Wollte Zschäpe im Knast eine Negerin killen?

Rassismus! Eine 26-jährige Mitgefangene behauptet, Beate Zschäpe habe zu ihr gesagt, sie habe so ein rabiates Auftreten, ob sie nicht für sie einen Auftrag erledigen möchte. Sie kriege Kaffee, Tabak und Zucker, wenn sie einer Mitgefangenen, einer Farbigen, die sie nicht leiden könne, eine Abreibung erteile. Diese sensationelle Nachricht aus der JVA erhielt der Kölner Express. Nachdem er Einsicht genommen und abgezeichnet hatte, wurde sie an das OLG München weitergeleitet und von unserer fürsorglichen Presse verbreitet.

Hier der sensationelle Artikel im Express, hier ein Kopist im FOCUS! Auch die WELT kümmerte sich, denn schließlich geht es um Rassismus:

Die Justizbeamten wollen herausfinden, was stimmt: Will sich Jenny R. wichtig machen? Oder gärt so viel Hass in Zschäpe, dass sie selbst im Knast noch Menschen anderer Hautfarbe angreifen will? Als Grund für die erwünschte Attacke wird stets nur der mögliche rassistische Hintergrund angenommen.

Zeugen werden vernommen, Frauen, die Beate gut kennen, und sie mögen – oder nicht mögen. Schnell stellt sich heraus, dass keine einzige sich an einen solchen Satz erinnern kann. Zschäpe wird als umgänglich und freundlich beschrieben, Gewaltphantasien will keine aus ihrem Mund gehört haben.

Selbst eine Zeugin, die Zschäpe in gegenseitiger Abneigung verbunden ist, sagt, dass die gebürtige Jenaerin im Hafthaus gut zurechtgekommen sei und mit vielen Inhaftierten engen Kontakt gehabt habe.

Zschäpe selbst bestreitet, jemals Kontakt zu Jenny R. gehabt zu haben. Die Anwälte des letzten mutmaßlich letzten überlebenden Mitglieds des NSU stellen im März Strafantrag wegen Verleumdung gegen Jenny R. gestellt. Unabhängig von diesem Verfahren wurde Jenny R. in eine andere Anstalt verlegt. Ein Verfahren gegen Beate Zschäpe wird es nicht geben; es steht Aussage gegen Aussage.

Natürlich ist diese Knast-Intrige überhaupt nicht wichtig, – täglich werden Dutzende von Männern in unseren Knästen verprügelt und vergewaltigt, was die Presse überhaupt nicht interessiert – aber da demnächst der Prozeß des Jahrzehnts im „Kamof gegen Rechts“ stattfindet, soll auch dieser Schmu dokumentiert sein.