„Zuwanderer in Deutschland leben in Angst“

Die ZDF-Sendung „Berlin direkt“ am Sonntag Abend beschäftigte sich mit der Angst der Migranten in Deutschland. Es gehe alle Deutschen an, wenn eine Minderheit sich unsicher sei, ob sie dem Rechtsstaat trauen, oder ihm alles zutrauen solle. Einige Vertreter von Deutsch-Türkischen Organisationen bezweifelten, dass Verfassungsschutz und Justiz wirklich alles täten, um Zuwanderer zu schützen, leitete Thomas Walde einen Beitrag ein, der sich der wenig erfolgreichen Integrationspolitik Deutschlands annahm.

(Von L.S.Gabriel)

In der Einspielung erklärten türkische Zuwanderer, wie furchtbar es in Deutschland wäre, weil man sie nicht annehme und sie sich hier nicht zu Hause fühlten. Lars Bohnsack und Nick Leifert kommentierten, dass Deutschland auf der Anklagebank säße, weil es nicht gelungen wäre, eine Mordserie an Menschen aufzuklären, die fast alle deshalb getötet worden seien, weil die Täter sie für Ausländer hielten. Es hieß, immer wenn irgendwo ein Haus brenne, bräche sich sofort Verunsicherung Bahn. Kenan Kolat forderte erneut, dass man grundsätzlich bei Bränden erst mal von einem rassistischen Hintergrund ausgehen müsse. Und Uwe-Karsten Heye vom „Verein Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ erklärte die Integrationspolitik für gescheitert.

Diese Auffassung konnte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (Foto) von der CDU, im darauffolgenden Interview nicht teilen. Der Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen habe unterzeichnet, dass es noch nie so viel Integration gegeben habe, wie in den letzten acht Jahren, betonte sie.

Auf die Angst der Zuwanderer angesprochen, konnte sie aber nachvollziehen, dass Menschen, die bei uns lebten, Angst hätten nach den NSU-Morden und den Bränden in Solingen und Mölln. Sie habe es hautnah gespürt, als sie bei den Opfer-Familien der NSU gewesen wäre, die Menschen beklagten, dass sie sich nun weder hier noch in der Türkei zu Hause fühlen würden. Die Verunsicherung sei groß und man müsse nun erneut Vertrauen aufbauen und stabilisieren. Deshalb habe sie an das Gericht appelliert, dass türkische und griechische Medien beim Prozess zugelassen werden sollten. Zwar wäre die Unabhängigkeit der Gerichte das Rückgrat des Rechtsstaates, aber andererseits gelte es doch auszuloten, ob auch alle Spielräume genutzt würden. Auch wäre es nicht vorteilhaft, dass die Medien meist nur Menschen mit Kopftüchern und die negativen Beispiele zeigten. Denn sie sehe, dass die Integration und das Miteinander gut vorangekommen seien.

Mit anderen Worten, Frau Böhmer biegt dem Rechtsstaat ein bisschen das Rückgrat und hätte gerne, dass die Medien die Wirklichkeit etwas gefälliger darstellen.

Bleibt nur noch die Frage, wann sich auch jemand um die Ängste der Deutschen vor Migrantengewalt sorgt und warum Böhmer sich nicht auch mit den Familien von Daniel Siefert und Jonny K. unterhalten hat.

Hier das Video:

(Gefunden auf zukunftskinder.org)