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Gatestone Institute: Idriz „Dr. Jekyll & Mr. Hide“

8Wie anders sich Politiker hinter den Kulissen über den scheinbar „moderaten“ Imam Idriz (Foto) äußern, zeigt der Artikel „Der Euroislam und seine Probleme – Das Spiel auf zwei verschiedenen Klavieren“ von Andrew E. Harrod, veröffentlicht beim Gatestone Institut. Der frühere bayerische Ministerpräsident und Innenminister Günter Beckstein beispielsweise sieht ihn bei internen Gesprächen mit amerikanischen Diplomaten als jemand, „der auf zwei Klavieren“ spiele. Beckstein vertraut Idriz also offensichtlich nicht. Warum sagt er das nicht öffentlich? Hat er etwa Angst vor der gleichen Keule, die permanent auf DIE FREIHEIT einschlägt? Die Stuttgarter Nachrichten, PI und DIE FREIHEIT werden in dem hochinteressanten Artikel ebenfalls erwähnt.

Original beim Gatestone Institut – Übersetzung von Florian Euring, PI München; Bilder von Bert Engel, FREIHEIT Bayern & Roland Heinrich, PI München)

Der „Euro-Islam“ und seine Probleme:
„Spielen auf zwei verschiedenen Klavieren“

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Doch das Buch enthält auch bedenkliche Passagen, die Risse in Idriz’ Fassade offenbaren. „Idriz spielt auf zwei verschiedenen Klavieren.“ – Günther Beckstein, Bayerischer Innenminister. (Foto oben rechts und unten links dessen CSU-Parteifreund Alois Glück, der sich bei der Buchpräsentation „Grüß Gott, Herr Imam“ im Dezember 2010 in München äußerst wohlwollend zu Idriz äußerte)

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Benjamin Idriz, ein Imam, der die islamische Gemeinde in Penzberg, einer Stadt südlich von München, leitet, hat in Deutschland als Exponent eines rationalen, modernen Verständnisses von Islam Bekanntheit erreicht. Doch Aspekte seiner Biographie und öffentlicher Meinungsäußerungen stellen seinen Nimbus eines Aufgeklärten durch beunruhigende Verbindungen zu radikalislamischen Elementen in Frage.

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Idriz präsentiert seine Auffassung vom Islam in seinem 2010 erschienenen autobiographischen Buch „Grüß Gott Herr Imam! Eine Religion ist angekommen.“ Wie Idriz darin und auf seinen Website schreibt, „wuchs er im mazedonischen Skopje in einem mehrsprachigen Haus auf.“ Zu seiner Familie zählen eine „Reihe ehrwürdiger Imame, die Generationen zurück reicht.“ Dementsprechend lernte Idriz den Koran im Alter von 11 Jahren auswendig, was ihm den traditionellen islamischen Ehrentitel eines Hafis einbrachte.

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Idriz’ Werk beschreibt einen Islam, der menschliche Moral und nicht sektiererische Barbarei unterstützt. Er bedauert, dass „es leider in der Tat Moslems gibt, die den Dschihad als Gewalt und Terror missdeuten, unter der Scharia mittelalterliche Körperstrafen verstehen und die einen Konflikt zwischen Islam und der sogenannten Westlichen Kultur propagieren.“ Idriz legt in seinen „wöchentlichen Predigten den Hauptschwerpunkt auf universale Werte…so alt, wie unser Kosmos.“

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Diesem universellen und sektiererischem Verständnis, so schreibt er, entsprechen „zwei verschiedenen Formen des Islam“. Es gibt eine Version, die sich „aus dem Prozess der Offenbarung, wie sie Mohammed gegeben wurde entwickelte“. Ein zweite korrumpierte Version „wurde nach Mohammeds Tod für politische Ziele instrumentalisiert….und war auch ins ihren dogmenfreien Aspekten stark dogmatisiert“.

 

Idriz schließt daraus, dass „der Islam, wie Mohammed ihn auslegte und lebte, einen universellen Charakter besitzt und über die Kompetenz verfügt, sich jeder Epoche und jedem Ort anzupassen.“ In Mohammed sieht Idriz einen Person, die die Menschen ermutigte, „der Stimme ihres Gewissens zu folgen“, im Namen einer philosophisch und theologisch nicht definierten „Gerechtigkeit“. So plaziert sich Idriz selbst in die Tradition von „die Rationalität betonenden“ Moslems, wie die der Mutaziliten des 8.-10. Jahrhunderts.

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Dementsprechend argumentiert Idriz, dass rückschrittliche Verhaltensweisen, die mit dem Islam assoziiert werden, wie die Unterdrückung von Frauen, von bestimmten kulturellen Bedingungen herrühren, nicht vom Islam. Idriz behauptet, dass durch die gesamte Geschichte die „Grundprinzipien des islamischen Glaubens die selben geblieben seien“, während „die Idee und die Ausübung [des Islam]…sich entsprechend den soziopolitischen Bedingungen einzelner Länder angepasst haben“. In Bezug auf seine Herkunft aus dem Balkan, die in seinem Buch eingehend behandelt wird, setzt Idriz der „Nähe des bosnischen Islamverständnisses zur europäischen Mentalität“ die islamischen „orientalischen Gesellschaften“ entgegen, die Praktiken, wie „Ehrenmord“ fördern.

Moderater Islam

Daher betrachtet Idriz persönlichen Islamischen Glauben als vereinbar mit einem freien Gemeinwesen an. Nach seinem Islamverständnis „stehen zwei Autoritäten im Mittelpunkt, die miteinander harmonieren: auf der einen Seite der Koran und der Prophet, auf der anderen das Grundgesetz.“ „In Glaubensfragen“ sind, wie Idriz ausführt der Koran und Mohammed, wie Idriz ausführt, die Maßstäbe, in weltlichen Angelegenheiten dagegen sind es Vernunft und Erfahrung. Die ersteren sind unveränderlich, die letzteren dynamisch. Blindes Nachahmen ist tadelnswert. Gott verlangt vom Menschen ausdrücklich den Gebrauch der Vernunft.

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Daher bedeutet Idriz’ „Euroislam“ „sich nach Mekka im Gebet und nach Brüssel und / oder Berlin in der Politik zu verneigen: mit der Seele hier und mit dem Körper dort“ zu sein. „Die islamischen Grundsätze von Glaube und Moral“ und Mohammeds „universelle Geltung“ für die „Verkündigung von Religion“ bleiben unveränderlich. Doch seine „Lösungen für die sozialen und politischen Fragen seiner Gesellschaft, die Scharia“, sind „historisch bedingt“. Dieser „historisch bedingte“ Relativismus „beinhaltet eine Ablehnung jener Koranverse, die vom Krieg handeln“ und von „Verhalten, das andere provozieren und einschüchtern könnte“, inklusive „dem Tragen von zu fremdartiger Kleidung, wie einem schwarzen Tschador.“

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Diesem „Euroislam“ angemessen ist Idriz’ „ideale Moslempersönlichkeit in Bezug auf die Integration“ unter europäischen Migrantengesellschaften. Ein solcher Moslem sollte sich aktiv in allen Aspekten des Bürgerlichen Lebens engagieren, von Schulgremien bis zur Politik. Besonders wichtig für Deutsche: dieser ideale Moslem würde, neben anderen modernen Verhaltensnormen, daran denken, „den Müll sachgemäß zu trennen“. Sie (wie von Idriz bezeichnet) würde auch „bei internationalen Wettkämpfen die Mannschaft des Landes, in dem sie lebt, unterstützen“, womit er dem „cricket test“ der Britischen Conservative Party und des Oberhausmitglieds Norman Tebbit entspricht.

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Wie eine bayerische Publikation erwähnte, hat Idriz‘ Vision aus der Islamischen Gemeinde Penzberg ein „leuchtendes Beispiel der Integration, das über die Grenzen Bayerns heraus reicht“ gemacht. Dementsprechend haben viele Politiker die IGP besucht, darunter Alois Glück, der Präsident des bayerischen Landtags, Mitglied von Bayerns konservativer CSU (Foto unten),

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der Münchner Bürgermeister Christian Ude von der SPD, deutsche Bundespolitiker, wie die Justizministerin Sabin Leuthueser-Schnarrenberger (von der den freien Markt unterstützenden FDP) und der Vorsitzende der Grünen Cem Özdemir (der die Solarpaneele der IGP einweihte). Ausländische Persönlichkeiten, wie der frühere israelische Botschafter Avi Primor und der amerikanische Botschafter in Deutschland, Robert D. Murphy haben ebenfalls in Penzberg Halt gemacht.

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Doch enthält Grüß Gott, Herr Imam auch beunruhigende Passagen, die Risse in Idriz‘ Fassade offenbaren: Ein Buchauszug auf der IGP-website, listet beispielsweise eine ziemlich seltsame Auswahl „moslemischer Denker, die die Demokratie befürworten“ auf. Wie Franz Feyder von den Stuttgarter Nachrichten am 24. April 2012 schrieb, ist eines dieser „Vorbilder“ für Idriz Rachid Ghannouchi, der islamistische Führer von Tunesiens Al-Nahda („Widerstands“) Partei, der palästinensische Selbstmordattentäter und deren Mütter pries. In Deutschland, schreibt Feyder, führt der baden-württembergische Verfassungsschutz Ghanouchis Abweichen von „rechtsstaatlichen Prinzipien“ an. Im Besonderen lehnt Ghannouchi den Abfall vom Islam und die Unterordnung der Scharia unter nichtkonfessionelle Gesetzte ab, im Gegensatz zur grundlegenden Norm freier Gesellschaften, der Gleichheit aller.

Infotafel

Ein weiteres Vorbild von Idriz, das Feyder verdächtig ist, ist Alija Isetbegovic, Bosniens Präsident während des Blutbades auf dem Balkan in den Neunzigerjahren. Isetbegovics Tod 2003 beendete eingeleitete internationale Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen gegen ihn, während seine Islamische Erklärung von 1970 islamistische Meme, wie die Inkompatibilität des Islam mit nichtislamischen Gesellschaften, enthält.

Muslima

Auch weitere Vorbilder Idriz‘, die an anderer Stelle in Grüß Gott, Herr Imam erscheinen, erhöhen Feyders Besorgnis. Wie Ghanouchi hat der bosnische Mufti Mustafa Ceric, in Verbindung mit dem European Council for Fatwa and Research (ECFR) in Dublin, Irland, palästinensische Selbstmordbomber gerechtfertigt und die Einführung der Scharia in die bosnische Verfassung gefordert. Beunruhigend für Feyder ist auch Hussein Djozo, der, als Imam der 13. SS-Division Handschar, in der Moslems aus Djozos Heimat Bosnien dienten, half, die Allianz zwischen Nazis und Moslems zu schmieden, und der Nach dem Krieg seinen Antisemitismus beibehielt.

Djozo

Hassan al-Turabi, der von Feyder nicht erwähnt wird, der jedoch im Online-Exzerpt vorkommt, ist ein sudanesisches Mitglied der Moslembruderschaft, der die Annahme der Scharia im Sudan unterstützte und Osama bin Laden in den Neunzigerjahren Unterschlupf gewährte. Idriz hat auch anerkennende Worte für Tariq Ramadan. Der Enkel des Gründers der Moslembruderschaft Hassan al-Banna hat oft Kritik auf sich gezogen für sein heuchlerisches Verbergen islamistischer Ansichten hinter einer Fassade islamischer Reformen.

Verschiedene, scheinbar freundliche Passagen von Grüß Gott, Herr Imam wecken ebenfalls Besorgnis bei scharfsinnigen Lesern. Zum Beispiel zitiert er den Koranvers 5:82 mit seiner Aussage, dass: „den Gläubigen noch die am besten gesinnt sind, die sagen: ‚Wir sind Christen‘“. Idriz versäumt jedoch zu erwähnen, dass dieser scheinbare Hinweis auf eine Harmonie zwischen Moslems und Christen in diesem Vers neben einer Beschreibung der „Menschen, die den Gläubigen am meisten Feind sind“, und zwar „die Juden und jene, die Allah andere beigesellen“. Angesichts der islamischen Verdammung des christlichen dreieinigen Gottes als eine solche Beigesellung, bedingt dieser Vers vielleicht nicht einmal die christlich-moslemische Freundschaft.

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Idriz schreibt auch über Safiya, eine Jüdin, die eine von Mohammes Frauen war, als Beweis von Mohammeds „nahen“ Beziehung zu Nichtmoslems. Die konservative deutsche Website Politically Incorrect, die in Grüß Gott, Herr Imam als „extremistisch antiislamisch“ verurteilt wird, hat jedoch eine weniger positive Meinung über diese Ehe. Wie Politically Incorrect erklärt, wurde die Gefangene Safiya nach autorisierten islamischen Berichten, Mohammeds „Frau“, just nachdem er, während eines Massakers an einem Jüdischen Stamm, ihren Ehemann hatte foltern und töten lassen, wie es in dem umstrittene Film Innocence of Muslims dargestellt wird.

Über Idriz‘ Schriften hinaus, führt der Bayerische Verfassungsschutz in seinen jährlichen Berichten von 2007-2010 die IGP als eine Vereinigung an, die Kontakte mit islamistischen Gruppen hat. Ein Telegramm des amerikanischen Konsulates in München vom 18. Dezember 2007, das durch Wikileaks enthüllt wurde, zeigt, dass der damalige Bayerische Innenminister und spätere Ministerpräsident, Günther Beckstein (CSU), amerikanischen Diplomaten anvertraute, dass „Idriz auf zwei verschiedenen Klavieren spielt.“ Diese Verdachtsmomente haben die kleine deutsche Partei „Die Freiheit“, der Michael Stürzenberger von Politically Incorrect vorsteht, veranlasst, ein Volksbegehren gegen das von Idriz vorgeschlagene Zentrum für Islam in Europa-München oder ZIE-M zu starten.

Widerstand

Eine solche Mischung aus Jekyll und Hyde belastet Idriz‘ Glaubwürdigkeit als Befürworter eines Islam des 21. Jahrhunderts ernsthaft. Wenn Idriz nicht tatsächlich eine verdeckte Agenda verschleiert, wie es häufige Vorwürfe von islamischer Taquia nahelegen, dann ist er allermindestens ernsthaft verwirrt. Jedenfalls ist es Idriz endgültig missglückt, eine überzeugende Vision eines Islam als einer rationalen Religion und eins Glaubens im Einklang mit der politischen Freiheit zu präsentieren.

Titelbild

Die Suche nach moderaten Moslems in Deutschland und anderswo dauert an.

Publikum

Kontakt zu Günter Beckstein:

» dr.guenther.beckstein@gmx.de

und zur CSU Bayern:

» landesleitung@csu-bayern.de