Die Kreuzzüge – Mythen und Fakten

Einen faktenreichen Überblick über die Hinter- und Beweggründe der christlichen Kreuzzüge liefert der Spiegel-Autor Matthias Matussek in einer Buchbesprechung von „Gottes Krieger“ des amerikanischen Religionssoziologen Rodney Stark. Die darin genannten historischen Tatsachen dürften auch für viele unserer Leser neu sein. „Rodney Stark denkt gar nicht daran, sich zu entschuldigen. Er rückt Mythen zurecht.“

Matussek weiter:

Zunächst den, dass die Kreuzzüge Gier-getriebene Beutezüge gewesen seien. Das Gegenteil ist der Fall, sie waren, das belegt Stark, der sichere Weg in den finanziellen Ruin, oft in den Tod. Sie waren eine Sache romantischer und frommer Idealisten.

Der legendäre Kreuzritter Gottfried von Bouillon etwa vermachte die Grafschaft Verdun an den französischen König, um sein Heer zusammenzustellen. Doch nicht nur Ritter – die geschätzte fünf Jahreseinkommen aufbringen mussten – auch viele einfache Leute schlossen sich dem Aufruf von Papst Urban an.

Der nächste Mythos ist der des Angriffs- und Eroberungskrieges. Dazu hatte bereits Gilbert Chesterton bemerkt, dass bereits lange bevor „die Ritter überhaupt von Jerusalem träumen konnten, die muslimischen Krieger auf Paris zuritten.“ Stark zeichnet die Eroberungszüge der islamischen Gotteskrieger im 7. und 8. Jahrhundert nach – durch Nordafrika, Spanien, Frankreich, wo sie schließlich durch Karl Martells gepanzerte Infanterie gestoppt wurden.

Im 9. und 10. Jahrhundert hatten sich verschiedene Kalifate im Mittelmeerraum fest etabliert, von wo aus die Krieger ihre Raubzüge unternahmen. Sie hatten dabei sogar die römische Peterskirche überfallen, was die Päpste begreiflicher Weise animierte, über das kanonische Waffenverbot nachzudenken.

Zum kompletten Artikel auf der „Achse der Guten“ gehts hier. Weitere gängige Vorurteile über die Kreuzzüge und ihre Widerlegung gibt es auf der islamkritischen Seite Deus Vult Caritatem nachzulesen.