Berlin hat fertig: Beamte fehlen 38 Arbeitstage

Bei Legehennen würde man wohl längst den Tierschutz und den Staatsanwalt einschalten. Wie der Spiegel berichtet, fehlten Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst in Berlin im Jahr 2011 durchschnittlich 37,6 Arbeitstage. Das sind jeden Tag 10,3% der Belegschaft – zwei Tage mehr als 2010 – und für jeden Mitarbeiter fast zwei Monate.

Wer selbst gewissenhaft seiner Arbeit nachgeht oder vernünftig ein mittelständisches privatwirtschaftliches Unternehmen führt, kann nur angeekelt den Kopf schütteln über solche Werte! Natürlich gibt es Menschen mit einer schwachen Gesundheit. Um die geht es hier nicht! Das wird aber mehr als ausgeglichen durch die vielen Kollegen, bei denen man auch heute noch bei der Verabschiedung in den Ruhestand lobend die insgesamt vier Wochen Krankheit in 40 Jahren erwähnt!

Nun wäre es auch nicht fair, die Schuld hier nur bei den sprichwörtlichen „faulen Beamten“ zu suchen! Der Fisch stinkt nämlich immer vom Kopf her! Ein immer mehr dem gesunden Menschenverstand widersprechendes Rechtssystem, zur Verwahrlosung freigegebene Schulen, eine dramatische Verausländerung der „Behördenkundschaft“, die einen mehrmals täglich die Hand in Nähe des Alarmknopfes unter dem Schreibtisch halten lässt…. Das alles sind unhaltbare Zustände, denen sich über kurz oder lang wohl jeder mit innerer Kündigung und Krankmeldung zu entziehen sucht.

In einer privaten Firma mit offenbar so vielen demotivierten Mitarbeitern würde jeder Unternehmensberater sofort das Management feuern! (Übrigens kommt die Berliner Privatwirtschaft (inkl. Öffentlichem Dienst) auf 18,3 Krankheitstage im Jahr.) Aber daran hat die Mehrheit der Wähler in „Arm-aber-sexy“-Berlin schon seit Jahren kein Interesse.

Leider sind diese Zustände keine „Privatangelegenheit der Berliner Wähler“. Die hunderte Millionen Euro Kosten für diese Fehlzeiten tragen nämlich durch den Länderfinanzausgleich andere! Zum Glück hat Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski für weiters Nichtstun gleich wieder eine passende Ausrede parat: Wie er der „Berliner Morgenpost“ gegenüber kundtat, führe eben das höhere Durchschnittsalter der Beschäftigten im Berliner ÖD von 49 Jahren (zwei Jahre mehr als im Rest Deutschlands) zu häufigeren Ausfallzeiten.

Ja, na dann ist ja alles gut in Berlin!