Sloterdijk vermutet amerikanischen Plan zur Destabilisierung Europas

Der bekannte Philosoph Peter Sloterdijk aus Karlsruhe schreibt in seinem neuen  Buch Zeilen und Tage. Notizen 2008 bis 2011 auch kurz über den „arabischen Frühling“ und vermutet, daß die Amerikaner diesen vor allem deshalb unterstützen, um Europa zu schwächen. Wir haben hier immer die Obama-Regierung für blöde gehalten, die erst vor wenigen Tagen die verbrecherischen syrischen „Rebellen“ als rechtmäßige Regierung anerkannt hat. Sollte Sloterdijk rechthaben, dann wäre nicht Obama blöde, sondern im logischen Umkehrschluß die EU, Deutschland und vor allem Frankreich. 

Die Flüchtlinge sind ja schon längst im Anmarsch. Der entsprechende Eintrag in Sloterdijks Buch unter dem 30. Januar 2011 lautet:

Ein Wiener Freund, der Nordafrika und den Nahen Orient aus beruflicher Erfahrung kennt, ordnet die Vorgänge in Tunesien in die Szenarien von Washingtons Geopolitik ein, der zufolge für Amerika gut ist, was Europa schwächt. Die Destabilisierung Nordafrikas werde mittelfristig zu einer Schwächung Europas führen, da es in absehbarer Zeit zahlreiche Flüchtlinge aus den agitierten Regionen wird aufnehmen müssen. Das Argument ist leicht zu fassen: Binnen eines Jahres ist die Genugtuung über die Vertreibung des Despoten Ben Ali verraucht, dann setzt die Phase der Enttäuschung ein, weil alles viel langsamer vorangeht als erhofft. An der Enttäuschungsklippe scheiden sich die Ströme — auf der einen Seite wird es zu Radikalisierungen kommen, auf der anderen zu Resignation und Auswanderung, und weder die eine noch die andere Entwicklung kann den Europäern willkommen sein.

Oder muß man die Verschwörung noch eine Stufe weiterdrehen, wie Bat Ye’or das schon vor Jahrzehnten schrieb, daß die EU und Frankreich die Mittelmeerunion unabhängig von den USA geradezu herbeisehnen, wodurch ganz Nordafrika mit Europa zu einer Großmacht verschmolzen werden soll? (Dazu noch ein andermal extra!) Beides höchst verhängnisvoll. Wie ist Ihre Meinung?