Schützt die Uni Duisburg-Essen eine Antisemitin?

radkeIn der letzten Woche hat die Universität Duisburg-Essen eine Comic-Ausstellung vorzeitig beendet, weil eine muslimische Studentin, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt gesehen hat, eine Collage abgenommen und zerstört hat (PI berichtete). Jetzt hat die taz recherchiert, dass die Studentin in Wahrheit die Collage einer israelischen Künstlerin zerstört hat. Womit sich die Frage stellt, ob die von Professor Dr. Ulrich Radtke (Foto) geführte Uni das der Öffentlichkeit verschwiegen hat, um den antisemitischen Hintergrund dieser Tat zu verschleiern?

(Von Peter H., Mönchengladbach)

„Auf der zerstörten Collage stand weder das Wort ‚Allah‘, noch zeigte sie eine Sexszene. Stattdessen ist darauf eine Friedensdemonstration in Israel zu sehen, bei der auf einem Transparent die Aufschrift ‚Shalom‘ zu lesen ist.“

Soweit die taz. Es war also nicht, wie die WAZ am 28. Juni berichtet hat, die Collage des US-Comickünstlers Craig Thompson, die von der muslimischen Studentin zerstört wurde – diese Collage wurde von der angehenden Gesellschaftswissenschaftlerin am 17. Juni „nur“ abgehängt. In Wahrheit wurde die Ausstellung abgebrochen, nachdem die junge Muslima am 24. Juni eine Collage mit Motiven aus Rutu Modans Werk „Blutspuren“ zerstört hat. Die mehrfach preisgekrönte Graphic Novel „Exit Wounds“ der israelischen Künstlerin Rutu Modan, die 2008 unter dem Titel „Blutspuren“ auch auf deutsch erschien, spielt vor dem Hintergrund der Bedrohungssituation der in Israel lebenden Menschen durch palästinensische Selbstmordattentäter. Wodurch die Darstellung, hier seien die religiösen Gefühle einer jungen Muslima verletzt worden, eine völlig neue Bedeutung bekommt. Und dass eine Darstellung einer israelischen Friedens-Demo, bei der auf einem Transparent das hebräische Wort für „Frieden“ zu lesen ist, die Zerstörungswut einer muslimischen Studentin ausgelöst hat, lässt wahrlich tief blicken.

Uni Duisburg-Essen weiß und tut nichts

Die Enthüllung der taz wirft aber auch ein fragwürdiges Licht auf die Leitung der Universität Duisburg-Essen. Dass die WAZ fälschlicherweise darüber berichtet hat, die Anhängerin Allahs hätte ein Plakat des US-Comickünstlers Craig Thompson zerstört, muss nicht den Redakteuren der WAZ angelastet werden: Die Studentenzeitung akduell hat am 24. Juni das Abhängen von Thompsons Collage thematisiert. Somit lag es nahe, Informationen über die Zerstörung einer Collage auf diese zu beziehen. Auch ist es vorstellbar, dass den akduell-Redakteuren bei der Veröffentlichung ihres Beitrages noch nicht bekannt war, dass die betreffende Studentin am gleichen Tag eine israelische Collage zerstört hat. Es ist jedoch nicht vorstellbar, dass der Uni-Leitung zum Zeitpunkt ihrer Stellungnahme gegenüber der WAZ, die vermutlich kurz vor dem 28. Juni und somit mehrere Tage nach der Zerstörung der Collage erfolgt sein dürfte, immer noch nicht bekannt war, dass in Wahrheit eine andere Collage zerstört wurde. Somit stellt sich die Frage, ob die Uni-Leitung die WAZ und damit die Öffentlichkeit bewusst in diesem Irrtum belassen hat, um den antisemitischen Charakter der Tat zu verschleiern?

Aber es kommt noch schlimmer: Obwohl der antisemitische Hintergrund der Zerstörung offensichtlich ist, zieht sich die Uni-Leitung auf die lächerliche Aussage zurück, man würde derzeit noch „über die Motive der Studentin rätseln“. Auch hat es bislang weder einen Strafantrag der Universität wegen Sachbeschädigung gegen die Studentin gegeben, noch deren Exmatrikulation, die aufgrund wiederholter Sabotierung einer Hochschul-Veranstaltung möglich und auch zwingend wäre. Stattdessen soll jetzt mit der Judenhasserin ein „eindringliches Gespräch“ geführt werden. Was die Anhängerin Allahs, die sich der Unterstützung des Islamischen Studierendenbundes (ISB) an der Uni Duisburg-Essen sicher sein kann, wenig beeindrucken dürfte. Solange die Studentin nicht angezeigt und exmatrikuliert wird, wird sich Rektor Radtke den Vorwurf gefallen lassen müssen, seine Universität schütze eine Judenhasserin.

Kontakt:

Professor Dr. Ulrich Radtke
T01 S06 C04 (Essen)
rektor@uni-due.de