Augsburg: Braune Spurensuche der Grünen

Der Stadtverband der Grünen, im Wahlkreis der Türkeiexpertin Claudia Roth, ist zur Zeit mal wieder eifrig mit brauner Spurensuche beschäftigt. Im Ziel der Bemühungen stehen hierbei Namensgeber Augsburger Straßen.

(Von PI-Augsburg)

Die Grüne Stadträtin Verena von Mutius erklärt auf der Homepage der Augsburger Grünen, um was es konkret geht:

[…] Die Grüne Stadtratsfraktion hat anlässlich des Tags „Vielfalt in der Friedensstadt“ eine Kommission zur Überprüfung von strittigen Straßennamen in Augsburg beantragt. Verena von Mutius: „ Die Auseinandersetzung über das Wernher-von-Braun-Gymnasium zeigt, dass es immer noch kritisch zu betrachtende Namensgeber gibt. An die Grüne Fraktion haben sich Bürger/-innen gewandt, weil sie einzelne Straßenbenennungen für unangemessen halten und die benannten Personen diese Ehrung nicht verdient haben. Deshalb sollten wir uns als Friedensstadt damit auseinandersetzen.

Um die Fragen systematisch anzugehen, fordert die Grüne Fraktion eine Kommission. Reiner Erben: „Sie soll vorarbeiten, welche Straßennamen kritisch sind. Vor Ort und unter Beteiligung der Bürger/-innen muss dann diskutiert werden, ob ein Straßennamen verändert wird oder z.B. eine Hinweistafel angebracht wird, die problematische Teile einer Biographie benennt.“

Ein Beispiel ist die Bürgermeister-Widmeier-Straße in Haunstetten. Dieser trat 1933 von der SPD zur NSDAP über und nahm in der Nazizeit an Besprechungen teil, bei denen es um die Gründung eines eigenen KZ Haunstetten und die Erweitung des KZ-Außenlagers ging. Verena von Mutius: „An solchen Biographien zeigt sich deutlich, dass wir eine Verständigung darüber brauchen, ob wir solche Personen durch eine Straßenbenennung hervorheben wollen.“ Ein anderes Beispiel ist die Dr.-Mack-Straße am Klinikum. In einem von der Stadt Augsburg erarbeiteten Bericht über die Vergangenheit des alten Hauptkrankenhauses wurde Dr. Mack als ein Verantwortlicher für Zwangssterilisationen und ähnliche gesundheitliche Maßnahmen in der NS-Zeit genannt. Hintergrundinformationen bezüglich seiner Tätigkeiten in der NS-Zeit finden sich jedoch beim Straßennamen nicht.
[…]

Die PI-Ortsgruppe Augsburg findet die Idee, nationalsozialistischen Verbrechern kein Gedenken mehr zuzugestehen, durchaus unterstützenswert. Auch die Idee der Bürgerbeteiligung bei solchen Projekten liegt ganz auf unserer Linie.

Wir als freiheitsliebende Bürger, die totalitären Ideologien keinen Raum in der Friedensstadt Augsburg zugestehen möchten, stoßen uns allerdings im Gegensatz zu den Augsburger Grünen schon seit längerem daran, dass die Stadt bzw. der Stadtjugendring keine Bedenken hat, den türkischen Neofaschisten von den Grauen Wölfen eine kostenlose Werbeplattform zu bieten, wie konkret im „Interkulturellen Stadtplan“, wo der „Türkisch-Islamische Kulturverein Augsburg e.V.“ ganz unverhohlen äußern kann, mit welcher Ideologie er Kinder indoktriniert:

[…] Ein wichtiges Anliegen des Vereins ist, vor allem den Kindern die türkische Kultur nahe zu bringen, damit diese auch bei den hier Geborenen nicht in Vergessenheit gerät. Sie sollen u.a. die Geschichte um Atatürk und die Entstehung des heutigen Staates Türkei kennen lernen. Eine wichtige Rolle spielt Alparslan Türkes, der Gründer der Idealistenvereine, zu denen sich auch der Kulturverein in Augsburg rechnet. Das Konterfei von Türkes hängt neben dem Atatürks im großen Versammlungsraum der Männer. Neben der Geschichte nehmen Folklore, Musik und Tanz einen wichtigen Platz ein. Der Verein hat eine eigene Folkloregruppe, die aus neun Männern besteht.[…]

Um den Augsburger Grünen beim Kampf gegen Rechts ein wenig behilflich zu sein, hierzu ein paar Zitate von Alparslan Türkes:

[…] Der Islam ist unsere Seele, das Türkentum unser Körper. Ein Körper ohne Seele ist eine Leiche.

Befehle erfordern unbedingten Gehorsam. Mit respektlosen, weichen, undisziplinierten und unstrukturierten Personen kommt unsere Sache nicht voran. Man muss in allem beispielhaft sein.

Die angesehenste Familie der Menschheit ist die türkische Nation. Die Neun Strahlen bedeuten das türkische Ideal.

Ein Mensch ohne Ideal ist ein Wesen, das sich nicht von Schlamm unterscheidet.

Den Islam zu nehmen und das Türkentum zu leugnen, ist Verrat. Das Gegenteil ist gleichermaßen Unachtsamkeit und Verrat. […]

An sich könnte man ja davon ausgehen, dass den Grünen bei den Schlagwörtern „Volkstum“, „Befehle“, „Gehorsam“ und bei den Aspekten Nationalchauvinismus, Verachtung von Weichheit bzw. der Gleichsetzung von Menschen mit Schlamm, das Messer in der Tasche aufgehen bzw. der gute alte Kampfgeist gegen Rechts aktiviert werden würde. Leider ist das konkret in diesem Fall eine Fehlannahme, da die Augsburger Grünen, wie schon im Bild vom Frühlingsfest des Augsburger Integrationsbeirats von 2011 oben gezeigt, keinerlei Berührungsängste mit Neofaschisten haben, solange diese die von ihnen favorisierte Nationalität vorweisen. Denn auch unter den Augsburger Linken hat der Leitspruch aus George Orwells Farm der Tiere „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind ein bisschen gleicher“ nach wie vor seine Gültigkeit.

Aber vielleicht wäre es ja im Sinne des „Arbeitskreis Migration, Flucht und Menschenrechte“ der Augsburger Grünen

[…] Die von Sarrazin, Seehofer und Innenminister Friedrich angestoßene Diskussion über Migration, den Islam usw. macht deutlich, dass man in Deutschland ein Gegengewicht und FürsprecherInnen für MigrantInnen braucht. Ob es um das Unterbringen der AsylbewerberInnen, die Bildungsdefizite von Kindern mit Migrationshintergrund, die Einbürgerung des Islams oder die gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Ebenen geht, die Diskussionen müssen mit den MigrantInnen geführt werden und nicht über die MigrantInnen. […]

die Bürgermeister-Widmeier-Straße in Alparslan-Türkes-Straße umzubenennen, um der neuen multikulturellen Realität gerecht zu werden.

Dieser und ähnliche Vorschläge können hier eingereicht werden:

» stadtraetin.vonmutius@gruene-augsburg.de
» stadtverband@gruene-augsburg.de
» augsburg@augsburg.de