Über deutsche Salafisten und syrische „Rebellen“

Members of the Free Syrian Army, under the name of Farouq Brigades, are seen in Homs„Guck mich nicht an, du Wichser!“ – mit diesen netten Worten wurden Polizisten am 17. April 2011 von drei Salafisten vor einer Düsseldorfer Moschee empfangen. Kurz darauf wurden die Polizisten angegriffen und mussten sich mit Pfefferspray verteidigen. Zwei Salafisten flüchteten, unter ihnen Kerim Bakker Jetzt kämpft der Sohn eines Niederländers und einer Türkin im syrischen Bürgerkrieg an der Seite jener „Rebellen“, die von der EU und den USA unterstützt werden. Gleichzeitig fürchten deutsche Behörden deren Rückkehr.

(Von Peter H., Mönchengladbach)

Bereits mit 16 Jahren ließ Kerim Bakker keinen Zweifel daran aufkommen, was in seinem Leben Bedeutung hat: „Ich lebe nur für Allah und werde von daher mein Leben mit meiner Familie dem Islam widmen“, schrieb Bakker damals in einem muslimischen Internetforum. Er sei ein „stolzer und sehr gläubiger Moslem“ und suche eine „gläubige, vernünftige, anständige Frau mit Hijab“. Als er mit seinen „Brüdern“ in Düsseldorf Polizisten angegriffen hat, war er gerade 18 Jahre alt. Und selbst wenn die Polizei ihn hätte verhaften können, so hätte ein Richter mittels einer sogenannten „Bewährungsstrafe“ dafür gesorgt, dass er für seinen Angriff auf Polizisten nicht ins Gefängnis muss – so läuft das nun mal im Salafisten-Paradies Nordrhein-Westfalen.

Die sogenannten „Aussteigerprogramme“, von denen der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) oft und gerne redet, hätten bei Kerim Bakker nicht gegriffen. Diese Programme basieren laut Burkhard Freier, Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, auf dem Grundgedanken, dass man junge Männer zum Ausstieg aus dem Salafismus bewegen möchte, aber nicht zum Ausstieg aus dem Islam. Faktisch jedoch ist der Salafismus nichts anderes als der Islam im originären Sinne, eine Trennung von Islam und Salafismus ist somit gar nicht möglich. Ein frommer und strenggläubiger Muslim wie Kerim Bakker hätte diese von nordrhein-westfälischen SPD-Politikern gewünschte Trennung von Islam und Salafismus nicht einmal ernst genommen, geschweige denn, sich zum Ausstieg bereit erklärt.

Jetzt ist Kerim Bakker 21 Jahre alt und hat sich im syrischen Kriegsgebiet der Rebellengruppe „Jugend der Armee Mohammed im Land von Scham“ angeschlossen. Ein Foto, das die WELT ihren Lesern nicht zeigen will, zeigt Bakker alias Abu Zulfiqar mit kahlrasiertem Kopf, Bart und einer AK-47, besser bekannt als Kalaschnikow. Und er ist nicht der einzige deutsche Salafist in Syrien: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führt eine interne Liste der „Syrien-Reisenden“, nach der sich bereits mehr als 50 deutsche Jihadisten dort befinden. Sollten diese Salafisten zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland zurückkehren, so wären sie wegen ihrer Kriegs- und Waffenerfahrung eine große Gefahr für unser Land.

Syrien hat seit dem Sturz Saddam Husseins im Jahre 2003 das letzte national-sozialistische Regime der Welt. Darauf zu hoffen, dass deutsche Salafisten von den Soldaten einer judenhassenden national-sozialistischen Diktatur bekämpft werden, mag für freiheitlich-demokratisch gesinnte Menschen schwer erträglich sein. Aber solange Salafisten in Nordrhein-Westfalen von Justiz und Politik „gepampert“ und damit systematisch aufgebaut werden, bleibt nur die Hoffnung, dass wenigstens Assads Truppen einen guten Job machen.