Kirchweyhe, 16.3. – Deutschlandfahne verboten

Zwei Nächte schlecht geschlafen und wenn mich tagsüber die konzentrierte Arbeit nicht ablenkte, unruhig hin- und her gelaufen, immer wieder gingen mir die Nachrichten-Kommentare zu dem Mord an Daniel S. durch den Kopf. Es ist ja nicht das erste Mal, dass man von Gewaltverbrechen ausländischer Täter an Deutschen gehört hat, aber diese unfassbare Brutalität und das klare Motiv Deutschenhass brachte das Fass zum überlaufen, das Maß war voll und der Krug zerbrochen.

(Ein Erlebnisbericht von Altsachse)

Wut, Tatendrang und Lähmung – man kann doch so oder so nichts ausrichten, wechselten einander ab. Was kann man tun? Nach Kirchweyhe fahren, Gesicht zeigen! Ok, eine Mitteilung bei PI veröffentlicht: „Ich fahre nach Kirchweyhe, habe noch Plätze frei.“ Keine Reaktion, bis auf eine Antwort, es gäbe gute Verkehrsanbindungen. Mein Entschluss stand fest: ich fahre, allein. Meiner Frau habe ich nichts gesagt, die hätte versucht, mich davon abzubringen.

Handy, Fotoapparat und Deutschlandfahne eingepackt. Bis nach Kirchweyhe sind es ca. 180km, erst durch die Ravensberger Mulde, meine Heimat, dann auf der A1 durch die Norddeutsche Tiefebene. Flaches weites Land, die Felder graubraun mit Schneeresten, vereinzelte rote Häuser, Gehöfte. Hier wohnen doch Menschen, die bodenständig fest mit ihrer Heimat verwurzelt sind – wie können die eine solche Tat ohne Protest und Widerstand hinnehmen? Wie heißt es doch bei den Niedersachsen: sturmerprobt und erdverwaschen. Angesichts der Realität kann das Niedersachsenlied nur ein Karnevalskalauer sein.

Hat hier die Presse von dem Mord berichtet, oder nur desinformiert, verschleiert wie die Regionalpresse in Ostwestfalen, nach tagelangem Schweigen?

Ortseingang Kirchweyhe, eine Polizeikontrolle. Ein großer Polizist gibt Zeichen zum langsam fahren, beugt sich vor und schaut in das Wageninnere, er winkt, ich kann weiterfahren. Der Bürgermeister hat ja alle Trauerveranstaltungen wegen den „Rechten“, die den Tod von Daniel instrumentalisieren würden, verboten.

14:15 Uhr Ankunft am Marktplatz von Kirchweyhe, menschenleer, trostlos und deprimierend, ein Zentrum, in den 80er- und 90er-Jahren gebaut, ohne Gesicht und Charakter. Parke den Wagen, lasse aber die Deutschlandfahne zurück, erst mal die Lage sondieren. Frage eine Frau nach einem Blumenladen und dem Bahnhof. Einen Blumenladen wüsste sie nicht, kommt nicht von hier, zum Bahnhof gehts um die Ecke. Blumen wären nicht wichtig, Hauptsache man nimmt teil, meinte sie.

Auf dem Bahnhofsvorplatz stehen ca. 150-200 Menschen in kleinen Gruppen. Ich gehe in den Bahnhof, zum Kiosk und bestelle eine Flasche Wasser. Die Tür geht auf und eine Gruppe Südländer tritt ein. Sofort verschwindet die Bedienung in den hinteren Raum und kommt mit einem Mann, wahrscheinlich der Inhaber/Pächter wieder. Dieser sagt zu einem der Südländer, dass er wegen Hausverbot die Lokalität zu verlassen hat, der Südländer ging hinaus. Auf Nachfrage bei der Bedienung, was denn vorgefallen wäre, hob die Angestellte beide Arme und sagte: ganz, ganz übler Ärger.

kirchweyhe_moslems

Wieder draußen auf dem Bahnhofsplatz näherte ich mich dieser Gruppe von ca. zehn Südländern, ein Blick in ihre Gesichter zeigte mir Kälte und Aggressivität. Ich war mir sicher, dass in dieser Gruppe ein Teil der Türkenschläger waren, die Daniel getötet haben. Wie entsetzlich für die Familie und Freunde Daniels, wie gleichgültig mir die anwesenden Deutschen erschienen. Es kann ihnen doch nicht entgangen sein, dass hier ein Teil der Todtreter anwesend waren. Ich sprach einen alleinstehenden Mann an, versuchte mit ihm ins Gespräch zu kommen. Einsilbige Antworten, jau, jau… er wisse nichts. Dieser norddeutsche Menschenschlag ist ja für seine Wortkargheit bekannt, vielleicht war es auch Angst, sich nicht zu weit gegenüber einem Fremden aus dem Fenster zu lehnen.

Die linksextreme Antifa war auch anwesend und verteilte Flugblätter mit der Überschrift „Rechtes Gedenken in Kirchweyhe“. Darin wird der Rechtsstaat und Demokratie als Ursache für Rassismus angeprangert, dieser Staat, Nation und Kapital soll bekämpft werden. Unerträglich ist auch die Verhöhnung der Familie von Daniel und allen Trauernden dieser Hetzschrift mit der Überschrift: „Wenn Deutsche heulen…“. Das widerwärtige Pamphlet endet mit „Antifa heißt Angriff! – (kommunistische Antifa-Zusammenhänge aus Bremen)“.

Das Hetz-Flugblatt (Vorder- und Rückseite) der Antifa Roten SA.

Rechts neben dem Bahnhof standen einsatzbereite Einheiten der Polizei, davor wurde der Polizeisprecher von einem Fernsehteam interviewt: „… wir haben 15 verdächtige Personen an einer Kontrollstelle festgesetzt… wir haben das Recht auf unseren Seite, nachdem alle Veranstaltungen verboten wurden (natürlich bis auf die SPD-Propagandaveranstaltung des Bürgermeisters von Kirchweyhe- Altsachse) und kein Widerspruch eingereicht wurde, handeln wir völlig legitim“.

Ich mischte mich ein und stellte die Frage, warum Rechte nicht mit gedenken dürfen und woran die Polizisten die rechte Gesinnung erkennen. Alles dreht sich mir mit entgeisterten Blicken zu, die Kamera schwenkte.

Der Polizeisprecher war sprachlos…, er sagte lange nichts, die Erlösung – Erleichterung war ihm anzusehen, als ich sagte, dass ich hier als Rechter an der Trauerveranstaltung teilnehme würde. „Dann rede ich hier nicht mehr weiter“, sprach der große hagere Mann und wendete sich ab, mit ihm da Kamerateam.

kirchweyhe_polizisten

Ich wurde nicht verhaftet oder des Platzes verwiesen, die Lage war ruhig. Ich holte die Deutschlandfahne aus dem Auto und ging mit ihr hochhaltend und wehend zurück, direkt auf eine Polizeisperre zu, an einem schmalen Gang, der zum Bahnhof führte. Ein Polizist, eskortiert von zwei Polizistinnen, hielt mich auf und verlangte den Ausweis: „… dauert 10 Minuten, wir müssen das überprüfen“ – Warum? – „vielleicht liegt ja ein Haftbefehl vor…“ und verschwand in einem Polizeibulli mit Funkantenne. Ich wartete geduldig, länger als 10 Minuten, derweil mussten die Menschen an mir vorbei, ich hielt die Fahne tief, keiner sagte etwas, sie mussten sich bücken, krochen unter der Fahne her und gingen weiter in Richtung Bahnhof. Ein älterer Mann wurde laut: Darf man nicht mal mehr die Deutschlandfahne zeigen, wo leben wir denn.

Der Polizist kam mit dem Ausweis zurück. „Sie dürfen hier mit der Fahne nicht weiter“ – Wie – Was Warum nicht? – „Die Deutschlandfahne könnte provozieren“, antwortete ein Beamter Deutschlands.

Ich war für einen Moment sprachlos, dann entwickelte sich eine engagierte Diskussion, Menschen blieben stehen. Mit einer Deutschlandfahne provoziere ich eine Gedenkveranstaltung für einen von Türken totgetreten jungen deutschen Mann?!

Ich wendete mich einer der beiden Polizistinnen zu: „Auf dem Bahnhofsplatz stehen Linksextremisten und verteilen Flugblätter, dass unsere Demokratie und unser Staat angegriffen werden muss, da sie angeblich Rassismus und Rechtsextremismus hervorbringen, Plakate werden aufgehängt, den Teilnehmern wird Rechtes Gedenken vorgeworfen und werden verhöhnt und gedemütigt mit einer Überschrift in diesem Flugblatt ‚Wenn Deutsche heulen‘. Es sind diejenigen, die Sie auf Demonstrationen mit Brandsätzen und Steinen angreifen, und mir verweigern Sie das friedliche Gedenken mit der Deutschlandfahne?“

„Dann ist das heute so“, war ihre kurze Antwort.

Was sollte sie auch sagen? Befehlsempfänger und Werkzeug einer abartigen Politik. Hatten wir das nicht schon mal in zwei deutschen Staaten?

Nein, ich durfte die Deutschlandfahne nicht zeigen, auch nicht in der „Bannmeile“, den angeblichen Anmarschwegen der „Rechten“. Und wenn ich weitergehe? „Dann begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit und werden festgesetzt“, sagte der Polizist.

Zwei, drei Sekunden überlegte ich loszulaufen, aber dann wäre mit dieser kurzen Aktion und etwas Aufmerksamkeit meine „Teilhabe“ beendet, also ließ ich es, nahm die Fahne und stellte mich, außer der Sichtweite der Polizei, 100 Meter entfernt an der belebten Zugangsstraße zum Bahnhof auf. Teilnehmer der Trauergedenkveranstaltung mussten größtenteils hier vorbei.

kirch2

Die meisten Menschen blicken mich nicht an, gingen mit gesenktem Blick vorbei. Ob sie sich beschämt fühlten? Einige versuchten zu provozieren: „Warum stehen sie hier mit der Deutschlandfahne?“ – „Ich stehe hier, weil ich im Namen unseres Landes für den jungen Mann, den Türken totgetreten haben, Anteilnahme und Trauer zeige und dies am Bahnhof mit der Deutschlandfahne nicht darf.“ Kleinlaut oder stumm gingen sie weiter. Auch alberne Sprüche wie „ist denn heute Länderspiel“ musste ich mir anhören.

Drei große, kräftige Männer kamen auf mich zu, jetzt wird`s Ernst, dachte ich einen kurzen Augenblick. „Danke, sehr mutig, dass Sie hier stehen, mehr wollten wir nicht sagen“, drehen ab und gingen in Richtung Bahnhof. Erleichterung! Freude auch, als mich zwei junge Mädchen fotografierten, nachdem sie höflich gefragt hatten.

Es war kalt und nach einer dreiviertel Stunde war ich durchgefroren, brachte die Fahne zum Auto und ging noch einmal zum Bahnhof. Es waren noch wenige Menschen gegen 16 Uhr versammelt. An der Polizeisperre hörte ich eine Gruppe von ca. zehn Jugendlichen protestieren, sie durften nicht weitergehen, mussten wohl Rechte sein.

Mein Ziel war eine Gruppe von Antifa-Mitgliedern oder Sympathisanten. Man konnte sie leicht erkennen, die dunkle Kleidung mit Antifa-Abzeichen, aber auch die verfilzten Rasterlocken, wiesen den Weg. Ich wollte hören, was sie zu sagen haben, welche Argumente sie zu den absurden Theorien und Hassparolen in ihrer Flugschrift anführen konnten.

kirchweyhe_antifa

In der Nähe der Gruppe hing ein Plakat in einem Baum, darauf stand: „Wir trauern, aber nicht mit NAZIS!“ Darauf hinweisend versuchte ich mit einigen der jungen Antifa-Anhänger ins Gespräch zu kommen: „Ja, es ist schlimm, was übersteigerter Nationalismus anrichten kann, unter anderem war er ja mitverantwortlich für den 1. und 2. Weltkrieg.“ Nein, die Ursache der Kriege sind in den Religionen zu suchen, erhielt ich als Antwort. Wie man das denn begründen will, meine Nachfrage. Das wäre seine Meinung, kam als dürftige Antwort. Nachdem ich den Mord an Daniel S. als Rassismus gegen Deutsche darlegte, kam von einem weiteren Antifa-Jüngling eine etwas schüchterne Antwort: „Rassismus kann nicht von Minderheiten ausgehen, sondern nur von der Mehrheitsgesellschaft.“ Er wisse das, er würde ja Sozialwissenschaften studieren. Ich hatte es ganz offensichtlich noch mit Lehrlingen des Linksextremismus zu tun.

Plötzlich trat ein sehr kleiner, dürrer Mann mit braunem Hut und Krempe hervor, auf seinem Mantelkragen prangte das goldene Antifa-Abzeichen (muss wohl sowas wie ein „Obersturmbannführer“ gewesen sein) Mit verzerrtem, verbittertem Gesicht brüllte er aggressiv: „Das ist ja unverschämt, hier die Trauerfeier politisch zu instrumentalisieren.“

„Sie beeindrucken mich nicht durch ihr Geschrei, Sie sind doch diejenigen, die hier die Trauerveranstaltung instrumentalisieren“, war meine Antwort, hielt dabei das Flugblatt hoch und wies auf das Plakat. Mittlerweile hatte sich eine Gruppe von „normalen“ Deutschen um uns versammelt, aus der ich Zustimmung erhielt.

Dann knallte bei dem Antifa-Führer wohl die Sicherung durch, er riss beide Hände hoch und fuchtelte herum: „Sie können mir ja Fingerabdrücke abnehmen, ich habe aber Handschuhe an Hä, Hä,Hä…“ Das sind Psychopathen! Es reichte, es war genug für heute, ich wollte nach Hause.

Fazit

Ich schäme mich für unser Land. Wo sind die deutschen Männer, die diesen Alpträumen ein Ende bereiten können? Auch Einzelaktionen, einzelner Widerstand sind möglich. Vernetzung durch das Internet ist die Grundlage gemeinsamer Aktionen, ohne Parteien und Organisationen. Jeder hat etwas zu verlieren, seine Arbeit, Existenz, wir haben Verantwortung für unsere Familien, aber wir haben auch Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Wir haben ETWAS zu verlieren, aber leisten wir keinen Widerstand, verlieren wir ALLES!