass es sich um die Tasche mit der Sprengvorrichtung handele.

Das Fahndungsfoto des gesuchten weißen Mannes aus der Videoüberwachung von McDonalds (siehe auch Polizei Köln oder Fahndungsplakat pdf):

Bonn Bombe Fahndungsfoto weisser Mann

Vergrößerung:

Bonn Bombe Fahndungsfoto vergrößert

Phantombild des gesuchten dunkelhäutigen Mannes, der von einem jugendlichen Zeugen ebenfalls im Zusammenhang mit der blauen Tasche gesehen wurde (Fahndungsplakat pdf):

Bonn Bombe Phantombild

 

Außerdem zeigte die Polizei verschiedene Materialien. Mit Gegenständen dieser Art soll die Bombe gebaut worden sein:

Bonn Bombe Bastelsatz

 

 

Ergänzung 1: Der Live-Ticker im Bonner Generalanzeiger veröffentlichte um 19.25 Uhr folgendes Zitat von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD):

Zur Kritik des Unions-Bundestagsabgeordneten Günter Krings, man habe den Salafismus verniedlicht, sagte der Innenminister: „Wenn man von etwas keine Ahnung hat, sollte man die Klappe halten“, sagte Jäger dem GA.

Rechtsanwalt Dr. Krings ist Bundestagsabgeordneter der CDU aus Mönchengladbach und hat dort nicht nur Aktionen zur Aufklärung über Salafisten organisiert, sondern auch als erster Politiker den Bundestag über die Problematik informiert. Das alles, während sich die SPD in Sachen Salafisten sehr bedeckt hielt.

Ergänzung 2: Kurz nach 19 Uhr wurde der Hauptbahnhof von Essen für den gesamten Zug- und Publikumsverkehr gesperrt. Seit 20 Uhr sind Sprengstoffexperten vor Ort, um sich mit einem verdächtigen Gepäckstück zu befassen (siehe WAZ). Gegen 21 Uhr wurde Entwarnung gegeben, die Tasche soll einen harmlosen Inhalt gehabt haben. An anderer Stelle heißt es allerdings, es sei „kontrolliert gesprengt“ worden.

Ergänzung 3:

Wenn der Time-Code auf dem Video stimmt, kam die beschriebene Person um 12.40 Uhr und ging um 12.49 Uhr. Was in den neun Minuten hinter dem Pfeiler der Fastfood-Bude geschah, hinter der sie verschwand, ob die Person dort gegessen, jemanden getroffen oder die Bombe scharf gestellt hat, das sind einige der großen Fragen, die völlig offen sind. Es gibt auch kleinere ungeklärte Sachverhalte von enormer Wichtigkeit. Einer betrifft den Dunkelhäutigen auf dem Phantombild. Er habe ihnen die Tasche mit dem Sprengsatz „vor die Füße geschoben“, sagen der 13- und der 14-jährige Junge, auf deren Hinweise sich die Polizei stützt. Dann sei der Unbekannte weggelaufen. Ist das die Wahrheit? Die Ermittler glauben es. „Sie sagen uns das, was sich dort ereignet hat.“ Und was ist der Farbige auf dem Phantombild: Täter? Mittäter? Zeuge? Alles denkbar, letzteres ganz sicher, sagen die Ermittler. (WAZ)

LINKS:

Polizei Köln-Bonn über die Pressekonferenz

Video-Credit: TheAnti2007