Karlsruhe: Lichterzug gegen Christenverfolgung

Am Freitag, den 22.2.13, wurde von der „Initiativgruppe Karlsruhe für verfolgte Christen“ zu einem „Lichterzug für verfolgte Christen“ aufgerufen. Es schlossen sich über 100 Menschen dem Aufruf an.

Flagge zeigten verschiedene Organisationen und Gruppen wie CSI, Kirche in Not, Junge Union Karlsruhe-Stadt, Aktionsgruppe für verfolgte Christen, IGFM, HMK und Sabatina e.V.

Der Zug durch die Karlsruher Innenstadt dauerte ca. eine dreiviertel Stunde. Dieser Flyer mit dem Weltverfolgungsindex auf der Vorderseite und einem deutlichen Appell (Rückseite) von Markus Rode (Deutschland-Chef von Open Doors), endlich aktiv zu werden, wurde verteilt.

Start und Ziel war die kath. St. Stephanus-Kirche. Die Passanten konnten außerdem auf zahlreichen übergroßen Weltkarten, anhand des Weltverfolgungsindexes von Open Doors, optisch die Länder erfassen, in denen Christen verfolgt werden.

In dem sich an den Lichterzug anschließenden Gottesdienst, wurde über die Situation von Christen in Nordkorea, Iran und Pakistan berichtet.

Konkret wurde für den iranischen Pastor Behnan Irani, die pakistanische Christin Asia Bibi und die Menschen in Nord-Korea gebetet.

Wird im kommunistischen Nord-Korea zum Beispiel in einer Familie eine Bibel gefunden, kommt die ganze Familie in eines der 15 Konzentrationslager des Landes. Dort sind dann nicht nur Christen, sondern alle vermeintlichen Regimekritiker unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert.

Ok Lee, ehemals überzeugte Kommunistin und selbst Inhaftierte, bekam die Grausamkeiten im Lager hautnah mit. Die Glaubenstreue ihrer christlichen Mitinsassen ergriff sie und machte sie zugleich neugierig, dieser Kraft auf den Grund zu gehen. Nach ihrer Flucht aus Nord-Korea entschied sie sich für den Glauben an Jesus Christus.

Pastor Behnan Irani wurde des „Abfalls vom Islam (Apostasie)“ sowie „Krimineller Handlungen gegen die nationale Sicherheit“, angeklagt. Sein Vergehen: Leiter einer Hauskirche und durch den Glauben an Jesus Christus vom Islam abgefallen zu sein. Er wurde in der Haft von Gefängnisbeamten misshandelt und leidet zudem an blutenden Magengeschwüren. Eine Behandlung in einem Krankenhaus wurde bisher abgelehnt.

Asia Bibi sitzt seit zwei Jahren in Haft. Sie wurde beschuldigt, Mohammed beleidigt zu haben. Sie wurde zum Tod durch den Strang verurteilt (PI berichtete bereits ausführlich).

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich die Teilnehmer in Unterschriftenlisten für Irani und Bibi eintragen. Die beiden Pfarrer, der katholische, stellvertretende Dekan Erhard Bechtold und der evangelische Pfarrer Christian Bereuther, machten den Anfang und unterschrieben die beiden Petitionen für Irani und Bibi als Erste.

Diesem Beispiel folgend gaben die Gottesdienstbesucher und Teilnehmer des Lichtermarsches ihre Unterschriften gerne unter die Petitionen.

Wer seinem Dank Ausdruck verleihen möchte, dass diese Veranstaltung auch im Rahmen der Kirche möglich gemacht und unterstützt wurde, richtet seine mail bitte an:

» für Pfr. Bechtold: dekanatsbuero@kath-karlsruhe.de
» für Pfr. Bereuther: christian.bereuther@elkib.de




Bayernkurier: Türkei wird radikal islamisiert

Der aktuelle Artikel aus dem Bayernkurier „Die Eroberung der Türkei – Auf dem Weg in einen islamischen Staat – Unterwanderung der Gesellschaft durch die Gülen-Bewegung“ zeigt eine erschreckende Entwicklung auf. Während Erdogan Bundeskanzlerin Merkel eine scheinbar moderne Türkei vorgaukelt und den Beitrittsprozess zur EU vorangetrieben sehen will, schmiedet er hinter den Kulissen über die knallharte Islamisierung der Türkei die Wiedergeburt des Osmanischen Reiches.

(Von Michael Stürzenberger)

Auszüge aus dem umfangreichen Artikel im Bayernkurier:

Unter der Regierung der AKP (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) wurden und werden seit 2002 zahlreiche westliche Werte, wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit, Pluralismus und vieles mehr durch Gesetzesänderungen, politische und religiöse Maßnahmen von Tag zu Tag ausgehöhlt. Diese Entwicklung ist die Abrechnung der Islamisten mit der modernen Türkei und koppelt das Land vom Westen ab. „Gott sei Dank sind wir Anhänger der Scharia … unser Ziel ist der islamische Staat“, sagte AKP-Chef Erdogan 1994. (..)

Von Anfang an zielten fast alle Maßnahmen der Regierungspartei, darunter die sichtbare Ausschaltung säkularer Elemente in Justiz, Medien und Armee, die bevorstehende Verfassungsreform mit Präsidialsystem und auch die geplanten Istanbuler Moscheeneubauten am Taksim- und Camlica-Platz sowie in Büyükada, auf die Etablierung eines islamistischen und faschistischen Alleinherrschaftssystems der Regierungspartei ab. (..)

Erdogan träumt von der Übernahme einer Führungsrolle der sogenannten „islamischen Welt“ durch seine „Neue Türkei“. Dazu mobilisiert der AKP-Führer nicht nur die sunnitischen Türken (Hannefiten) und Kurden (Saffiten), sondern auch sunnitische Araber und autoritäre Regime wie das der Muslim-Brüder unter Mursis Führung in Ägypten – zum Beispiel gegen Syriens Machthaber Assad. Gleichzeitig hetzt er die Sunniten gegen die Aleviten in der Türkei auf und lässt sunnitische Moscheen in alevitischen Wohngebieten errichten. (..)

Die Religionsausübung nach sunnitischer Ausrichtung, die hauptsächlich von dem islamistischen Prediger Fetullah Gülen vorgegeben wird, bestimmt immer mehr das soziale und kulturelle Leben in der Türkei. Es zwingt die gesamte türkische Gesellschaft, sich nach Gülens Rechtsverständnis, also nach der Scharia, auszurichten. (..)

In der heutigen Türkei werden wieder aufgeklärte Islamangehörige (Sunniten und Aleviten gleichermaßen) und Christen auf offener Straße verprügelt, beruflich benachteiligt und politisch verfolgt. Alkoholkonsum und -werbung sowie die Freiheit des Internets werden zunehmend eingeschränkt. Kopftuchlose Frauen im gesamten Staatsgebiet werden attackiert, beleidigt und aus dem öffentlichen Leben massiv verdrängt. (..)

Das Turban-Tragen ist mittlerweile fast eine Voraussetzung für die Übernahme von hohen Ämtern im Staatsapparat geworden. Mehr als 60 Prozent aller Frauen tragen in der Türkei traditionell aus kulturellen Gründen Kopftuch. Aus diesem kulturellen Kopftuch haben die Islamisten einen Turban geschaffen, der mittlerweile in öffentlichen Gebäuden wie Banken, Krankenhäusern und Behörden sowie schon länger in Schulen und Universitäten faktisch erlaubt ist. Die Abschaffung der Schuluniformen an Grundschulen Mitte 2012 hat nun auch an Grund- und Mittelschulen den Weg für Turbanträger frei gemacht. (..)

In der heutigen Türkei nimmt seit Machtergreifung der Islamisten die Zahl der Männer von Jahr zu Jahr zu, die ihre Frauen zu Hause einsperren, vom Berufsleben fernhalten, sie schlagen oder gar ermorden. Sie glauben, mit ihren Ehefrauen und Töchtern alles machen zu dürfen, was sie wollen, weil diese ihr „Eigentum“ sind. Seit 2002 stieg die Zahl der Morde an Frauen nach Regierungsstatistiken um mehr als 1400 Prozent. (..)

Der gesamte Staatsapparat ist mittlerweile fast vollständig in den Händen der islamistischen Gülen-Sekte und der AKP, das vermutet auch das US-Magazin „Foreign Policy“. (..)

Die Groß-Osmanischen Träume von Erdogan und Gülen, offen ausgesprochen vom AKP-Chef mit dem Satz „Wir müssen überall dort hingehen, wo unsere Vorfahren waren“, sind bereits Bestandteil der türkischen Außenpolitik geworden. Auch in Deutschland werden von Gülens Schülern zahlreiche Schulen als Druck- und Einflussmittel dieser Träume gegründet. (..)

In Deutschland firmiert die Bewegung seit kurzem als „Hizmet“ (Dienst). Dafür werden hauptsächlich türkischstämmige Studenten und Akademiker eingesetzt, die sich als „Schüler von Hoca Efendi“ (Schüler des Herrn Imam) definieren und sich unter verschiedenen Namen organisieren. Die Privatschulen „Vision“ oder der Verein „IDIZEM“ in München sind dafür Beispiele. (..)

Fast alle unabhängigen Beobachter sind sich mittlerweile darüber einig, dass das Recht in der Türkei von der AKP mit Füßen getreten wird. Sie intensiviert die Zensur und droht jedem mit harten Sanktionen, der an der Regierungsarbeit Kritik übt. Die AKP, Gülen und ihnen nahestehende Medien nennen Türken, die ihren Lebensvorstellungen nicht entsprechen wollen oder die unseriöse Auslegung des Islams sowie den Missbrauch der Demokratie durch die Islamisten kritisieren, gerne gottlos, islamfeindlich und ungläubig. Sie werden öffentlich verleumdet, diffamiert, beruflich benachteiligt und sogar verhaftet. Denn sehr schnell wird man auch als „Putschist“ angefeindet – ein Begriff, der direkt ins Gefängnis führen kann.

Hier der gesamte Artikel. Das Szenario in der Türkei wirkt sich direkt auf Deutschland aus: Hierzulande leben 3 Millionen Türken oder Türkeistämmige, viele von ihnen sind vom türkischen Ministerpräsident Erdogan und der regierenden AKP beeinflusst. Die hiesige Türkisch-Islamische Anstalt für Religion DITIB hängt bekanntlich direkt an der türkischen Religionsbehörde DIYANET, so dass die Radikalisierung auch verstärkt über die Moscheen laufen dürfte. Die brandgefährliche Kombination von türkisch-nationaler Hybris mit islamischem Totalitarismus wird in Deutschland noch massive Probleme verursachen.

Wie sich diese Entwicklung in Deutschland bemerkbar macht, zeigen kürzlich aufgenommene Videos aus München. In Diskussionen mit Moslems wird ganz offen geäußert, dass sich bald ein Osmanisches Reich bis Europa erstrecken, die Scharia eingeführt und der Islam herrschen wird.

Münchner Fußgängerzone, 16. Februar:

München-Moosach, 18. Januar:

(Kamera: Calimero)




Gut bezahlt: 180.000 Euro für V-Mann

Wollten Sie schon immer einmal viel Geld verdienen und dabei so richtig die Sau raus lassen? Dann bewerben Sie sich beim Verfassungsschutz als V-Mann/Frau und das am besten im Bereich Rechtsextremismus.

(Von Étienne Noir)

Denn der Staat lässt sich den undurchsichtigen braunen Sumpf viel Kosten. Das muss so sein. Überlegen Sie nur, wie viele tausende Menschen beim Verfassungsschutz und den diversen staatlich subventionierten „zivilgesellschaftlichen Gruppen“ (prügelnde und zündelnde Antifavereine) arbeitslos würden, gäbe es die staatlich finanzierten Nazis nicht. Die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ) spricht daher auch immer wieder von „Staats-Nazis“. Denn wo wären denn die ganzen „Nazis“ ohne die Kohle von Vati Staat? Viele gäbe es erst gar nicht und der Rest wäre wohl noch kümmerlicher in seiner Existenz als jetzt schon. Daher ist es verständlich, dass man die „Szene“ füttern muss.

Also, wie sieht es aus? Den rechten Arm bekommen Sie ja sicher noch hoch und unter Alkoholeinfluss dümmliche Parolen für Schreiberlinge von Stern, Spiegel, taz, Freitag, Zeit und die Kameras von ARD und ZDF grölen bekommen Sie doch auch noch hin. Dafür gibt es dann bestimmt auch ein paar Scheine vom V-Mannführer extra. Wie früher bei der Stasi.

Sollten Sie dann von den paar echten Nazis entdeckt werden und sich verkrümeln müssen, ist das auch kein Problem. Sie bekommen dann einfach eine neue Identität in Großbritannien. Das glauben Sie nicht?

V-Mann Corelli hat das so gemacht. Im Umfeld der dubiosen „Zwickauer Terrorzelle“ (Nationalsozialistischer Untergrund – NSU) war er stationiert. 18 Jahre lang hat er für den Verfassungsschutz gearbeitet. Erst Ende 2012 wurde er abgeschaltet. Da hatte er offiziell 180.000 Euro kassiert. Jetzt hat er ein neues Leben in Großbritannien. Das berichtet die Sächsische Zeitung. Nicht schlecht. Für so manchen mit einer 45 Stundenwoche und 900 Euro Bruttolohn sicher eine Alternative. Laut Linkspartei ließ sich Agent Corelli vom Steuerzahler auch Reisen in die USA finanzieren. Dort habe er den rassistischen Ku-Klux-Klan besucht.

Die Linksparteipolitikerin Petra Pau forderte, die V-Mann-Praxis zu beenden. „100.000 Euro und mehr für V-Leute sind keine Seltenheit“, erklärte Pau. Dies habe eine Anfrage ihrer Partei bei der Bundesregierung ergeben.

Man denke nur an den V-Mann Tino Brandt (Foto oben links vor und rechts nach seiner Enttarnung), Spitzelname „Otto“, zurück. Der NPD-Mann war für den Verfassungsschutz in Thüringen als inoffizieller Mitarbeiter (IM) aktiv und ohne ihn hätte es sicher deutlich weniger „Staats-Nazis“ gegeben. Brandt hatte das Amt des Landesvizevorsitzenden der NPD-Thüringen inne und war Mitbegründer und einflussreicher Kopf der Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“. Für seine Arbeit in dieser verfassungsschutzeigenen „Neonaziorganisation“ kassierte Brandt über 200.000 DM, das heißt wöchentlich etwa 800 DM Honorar.




Grüner fordert Demo-Verbot für Pro NRW

Die Pro NRW-Kundgebungsserie zur „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ schlägt mittlerweile hohe Wellen. Besonders im Ruhrgebiet, wo die Veranstaltungsserie vor „Brennpunkten des Asylmissbrauchs“ in Bochum und Essen am 9. März beginnt. In beiden Städten laufen die etablierten Parteien inzwischen regelrecht Amok und der evangelische Politpfarrer Heiner Augustin (Foto r.) ruft zum „Frühstück gegen Rechts“ auf. Den Vogel schoss jetzt aber Matthias Schneider (l.), Bundestagskandidat der Grünen in Duisburg, ab: Alle Duisburger sollten umgehend gegen rechts demonstrieren, die Pro NRW-Demo sollte aber gleichzeitig komplett verboten werden.

Grünes Demokratieverständnis im 21. Jahrhundert: Andersdenkende sollen nicht mehr nur diskriminiert und drangsaliert, sondern gleich ganz ihrer grundgesetzlich verbrieften Rechte beraubt werden … Übrigens: Ins gleiche Horn stieß heute Radio Duisburg in seiner Berichterstattung. Ebenso wie in den Bochumer Lokalmedien kam dort fast ausschließlich ungefliterte linke Propaganda, statt unabhängiger Berichterstattung zum Thema.

Pro NRW fährt davon unbeeindruckt mit den Vorbereitungen zur Volksinitiative und der Auftakt-Kundgebungsserie fort. Mit zunehmender Unterstützung weiterer Partner: Für die Protestkundgebungen in Bochum und Essen hat sich inzwischen auch der FPÖ-Abgeordnete Wolfgang Jung als Gastredner angekündigt.

Kontakt:

» Pfarrer Augustin: heiner.augustin@aufdemwege.de
» Matthias Schneider: info@matthias-schneider-duisburg.de




Italien hat gewählt: Berlusconi im Senat vorne

Italien hat gewählt. Und wie es aussieht, wird Italien unregierbar werden.

Spiegel Online schreibt dazu:

Rom – Italiens Mitte-links-Bündnis hat gute Chancen, künftig den Regierungschef zu stellen. Ersten Prognosen zufolge ist das Bündnis um Pier Luigi Bersani aus der Parlamentswahl als stärkste Kraft hervorgegangen, wie der Sender Sky Italia berichtete. Im Abgeordnetenhaus kann Bersanis Bündnis demnach mit 35,5 Prozent rechnen. Dahinter folgt das Mitte-rechts-Bündnis Silvio Berlusconis mit 29 Prozent.
(…)

Aber im Senat hat Berlusconi die Nase vorn und kann somit alles blockieren.

(…)
„Wenn die Dinge so bleiben, wird das nächste Parlament unregierbar sein“, sagte Enrico Letta, stellvertretende Sekretär der Demokratischen Partei (PD) von Bersani, dem Fernsehsender Rai. Dann müsse man zu den Wahlurnen zurückkehren. „Wenn sich diese Werte in den kommenden Tagen bestätigen, wird es ein Erdbeben geben, nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa“, sagte Letta dem Fernsehsender Tg3.
(…)

Bersani vom Links-Bündnis hatte vorher versprochen, die Politik Montis fortzusetzen. Allerdings scheinen entweder nicht alle Italiener das zu wollen oder sie glauben den Linken einfach nicht. Jetzt können wir gespannt sein, was für Auswirkungen das auf Europa hat. Berlusconi ist nicht so leicht von Merkel zu zähmen wie Monti. Obwohl auch schon der Monti der Dompteurin auf der Nase herumgetanzt ist.

Vermutlich wird es aber recht schnell Neuwahlen geben. Sollte allerdings Deutschland in den Wahlkampf eingreifen wollen, werden die eine echte Überraschung erleben, so wie man die Italiener kennt.




11. September 2012? We don’t care!

Die Debatten über Benghasi werden weniger, Debatten über die Erstürmung der US-Botschaft in Kairo am gleichen Tag hat es ohnehin nie gegeben, dafür werden die Debatten über „gun control“ und Obamas Drohnen-Angriffe gegen amerikanische Al-Qaida-Mitglieder nun umso heftiger geführt. Und nur die in Deutschland wenig geliebten FOXNews hatten bislang den Mut, darauf hinzuweisen, dass auch im 2. Weltkrieg Amerikaner, die auf Seiten des 3. Reiches gekämpft hatten, als Kombattanten und somit legitime militärische Ziele betrachtet wurden. Aber dass Herr Obama mit der derzeitigen Regelung faktisch eine „Lizenz zum Töten“ hat und andere US-Institutionen seine Entscheidungen nicht überprüfen können, ist selbst mir suspekt.

(Von Peter H., z.Zt. Illinois)

Wenn ich mit Amerikanern über die Ereignisse von Benghasi, Kairo, Tunis und den sogenannten „Arabischen Frühling“ zu diskutieren versuche, dann mache ich stets die gleiche Erfahrung: sie wissen sehr wohl, dass an den Darstellungen des Weißen Hauses dazu mächtig was faul ist, auch ist ihnen bewusst, dass Susan Rice, damalige UN-Botschafterin der USA, das amerikanische Volk über den Hintergrund dieser Angriffe wochenlang belogen hat. Aber von allem, was mit dem 11.09.2001 oder dem letztjährigen 9/11-Gedenktag zu tun hat, will man einfach nichts mehr hören, Debatten darüber, ob Al-Qaida, die Salafisten und der Islam etwas miteinander zu tun haben, will man schon mal überhaupt nicht. Man schiebt diese Ereignisse einfach weit, weit weg und vertraut darauf, dass Obamas Drohnen-Angriffe schon dafür sorgen werden, dass sich alles wieder in Wohlgefallen auflösen wird. Die Islamisierung ist hier ohnehin kein Thema und wird, wenn überhaupt, nur als europäisches Problem gesehen.

Jeder in Illinois kennt Bridgeview

Was aber nicht bedeutet, dass man den Islam hier heiß und innig liebt, im Gegenteil: Die Meinung, dass der Islam Religion und faschistische Ideologie gleichermaßen sei, ist in den USA weit verbreitet, auch höre ich in den letzten Jahren immer häufiger, dass es nicht hingenommen werden könne, wenn die hier hoch dotierte „Freedom of Religion“ zu anderen Zwecken missbraucht würde. Und nachdem sich Muslime in Bridgeview, der größten islamischen Gemeinde in Illinois, vor Jahren darüber beklagt haben, dass Weihnachten die Muslime „diskriminieren“ würde, kennt inzwischen jeder in diesem Staat diesen kleinen Ort im Süden von Chicago: man muss in Gesprächen mit Menschen aus Illinois nur das Wort „Bridgeview“ erwähnen – und schon geht der jeweilige Gesprächspartner an die Decke wie einst bei uns das HB-Männchen. Zumindest dann, wenn ihre Werte und Traditionen in Frage gestellt werden, reagieren Normal-Amerikaner ungleich vergrätzter als der deutsche Michel, der sich jede Unverschämtheit widerspruchslos gefallen lässt.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Im Moment erinnern meine Freunde und ich ein bisschen an ein Lazarett: Gail hat nach einer schon vor Wochen überwundenen Lebensmittel-Vergiftung ihr Appetitgefühl verloren und muss – no joke – noch immer Sahne und Schokoladen-Eis essen, um wenigstens genügend Kalorien zu sich zu nehmen, ich selber habe mir dank der Kälte eine schwere Erkältung eingefangen und muss mich pflegen. Nur Don, der tagelang von Schmerzen in einem seiner Beine gepeinigt war, ist plötzlich vergnügt und wohlauf. Des Rätsels Lösung: Don hat sich einen Tag frei genommen und das nächstgelegene „veterans hospital“ aufgesucht, wo er als Ex-GI nicht nur qualifizierte, sondern vor allem kostenlose medizinische Behandlung in Anspruch nehmen kann. Und die endete zu seiner großen Erleichterung mit der Diagnose, dass seine Schmerzen aus Überbelastung resultieren, ihm Salbe verschrieben wurde, aber ansonsten mit seinen Beinen alles in Ordnung sei.

Aber wie immer, wenn Don aus dem „veterans hospital“ zurückkommt, ist er darüber deprimiert, dort ehemalige Kameraden getroffen zu haben, die in Afghanistan oder im Irak Arme, Beine oder gar beides verloren haben. Und dieses Mal erzählt er von einem Ex-Kameraden, der ihn gefragt habe, ob er ihm Kaffee und einen Donut beschaffen könne? Was mich sofort daran erinnert, dass Herr Obama mehrfach auf Wahlkampf-Reden unter großem Beifall verkündet hat, niemand, der für dieses Land gekämpft hat, müsse für einen Job oder eine Wohnung kämpfen – was, wie hier jeder weiß, leider wenig mit der Realität zu tun hat. Vielleicht wäre es ja schon ein Fortschritt, wenn Präsident Obama weniger vollmundige Reden halten und statt derer einfach dafür sorgen würde, dass denen, die für dieses Land gekämpft haben, im Krankenhaus wenigstens ein Kaffee und etwas Süßes angeboten wird?

Kauft Schusswaffen, keine Angriffswaffen

Das „liberale“ Amerika hyperventiliert, weil Vizepräsident Biden, wegen seiner zuweilen nervtötenden Schwätzereien von vielen seiner Landsleute „crazy uncle Joe“ genannt, diesen empfohlen hat, sie mögen doch Schusswaffen, aber keine Angriffswaffen kaufen. Obwohl ich ein überzeugter Anhänger des Second Amendments und mit Sicherheit kein Freund von „crazy uncle Joe“ bin, vermag ich in seiner Aussage nichts Falsches zu erblicken: man braucht keine Angriffswaffen, um sich zu verteidigen. Aber auch Bidens Beitrag ändert nichts daran, dass das eigentliche Problem dieses Landes nicht die legalen, sondern die illegalen Waffen sind. Und es sind keine NRA-Mitglieder, die tagtäglich mit illegalen Waffen unschuldige Menschen über den Haufen schießen.

Was wohl auch einer der Gründe ist, warum die „National Rifle Association“ zunehmend zum Profiteur dieser Debatte wird und immer neue Mitglieder gewinnt. Ein anderer Grund dürfte sein, dass sich die NRA geschickt als Verteidigerin des zweiten Verfassungszusatzes und damit als Bürgerrechts-Bewegung präsentiert. Eine Schlappe, die sich Herr Obama selber zuzuschreiben hat, denn die „background checks“, die seit dem Amoklauf von Newtown verstärkt vom FBI durchgeführt werden, um zu verhindern, dass sich weitere psychisch Kranke legal bewaffnen und bei neun von zehn Amerikanern auch Zustimmung finden, hätten als Konsequenz aus dieser Tragödie völlig ausgereicht.

Der heißeste Teil von „Denny’s“ sind die „restrooms“, nirgendwo sonst in diesem Diner, ach, überhaupt nirgends an diesem Ort, ist es so wohlig-warm wie in den Toiletten. Was aber bei fortschreitender Kälte zunehmend unerwünschte Gäste anzieht, beispielsweise jene beiden Herren, die in der letzten Nacht dort übernachten wollten. Und die erst wieder gegangen sind, nachdem man ihnen mit den Cops gedroht hat.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Missouri und Oklahoma, nicht gerade traditionelle Schnee-Gebiete dieses Landes, versinken im Schnee, in Kansas City ist der Flughafen geschlossen, die ersten Notstände werden ausgerufen und hier setzt im Laufe des Abends heftiges Schneetreiben ein. Und während ich Berge von Taschentüchern vollschnäuze, mich widerwillig an lange Unterhosen gewöhne und außerhalb geschlossener Räume nur noch ähnlich viel Haut zeige wie eine Muslima im Hijab, heitert mich FOXNews wenigstens mit Witzeleien darüber auf, wie es denn sein kann, dass im angeblich wärmsten Winter aller Zeiten so viele Amerikaner frieren? Aber deutsche Gutmenschen, die in mir einen tumben Konservativen sehen, nur weil ich politisch unkorrekte Medien lieber mag als politkorrektes Erziehungsfernsehen, haben dafür mit Sicherheit auch eine Erklärung parat!

Der gemeine Amerikaner, der nicht eingefleischter Anhänger eines politischen Lagers ist, ist übrigens fest davon überzeugt, dass alle großen Medien lügen, egal, ob „liberal medias“ oder FOXNews. Ein guter Grund, den Einfluss großer TV-Sender auf die Meinungsbildung und Wahlentscheidungen der Menschen niemals zu überschätzen. Aber obwohl mir Menschen, die Medien und Staat mit gesundem Misstrauen begegnen, grundsätzlich sympathischer sind, als Menschen, die zwangsgebührenfinanziertem Staatsfernsehen alles glauben, nur weil es vom zwangsgebührenfinanziertem Staatsfernsehen kommt, tue ich mich mit dieser in den USA weit verbreiteten Haltung doch sehr schwer. Auch vermag ich nicht zu sehen, dass die US-Medien lügen, mich stört bei den „liberal medias“ nur, was sie alles herunterspielen und verschweigen – das erinnert einfach zu sehr an unser Staatsfernsehen!

In einer e-Mail aus Deutschland werde ich gefragt, ob ich nicht mal auf die Waage möchte? Nein, möchte ich nicht – das würde nur meine gute Laune beeinträchtigen! Was ich möchte, sind weiterhin so gute Mahlzeiten wie die „Liver & Onions“, die ich mir heute zum Dinner gönne: zwei gut durchgebratene Stücke Leber, darüber gebratener Speck und ordentlich Zwiebeln, dazu Mais und „mashed potatoes“ (Kartoffelbrei). Kann mir jemand sagen, wo man in Deutschland für sieben Dollar, also kaum mehr als fünf Euro, eine so gute und reichhaltige Mahlzeit bekommt?

Freitag, 22. Februar 2013

Holy Moly! Eine solch gähnende Leere habe ich an einem Freitagabend in meinem Lieblings-Pub noch nie erlebt, selbst die üblichen Verdächtigen sind heute nur unvollständig vertreten. Sicher, die Kälte lädt nicht gerade dazu ein, das Haus zu verlassen – aber da der Winter nun mal jedes Jahr im Winter stattfindet, kann das nicht der einzige Grund sein. Es ist einfach unübersehbar, dass der „average american“ seinen Geldbeutel zuhält, von denen, die ihren Job verloren und deshalb gar nichts mehr darin haben, einmal ganz zu schweigen. Da vergeht selbst mir die Lust, darüber zu lästern, wo denn die „Hoffnung“ sei, von der im Wahlkampf immer soviel geredet wurde – eine so depressive Stimmung habe ich hier in all den Jahren noch nicht erlebt!

Don spielt am Samstag und Sonntag in Woodstock, IL Schlagzeug für Johnny Rogers (das Foto links zeigt beide bei einem gemeinsamen Auftritt 2006 in Iowa). Aber im Gegensatz zu seiner Band „Nightshift“ (Nachtschicht), zu deren „friends & family“ ich seit Jahren gehöre, kennt mich bei der Truppe von Johnny Rogers außer Don selber niemand. Kurz: ich bleibe hier. Irgendwie schade, denn wenn wir mit der „Nightshift“ durch Illinois touren, haben wir immer viel Spaß miteinander – aber bei einer Truppe, bei der mich fast niemand kennt, wäre ich nur ein Fremdkörper. Zum Trost verspricht mir Don ein Video der Auftritte.

P.S.: Bei der Leser-Frage zur Meinung der Mais-Farmer in Illinois muss ich leider passen: In Illinois gibt es jede Menge Mais-Farmer, aber leider keine in meiner Umgebung. Sorry!


Bisherige Tagebucheinträge:

» Teil 1: Back in the USA!
» Teil 2: Super-Bowl-Sunday und Hangover-Monday
» Teil 3: Über gute Amerikaner und schlechte Deutsche
» Teil 4: Nach der Kirche gehts ins Diner
» Teil 5: Ein deutsches U-Boot in Chicago




Verirrungen linker Protestkultur

Vor zwei Tagen haben wir erste Vorab-Auszüge aus dem Buch „Als Linker gegen Islamismus – Ein schwuler Lehrer zeigt Courage“ veröffentlicht, das Mitte März im HJB-Verlag erscheint. Nun stellen wir im zweiten von insgesamt fünf Teilen der Vorab-Veröffentlichung weitere Auszüge vor. Diese stammen aus einem Kapitel, das der Autor Dr. Daniel Krause „Auf Straßen und in Schulen – Verirrungen linker Protestkultur“ benannt hat.


Regelmäßig demonstrieren tausende Deutsche gegen Fremdenfeindlichkeit. Man möchte damit aussenden: Die wenigen Neonazis sind nicht repräsentativ für unser Volk – Deutschland ist mehrheitlich ausländerfreundlich und weltoffen. Hat man jemals erlebt, dass „gemäßigte“ Muslime ähnlich offensiv gegen Antisemitismus, Frauenunterdrückung und Schwulenhass demonstriert haben? So wie Deutsche sich von Neonazis distanzieren, so sollten es „gemäßigte“ Muslime von Islamisten, insbesondere von Salafisten tun. Hierzu dürfen sie gerne von Sozialdemokraten, Grünen und Linken ermuntert werden. Doch solche Anstöße blieben bislang aus. Lieber  animiert das rotgrüne Lager möglichst viele Menschen zu Großdemos gegen den Papst.

Ist deutschen Politikern die islamistische Hetze gegen Juden und andere Minderheiten nicht bewusst? Verdrängen sie das Problem aufgrund mangelnder Lösungsideen? Zur Tatenlosigkeit verdammt zu sein ist sicherlich frustrierend, doch kein Politiker begibt sich gern auf aussichtloses Terrain. Besonders dann nicht, wenn man Gefahr läuft, als fremdenfeindlich verunglimpft zu werden. So verfallen politische Eliten in das, was in der Psychoanalyse  „Verschiebung“ heißt. Man verlagert seinen Widerstand weg vom überlegenen Mächtigen hin zum besiegbaren Schwächeren. Das heißt konkret: Man erklärt bedeutungslose Splitterparteien wie Pro NRW zum Schuldigen von öffentlichen Ausschreitungen, indem man behauptet, deren angeblich rassistische Provokationen seien die wahre Ursache für islamistische Gewaltexzesse. Gegen diese Partei lassen sich strenge Auflagen auf vorstrukturiertem Rechtsweg leicht durchsetzen – das ist risikoloser als die Eskalation muslimischer Gewalt anzuprangern. Der Beifall von links ist so sicher wie das Amen in der Kirche, und erfolgreich wird abgelenkt von der eigenen Ohnmacht – der Ohnmacht gegenüber immensen sozialen Problemen, zusammenhängend mit ausufernden Parallelgesellschaften, wiederum verursacht durch integrationspolitische Versäumnisse übelsten Ausmaßes. (…)

Protestkultur ohne reflektierte Prioritäten – läuft genau hierauf unsere Schulerziehung hinaus? (…) Auf einer Fachkonferenz schlug ein Referendar vor, das Gymnasium möge sich doch dem landesweiten Projekt Schule gegen Rassismus anschließen. Er stellte dieses Gesamtprojekt samt ausgewählter Einzelprojekte kurz vor: Unterrichtsreihe zu Ausländerhass, Expertenvortrag zu Antisemitismus, Theaterstück gegen Fremdenhass, Besuche in Moscheen, Maßnahmen gegen Mobbing, Aktionstage „gegen rechts“. Dies alles sind tatsächlich wesentliche Bestandteile des Projekts Schule gegen Rassismus. Die Konferenz signalisierte vorauseilend Zustimmung.

Ein junger Lehrer streute Bedenken ein. Zwar lobte er die Intention des Projekts, warnte jedoch vor dem inflationären Gebrauch des Begriffs „Rassismus“. Der Lehrer fragte in die Runde, was denn Rassismus eigentlich sei. Sinngemäß kamen Antworten wie folgende:

–          „Rassismus ist, wenn man Menschen mit anderer Hautfarbe diskriminiert.“

–          „Rassismus ist, wenn man meint, dass nur Deutsche etwas wert sind, Ausländer aber nicht.“

–          „Rassismus ist etwas, woran besonders Muslime heutzutage leiden. Sie werden aufgrund ihrer Religion diskriminiert.“

Wirklich zutreffend ist nur eine der Antworten – und zwar die erste. Denn wer Menschen aufgrund anderer Hautfarbe geringschätzt, ist tatsächlich ein Rassist. Die zweite Antwort passt eher zu „Nationalismus“, die dritte hingegen zur Kategorie „Religion“ – mit „Rasse“ hat das nun überhaupt nichts mehr zu tun. Die Anhäufung dieser und noch vieler weiterer falscher Antworten verwundert nicht. Die inflationäre, irreführende Verwendung des Kampfbegriffs Rassismus verbreitet sich durch Projekte wie das vorgeschlagene nur noch weiter. Denn wie oben aufgezeigt, geht es unter dem Namen Schule gegen Rassismus nur nebensächlich um Rassismus.

Ist sogar Lehrkräften die eigentliche Bedeutung dieses Begriffes längst nicht mehr bewusst? Leben sie selbst ihren Schülern den inflationären Wortgebrauch vor? Damit würde die begriffsschwere Rassismus-Keule jeden bedrohen, der zum Beispiel Kritik am Islam übt. Mit Aktionstagen „gegen rechts“ schmücken sich Schulen massenhaft, doch Aktionstage „gegen Islamismus“ würden politische korrekte Aufschreie auslösen. Dabei ist Islamismus laut Verfassungsschutz mindestens genauso gefährlich wie  Rechtsextremismus.

Schulische Aktionstage „gegen rechts“ hören sich gut an, sollten jedoch begrifflich überdacht werden. Eigentlich müssten die Begriffe „rechts“ und „rechtsextrem“ genauso behutsam unterschieden werden wie „Islam“ und „Islamismus“. Konsequenterweise müsste man neben Aktionstagen „gegen rechts“ auch Aktionstage „gegen den Islam“ veranstalten dürfen. Unser Umgang mit Begriffen beeinflusst langfristig unsere politisch korrekte Meinungsfreiheit – und somit unsere Ausgangslage im Kampf gegen Islamismus. Und diesen müssen wir gewinnen, um unsere Freiheiten zu bewahren. (…)

Rechtspopulismus zerschreddern, Islamofaschimus totschweigen – begünstigt die Schulpolitik diese einseitigen schulischen Prioritäten?   In NRW ist der SPD-Politiker Gerd Bollermann seit 2010 Regierungspräsident bei der Bezirksregierung Arnsberg und somit fürs Ruhrgebiet zuständig. In einer Pressemitteilung verkündete er im Mai 2012: „Erziehung zu Demokratie und Toleranz sind ganz wesentliche Aufgaben von Schulen. Wenn Schülerinnen und Schüler den Wunsch haben, ihren Protest gegen Extremismus zum Ausdruck zu bringen, können wir das daher nur begrüßen.“ Anlass waren „Veranstaltungen, die Pro NRW in Städten im Regierungsbezirk angemeldet hat“. Bollermann begrüßte es ausdrücklich*, „wenn Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer auch während der Unterrichtszeiten an Gegendemonstrationen in den jeweiligen Städten teilnehmen“. (…)

Lieber Herr Bollermann! Auch ich bin ein Meinungsgegner von Pro NRW. Auch ich begrüße jedweden Protest gegen Extremismus. Gerade als Linker befürworte ich Erziehung zu Demokratie und Toleranz. Doch warum bezieht sich die Pressemitteilung ausschließlich auf die winzigkleinen Aktionen der winzigkleinen Splitterpartei? Wo waren Ihre Pressemitteilungen angesichts der unsäglichen Salafisten-Aktionen? Oder anlässlich des 6500-Mann-Kongresses der Grauen Wölfe in Essen? Extremismus zu bekämpfen ist richtig und wichtig, aber bitte ausgewogen und umfassend! Was halten Sie von folgendem Vorschlag? Gemeinsam organisieren Sie und ich eine Demonstration gegen die NPD. Und im Anschluss daran gemeinsam eine weitere gegen Islamofaschismus.“


*Als Beleg für die Aussagen Bollermanns hier der Link zur Pressemitteilung

» Folge 1: „Gefährliche Courage – Wie es zu diesem Buch kam“




Großer Medienandrang bei Hedegaard-Comeback

Der dänische Islamkritiker Lars Hedegaard ist zum ersten mal nach dem Attentat auf ihn am 5. Februar (PI berichtete) wieder öffentlich aufgetreten. Die Veranstaltung am 21. Februar im Landstingsaal in Christiansborg hatte die Überschrift „Die Meinungsfreiheit nach dem Hedegaard-Attentat“ und wurde von der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit, Trykkefrihesdsselskabet (Free Press Society) arrangiert, dessen Vorsitzender der 70-jährige ehemalige Linkssozialist ist. Die Sicherheitsmaßnahmen waren entsprechend groß und denen bei Wilders-Auftritten nicht unähnlich. Auch Parteien und Medien waren anwesend – das Medieninteresse war außerordentlich.

(Von Alster)

Er sagte zunächst, wie froh er gewesen sei, dass sämtliche Politiker und Redakteure zu ihm gestanden seien und die Meinungsfreiheit ohne wenn und aber zu verteidigen sei – naja, also so war das zunächst einmal…

Hier weitere Auszüge aus seiner launigen Rede:

–         „Aber ich brauchte nicht sehr viele Kleenextücher für meine Freudentränen. Es stellte sich heraus, dass die Leitartikler den Angriff auf mich genutzt haben, um ihren Leserinnen und Lesern wieder zu erzählen, was für ein  elendes und rassistisches Geschöpf ich doch sei. Und als ich mit diesen und anderen Schreibereien über meine Sache fertig war, neigte ich fast selber zu der Ansicht, dass es für das Land und die Zukunft der Menschheit das Beste gewesen wäre, wenn der Attentäter etwas besser getroffen hätte.

–         Dann wurde ich sowohl froh und stolz, als ein Polizeibeamter mit der Meinung zitiert wurde, das Mordmotiv könnte Eifersucht gewesen sein. Man konnte sich etwa vorstellen, dass die Frau des ca. 25jährigen Täters – oder eine seiner Frauen – ein Auge auf mich geworfen hatte, so dass der desperate Mann seinen Rivalen erschießen wollte.

–         Inzwischen glauben fast alle – Freunde wie Feinde – dass das Attentat durch etwas verursacht wurde, das ich gesagt oder geschrieben habe – also versucht wurde, mich am weiteren Reden und Schreiben zu hindern. Zu der Auffassung tendiere ich auch.

Lars Hedegaard unterhielt die Versammlung bestens, als er erzählte, dass einige Mitglieder des  Veranstalters, der Trykkefrihedsselskabet, ihn baten, doch seine etwas mildere, menschlichere Seite zu zeigen: „Ihr habt nur Islam im Kopf, lauten viele Kritikpunkte gegen Trykkefrihedsselskabet und den bekannteren Mitgliedern.“

Aber Hedegaard erklärte, dass der Islam eine ernsthafte Gefahr  für die Meinungsfreiheit sei. Das sei aber nicht die einzige Bedrohung. Je größer der Einfluss Chinas werden würde, desto mehr werde die Meinungsfreiheit im Internet beschnitten, und in der EU sind Initiativen unterwegs, um die Meinungsfreiheit zu begrenzen.

Hedegaard wörtlich weiter:

–         Seit die Trykkefrihedsselskabet Ende 2004 startete, sind wir Jahr für Jahr beschuldigt worden, fremdenfeindlich, rassistisch und rechtsradikal zu sein – und gar nicht an der Meinungsfreiheit interessiert.

–         Das Amüsante ist, wenn man sich die vielen Gäste ansieht, die wir im Laufe der Jahre nach Kopenhagen eingeladen haben, dann ist mindestens die Hälfte das, was man „anderer ethnischer Herkunft“ nennt – Menschen aus verschiedenen arabischen Ländern, Pakistan, Indien, China, Rußland usw. – wir haben sogar Schweden zu Besuch gehabt.

–         Aber die Presse hat sich mit wenigen Ausnahmen nicht einen Deut dafür interessiert, was auf diesen Treffen gesagt und diskutiert wurde, da wo jeder kommen konnte, und wo das Wort frei war. Niemand von Danmarks Radio oder den feinen Zeitungen hatte Lust zu kommen und darüber zu schreiben, was unsere vielen Gäste zu berichten hatten.

–         Diejenigen, die anderen Menschen Rassismusvorwürfe entgegenschleudern und verlangen, dass ihnen die Meinungsfreiheit genommen werden soll, und dass ihre Meinungen verboten werden sollen, müssen sich sehr sicher fühlen. Sie können sich gar nicht vorstellen, das es eines Tages dahin kommen kann, dass es Ihre Meinungen sind, die verboten werden sollen, dass sie es sind, die vor Gericht gezerrt werden – und Gott möge es verhüten – dass sie es sind, die eines Tages einem Postboten die Tür öffnen, der sich als Mörder erweist.

Die ganze Rede mit deutschen Untertiteln hier (Dank an Europenews und Vlad Tepes Blog):

Im Vorfeld der Einladungen zur Veranstaltung wurde ein Student mit Namen Jihad Taha aus Sicherheitsgründen wieder ausgeladen, nachdem man auf seiner Facebook-Seite auch noch das Zitat von Che Guevara gelesen hatte: „I dont care if i fall as long as someone else picks up my gun and keeps on shooting.“

Das wiederum gab der linken Presse Anlass für kritische Diskussionen; man riet dem jungen Mann zu einer Anzeige wegen Rassismus, da er wohl des namens wegen ausgeschlossen worden sei. Das Che Guevara-Zitat hat er inzwischen von seiner Seite gelöscht.

Aus der Gast-Kolumne von Lars Hedegaard nach dem Attentat im „Wall Street Journal“:

Ich bin ein ausgesprochener Kritiker der islamischen Vorherrschaft und von Versuchen, islamisches Schariarecht in Dänemark und dem Westen umzusetzen… Während der 1960er und 70er Jahre, als ich ein junger Marxist war, wurden diese Meinungen als Charakteristikum der politischen Linken bezeichnet. Heutzutage werden die Verteidiger solcher Positionen routinemäßig als rechts bezeichnet oder sogar, dass es „rechtsextreme“ Positionen sind. Mittlerweile hat sich das, was einmal die Linke war, zu Heiligen erklärt, die wollen, dass untreue Frauen vergewaltigt, Homosexuelle gehängt und Apostaten aus dem Islam getötet werden, und dass 1200 Jahre alte Gesetze, die irgendwo in der arabischen Wüste entstanden sind, unsere freien Verfassungen ersetzen.




Essen: Türken lassen Statistik ändern

Das Standesamt der Stadt Essen hat bisher jährlich eine Hitliste der 30 beliebtesten Namen bei Neugeborenen veröffentlicht. Das war sehr beleidigend für unsere türkischen Mitbürger, denn der Name Ali war im Jahr 2012 ausnahmsweise auf Platz 32 gerutscht und wurde daher in diskriminierender Weise nicht genannt. Ist Ali etwa Scheiße-Name? Die Türken haben die Stadt daher angewiesen, jetzt alle Namen zu veröffentlichen, wodurch aus der Liste ein 48 Seiten starkes Buch wird, das keine Auskunft mehr über die Beliebtheit der meisten Namen zulässt. (Weiter auf Quotenqueen)




RAF-Terror wucherte aus Geist des Judenhasses

Gudrun Ensslin war ungehalten. Jedenfalls fluchte die Mitbegründerin und eigentliche Vordenkerin der Terrorgruppe Roten Armee Fraktion: „Diese Arschlöcher! Gut, dass diese Sache den Neonazis untergeschoben wurde!“ So schilderte der Kronzeuge Gerhard Müller, einer von nur ganz wenigen Terroristen, die jemals sachdienliche Aussagen gemacht haben, am 13. April 1976 ein Gespräch zwischen Ensslin und Irmgard Möller, in dem es um einen Anschlag mehrere Monate vor Gründung der RAF gegangen war. Am 13. Februar 1970 hatten nie ermittelte Täter mit einem Benzinkanister Feuer im Altersheim der Israelitischen Kulturgemeinde München gelegt. Sieben ältere Menschen, meist Überlebende des Holocaust, waren im Haus Reichenbachstraße 27 um Leben gekommen. Angesichts der offen antisemitischen Propaganda der NPD und ihrer Gesinnungsgenossen war in der Öffentlichkeit schnell der Eindruck aufgekommen, Rechtsextremisten müssten für den bis dahin schwersten antisemitischen Anschlag in der Bundesrepublik verantwortlich sein. (Fortsetzung in der WELT)




Zadie Smith: Londons kulturelle Kakophonie

Zadie Smith (Foto) ist die Tochter eines englischen Vaters und einer jamaikanischen Mutter. Sie hat einen Roman geschrieben mit dem Titel N-W, was sich auf den Londoner Stadtteil NW6, bzw. Kilburn bezieht. Im teilweise nicht leicht zu folgenden Plot des Romans finden sich auch Schilderungen von Londoner Straßenszenen. Dalrymple findet die Beschreibung der kulturellen Kakophonie in der modernen Stadt brilliant.

Da alle PI-Leser perfekt Englisch beherrschen, spare ich mir die Übersetzung:

Sweet stink of the hookah, couscous, kebab, exhaust fumes of a bus deadlock. . . . Polish paper, Turkish paper, Arabic, Irish, French, Russian, Spanish, News of the World. Unlock your (stolen) phone, buy a battery pack, a lighter pack, a perfume pack, sunglasses, three for a fiver, a life-size porcelain tiger, gold taps. . . . TV cable, computer cable, audiovisual cables, I give you good price, good price. Leaflets, call abroad 4 less, learn English, eyebrow wax, Falun Gong, have you accepted Jesus as your personal call plan? . . . A hundred and one ways to take cover: the complete black tent, the facial grid, back of the head, Louis Vuitton–stamped, Gucci-stamped, yellow lace, attached to sunglasses, hardly on at all, striped, candy pink; paired with tracksuits, skin-tight jeans, summer dresses, blouses, vests, gypsy skirts, flares. . . . Security lights, security gates, security walls, security trees, Tudor, Modernist, postwar, prewar, stone pineapples, stone lions, stone eagles. Face east and dream of Regent’s Park, of St. John’s Wood. The Arabs, the Israelis, the Russians, the Americans: here united by the furnished penthouse, the private clinic. If we pay enough, if we squint, Kilburn need not exist. Free meals. English as a second language. Here is the school where they stabbed the headmaster. Here is the Islamic Center of England opposite the Queen’s Arms. Walk down the middle of this, you referee, you!

Die Besprechung des Buches durch Theodore Dalrymple finden Sie hier im New York City Journal! Dazu lernen Sie noch den Wandel der Londoner Boroughs kennen.




Hans von Storch: In der Klimafalle

Der Klimawandel hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. Als er 1992 auf dem Weltgipfel zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von den Vereinten Nationen auf die Agenda der Weltpolitik gesetzt wurde, war das Thema noch ziemlich neu. Im Sommer 2012, auf dem Nachfolgegipfel Rio +20, herrschte allseits Katzenjammer. Nach der beispiellosen Erfolgsgeschichte des Klimawandels als Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit und Sorge sind die Klimapolitik und mit ihr die Klimadebatte in eine Sackgasse geraten.

Trotz des Kyoto-Vertrags und anderer Abkommen, der allseits beschworenen Energiewende und laufend stattfindender Klimagipfel stellen sich keine nennenswerten Erfolge ein. Im Gegenteil: Die Kurve der weltweiten Emission von Treibhausgasen zeigt steil nach oben.

Zusammen mit der Klimapolitik sind die Klimawissenschaften in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten. Die vielfach beschworene Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad ist wissenschaftlich umstritten und politisch praktisch unmöglich. Die Debatte wird zusätzlich durch den öffentlichen Streit zwischen Warnern und Skeptikern gelähmt. Während die Warner die menschengemachte Klimakatastrophe geradezu inflationär in grellen Farben als Schreckensszenario an die Wand malen, tendiert die andere Seite dazu, den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel in Frage zu stellen. Die Klimawissenschaften, die den Klimawandel überhaupt erst thematisiert und in die Welt gebracht haben, haben sich zu oft mit der Politik gemein gemacht und sind nicht immer gut damit gefahren. Sie werden heute zerrieben vom Spiel der Interessen, vom Kampf um Glaubwürdigkeit und der Notwendigkeit, dennoch gesellschaftsrelevantes und handlungsleitendes Klimawissen zu produzieren…

Der sehr intelligente Essay geht hier in der PRESSE weiter! Hans von Storch und Werner Kraus haben das Buch „Die Klimafalle: Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung“ geschrieben, das heute erscheint. Aus diesem Grunde steht auch im heutigen gedruckten FOCUS ein Interview mit den beiden Wissenschaftlern, die dem Weltklimarat eine Bunkermentaltät, monokausale Erklärungen und das Verschweigen des Temperaturstillstands seit 1998 vorwerfen.