München: Medienrummel bei DF-Kundgebung

Das Medieninteresse zu dem Bürgerbegehren der FREIHEIT in München wird immer größer. Am Samstag kamen zur Kundgebung am Sendlinger Tor ein Fernsehteam aus Südkorea, eine Zeitung aus Prag sowie die Süddeutsche Zeitung mit einem Redakteur und einem Fotografen. Die Reporter aus dem Ausland gingen hierbei so vor, wie es im Journalismus eigentlich selbstverständlich sein sollte: Grundsätzliche Fragen stellen, warum wir dieses Bürgerbegehren initiiert haben, was im einzelnen unsere Bedenken sind, welche Erfahrungen wir bisher gemacht haben und was unsere Ziele sind. Und der Redakteur der SZ?

(Von Michael Stürzenberger)

Ich fragte Bernd Kastner, ob er Einzelheiten über unser Bürgerbegehren wissen wolle. Er meinte, er würde auf mich zukommen, wenn er Bedarf hätte. Ich wollte daraufhin wissen, warum die SZ bisher immer nur indirekt über uns berichtete, uns noch nie selbst interviewte und warum sie die vielen bedrohlichen Fakten zu Katar und Idriz verschweigen. Er entgegnete:

„Sie wissen, dass ich eine andere Meinung habe“

Ein Journalist hat in seinen Berichten Pro und Contra darzustellen und seine eigene „Meinung“ zunächst hintenanzustellen. Wer es aber ablehnt, mit der aus seiner subjektiven Beurteilung „Contra“-Position zu reden, verläßt die Ebene der objektiven Berichterstattung. Offensichtlich ist es bei der SZ nicht mehr selbstverständlich, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Dies ist um so unverständlicher, da ich mit Herrn Kastner vor zwei Jahren ein mehrstündiges informelles Hintergrundgespräch über die Islam-Aufklärung und die Hintergründe zu Imam Idriz führte, aus dem ihm klar geworden sein musste, um welch wichtige Punkte es bei unserem Bürgerbegehren geht. Und dass DIE FREIHEIT gerade nicht in sein „rechtspopulistisches“ Feindbildraster hineinpasst. Aber das geht bei ihm wohl genauso durch das eine Ohr rein und durch das andere wieder raus wie bei den linken Gegendemonstranten, mit denen sich Kastner übrigens am Samstag ausführlich unterhielt.

Die SZ hat sich offensichtlich festgelegt, DIE FREIHEIT und das Bürgerbegehren publizistisch-propagandistisch zu bekämpfen. Dazu passt auch der aktuelle Artikel in der SZ, in dem unter der Überschrift „Gegen Neonazis – Bitte aufstehen“ eine Kundgebung „Gegen Rassismus“ am kommenden Samstag auf dem Münchner Marienplatz angekündigt wird und DIE FREIHEIT natürlich mal wieder mit in diese Tonne getreten wird:

„Es gibt noch zu viel Alltagsrassismus in Deutschland“, beklagt Jörn Menge von der Hamburger Initiative „Laut gegen Nazis“, die die bundesweite Aktion koordiniert. Micky Wenngatz, Vorsitzende von „München ist bunt“, betont, dass man sich mit dem Programm am Samstag gegen Neonazis ebenso wie gegen Rechtspopulisten wende. Man wolle „nicht mit dem Zeigefinger“ agieren, sondern den Bürgern bewusst machen, mit welcher Strategie sich etwa Islamhasser in die Mitte der Gesellschaft bewegen wollten: Gruppen wie „Die Freiheit“ nutzten die Angst vieler Menschen vor dem Fremden und Unbekannten aus. Simone Burger, Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in München, pflichtet ihr bei: „Das Unwissen über den Islam führt zu großer Angst.“

Absolut lächerlich, denn das genaue Gegenteil ist der Fall: Das WISSEN über den Islam führt zu allergrößter Besorgnis. Selbst der Linke Günter Wallraff gab zu, dass ihn die Lektüre des Korans „das Fürchten gelehrt“ habe. Unfassbar, in welch faktisch luftleerem Raum unsere Gegner da herumfaseln. Wir haben am Samstag eine Kundgebung in der Fußgängerzone, keine 200 Meter von dieser Lachnummer am Marienplatz entfernt und werden diesen inhaltslosen Dampfplauderern mit Tatsachen Kontra geben.

Der englische Journalist (Bild oben links), der für eine Prager Zeitung berichtet, stellte einen wirklich angenehmen Kontrast zu der medialen Münchner Schweigespirale dar. Er fragte interessiert nach und zeigte ein Faktenwissen, das es ihm erlaubte, die bedrohlichen Hintergründe zu dem Themenkomplex Islam-ZIEM-Idriz nachvollziehen zu können.

Das südkoreanische Fernsehen (Foto oben, im Interview mit dem bayerischen DF-Generalsekretär Thomas Weiß) ist zu einer Berichterstattung über diverse Themen nach München gereist, wobei unser Bürgerbegehren eines davon ist. Dies zeigt, dass unsere wöchentlichen Kundgebungen auch im Ausland registriert werden. Die Videoreportage vom vergangen Sommer, die ein brasilianischer Journalist produzierte, ist mittlerweile neben Brasilien auch im mexikanischen Fernsehen ausgestrahlt worden.

An unserem Infostand am 8. März auf dem Wiener Platz war ein Journalist des Haidhausener Anzeigers anwesend, der ebenfalls keine Fragen an mich hatte. Er habe unsere Internetseite gesehen und dies reiche ihm, meinte er abweisend. Wir haben dann doch ein Gespräch über den Islam geführt, das auch auf Video festgehalten ist:

In der „Flaschenpost“, dem Nachrichtenmagazin der Piratenpartei, ist auch ein Interview mit Marian Offman zu hören, der es als „Schande“ bezeichnet, dass DIE FREIHEIT dieses Bürgerbegehren „gegen eine Religion“ veranstaltet. Wir wollten die „Ängste“ der Bevölkerung „mit obskuren Behauptungen verstärken“ und am „äußerst rechten Rand Wähler fischen“. Der „Euro-Islam“ von Imam Idriz sei „voll kompatibel“ mit dem Grundgesetz.

Auf dem Blog „Vice news“ findet sich der Foto-Artikel „Michael Stürzenberger hasst den Islam und alle sollen mitmachen“ von einer gewissen Kira Ayyadi. Je stärker der Gegenwind aus gewissen Kreisen auch noch werden sollte – unser Weg führt geradlinig und konsequent zum Ziel. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann der Bürgerentscheid in München zu dem Skandalprojekt ZIEM stattfinden wird.

Kontakt zur SZ:

» redaktion@sueddeutsche.de

(Fotos: Bert Engel & Michael Stürzenberger; Kamera: Lupo)