Gastarbeiter, Migranten, Kolonisten

Alle paar Jahre geben unsere Behörden den orientalischen Wanderern in Deutschland einen neuen Namen. Nach fast 50 Jahren staatlicher Siedlungspolitik herrscht inzwischen ein ziemliches Namenswirrwarr. Hinzu kommen noch jede Menge politisch inkorrekter Benennungen. Hier eine Liste der 15 häufigsten Bezeichnungen und ihre jeweilige politische Bedeutung:

(Von Septimus)

1. „Gastarbeiter“

Der Begriff „Gastarbeiter“ war von 1960 bis etwa 1995 fast 35 Jahre lang die amtliche Standardbezeichnung für die aus dem Ausland zugereisten Personengruppen. Aktuell verbinden viele Deutsche mit diesem Wort nur noch eine der größten staatlichen Lügen der deutschen Geschichte: die „Gastarbeiter-Lüge“. Wir wissen heute, dass schon seit Beginn der 1970er-Jahre keine ernsthafte Rückführung der Gastarbeiter mehr geplant war und dieses Wort amtlicherseits nur deshalb weiter benutzt wurde, um den Deutschen vorsätzlich eine falsche Illusion vorzugaukeln: eine Illusion, an die die Deutschen sich klammern sollten, bis vollendete bunte Tatsachen geschaffen waren. Politisch ist eine Verwendung dieses Begriffs weiterhin richtig: Wer von „Gastarbeitern“ spricht, erinnert den Staat an sein altes Versprechen, dessen Einlösung er den Deutschen noch schuldig ist – und für alle Zeit schuldig bleiben wird. Das Wort „Gastarbeiter“ ist also zeitlos gerechtfertigt und zugleich eine Forderung gegenüber dem Staat, sein Wort zu halten.

2. „Türken“

Das Wort „Türken“ entwickelte sich schon in den 60er-Jahren zum Sammelbegriff für all jene Gastarbeiter, die in Deutschland durch ihren nationalen Hochmut, einen verbohrten Traditionalismus, Gewalt, Kriminalität und beharrliche soziale Selbstabgrenzung unangenehm auffielen. Im engeren Sinn bezog er sich speziell auf Angehörige der türkischen Nation, im weiteren Sinn auf alle Orientalen generell. Das Wort hat bis heute eine eindeutig negative Konnotation und wird daher schon seit den späten 70er-Jahren in öffentlichen Stellungnahmen gemieden. Aus der deutschen Schriftsprache ist das Wort inzwischen komplett verschwunden, in der mündlichen Umgangssprache allerdings lebendig wie eh und je.

3. „Ausländer“

Aus der deutschen Schriftsprache, vor allem aus dem Behördendeutsch, ebenfalls verschwunden ist der Begriff „Ausländer“. Das Wort entwickelte sich seit den 70er-Jahren zum Synonymbegriff und zugleich Ersatzwort für „Türken“ und nahm deshalb schnell einen ähnlich negativen Beiklang an. Seit der Jahrtausendwende wird es in amtlichen Dokumenten nicht mehr benutzt und taucht auch in der Presse (die sich der Staatssprache rasch angleicht) nicht mehr auf. Da eine verbale Unterscheidung zwischen „Inland“ und „Ausland“ in Bezug auf die Staatsbürgerschaft heute weder in der Amtssprache noch der Presse noch der Literatur stattfindet, vermittelt die ideologisierte Schriftsprache der gegenwärtigen „Bunten Republik“ den Eindruck, die ganze Welt sei Inland. In der mündlichen Umgangssprache hingegen werden „Ausland“ und „Ausländer“ nach wie vor verwendet.

4. „Mitbürger“

Mitte der 70er-Jahre waren sowohl die Worte „Türken“ als auch „Ausländer“ aufgrund der vielen negativen Alltagserfahrungen in ganz Deutschland so stark belastet, dass sie amtlich nicht mehr zu verwenden waren und der Bedarf nach indirekten Umschreibungen aufkam. Von etwa 1975 bis 1990 entwickelte sich die Floskel „türkische Mitbürger“ zum wichtigsten Ersatzbegriff für das negativ belastete „Türken“. Dank seinem mütterlichen Beiklang erlebte „türkische Mitbürger“ eine Blüte während der „Der-gute-Gastarbeiter“-Kampagnen der späten 80er- und frühen 90er-Jahre, wurde aber nach den Masseneinbürgerungen unter Kanzler Schröder (ab 1998) auch aus Sicht der seither konfrontativer auftretenden Gastarbeitervereine nicht mehr gewünscht. Der Begriff ist heute aus allen amtlichen Verlautbarungen verschwunden. In der Umgangssprache hat er sich ohnehin nie durchgesetzt.

5. „Asylanten“

Ähnlich wie das Wort „Ausländer“ beschreibt das Wort „Asylanten“ zunächst nur ganz objektiv-neutral einen juristischen Sachverhalt: Wer in Deutschland Asyl genießt, ist natürlich ein Asylant. Aufgrund der hohen Kriminalitätsrate sowie der hohen Lügenquote unter Asylantragstellern litt das Wort aber schon früh unter dem Beiklang des Ganoven- und Schmarotzertums. Ende der 80er-Jahre war der Begriff politisch unbrauchbar geworden. Das Wort spielt heute in der Behördensprache keine Rolle mehr, hat sich aber in der Umgangssprache erhalten.

6. „Flüchtlinge“

Das Wort „Flüchtlinge“ entwickelte sich in den 90er-Jahren zum amtssprachlichen Ersatzwort für „Asylanten“. Angestoßen wurde diese sprachliche Umbenennung in linksgrünen Kreisen, die den historisch gewachsenen positiven Beiklang des Wortes „Flüchtling“ gerade in Deutschland politisch ausnutzen wollten: „Flüchtlinge“ bezog sich im Umgangsdeutsch des 20. Jh. fast ausschließlich auf die Flüchtlinge der deutschen Ostvertreibungen nach 1945 und somit bei einem knappen Drittel aller Deutschen auf die eigene Familiengeschichte. Durch die Anwendung dieses positiv belegten Begriffes auf die Asylanten sollte der bewusst irreführende Eindruck hervorgerufen werden, die Asylanten befänden sich in ihren Heimatländern in einer ähnlichen Notsituation wie die deutschen Flüchtlinge 1945. Diese Begriffswandlung von „Asylant“ zu „Flüchtling“ ist weitgehend gelungen: Im offiziellen Neusprech der Bunten Republik wird heute jeder Asylantragsteller automatisch als „Flüchtling“ tituliert, völlig unabhängig davon, ob er tatsächlich vor irgendwelchen dunklen Mächten fliehen musste oder ganz gemütlich durch die Passkontrolle seines Heimatlandes spazierte. Auch wer als Asylant nicht anerkannt wurde oder nachweislich gelogen hat, also alles andere als politisch verfolgt ist, gilt im Behördendeutsch pauschal als „Flüchtling“. Diese Begriffswandlung vom sachlich-neutralen „Asylant“ zum ideologisch gefärbten „Flüchtling“ ist ein in der sonst so nüchternen deutschen Amtssprache fast einzigartiger Vorgang, zumindest in jüngerer Zeit.

7. „Einwanderer“

Als in den frühen 90er-Jahren der Gegensatz zwischen den staatlichen Versprechungen, in denen den Deutschen eine nur vorübergehende Beglückung durch orientalische Wanderer zugesagt worden war („Gastarbeiter“, „Asyl“ etc.) und der praktizierten Wirklichkeit nicht mehr zu übersehen war, mussten völlig neue Begriffe geschaffen werden. Zielsetzung dieser neuen Begriffe war es, die Deutschen auf die Dauerhaftigkeit und Endgültigkeit der orientalischen Präsenz in ihrem Land psychisch vorzubereiten, um anschließend mit der Masseneinbürgerung beginnen zu können. Deutschland wurde daher zunächst zum „Einwanderungsland“ erklärt, die Gastarbeiter als „Einwanderer“ bezeichnet. Die Tragweite dieser Neudefinition des eigenen Staatsverständnisses ist bis heute von vielen Deutschen noch gar nicht erkannt worden: Mit der Neudefinition Deutschlands als einem „Einwanderungsland“ hat der Staat den Deutschen das Recht auf ein eigenes Land genommen, der Staat hat seine besondere Schutzpflicht gegenüber den Deutschen aufgegeben. Diese Verneinung der besonderen Schutzpflicht gegenüber den Deutschen durch den eigenen Staat ist und bleibt ein politisches Unrecht. Es ist daher kein Wunder, dass sich die Deutschen aufgrund des im Kern unrechtmäßigen Charakters dieser willkürlichen Umdeutung Deutschlands zum universalen „Einwanderungsland“ instinktiv auch dem Begriff „Einwanderer“ verweigerten. Das Wort „Einwanderer“ konnte sich bis heute in der mündlichen Umgangssprache nicht durchsetzen – es kommt ausschließlich in der Schriftsprache vor. Den Anklang der politischen Künstlichkeit hat es bis heute, 20 Jahre nach seiner Einführung, nicht verloren.

8. „Zuwanderer“

Dass das Wort „Einwanderer“ im Umgangsdeutsch nicht angenommen wurde, wurde auch in der Politik schnell erkannt. Von etwa 1995 bis ca. 2005 wurde daher mit dem weniger aggressiven Kunstwort „Zuwanderer“ experimentiert. Auch dieser Begriff konnte sich allerdings nicht durchsetzen: zu künstlich, zu viel Anklang politischer Propaganda. In der Umgangssprache gelegentlich verwendet wird lediglich „Zuwanderung“, allerdings nur im öffentlichen Raum, wo es politisch-korrekte Förmlichkeiten zu wahren gilt. In der formlosen Privatsphäre spielt das Wort, von negativen Variationen abgesehen („der ganze Zuwanderungsunsinn“), keine Rolle.

9. „Migranten“

In die Phase sprachlicher Experimente während der späten 90er-Jahre fiel auch eine kurze Erstblüte des dem Englischen entlehnten Wortes „Migranten“ („migrants“). Das lateinisch-englische „Migranten“ erwies sich aufgrund seiner sprachlichen Sperrigkeit im Deutschen zunächst als Flop und wurde nicht angenommen – daher die bereits erwähnten Versuche, mit den Übersetzungen „Einwanderer“ und „Zuwanderer“ deutschsprachige Ersatzbegriffe zu schaffen. Als auch diese Begriffe scheiterten, kam man etwa 2005 wieder auf das ursprüngliche „Migranten“ zurück und benutzte es nun ersatzlos als Standardvokabel. Anders als in den 90er-Jahren wurden dem Publikum also keine Ausweichbegriffe mehr angeboten: „Migrant“ wurde sowohl in politischen Erklärungen als auch in Fernsehen und Schriftpresse auf breiter sprachlicher Front durchgedrückt. Infolge dieser forcierten Dauerbeschallung wird es heute auch in der öffentlichen Umgangssprache verwendet, vor allem als salonfähiger Ersatzbegriff für das so negativ belastete „Türken“. In der Privatsphäre, insbesondere im Familien- und Freundeskreis, ist das Wort aufgrund seiner politisch aufgesetzten, umständlichen Künstlichkeit allerdings vollkommen unbedeutend.

10. „Bereicherer“

Im politisch inkorrekten Umfeld hat sich seit einigen Jahren der Begriff „Bereicherer“ durchgesetzt, eine ironische Anspielung auf Maria Böhmers legendäres Zitat, „diese Menschen mit ihrer Lebensfreude und Herzlichkeit“ seien eine „Bereicherung“ für uns alle – eine fast schon grotesk-komische Verhöhnung der alltäglichen Lebenswirklichkeit zahlloser Durchschnittsdeutscher jenseits des Rotweingürtels. Die Verwendung des Begriffes „Bereicherer“ richtet sich daher nicht gegen die in Deutschland wohnenden Gastarbeiter, sondern gegen die vielen lachhaften Bemühungen der politischen Elite, die von ihr selbst geschaffenen real existierenden Verhältnisse schönzureden. „Bereicherer“ zielt nicht gegen die orientalischen Beglücker, sondern gegen das eigene Politbonzentum – und ist daher als politischer Spottbegriff völlig legitim.

11. „Fachkräfte“

Um den Deutschen die amtlich aufgezwungene Verbuntung ihres Landes als vermeintlich alternativlos zu verkaufen, werden in regelmäßigen Zeitabständen „Sachgründe“ bemüht. Um die Jahrtausendwende flackerte ein paar Jahre lang der „Sachgrund“ durch die Presse, die Gastarbeiter würden die Rente der Deutschen bezahlen – obwohl insbesondere Türken und Araber schon damals einen auffällig hohen Anteil unter den Sozialhilfeempfängern stellten und überwiegend im Niedrigstlohnsektor tätig waren, somit insgesamt hochsubventionierte Sozialstaatsnutznießer. Ähnlich verlogen wurde den Deutschen um 2010 wieder die alte „Gastarbeiter“-Story in neuem Gewand aufgetischt, indem man trotz 5 Millionen Arbeitsloser im Land (ALG I und ALG II) einen angeblichen „Facharbeitermangel“ beklagte – den man aus politischen Gründen nicht durch Schulung der vielen Arbeitslosen, sondern durch bunte „Zuwanderung“ beseitigen müsse. Ähnlich wie „Bereicherer“ ist daher auch das Spottwort „Fachkraft“ in erster Linie eine Kritik an der Verlogenheit der politischen Klasse – und daher völlig berechtigt.

12. „Menschen türkischer/ arabischer Herkunft“

1998 wurden durch Kanzler Schröder Millionen von Gastarbeitern eingebürgert. Da nun nominell auch Türken „Deutsche“ waren, mussten neue Begriffe erfunden werden, um die bestehenden nationalen Unterschiede weiter abbilden zu können und so trotz gleicher Staatsbürgerschaft juristische Unterschiede („Migrantenbonus“) festzuschreiben. Da das Wort „Abstammung“ in Deutschland aus der NS-Rassenlehre vorbelastet ist („Rasse“, wie im bunten England heute üblich, sowieso), entdeckte man das Wort „Herkunft“. Da aber auch die Deutschen seither in der Amtssprache „deutscher Herkunft“ sind (obwohl als Urbevölkerung von nirgendwo „hergekommen“), kann der Begriff die eigentliche buntpolitische Zielsetzung, Menschengruppen zu klassifizieren, nur schwer verschleiern. „Herkunft“ steht im Klartext als Ersatzwort sowohl für „biologische, rassische Abstammung“ (und damit für Anknüpfung an die Menschenklassifizierungen der NS-Zeit) als auch „nationale Zugehörigkeit“ (die es in der Ideologie des „Multikulturalismus“, der nur „Kulturen“ und keine „Nationen“ kennt, eigentlich nicht gibt). Aufgrund dieser tatsächlichen Bedeutungen hat das Wort „Herkunft“ in der Sprache freiheitlich denkender Bürger nichts zu suchen: Menschen durch den Staat nach biologischer Abstammung einzuteilen, ist verwerflich. Und die nationale Zugehörigkeit der eingeborenen Deutschen, die von nirgendwo herkamen, als „Herkunft“ zu verballhornen, eine politische Frechheit.

13. „Minderheiten“

Das Wort „Migrant“ dürfte sich wie alle anderen amtlichen Kunstbegriffe in absehbarer Zeit überlebt haben, der neue politisch gewünschte Ausdruck wird „Minderheiten“ sein. Nur „Minderheiten“ können mit speziellen „Minderheitenrechten“ ausgestattet werden, nur über diesen Begriff ist die in der Praxis längst existierende juristische Ungleichheit aller Menschen im bunten Deutschland auch politisch durchzusetzen: Vor allem bei Personaleinstellungen im öffentlichen Dienst sollen „Minderheiten“ kraft Geburt mehr Rechte genießen als gleichgeeignete deutsche Bewerber – Deutsche sollen aus dem öffentlichen Dienst der „Bunten Republik“ hinausgedrängt werden. Für die Politik ist der Begriff „Minderheiten“ daher ein wichtiges sprachliches Kampf-Instrument, um die politisch gewollte Bevorzugung bestimmter Personengruppen auch formaljuristisch durchzusetzen und auf diesem Weg den rechtlichen Schutz aller Nicht-Minderheiten (d.h. der „Deutschen“) weiter abzusenken. Und nur Minderheiten, das sei nicht vergessen, können territoriale Ansprüche stellen. Unsere bunte Staatsführung benötigt dieses Wort daher letztlich auch, um die schleichende territoriale Landnahme durch eine andere Nation sprachpolitisch zu flankieren.

14. „Junge Männer“

Das bereits etwas ausgeleierte „Menschen türkischer Herkunft“ wird seit etwa drei Jahren in der Presse durch die Standardfloskel „junge Männer“ ersetzt, wenn es um türkische Gewalttätigkeiten geht. Für geübte Zeitungsleser ist die Entschlüsselung dieses Codebegriffs kein Problem. Da bei deutschen Straftätern in jedem Fall die Nationalität genannt wird – der Leser soll aktiv darauf hingewiesen werden, dass es auch deutsche Kriminelle gibt – handelt es sich bei den vermeintlich nationalitätslosen „jungen Männern“ grundsätzlich um Ausländer – und aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeiten ziemlich wahrscheinlich um Türken. Die Floskel „junge Männer“ zeigt daher recht eindrucksvoll, wie schwer es für Politik und Presse ist, allein mit dem Mittel der Propagandasprache eine bestimmte Faktenlage zu verschleiern. Der kluge Leserkopf findet immer einen Weg, den wahren Inhalt einer Nachricht zwischen den Zeilen herauszulesen.

15. „Kolonisten“

Der Begriff „Kolonisten“ spiegelt das Selbstverständnis gerade vieler junger Türken in Deutschland wider, die sich selbst als koloniale Speerspitze der Türkei verstehen. Dass die Türkei die türkische Besiedlung Mitteleuropas als Teil eines langfristigen territorialen Kolonisationsprozesses versteht, ist mehr als nur ein offenes Geheimnis: Die türkische Regierung hat diese Sicht nie verborgen, sondern stets sehr ehrlich und offen kommuniziert. „Kolonist“, einschließlich der mit diesem Begriff verbundenen territorialen Ansprüche, entspricht daher durchaus dem Selbstverständnis vieler Türken in Deutschland und beschreibt auch aus Sicht der Deutschen eine Wahrnehmung, in der sich das herrisch-koloniale und oft unverhohlen feindselige politische Auftreten gerade türkischer Kreise widerspiegelt. Der Begriff ist daher sowohl aus türkischer als auch deutscher Perspektive in der Sache zutreffend und somit völlig gerechtfertigt.