„Öney vertritt die Türkei in Deutschland sehr gut“

Lobende Worte für die baden-württembergische Ministerin für türkische Interessen Integration Bilkay Öney (SPD) fanden türkische Politiker während ihrer letzten Türkei-Reise über Ostern. Die Stuttgarter Zeitung berichtet:

„Die Ministerin vertritt die Türkei in Deutschland sehr gut“, lobte ein lokaler Funktionär in Urfa. „Die türkische Schwester, die ein Amt in Deutschland bekleidet, macht uns stolz.“ Ob Öney dieses Amtsverständnis teile oder widersprochen habe? „Ihre Wortwahl war es nicht“, stellte ihr Sprecher auf StZ-Anfrage klar. Eine „Zensur der überschwänglichen Wortwahl“ eines türkischen Kommunalpolitikers stehe der Ministerin freilich nicht zu. Sie selbst wurde mit der Zusage zitiert, man werde „unseren Beitrag dazu leisten“, dass Urfa sich kulturell und touristisch weiterentwickele. Ob das die Aufgabe eines Landesministeriums sei? Sie habe „Verständnis für die Probleme der Region“ geäußert, wie es sich für einen Gast gehöre, sagt ihr Sprecher. Klar sei jedenfalls, „dass die Ministerin deutsche Ministerin ist und auch im Ausland als deutsche Ministerin auftritt“.

Ob sich Öney wirklich als „deutsche“ Ministerin sieht, möchten wir bezweifeln. Oder warum startete sie eine erneute Initiative für den generellen Doppelpass für Ausländerkinder? Öney nimmt für sich somit eine Volkszuhörigkeit aufgrund ihrer türkischen Abstammung in Anspruch. Wenn ethnische Deutsche sich über ihre Abstammung als Volk definieren, ist von türkischen Nationalisten Marke Öney, Kolat & Konsorten von „völkischem Nationalismus“ und „Blut und Boden“ die Rede.

Um das Verhalten von türkischen Politikern mit deutscher Staatsangehörigkeit wie Öney richtig einordnen zu können, ist es immer wieder wichtig, darauf hinzuweisen, dass die politische Führung der Türkei ganz offen über Kolonisierungs- und Eroberungspläne für Europa spricht.

Im Oktober 2012 kündigte Ministerpräsident Erdogan auf einem Parteitag seiner AKP an „den Islam siegreich nach Westen führen zu wollen“. Im Februar 2010 rief er auf einem von ihm veranstalteten „Kongress für Auslandstürken“ seine aus Europa eingeladenen Landsleute dazu auf „die europäische Kultur mit der türkischen zu impfen“, um diese Länder zu „türkisieren“. Vor drei Jahren besuchte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu Bosnien-Herzegowina und hielt in Sarajevo eine aufsehenerregende Rede, in der er ankündigte, „das osmanische Reich wiederbeleben zu wollen“.

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