Stuttgarts CDU-OB sagt auf Türkisch Ade

Stuttgarts CDU-OB Wolfgang Schuster sagt auf Türkisch AdeEs bleibt nicht bei einem einfachen Ade. Zum Abschied aus dem OB-Amt in Stuttgart sagt Wolfgang Schuster auch „Güle, Güle“. Sein letzter Tag als Stadtoberhaupt hat einen türkischen Akzent, so die Stuttgarter Nachrichten in der Ausgabe vom 4. Januar 2013. Am letzten Tag im Amt eröffnet er den Neubau einer Privatschule mit türkischem Hintergrund und stärkt die Beziehungen mit Istanbul.

(Von PI-Stuttgart)

Zu den wichtigsten Themen seiner 16-jährigen Amtszeit zählt Schuster nach eigenen Angaben die Beziehungen zur Türkei. Am Samstag wird er als eine seiner letzten Amtshandlungen als OB das Istanbul-Zentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie gründen. Mit dabei der Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbas, mit dem Schuster freundschaftlich verbunden ist.

Schusters Abschied auf Türkisch setzt sich danach noch fort. Er wird die türkische Bil-Privatschule in Stuttgart Bad-Cannstatt, die von Länderseite mit sechs Mio. Euro (als Grundkapital) bezuschusst wurde, zusammen mit Grünen-Ministerpräsident Kretschmann einweihen. Das Grundstück für die Schule wurde von städtischer Seite großzügig in einem Erbpachtverfahren zur Verfügung gestellt.

Der Gründer der Bil-Schulen Fethullah Gülen (Unternehmer und islamischer Prediger) vertrat die Auffassung, eher über Schulen als über Moscheen dem Islam zu dienen. Gülen lehnte die absolute Gleichstellung von Mann und Frau ab. Staatlicher Islamunterricht wird an den inzwischen zahlreichen Bil-Schulen in Deutschland häufig abgelehnt (manchmal in AG´s angeboten). „Durch den Verzicht auf Religionsunterricht entsteht ein falscher säkularer Eindruck“, findet der Gülen-Kenner Ralph Ghadban von der evangelischen Fachhochschule Berlin. Will die Bewegung auf diese Weise eine liberale Auslegung des Korans von ihren Schülern fernhalten? Denn Gülen vertritt keinen modernen Islam, meint der Islamwissenschaftler Bekim Agai. Letzte Instanz blieben aber Koran und Scharia, so die Religionswissenschaftlerin Ina Wunn. Erste Fremdsprache ist an den Bil-Schulen Türkisch.

Im vorliegenden Fall ist es wie mit ähnlichen türkisch-islamischen Großprojekten. Es werden als Aushängeschilder ältere deutsche Herren aus ihrem Rentendasein geholt und mit Foto und Lebenslauf geworben.

Das Sagen haben aber türkisch-islamische Männer, wie bei genauerer Recherche festgestellt werden muss. Beim Blick auf die Internetseite der Bil-Schule Stuttgart wird schnell klar, welches Klientel auch dort in der Schülerschaft dominiert.

Gerne hätten wir den Bericht unter der Rubrik „Satire“ abgelegt. Im Deutschland des Jahres 2013 ist aber selbst mit einem CDU-Bürgermeister das alles längst Realität.

Wenn OB Schuster dann am Samstag im Beisein von 1500 Gästen verabschiedet wird und das Amt für den gewählten Nachfolger Fritz Kuhn (Grüne) freimacht, wird einer der Redner wieder der Istanbuler OB Kadir Topbas sein.

» Kontakt: ob.buero@stuttgart.de