Der Wissenschaftsrat hat die Abschlussnoten an deutschen Hochschulen untersuchen lassen, mit dem Ergebnis, dass in den universitären Studiengängen eine Inflation guter Noten droht. Waren 2000 noch zwei Drittel der Noten »gut« oder »sehr gut« (67,8 Prozent), so sind es 2011 insgesamt drei Viertel (76,7 Prozent), in den Bachelor-Abschlüssen vier Fünftel (80 Prozent). Wie bei allen Durchschnitten liegen einige Fächer darüber, andere darunter. In den Ingenieurwissenschaften schnitten nur 63 Prozent der Absolventen gut oder sehr gut ab, ähnlich im pharmazeutischen Studium oder in der Humanmedizin, im juristischen Staatsexamen erwartungsgemäß weniger als 10 Prozent. Dafür heben die Magisterabschlüsse in Geschichte oder Erziehungswissenschaften sowie die Zahnmediziner, Biologen und Psychologen mit 90 Prozent und mehr guten Noten den Durchschnitt wieder. Insgesamt wird »befriedigend« nur noch selten vergeben, »ausreichend« so gut wie gar nicht mehr. Und wo sind »mangelhaft« und »ungenügend« abgeblieben? (Fortsetzung im neuen Merkur, Mai 2013)

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30 KOMMENTARE

  1. Dass es die Noten „mangelhaft“ (5) und „ungenügend“ (6) im Hochschulbereich nicht gibt, sondern stattdessen nur ein „nicht ausreichend“ (5), sollte bei demjenigen bekannt sein, der über dieses Thema schreibt. Ansonsten gebe ich der Grundaussage recht, dass die Notenskala kaum je so ausgeschöpft wird, dass sich die wirklich guten vom Durchschnitt deutlich genug absetzen können und die Tiefflieger schon vor der Probezeit als die erkennbar sind, die sie sind. Das merke ich im Betrieb ebenso wie bei der Wahrnehmung meines Lehrauftrags.

  2. Ist doch längst bekannt, was Abitur und Hochschulabschluss heutzutage in vielen Fällen noch wert ist.

  3. Kewil mag es, wenn man seine verlinkten Texte liest – bevor man kommentiert. 😀

    Zum Text im Merkur kann ich nur sagen: Man nimmt natürlich so einem Text jede Wirkung – wenn man nicht die wichtigsten Thesen in einen griffigen Kurztext packt.

    Das ist mir für den Morgen zu viel zu lesen.

    Ansonsten: KEWIL RULEZ!

  4. OT OT aber wichtig

    kommt heute noch ein Bericht über
    „Vielweiberei“ in deutschen Großstädten ?
    Alles bezahlt über Hartz 4
    gestern bei Schrowange

  5. Und damit möglichst keim Mensch mehr durchblickt, wird schon an der Basis, den Schulen, maximales Chaos veranstaltet. Neues aus HH:

    http://mobil.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article115724346/CDU-will-Stadtteilschulen-in-Hamburg-staerken.html

    Wer diesen Irrsinn verständlich erklären kann, ohne in hysterisches Gebrüll auszubrechen oder einen Hirnkurzschluß zu kriegen, bekommt ein Eis. 😀

    Das ist so, als ob ein BMW-Fuzzi erklärt, warum der „schlichte“, „ganz einfache“ i-drive statt diverser Armaturen das ultimative Multi-Instrument mit unendlichen Unterfunktionen, integrierter Relavitätstheorie, Weltformel und allen Menüs zur Menschheitsentwicklung ist, obwohl es keiner beherrscht oder kapiert. Oder Handyentwickler Trizillionengazillionen Funktionen in den Aparillo packen, von denen drei genutzt werden.

  6. dass in den universitären Studiengängen eine Inflation guter Noten droht.

    Bildungsinflation!

    Heute schafft jeder Depp Abitur, dies war bis vor rund 5 Jahren noch nicht möglich!

    Das große „Aussieben“ kommt jetzt eben später!!!

    Dann wird es aber für die „Betroffenen“ oft zu spät sein um sich um zu orientieren.

    Früher machten Leute oft erst eine Banklehre und dann ein Studium. Oder viele Männer lernten erst Elektriker und gingen dann zur FH für ein Ingenieurstudium.

    Heute fangen unsere „Hoffnungsträger“ ALLE mit einem Studium an und viele von ihnen werden danach in der Sackgasse landen.

  7. Von der Pieke auf LERNEN, das ist doch heute passé!

    Unsere „Möchtegern“ Prinzen und Prinzessinen sind doch schon von Geburt an Schmalspur-Akademiker.

  8. Die Bundesländer mit den wenigsten Bildungs-Experimenten („Reformen“) haben die besten Ergebniss in allen einschlägigen Benchmark-Testen.

    Merkwürdig, nicht wahr!? 😀

  9. Der Bildungssektor wird kultur- und sozialisationssensibel demokratisiert und die Leistungsanforderungen negativ harmonisiert.
    Nachdem auch nun Menschen ohne Abitur und damit ohne die notwendigen Grundlagen in Deutsch, Englisch, Mathematik und Literaturanalyse auf die Hochschulen losgelassen werden, wird sich die akademische Qualität zwangsläufig verringern und sich Deutschland damit langfristig selbst schaden.

    Hinzu führt die Islamisierung des Bildungssektors zu einer Klerikalisierung des Wissenschaftsbetriebes, wie wir es derzeit mit dem völlig irren Projekt der Uni Münster „ZIT 2015″ erleben müssen. Der Bau eines Moschee-Komplexes zur Vereinigung von wissenschaftlicher Forschung und religionspraktischer Ausübung unter einem Dach angestrebt: http://www.uni-muenster.de/ZIT/ZIT2015/index.html

    Das heißt der Grundsatz von Freiheit und Forschung in der Lehre wird zugunsten einer islamischen Klerikalisierung aufgegeben. Das humboldtsche Bildungsideal ist anscheinend völlig vergessen.

    Mit Prof. Dr. Ursula Nelles und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide haben sich hier zwei Zerstörer westeuropäischer Bildungsideale zusammengefunden. Damit einher geht auch die religiös motivierte Meinungsunterdrückung wie die „Free Minds“ dort erleiden dürfen.http://www.cileli.de/2013/01/mit-herz-und-verstand-free-minds/

    Kontakt:

    Rektorin
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    Telefon: +49(0)251/83-2 22 10/ 2 22 11
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    Kanzler
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    Prof. Dr. Mouhanad Khorchide

    Stellv. Direktor des Centrums für Religiöse Studien, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie und Professor für Islamische Religionspädagogik
    4. OG, Raum: 407
    Telefon: +49 251 83-26110 (Sekretariat)
    Telefon: +49 251 83-26102
    Fax: +49 251 83-26111
    E-Mail: khorchide@uni-muenster.de

    In der schulischen Bildung islamisiert die Fetullah Gülen Bewegung unser Bildungssystem.
    http://www.cileli.de/2013/02/fethullah-guelen-wolf-im-schafspelz/

    Wenn sich die Bürger dieses Landes den Werten der Aufklärung und der Säkularität bewusst ist, dann ist dieser Entwicklung entschieden entgegen zu treten. Wir müssen uns von einem säkularen zu einem laizistischen Staat weiter entwickeln und den religiösen Einfluss auf die Politik unterbinden. Religion ist Privatsache.

  10. #3 Babieca

    Das ist so, als ob ein BMW-Fuzzi erklärt, warum der “schlichte”, “ganz einfache” i-drive statt diverser Armaturen das ultimative Multi-Instrument mit unendlichen Unterfunktionen, integrierter Relavitätstheorie, Weltformel und allen Menüs zur Menschheitsentwicklung ist, obwohl es keiner beherrscht oder kapiert.

    Den Fluxkompensator nicht vergessen! 😉

  11. #8 alfamo

    Kurz: Weil 18 Punkte unerreichbar sind und aufgrund des Konkurrenzdrucks rausgeprüft wird. 😉

  12. Jaja, die Jugend wird immer dümmer, frecher und dann erst der Verlust der alten Werte… Dieselben blöden Sprüche seit 3000 Jahren.

    Warum gibt es wohl so wenige Masterabschlüsse mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“? Etwa ein Drittel aller Studienanfänger brechen in den ersten Semestern wieder ab. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Ich weiß es nicht, denn ich habe studiert.

  13. In der Elektrotechnik hatten wir in Mathematik im Grundstudium Durchfallquoten von über 80%. Andere Fächer hatten auch über 50% und ich kann mich noch an eine Soziologiestudentin erinnern, welche meine Frage nach den „Durchfallquoten“ in ihren Prüfungen überhaupt nicht verstanden hatte.

    Am ersten Tag des ersten Semesters wurde uns im Hörsaal gesagt, wir sollten uns mal unseren rechten und linken Nachbarn ansehen – die sähen wir zum Ende des Grundstudiums aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr.

    Die Wenigen, welche überlebten, hatten dann auch in der Tat recht ordentliche Diplomnoten. Übrigens waren in meinem Semester alle ohne vorhergehende Elektrikerlehre gescheitert, egal wie gut das Abi war, was aber wohl eher mit der Arbeitshaltung zu tun hatte, als mit Fachwissen. Und da heißt es, das Abi stelle die Studierfähigkeit her.

  14. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, das Einser-Abitur ist ein unabdingbares Menschenrecht, spätestens wird das auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ausurteilen.
    Der Beweis ist längst erbracht, so hat die Bundesrepublik duch Abschaffung der Hilfs- und Sonderschulen ebenfalls den Schwachsinn besiegt.
    Es konnte nachgewiesen werden, daß es keine dumme Schüler oder Lernschwächen gibt, sondern nur soziale Ungerechtigkeit.
    Die Erziehungswissenschaften hierzulande haben eben „Weltniveau“ 🙂 .

  15. Es ist auf allen Ebenen des Bildungs- und Erziehungswesen das gleiche Bild:

    ALLE sind guuut und auch liiiiieb! Und intellent wie Einstein.

    Ab 2025 wird das Abur bei der Erstimpfung vergeben.
    Bei Impfgegnern drei Wochen später…

  16. Und wo sind »mangelhaft« und »ungenügend« abgeblieben?

    Tja, der Autor macht klar, dass er ÜBERHAUPT keine Ahnung von Hochschule oder Universtität hat, aber darüber schreibt.

    Wie peinlich!

    Nicht bestanden ist dort gleich 5 oder 6. Aus, fertig. Wozu noch unterscheiden?

    Und „nicht bestanden“ ist „nicht bestanden“.

  17. P.S. Es handelt sich um eine Scheindiskussion.

    Die Industrie hat mit Noten nichts am Hut, sonst würde man einen 50 Jahre alten Ingenieur weiterbeschäftigen und nicht entlassen und durch einen (billigeren) 25 Jahre alten Absolventen ersetzen.

  18. @#22 Cucurbita

    Die Industrie hat mit Noten nichts am Hut, sonst würde man einen 50 Jahre alten Ingenieur weiterbeschäftigen und nicht entlassen und durch einen (billigeren) 25 Jahre alten Absolventen ersetzen.

    Ach ja, das tut also „die Industrie“? Haben Sie wenigstens eines dieser extrem seltenen Paradiesvogelbeispiele parat?

    Warum sollte man einen 50 jährigen Abteilungsleiter durch einen 30 jährigen Absolventen ersetzen? Weil der sich so richtig prima gegenüber den 40 bis 60 jährigen Teamleitern durchsetzen kann, etwas von Arbeitsorganisation und Mitarbeiterführung versteht, weiß, wie man erfolgreich den Laden schmeißt und dabei die Kosten nicht aus dem Ruder laufen? Das kann also der Absolvent alles? Da sage noch einer, die Hochschulen seien schlecht!

  19. Wenn man verstanden hat, dass das dreigliedrige Schulsystem deshalb geschaffen wurde, um den individuellen Fähigkeiten der Menschen gerecht zu werden, müsste auch klar sein, dass man mit einer Gesamtschule und der Diskussion über Bildungsgerechtigkeit, einen Hauptschüler nicht zum Hochschulprofessor befördern kann. Jeder Mensch hat hier alle Bildungsmöglichkeiten, muss diese aber auch aus eigenem Antrieb nutzen. Wenn man den Leistungsgedanken entkoppelt wird Bildung zum leistungslosen Geschenk.Das nützt aber weder dem beschenkten Bürger noch der Ökonomie etwas.

    Jeder der die alltäglichen Selbstverständlichkeiten wie ein Smartphone, Internet, Auto, Bahn oder Medizin nutzt, sollte sich einmal darauf besinnen wieviel Intelligenz, Arbeit und Forschung in diesen Errungenschaften stecken. Sie stammen übrigens alle aus der westlichen Zivilisation. Die islamischen Länder verharren im Glauben statt im freien Denken und sind deshalb zu so etwas nicht fähig.

    Über diese Perspektive des Islam sollten sich die linksbunten Mitbürger auch einmal Gedanken machen. Nicht ohne Grund spielen die islamischen Länder in der Wissenschaft keine Rolle. Welchen Beitrag können sie zu einer hochtechnologischen Wissensgesellschaft leisten ? Keinen. Sie behindern nur in der Weiterentwicklung.Mohamed war Analphabet und ist gleichzeitig das Idealbild eines Menschen für Muslime. Ein toller Vorbild.Super. Brauchen wir nicht.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/forschung-in-islamischen-laendern-wissenschaft-im-namen-allahs-a-517117.html

  20. Wenn alle „sehr gut“ sind, ist ein Ablesen der Leistung und eine Differenzierung natürlich nicht möglich. Auch will keiner wieder schlechtere Noten einführen, da kaum noch durchsetzbar. Die Lösung wäre aber dennoch einfach: Man müsste die Notenskala um ein paar Stufen nach oben erweitern, schon kann man wieder differenzieren.
    Vorschlag:

    Ausreichend -> befriedigend -> gut -> sehr gut -> fantastisch -> exorbitant

  21. #3 RechtsGut

    Widersprechen sich die Ermahnung (?)

    Kewil mag es, wenn man seine verlinkten Texte liest – bevor man kommentiert.

    und

    Zum Text selbst: Das ist mir für den Morgen zu viel zu lesen.

    nicht zumindest ein ganz klein wenig? :-))

  22. Der Wissenschaftsrat hat die Abschlussnoten an deutschen Hochschulen untersuchen lassen, mit dem Ergebnis, dass in den universitären Studiengängen eine Inflation guter Noten droht.

    Droht? Das geht schon lange!
    Schon zu meiner Studienzeit fing das an.

    Allerdings gab es noch Professoren, die das nicht mitmachten und durchgriffen. Das gab dann Durchfallquoten von über 90%.
    Die Folge? Studentenproteste, und irgendwann ein Einknicken dieser Professoren.

    Abitur-für-jeden führt zwangsläufig zum Absinken des Hochschulniveaus.

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