Video: Dieser Moslem will den Wahl-Münchner Hamed Abdel-Samad töten lassen

FatwaBei einem seiner Aufklärungs-Vorträge in Kairo sprach Hamed Abdel-Samad über die faschistischen Elemente des Islams, die schon von seinem Begründer Mohammed angelegt wurden. Mit dieser Beurteilung befindet er sich in bester Gesellschaft zu dem früheren britischen Premierminister Winston Churchill, dem indischen Schriftsteller Jaya Gopal und dem niederländischen Politiker Geert Wilders, um nur einige Islam-Aufklärer zu nennen. Dafür verpasste ihm der ägyptische Moslem Assem Abdel-Maged (Foto), der auch ranghohes Mitglied der Islam-Partei Al-Jamaa Al-Islamiya ist, bekanntlich eine unwiderrufliche und zeitlos gültige Todes-Fatwa. Hamed Abdel-Samad ist seitdem untergetaucht, stellte sich aber dem ARD-Magazin „titel thesen temperamente“ für ein Interview.

(Von Michael Stürzenberger)

Hier das hochinteressante Video der TV-Reportage von „ttt“ über den mutigen und sympathischen Deutsch-Ägypter:

Im Interview mit einem ägyptischen Fernsehsender begründete Moslem Assem Abdel-Maged seine Todesfatwa:

„Ich bete zu Allah, daß er seinen Zorn auf diesen Mann herunterbringt und auf jedermann, der mit dem übereinstimmt, was er sagte und auf jedermann, dem gefällt, was er sagte und auf jedermann, der nicht versucht, diese Ketzer und Schweine zu konfrontieren.

Dieser Mann glaubt, daß religiöser Faschismus durch die Eroberung von Mekka begann. Der, der Mekka eroberte, war der Prophet (Friede sei mit ihm) und der, der dem Volk von Mekka die Gesetze des Islams auferlegte, ist der Prophet (Friede sei mit ihm).

Dieser Mann betrauert das Mekka vor dem Islam und sagt, es war ein wundervolles Modell für Vielfalt. Es war die Vielfalt der Götter, die Vielfalt der Gottlosigkeit.

Und daß der Islam kam und die Statuen zerstörte, darüber ist dieser Mann traurig und hält dies für Faschismus. Er greift den Islam ganz direkt an.

Er hält den Islam für eine schlechte Religion, für eine gescheiterte Religion. Er hält den Islam sogar für von Menschen gemacht. Er sagt, da war eine Bewegung in Mekka, die sich selbst Islam nannte.

Also hält er den Islam für so etwas wie eine von diesen Vereinigungen der Jugend der Revolution, die sich selbst Union des Samstags und Freitags nennen um für die Revolution einzutreten.

Man sollte mit ihm nicht diskutieren. Er ist nicht unwissend. Er streitet ab. Er entschied sich, die Religion des Islams zu verlassen. Daher sollte man mit ihm nicht streiten. Er sollte getötet werden sogar ohne ihn zum Widerruf aufzufordern. Weil er den Propheten (Friede sei mit ihm) beleidigt hat, und die Strafe für Beleidigung des Propheten ist der Tod.

Selbst wenn er widerrufen würde, sein Widerruf mag ihm vor Gott helfen, aber er sollte dennoch getötet werden, wie von Sheikh Ibn Taimiya gesagt.“

Diesen Hetzer, Hassprediger und Auftragsmörder umarmte der ägyptische Ministerpräsident Mursi kürzlich herzlich:

Welch „wunderbare“ Früchte doch aus diesem arabischen „Frühling“ so alle hervorgehen. „Die Presse.com“ zu der Todesfatwa gegen Hamed: „Religion als Zukunftssystem ist so zum Scheitern verurteilt“:

Während Drohungen dieser Art in der Ära Mubarak aufgrund der Repression von islamistischen Strömungen und anders gesinnten politischen Parteien eher ungehört blieben, öffnete der Sturz des Ex-Präsidenten das politische wie mediale Feld für Andersdenkende. Salafistische TV-Kanäle etablierten sich nach der Öffnung der politischen Landschaft im ganzen Land und fungieren heute als Sprachrohre ultrakonservativer Gruppierungen, die dieser Art in allen Teilen des Landes ein großes Publikum erreichen können. So war es auch Professor Shabaan selbst, der in selbst ernannter Position als Richter der Religion zur Ermordung des Oppositionellen Mohammed el-Baradei aufrief.

Hamed Abdel-Samad wuchs in Ägypten auf und war zunächst ein Muslimbruder. Im Alter von 23 Jahren kam er nach Deutschland und veränderte sich zusehends positiv. In der TV-Reportage von „ttt“ wurde mitgeteilt, dass er inzwischen aus dem Islam ausgestiegen ist. Ich hatte vor zwei Jahren die Gelegenheit, Hamed nach einem Vortrag in der Münchner Universität kennenzulernen und mit ihm ein kurzes Gespräch über die Problematik des Islams zu führen. Damals war er noch nicht so weit, dass Mohammed in unserer heutigen Zeit die Vorbildfunktion abgesprochen und die verfassungsfeindlichen Bestandteile des Korans gestrichen werden müssen. Bei ihm scheint aber auch eine Entwicklung stattgefunden zu haben. Hamed ist ein rundherum sympathischer Mensch mit einer überaus positiven Ausstrahlung, was sich auch in den folgenden Aussagen des „Die Presse.com“-Artikels zeigt:

„Ich habe keine Angst, etwas oder alles zu verlieren. Es geht um Leidenschaft.“

Mit der Anlehnung an Voltaires Aussage, auf die sich Samad immer wieder beruft, „Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“, positioniert sich Samad als Verfechter einer uneingeschränkten Meinungsfreiheit.

Nicht für Worte bestrafen. Dieses Konzept bedeutet für Samad, dass Menschen niemals für ihre Worte oder Gedanken bestraft werden dürfen, sogar wenn es die Leugnung des Holocausts betrifft, sondern erst rechtliche Schritte eingeleitet werden müssen, wenn Gewalt angedroht oder ausgeführt wird. Um die Meinungsfreiheit zu verteidigen, müsse die Gesellschaft auch akzeptieren, dass manchmal die „falschen“ Begriffe oder Äußerungen benutzt werden. Wie extrem oder provokant eine Aussage auch sein mag, man könne „auf Argumente mit Gegenargumenten reagieren“

Der Autor ist momentan nicht nur in Deutschland in aller Munde, auch in Ägypten wurde der Mordaufruf thematisiert. Sogar die auflagenstärkste Tageszeitung in Ägypten, „Al-Ahram“, hat sich in einem Artikel mit den Aussagen Samads und den Reaktionen von salafistischer Seite auseinandergesetzt. Auf die Frage, wie es jetzt in seinem Leben weitergehe, antwortet Samad, dass er weiterhin zu seinen Aussagen stehen werde, denn ein Leben ohne Freiheit ergäbe für ihn keinen Sinn.

Wir sind alle Hamed Abdel-Samad!