OB Ude bespricht sich mit Terror-Unterstützer

Wenn ihm das mal nicht sämtliche der ohnehin geringen Chancen für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten verhageln dürfte: Oberbürgermeister Christian Ude hat sich laut Münchner Merkur vom Samstag doch tatsächlich mit dem Außenminister und Premier des arabischen Scharia-Staates Katar getroffen, der nachweislich die islamischen Terrorbanden Al-Qaida, Taliban und Hamas mit hunderten Millionen Dollar unterstützt. Außerdem sollen die katarischen Scheichs auch noch bei den marodierenden Islamhorden in Mali ihre ölverschmierten Finger im Spiel haben und stehen zudem im Verdacht, Delegierte der FIFA bestochen zu haben.

(Von Michael Stürzenberger)

Normalerweise würde doch kein Fußball-Funktionär auf den irren Gedanken kommen, eine Weltmeisterschaft in ein Wüstenland zu vergeben, in dem 50 Grad Hitze herrschen. Aber wer weiß, wen die Kataris noch alles schmieren. Man fragt sich schon nach dem Grund für die kollektive Münchner Schweigespirale der dortigen Medien und Politiker zum Terror-Hintergrund Katars. Mit gesundem Menschenverstand ist diese Vertuscherei nicht mehr zu erklären.

Im Münchner Merkur ist nun unter der Überschrift „Ude wirbt bei Scheich für Moschee“ zu lesen:

Eine Finanzierung des lslam-Zentrums „Ziem“ mit Moschee und Museum rückt möglicherweise näher. Oberbürgermeister Ude hat sich am Rande der Sicherheitskonferenz mit dem Außenminister von Katar getroffen – und sieht positive Signale, dass der Wüstenstaat das 40-Millionen-Euro-Projekt finanzieren könnte.

Unter Polizeischutz fuhren die Minister aufs Land. Zum Freitagsgebet ging es für die Moslems, die an der Sicherheits-konferenz teilnahmen, nach Penzberg in die Moschee von Imam Benjamin Idriz. 50 Kilometer weiter nördlich, in München, gibt es keine repräsentative Moschee. Aber auch dort war Idriz letztes Wochenende Thema – am Rande der Siko.

Letztes Jahr war eine Reise einer Münchner Delegation nach Katar abgesagt worden. Damals hätte es auch um die Finanzierung des „Ziem“ (Zentrum für Islam in Europa München) gehen sollen. Offenbar herrschte seitdem weitgehend Funkstille. Zur Sicherheitskonferenz aber weilte der Außenminister und Premier von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber Al-Thani, in der Stadt. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bestätigte unserer Zeitung, dass er den Besuch aus dem Wüstenstaat zu einem Gespräch getroffen
habe. Eine katarische Nachrichtenagentur veröffentlichte davon ein Foto.

Der Außenminister sei beim Thema Ziem „sehr gut vorbereitet“ gewesen, sagt Ude. Katar könne sich eine Förderung vorstellen, wolle sich aber zuvor einer breiten politischen Unterstützung in München sicher sein. Diese habe Ude zugesagt. Im Gegenzug habe der Gast betont, Katar sei nur bereit, einen Ort des „moderaten Islam“ zu unterstützen, ein religiöses, kein politisches Zentrum. Die Islamische Gemeinde Penzberg stand bis 2010 mehrfach im bayerischen Verfassungsschutzbericht. Die Behörden warfen Idriz Kontakt zu Extremisten vor. Inzwischen aber taucht die Gemeinde nicht mehr im Bericht auf.

Bei dem diskreten Gespräch am Rande der Siko sollen auch der dritte Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) und Katars Botschafter zugegen gewesen sein. Dieser soll jetzt weitere Gespräche koordinieren, sagt Idriz. Ude betont jedoch, dass es längst noch keine Zusage gibt. „Über die Finanzierung oder die Standort-Frage haben wir nicht konkret gesprochen.“ Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Deal zustande kommt, könne er nicht einschätzen.

Monatzeder hatte kürzlich gesagt, das Projekt stünde vor dem Aus, wenn Katar nicht zahle. Die Rede ist von 40 Millionen Euro, 10 Millionen für ein Grundstück, weitere 50 Millionen für den Bau.

Viele Fragen sind offen – nicht zuletzt die nach dem Standort. Monatzeder spricht sich klar für ein Grundstück an der Herzog-Wilhelm-Straße nahe des Karlsplatzes aus. Er schwärmt von einem „Viereck der Religionen“, das mit Liebfrauendom, Synagoge und evangelischer Matthäuskirche entstehen würde. Andere wollen dort keine Moschee. Darunter sind auch ausdrückliche Befürworter des Ziem, wie der OB-Kandidat der CSU, Josef Schmid. Er sagt:

„Die CSU-Stadtratsfraktion ist strikt gegen einen Standort nahe des Karlsplatzes. Das passt nicht.“

Nicht einmal die Protestanten hätten einen Sitz innerhalb des Altstadtrings. Die Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz liegt wenige Meter außerhalb.

„Eine neue Religion in München passt eher an einen neuen Standort.“

Auch aus der SPD gibt es kritische Töne. Ein wichtiger Sozialdemokrat nennt es eine „unglückliche Symbolik“, so nahe am Stachus zu bauen. Fraktionschef Alexander Reissl will eigentlich nichts mehr zum Standort sagen.

„Eine depperte Debatte!“, findet er, zunächst gehe es um die Finanzierung. Aber auch er hat sich schon ablehnend zur Herzog-Wilhelm-Straße geäußert.Idriz hingegen favorisiert diese Lösung. Auch er schwärmt von einem Viereck der Religionen. „Das wäre ein Leuchtturmprojekt in Europa“, sagt er. „Auch viele islamische Länder könnten hier etwas lernen: Schaut, wie das in Europa funktioniert!

Da scheint der Lügen-Imam aber Pech zu haben: Mittlerweile meldet die Süddeutsche Zeitung, dass auch Ude gegen den Standort beim Stachus sei:

Das Zentrum für Islam in Europa wird wohl doch nicht an der Herzog-Wilhelm-Straße seinen Platz finden. OB Ude ist dagegen, das Ziem mit Moschee und Museum dort unterzubringen. Unter anderem aus Sicherheitsgründen.

Beim geplanten „Zentrum für Islam in Europa München“ (Ziem) gibt es viele offene Fragen – in einem Punkt zeichnet sich nun aber Einigkeit ab: So wird das Ziem voraussichtlich nicht auf einem Areal an der Herzog-Wilhelm-Straße seinen Platz finden. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte der Süddeutschen Zeitung am Sonntag, dass das Grundstück in Stachus-Nähe, das einige Befürworter des Ziem favorisieren, aus seiner Sicht nicht in Frage komme.

Er sehe keine Mehrheit im Stadtrat dafür, das Ziem mit Moschee und Museum dort unterzubringen, unter anderem aus Sicherheitsgründen.

Aus Sicherheitsgründen? Falls die Terror-Unterstützer aus Katar beim stark frequentierten Stachus „bumm“ machen lassen oder warum? Im Artikel des Münchner Merkur vom Samstag war im Titelbild noch großflächig die Herzog-Wilhelm-Straße beim Stachus zu sehen:

Weiter im Text des Merkur, der den verfassungsschutzbekannten Imam Idriz gut dastehen lässt:

Er wirbt für einen „europäischen Islam“, will auf Deutsch predigen lassen und ein Bekenntnis der Moslems zum Grundgesetz. Damit konnte Idriz alle Stadtrats-Fraktionen überzeugen, sich grundsätzlich für das „Ziem“ auszusprechen. Auf die Herzog-Wilhelm-Straße will sich der Imam aber nicht versteifen. „Wir sind offen für andere Optionen“, sagt er.

Die rechtspopulistische Kleinstpartei „Die Freiheit“ meldet, sie habe bereits 22.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen Ziem gesammelt. In Penzberg wird darüber nachgedacht, den Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man den Namen „Ziem“ ändert.

„Es geht nicht um ein europaweites Zentrum für München“, sagt Idriz. „Es geht nicht mal um ein bayernweites oder münchenweites Zentrum. Es geht darum, dass der Islam hier in München ein europäisches Gesicht bekommt – oder weiterentwickelt.“

Für die Moschee in Penzberg – ohne begehbares Minarett und ohne Lautsprecher – schoss der Emir von Schardscha einen Millionenbetrag zu. „Wir sind keine Verpflichtungen eingegangen gegenüber unserem Spender“, betont Idriz. Die Gemeinde sei „ganz frei“ in ihrer Arbeit. So wäre es auch nach einer Großspende aus Katar, versichert er.

Wenn sie denn käme. Ude sagt, von städtischer Seite gebe es „keinerlei Absicht“, nach Katar zu fliegen.

„Wir werden uns nicht die Blöße geben, auf Kosten des Steuerzahlers in den Nahen Osten zu reisen, um dort für einen religiösen Verein einen Sponsor zu suchen.“

Der OB schließt ebenfalls aus, die Reisekosten von Katar übernehmen zu lassen. Zuletzt hatte es aus Rathauskreisen noch geheißen, man warte auf eine Einladung, um in Katar über die Themen Tourismus und Wirtschaft zu sprechen – und über das Ziem. Möglicherweise wird man nun versuchen, die Gespräche in Bayern fortzusetzen.

„Sie haben angekündigt, eine Delegation nach München zu schicken“, berichtet Idriz, der die katarischen Politiker ebenfalls getroffen hatte.

Nur zu. „Pecunia non olet“ – Geld stinkt eben nicht, das wussten schon die alten Römer. Die Ölscheichs von Katar haben bestimmt noch ein paar Millionen übrig, und Münchens Politiker scheinen da ganz scharf drauf zu sein.

Das Bürgerbegehren geht unterdessen unvermindert weiter. Am Samstag haben wir die nächste Kundgebung auf dem Münchner Marienplatz vor dem Rathaus direkt unter Udes Büro. Showdown von 10-17 Uhr. Wer uns unterstützen möchte – jeder Islam-Aufklärer aus Deutschland ist herzlich willkommen!