FAZ-Hanfeld: Zschäpe „Strategin des Terrors“

Michael HanfeldUnsere Medien können einfach keine Gerichtsverhandlung abwarten. Sie müssen mit den Vorverurteilungen schon vorher beginnen, und weil zwei mutmaßliche Täter – bewiesen ist auch dort nichts – tot sind, muß jetzt die „Nazi-Braut“ Zschäpe zur großen „Strategin des Terrors“ aufgewertet werden. FAZ-Redakteur Michael Hanfeld (Foto) rennt einem ZDF-Film hinterdrein und bringt umwerfende Beispiele:

Dass er damit richtig liegt, und alle, die vielleicht dachten, Beate Zschäpe habe bei dem Terror-Trio eine untergeordnete Rolle innegehabt, auf dem Holzweg sind, das macht der Film beeindruckend deutlich klar. Dafür müssen die Autoren nur die Biographie der Beate Zschäpe nachzeichnen, die schon in Jugendjahren als Täterin aus eigenem Antrieb aufgefallen ist, da sie andere krankenhausreif schlug. „Sie war Täter“, sagt der IG-Metall-Mann Michael Ebenau, der sich gegen Neonazis engagiert. Von einer Biographie, die „eskaliert“, spricht der Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke. Weshalb das stimmt, zeigen die Stationen dieser Vita: Nazi-Aufmärsche, eine Provokationsattacke in der Gedenkstätte Buchenwald, schließlich, im Januar 1998, der Fund einer Bombenwerkstatt mit passfertigen Rohrbomben und 1,4 Kilogramm TNT.

Ein IG-Metall-Mann als linker Kronzeuge, der Anwalt einer Partei und ein linker Professor! Das genügt Hanfeld. Wie war das doch gleich mit der Putztruppe von Joschka und der ganzen gewalttätigen 68-er-Brut, die hinterher reihenweise Minister wurden, Herr Hanfeld? Ein Journalist, der seinen Namen verdient, sollte eigene Recherchen anstellen und die vielen Ungereimtheiten in der Causa herausstellen, statt liebedienerisch und politkorrekt ein billiges Machwerk aus dem GEZ-Fernsehen zu bejubeln! Aber vielleicht bereitet sich Hanfeld schon auf die Fusion FAZ mit der Frankfurter Rundschau vor?