Grüne fordern Aufklärung über „Islamhasser“

Hans-Ulrich SckerlDie Kampagne der Heilbronner Stimme gegen den Islamkritiker Michael Mannheimer (PI berichtete) trägt erste Früchte: Der innenpolitische Sprecher der Grünen im baden-württembergischen Landtag, Hans-Ulrich Sckerl (Foto), hat jetzt bei Innenminister Reinhold Gall Aufklärung darüber verlangt, warum ein „Islamhasser“ wie Mannheimer jemals bei der Polizei einen Vortrag halten durfte.

Die Stimme schreibt:

Die Berichterstattung unserer Zeitung über den als Islamhasser bekannten Heilbronner Karl-Michael M. hat die Grünen im Landtag auf den Plan gerufen. M. hatte zwischen 2005 und 2007 mehrfach vor Polizisten in baden-württembergischen Direktionen zum Thema Islamismus referiert.

Brief an Gall

Das Innenministerium hat bestätigt, dass Vorträge in Heilbronn, Karlsruhe und Künzelsau gehalten wurden. Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Uli Sckerl, hat nun Innenminister Reinhold Gall einen Brief geschrieben, in dem er ihn um Aufklärung bittet.

„Wir wollen wissen, wieso Karl-Michael M. als Islamismus-Experte Vorträge vor Polizisten in Baden-Württemberg hält, wenn er als fanatischer Islamhasser in Deutschland gilt. Bei dem Kaliber der Vorwürfe gehe ich davon aus, dass die Ermittlungsbehörden und das Landesamt für Verfassungsschutz Informationen über M. gehabt haben“, sagt Sckerl.

Vortrag trotz Warnung

Obwohl die Karlsruher Polizei damals in einem Rundschreiben ausdrücklich vor weiteren Einladungen gewarnt hatte, wie die Stimme berichtete, sei M. bei einer Fortbildung der Polizeidirektion Künzelsau erneut aufgetreten. „Hier geht es nicht um fehlendes Fingerspitzengefühl, das ist unfassbar“, erklärt Sckerl.

Das Innenministerium will erst Stellung beziehen, wie ein Sprecher sagt, wenn der Grünen-Brief beantwortet worden ist.

Der Leiter der Heilbronner Polizeidirektion (PD), Roland Eisele, bestätigt, dass M. am 16. Dezember 2005 einen Vortrag zum Thema „Islamismus – der Totalitarismus des 21. Jahrhunderts“ bei der PD gehalten habe. „Es war ein relativ neutraler Vortrag“, sagt Eisele, der damals noch kein PD-Leiter war. Gegen M. habe 2005 nichts vorgelegen, „heute sind wir sieben Jahre weiter“.

Zu den Islamvorträgen bei der Polizei hat Mannheimer bereits vor längerer Zeit Stellung bezogen. Es ist zu befürchten, dass in Zukunft nur noch Redner vor der Polizei zugelassen werden, die dem Islam wohlgesonnen gegenüber stehen. Eine fatale Entwicklung!

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