Märtyrer von Otranto werden heiliggesprochen

Moslemisches Massaker von 1480 in OtrantoBeflügelt von seinem Triumph, das „Zweite Rom“ – Konstantinopel – erobert zu haben, trieb es den ambitionierten Osmanen-Herrscher Mehmed II., auch das „Erste Rom“ dem Schwert des Propheten zu unterwerfen. Auf dem Weg nach Westen tauchte die türkische Flotte 1480 in der südlichen Adria auf. Die Stadt Otranto wurde erobert, die Bevölkerung massakriert oder versklavt.

Am kommenden Montag findet im Vatikan ein Konsistorium statt, bei dem die anwesenden Kardinäle über anstehende Heiligsprechungen abstimmen. Heiliggesprochen werden Antonio Primaldo und die sogenannten 800 Märtyrer von Otranto. Das so genannte ordentliche öffentliche Konsistorium ist der letzte Schritt auf dem Weg zur Heiligsprechung. Ein dezentes Korrektiv zum Koran-Kuss von Papst Johannes Paul II.?

Für die säkulare Gesellschaft ist der Vorgang, christliche Märtyrer zu den Altären zu erheben, mittlerweile jenseits des Vorstellungsvermögens. Möglich, dass die Medien nicht oder nur am Rande darauf eingehen. Andererseits gibt die Katholische Kirche ein dankbares Opfer ab, an dem sich massenmedial ein politkorrektes Exempel statuieren lässt. Vielleicht erwägen die Propagandaabteilungen bereits einen Skandal „Regensburger Rede 2.0“ vom Zaune zu brechen, sollte das Interesse an laufenden Kirchen-Skandalisierungen einschlafen.

Zumindest hat das Thema Potential für die üblichen Verdächtigen: Islamlobbyistin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger könnte sich in Pose werfen und Claudia Roth den Rücktritt des Papstes fordern. Auch den Herren Kolat und Mazyek böte sich die Gelegenheit, der Öffentlichkeit neue Forderungskataloge zu präsentieren. Alois Glück vom ZdK würde weitere innerkirchliche Dialogrunden anmahnen und die deutschen Staatsbischöfe ließen sich bereitwillig am Nasenring durch die Arena schleifen – unter nicht enden wollenden Verweisen auf interreligiösen Dialog und Warnungen vor „Islamophobie“.

Wie dem auch sei. Hier die spannende Geschichte und die historischen Hintergründe.