WELT: Sind Medien auf dem linken Auge blind?

Man stelle sich vor, zwei oder drei Dutzend rechtsextremer Studenten würde den Vortrag eines deutschen Ministers an einer Universität – über Ausländerintegration zum Beispiel – so stören, dass dieser nicht stattfinden könnte. Der Aufschrei in der deutschen Öffentlichkeit wäre groß und anhaltend – zu Recht. Kommentatoren aller Zeitungen, Rundfunkanstalten und des Fernsehens würden dies tagelang ins Zentrum ihres Interesses rücken. Und sicherlich würde sich mehr als eine Talkshow umgehend dieses Themas annehmen. Tenor: „Wehret den Anfängen“. Nun hat vor wenigen Tagen der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière in der Berliner Humboldt Universität einen Vortrag halten wollen über das Thema: „Die Armee der Einheit – der Beitrag der Bundeswehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Und durch Sprechchöre, lautstarkes Protestgeschrei und Tumultaktionen unterschiedlichster Art wurde er daran gehindert. Nach einer halben Stunde verließ de Maizière unverrichteter Dinge den Saal: Der linke Mob hatte gesiegt. (Sehr guter Artikel von Hildegard Stausberg – PI hatte über den VorFall berichtet)