Zypern, Zypern und kein Ende

Gestern hat das zypriotische Parlament das Brüsseler Paket abgelehnt (PI berichtete), das unter anderem auch die Kleinsparer abzocken wollte. Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass die Politiker und andere Wohlhabenden in Zypern ihr Geld schon vor den Verhandlungen mit Brüssel abgehoben und ins Ausland geschafft hatten.

(Von felixhenn)

In der Woche vor der Abstimmung sollen fast 4,5 Milliarden Euro das Land verlassen haben. Damit hätte diese Brüsseler Maßnahme sowieso nur Kleinsparer und Ausländer, wie Russen und auf Zypern stationierte Briten, getroffen. Großbritannien hatte auch schon vorher angekündigt, dass es den Verlust seiner Bürger ersetzen wird.

Wenn auch der Spiegel schreibt, dass es wohl noch keinen Plan B für Zypern gibt:

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Über den „Plan B“, an dem Abgeordnete, Minister und der Präsident den ganzen Tag hinter verschlossenen Türen gearbeitet haben, ist noch nichts bekannt.
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sind die Zyprioten wohl doch nicht ganz so abhängig von der EU und der Euro-Zone. Vermutet wird, dass Zypern schon Verbindung zur russischen Gazprom aufgenommen hat, um über die Ausbeutung der Gasfelder südlich von Zypern zu verhandeln. Später hat das dann auch der Spiegel bemerkt und diese Aussage, dass kein Plan B vorhanden wäre, in einem anderen Artikel berichtigt.

Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an das Poltern Erdogans, der von dem Kuchen auch ein besonders großes Stück abbekommen möchte und schon mit dem Säbel gerasselt hat. Wenn wir berücksichtigen, dass Zypern kein NATO-Partner ist und die NATO auch nur dann schützen würde, wenn der Angriff von außen käme, scheint dieser Schritt sehr logisch. Zypern könnte da neben der Hilfe zur Ausbeutung der Gasfelder auch militärischen Schutz erhoffen. Und Erdogan würde wohl zweimal überdenken, sich mit der Atommacht Russland anzulegen. Aber wer weiß, vielleicht hat Erdogan einen ganz anderen Plan und hätte gerne die Nato durch die Patriots in der Türkei in einen bewaffneten Konflikt mit dem von Russland geschützten Syrien hineingezogen, mit dem Hintergedanken, Russland durch die Nato von den Gasfeldern südlich Zyperns fernzuhalten. Das ist aber reine Spekulation und soll hier nicht behandelt werden.

Aber dieser Bericht lässt dann schon aufhorchen:

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Der Sender Gleiwitz*) lässt grüßen. Diese Politik ist nicht neu: Viele Kriege des Westens der letzten Jahrzehnte (Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Libyen, usw.) wurden durch gezielte Lügen- und Desinfomationskampagnen aufbereitet – und doch erschüttert und empört es immer wieder aufs Neue, mit welcher Kaltblütigkeit NATO- und EU-Machthaber die Menschen hinters Licht führen, um an der Gewaltspirale im Nahen Osten zu drehen. Diese Politik ist brandgefährlich und kann die ganze Region in den Abgrund stürzen – mit ungeahnten globalen Auswirkungen. Sog. Raketenabwehr-Schilder wie die Patriots haben nichts mit dem Schutz der Menschen zu tun, sondern sind Instrumente, um direkt in den syrischen Krieg einzugreifen. Und sie eignen sich als „Schilder“, die potentielle Zweitschläge neutralisieren können, um in deren Schutz ungehindert Erstschläge ausführen zu können. Sie sind Instrumente für einen Angriffskrieg. Das könnte gerade bei den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran noch eine Rolle spielen.
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Oder eben auch bei der Sicherung der Gasvorkommen südlich von Zypern für den Nato-Partner Türkei.

Auf jeden Fall scheint aber Zypern nicht verloren, wenn die Euro-Dilettanten abspringen sollten. Uns freut das aufrichtig für Zypern.

Das bringt uns dann zu einer anderen Tatsache. Schäuble und Merkel werfen unser immer schwerer verdientes Geld mit vollen Händen raus und machen unsere Arbeitnehmer und Rentner immer ärmer, während sie sich selbst für ihre dilettantische Aktionen Super-Dätenerhöhungen genehmigen. Und was ist dann das Resultat? Das kann man hier bei Spiegel Online nachlesen. Ein kleiner Auszug:

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„Wir können doch nicht dafür stimmen, anderen ihren Besitz wegzunehmen“. Koulias schreit es beinahe in den Saal – und schießt gleich gegen die Regierung in Deutschland: „Schäuble und Merkel: Ihr könnt das Geld ja euren Mitbürgern wegnehmen, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen.“

„Neue Art des Kolonialismus“

„Schäuble“, „Merkel“, der „Bundestag“ – Deutschland wird in fast jedem Redebeitrag erwähnt. Die harte Haltung der Bundesregierung steht für alles, was Zypern derzeit abverlangt wird. „Das ist eine neue Art des Kolonialismus“, schimpft selbst der Grünen-Abgeordnete Giorgios Perdikis. Er heißt den steten Zufluss ausländischen Kapitals nicht gut – aber ein abrupter Schwenk komme einem „Absprung aus 10.000 Metern ohne Fallschirm“ gleich.

Auch ein Abgeordneter der europäischen Partei Evroko klagt, dass „Herr Schäuble nur daran interessiert ist, seine eigenen Wahlen zu gewinnen“. Die Demütigungen durch Deutschland und die Euro-Länder könne Zypern nicht hinnehmen: „Wenn das Europa ist, dann sind wir nicht Teil von Europa.“
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Wenn dieses Resultat, erzeugt von Merkel und Schäuble, nicht hochgradig bescheuert ist, was dann? Wo können wir Deutsche denn noch in Europa hinfahren ohne beschimpft oder zumindest nicht besonders übel ausgebeutet zu werden? Zum Vergleich: Italien hat sich zu Beginn der Eurokrise vornehm aus der Verantwortung gestohlen, mit dem Hinweis auf hohe Staatsverschuldung. 80% der Italiener besitzen Immobilien, die Schulden des italienischen Staates sind nahezu alle beim eigenen Volk. Bei uns hat man die Bundesschatzbriefe abgeschafft, damit unsere Politiker Schulden bei internationalen Großbanken machen müssen und niemals daran denken, den Schuldenberg abzubauen, auch wenn es einmal gut läuft. Wenn man unsere Schulden mit denen Italiens einmal objektiv vergleichen würden, käme klar heraus, dass wir weit höher verschuldet sind als Italien.

Was hat uns also der Euro gebracht? Vor dem Euro waren wir Exportweltmeister, jetzt sind wir das nicht mehr. Vor dem Euro waren wir Deutsche überall in Europa willkommen, jetzt sind wir verhasst. Vor dem Euro hatten wir gesicherte Renten, die jedes Jahr an den Vorjahres-Durchschnitt der Lohnerhöhungen angepasst wurden, mit dem Euro hatten die Rentner innerhalb der letzten zehn Jahre einen Kaufkraftverlust von 50%. Vor dem Euro brauchten wir keine Moloche wie die EZB oder ESM und was es sonst noch gibt und wo Geld vernichtet wird.

Merkel sagt, der Euro bringt uns Frieden. Gehasst werden ist kein wirklicher Frieden und man fühlt sich auch nicht besonders wohl, wenn man immer und überall hört, wie uns andere Euro-Länder hassen, obwohl wir immer am meisten zahlen und wenn man fühlt, dass die Bürger, die uns früher freundlich willkommen geheißen haben, heute nur noch alles Schlechte wünschen.

Sarazzin hat geschrieben: Europa braucht den Euro nicht. Wir PI-ler wissen: Deutschland braucht den Euro nicht. Und wir wissen auch: Merkel und Schäuble brauchen wir erst recht nicht!

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