Brüderle und der Lockspitzeljournalismus

Sex and Crime. Das gelangweilte deutsche Publikum hat wieder seinen Skandal! Der als liberaler „Freidenker“ für einen unsteten Lebenswandel eher anfällige FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle ist zufällig zeitnah zu seiner Nominierung ins Fadenkreuz des STERN geraten. Wie es aussieht, hat er sich „außerhalb des Protokolls“ und bereits vor über einem Jahr (!) etwas zu persönlich mit der STERN-„Journalistin“ Laura Himmelreich (Foto r.) unterhalten. Nicht alles davon war appetitlich, aber wie es aussieht, nichts davon strafbar.

(Von Thorsten M.)

Nun tut uns allen die Ehefrau von Herrn Brüderle leid, die offenbar auch mit einem alten – wie man so sagt – „Stelzbock“ gestraft zu sein scheint. Aber das Mitleid für den STERN und seine MitarbeiterIn hält sich doch in engen Grenzen. Sind es wirklich junge oder zumindest hübsche Frauen, die fachlich am besten qualifiziert sind, mit einem Politiker mit 40 Jahren Berufserfahrung im Schummerlicht von Hotelbars Interviews durchzuführen? Wohl kaum. Wenn also der STERN und andere „Qualitätsmedien“ solche Konstellationen herbeiführen, dann ist das nichts anderes als der kalkulierte Skandal. Nicht, dass es jedes Mal und bei jedem funktionieren würde. Aber die Beute dieses Dekolleté-Fischzugs ist absehbar.

Kann die Gesellschaft etwas daraus lernen? Natürlich, aber nicht das, was unsere Gender-Gutmenschen jetzt meinen! Vielmehr sollte es endlich wieder als ein Zeichen von Unreife und mangelndem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der eigenen Familie gelten, wenn verheiratete und finanziell erfolgreiche alternde Herren plötzlich meinen, „Frischfleisch“ hinterhergeifern zu müssen.

Männliches Paarungsverhalten an sich über die heutigen Gesetze hinaus reglementieren zu wollen ist ein Irrweg. Die meisten Frauen wollen (wirklich leider?) auch heute noch erobert werden. Soll man das verbieten, weil eine Minderheit sich daran stört – entweder, weil sie dadurch belästigt oder aber davon ignoriert wird? Ein Rest Regelverletzung muss da möglich sein.

Wenn die linksverdrehten Medien wollen, dass sich solche Fälle nicht wiederholen, brauchen sie nur mehr Sorgfalt bei der Auswahl ihres Interviewpersonals an den Tag zu legen und den „Lockspitzeljournalismus“ zu beenden. Wie wäre es mal zur Abwechslung mit einer optisch unauffälligen oder älteren Journalistin? Oder gar gleich mit einem Herren? Dass sich das Fernsehen auch für die Optik seiner Mitarbeiter interessiert, ist nachvollziehbar. Aber sollten unsere Quotenfreunde von den Printmedien nicht allein schon deswegen den Hässlichen eine Chance geben?! Ganz sicher würde das Ruhe in dieses künstlich aufgeblasene Thema bringen.