Berlin: Blonde Bademeister haben nichts zu sagen

Wer sich gestern gefragt hat, was denn das für jugendlichen Randalierer im Freibad Pankow (Ostberlin) waren, erhält heute die Antwort im „Tagesspiegel“. Tipp: Es handelt sich nicht um Chinesen und Japaner. Die Störenfriede dürften eher aus dem ominösen „Südland“, dessen genaue Lage wohl nur eingeweihten Qualitätsjournalisten bekannt ist, stammen.

Das Blatt schreibt:

Wie bei früheren Auseinandersetzungen sollen die Krawallmacher arabisch- und türkischstämmige Jugendliche aus Wedding gewesen sein. „Seitdem die Straßenbahn eine direkte Verbindung bietet, haben wir diese Klientel in Pankow“, hieß es bei den Bäderbetrieben. Erst vor einer Woche musste wegen tumultartigem Gedränge am Einlass die Polizei geholt werden. Neben dem Neuköllner Bad am Columbiadamm gibt es in Pankow die meisten Polizeieinsätze. Die Bäderbetriebe verhängten am Freitag drei Dutzend Hausverbote. Gegen 19.30 Uhr war das Bad geräumt, Strafanzeigen gab es keine. Am Sonnabend waren 16 Sicherheitskräfte im Einsatz und meist um einen freundlichen, aber konsequenten Ton bemüht. Hunde hatten sie nicht mehr, dies habe zu martialisch gewirkt, hieß es bei den Bäderbetrieben: Aggressive Jugendliche fühlten sich noch mehr angestachelt. Leider ließen sich viele Jugendliche mit Migrationshintergrund auch von blonden Badmitarbeiterinnen nichts sagen. In Wedding ist jetzt ein iranischstämmiger Berliner, ein früherer Ringer, Schwimmbadmeister.

Das sich viele türkische und arabische Jugendliche nichts von blonden Bademitarbeiterinnen sagen lassen, hat übrigens nichts mit Rassismus zu tun. Einen Aufschrei der üblichen Verdächtigen gäbe es nur im umgekehrten Fall.