Steinplatz-BerlinEs dürfte bisher kaum jemandem in Deutschland aufgefallen sein: Das EU-Parlament hatte bereits 2008 beschlossen, den 23. August, den Tag an dem 1939 der Hitler-Stalin-Pakt abgeschlossenen wurde, zum „Europäischen Gedenktag an die Opfer der stalinistischen und nationalsozialistischen Verbrechen“ zu erklären. Das ist weitestgehend ein Verdienst von EU-Abgeordneten osteuropäischer Länder und wurde gegen den Widerstand vieler westlicher EU-Abgeordneter durchgesetzt. Außer in Schweden wird dieser Gedenktag daher auch in keinem westeuropäischen EU-Staat offiziell begangen, und so gilt es nun ein Zeichen zu setzen: Um 17.30 Uhr findet am morgigen Freitag, den 23. August bei den Mahnmalen für die Opfer des Stalinismus und des National-Sozialismus in Berlin-Charlottenburg am Steinplatz/ Ecke Hardenbergstraße ein stilles Gedenken mit Blumenniederlegung statt.

(Von DIE FREIHEIT, Landesverband Berlin)

In Bulgarien, Kroatien, Polen, Ungarn, Slowenien und den baltischen Staaten dürften sich die Menschen wundern, warum sich Deutschland hier ausklinkt. Eine offizielle Stellungnahme unserer Regierung, die ansonsten gar nicht genug „EU“ durchsetzen kann, fehlt bisher.

Der ehemalige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung Prof. Wolfgang Benz, der auch schon mal die Muslime von heute mit den Juden von damals gleichsetzt, kritisiert als prominenter geistiger „Vorturner“ in seinem Tagesspiegel-Artikel vom 21.02.13 diesen Gedenktag wie folgt: „Das pauschale Gedenken, das der 23. August symbolisiert, nivelliert die Unterschiede zwischen nationalsozialistischer Verfolgung und kommunistischem Terror und marginalisiert damit den Judenmord wie den Genozid an Sinti und Roma“.

Als Hauptbegründung gilt laut Benz dabei, dass es nicht die Intention sowjetischer Politik gewesen sei Menschen auszurotten, weil sie bestimmten Ethnien- oder Religionsgemeinschaften zugehörten. Benz wird vermutlich wissen, dass das nicht den Tatsachen entspricht. Alleine schon Stalins Völkermord von 1932-33 an mindestens 3,5 Millionen Ukrainern (laut Akademie der Ukrainischen Wissenschaften zum Holodomor) durch systematischen Nahrungsentzug zeigt, das Stalin keineswegs davor zurückschreckte, Ethnien planmäßig zu vernichten. Viele andere nichtrussische Ethnien folgten.

Weiß Herr Benz etwa auch nicht, dass Stalin Menschen vor allem deshalb ausrottete, weil sie als echte oder vermeintliche Gegner des Sozialismus einer „falschen“ Klasse (wie z.B. die Kulacken als selbstständige Großbauern) angehörten, da er von der Opferkategorie „Klasse“ gleich gar nicht redet? So sehr man auch heute alles europäisch sehen will, in diesem einen Punkt um Gottes Willen nicht, denn es hätte natürlich Konsequenzen, wenn auch nicht die, die Herr Benz vorgibt.

Irgendwer hat neulich gefragt, ob am Denkmal für die vom Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten am Ende etwa auch dem von Hitler liquidierten schwulen SA-Führer Ernst Röhm mitgedacht wird. Das ist natürlich recht pointiert, weist aber auf das Problem hin, dass nun mal viele Täter auch Opfer waren und umgekehrt. Und was wollten denn viele der von den Nazis ermordeten Kommunisten, nach denen heute noch etliche Strassen im Osten benannt sind? In der Regel kämpften sie für eine Räte-Republik, d.h. übersetzt nichts anderes als für ein Sowjetdeutschland nach Stalins Vorbild. Das erwähnt man aber lieber nicht, man könnte ja sonst in ein falsches Licht geraten.

Doch wenn sich zwei Massenmörder bekämpfen und man nennt beide „Massenmörder“, wieso sollte dadurch eigentlich einer der beiden verharmlost werden? Wie lange soll beim Gedenken an die Opfer noch jeweils nach Klassen- oder Rassengesichtspunkten oder nach der Art der Ermordung eine Bewertung quasi in einer Opferhierarchie erfolgen? Wie will Herr Benz letztlich feststellen ob nun vergasen leidvoller als verhungern oder erschießen ist. Das ist doch absurd.

Wir brauchen keine Olympiade des Opfertums mehr, wir bräuchten heute mehr denn je ein europäisches, achtungsvolles Gedenken der Opfer beider Diktaturen. Das würde einer politischen Vereinnahmung des Gedenkens zur Durchsetzung heutiger politischer Einzelziele vorbeugen. Die beiden mörderischen Diktaturen waren, bei aller Unterschiedlichkeit, eben das komplette Gegenteil von jeglicher Demokratie und sie waren beide betont antibürgerlich.

Deshalb sollten wir Bürger am 23. August das tun, was eigentlich Aufgabe unserer Regierung wäre.

Zusatzinfo 1
Zusatzinfo 2
The Soviet Story (deutsch)

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26 KOMMENTARE

  1. Nach Berlin werde ich deswegen jetzt nicht fahren, aber ich werde meine Deutschlandfahnen raushängen.

  2. Nur die Toten nationalsozialistischer Herrschaft sind die wahren Opfer !

    Habe ich das so richtig verstanden ?

  3. Tja, mit dem gedenken ist das hier so eine Sache. Gedenke ich der Opfer Stalins, gedenke ich auch der deutschen Kommunisten die vor Hitler nach Rußland flüchteten und dort von Stalin als politische Abweichler umgebracht wurden. Stalin ermordete mehr deutsche Kommunisten als Hitler. Sind das nun Opfer zweiter Klasse ? Wobei die Trotzkisten ebenfalls nicht vergessen werden dürfen.

  4. Ein wunderlicher Zeitgenosse, der Herr Benz. Habe seine frühen Werke sehr wohl studiert und daraus gelernt und für hervorragend befunden.

    Bei seinen Arbeiten und Anmerkungen der letzten Jahre jedoch scheint mir die nötige Präszision verlorengegangen zu sein….

  5. Herzlichen Dank für den sehr interessanten Artikel und vor allem die sachliche Aufklärung über den Hetzer und Vollpfosten (Entschuldigung) Wolfgang Benz und Dank für die hochinteressanten Links.

  6. Aus europäischer Sicht wurde Stalin angegriffen und war somit Opfer, d.h. man muss dessen Verbrechen nicht gedenken. Dass man Deutschland als alleinigen Täter hinstellt, hat den schönen Nebeneffekt, dass man die Nachkommen der Nazis so schön am Gängelband und klein halten – und zusätzlich abkassieren kann.

  7. Altlinke sind ja auch heute noch der Meinung, dass das, was Solschenyzin im Archipel Gulag beschrieben hat, sei alles Fiktion und habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

  8. Benz und Konsorten sind die Typen von Geschichtsschreibern, die uns in der DDR ein entsprechendes Geschichtsbild vermittelten. Nach der Wende hatte jeder DDR-Bürger die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren; ich tat dies und staunte nicht schlecht beim Lesen. Nach und nach kam immer mehr heraus, auch aus bis dahin verschlossenen Archiven und es entwickelte sich ein Bild, das zu dem ehemaligen im Osten vermittelten disparat war. Jörg Baberowskis „Verbrannte Erde“ über den Stalinterror fesselte mich, so dass ich schließlich nach weiterer Literatur suchend auf die angeblich wahre Geschichte des Stalinismus stieß, den Titel des Buches weiß ich nicht mehr, ich strenge mich auch nicht an, mich an ihn zu erinnern, da er unwichtig ist. Es war ein linkes Machwerk, in dem urkommunistische Zeitzeugen befragt wurden, wie sie denn nun die Stalinzeit fanden und das Ergebnis dieser Fragen wagten die Autoren als wissenschaftliche Studie dem Leser anzubieten. Ich habe dieses Buch nicht in die Altpapiersammlung gegeben, sondern in die Restmülltonne, wo es hingehört.
    Natürlich sind Benz und Kumpane bemüht, die linke Sicht als allein bestimmende auszurufen. Lass ihn rufen. Die Zeiten, in denen mir bestimmt wurde, deren Machwerke anzuerkennen und auch noch nachzuschwafeln sind vorbei. Endgültig. Auch dank WWW.

  9. Deutschland hat Kohle ohne Ende für alle, für die ganze Welt. Und jetzt aber arbeiten!

    http://www.tagesspiegel.de/politik/deutsche-nothilfe-in-syrien-wohin-fliessen-die-hilfsgelder/8679414.html

    „Deutsche Nothilfe in Syrien Wohin fließen die Hilfsgelder?
    Deutschland hat bisher 193,33 Millionen Euro für humanitäre Unterstützung in Syrien ausgegeben. Doch wohin fließt das Geld?
    Zum einen könne die Bundesregierung nicht ausschließen, dass mit den Hilfslieferungen auch bewaffnete islamistische Gruppen unterstützt werden. Zum anderen würde einseitig mit den Rebellen kooperiert und damit die Unabhängigkeit bei der Verteilung der Güter massiv infrage gestellt.
    „Eine bis zur Endverwendung durchgehende eigene Durchführung der Hilfsmaßnahmen durch ausländische bzw. internationale humanitäre Akteure ist nicht gegeben.“ Informationen über die „letztendliche Verteilung von Hilfsgütern“ lägen daher „meist nicht aus erster Hand vor“. Eine unbefriedigende Situation, gibt die Regierung zu.“

    In Ägypten und sonstwo das gleiche Spiel. Die Bundesregierung als verbrecherisches System zum größten möglichen Schaden der deutschen Bevölkerung. Sie zeichnet sich durch effektive Arbeit aus.

  10. Nun, als Verbündeter der westlichen Alliierten muss Stalin verharmlost werden. Diese Verharmlosung ist für die Geschichtsschreibung oder besser, das historische Narrativ, von enormer Bedeutung denn der Krieg gegen die Nazis ist als ein durch und durch moralisch begründeter Menschenrechtskrieg definiert worden.

    Aus dieser Erfahrung und ihrer folgenden Interpretation als dem einzigartigen Zivilisationsbruch, leitet sich auch die moderne westliche Menschenrechtspolitik ab, wie auch die Idee der moralischen Rechtfertigung und Verpflichtung zur Einmischung und zum Eingreifen (wie im Fall Jugoslawien oder auch Libyen).

    Selbst Israel kann unter den Bann des „Nie wieder“ gestellt werden,der selektiv angewendet wird und seine enorme Wirkung vorrangig aus der Einzigartigkeit empfängt, um die herum sich eine eigene Moraltheorie und Gesellschaftsanalyse bildete.

    Die Bombardierung deutscher Städte, die Vertreibungen nach dem Krieg sind nur durch die moralische Komponente der Einzigartigkeit der Nazi Verbrechen zu rechtfertigen und obendrein durch daraus abegeleitetes übergeordntes Mensnchenrecht,also die höhere Moral geschützt.

    Kommunistischer Massenmord muss folglich als weniger unmoralisch dargestellt werden, selbst wenn er höhere Opferzahlen produzierte.

    Hätte man nicht die kommunistische Sowjetunion sonst ebenfalls niederringen müssen statt ihr Völker und Territorium auszuliefern?

    Natürlich ist für die deutsche Politik dieser EU Gedenktag nicht nur lästig sondern für das Geschichtsbild des heutigen Deutschland, wie auch im Kampf gegen Rechts abträglich.

    Völkermorde kann man vergleichen ohne ihre jeweilige Einzigartigkeit zu leugnen oder das Grauen zu verharmlosen.
    Opfer durch eine Hierarchie auf oder abzuwerten ist zwar politisch nützlich aber moralisch verwerflich.

    In gewisser Weise herrscht bei uns die Auffassung, der Marxismus, der ja das Gute wolle, sei einfach nicht fähig Verbrechen zu begehen, die mit denen der Nazis vergleichbar sind. Das überschneidet sich merkwürdig mit Erdogans islamisch logischer Analyse, auch im Islam könne es keinen Völkermord geben.

    Akzeptiert man die Gesetze unter denen der Mord geschieht, wird man mit den Opfern wenig Mitgefühl aufbringen.

    Ich möchte hier noch mal für Diana Wests website werben. Ihr Buch „American Betrayal“ setzt sich mit dem US/UDSSR Bündnis auseinander und weist auf die kommunistische Infiltration der US Administration hin, deren Auswirkungen verheerend waren und sind. Ihre Argumente und Informationen zeigen recht deutlich, weshalb die Opfer des Stalinismus in unserer Geschichtsschreibung so vernachlässigt werden.
    Einige ihrer Aussagen haben mich fassungslos und sehr nachdenklich zurückgelassen.

    Für PI Leser sicher sehr interessant, sie schlägt den Bogen zum heute und zur islamischen Bedrohung, der gegenüber der Westen so sonderbar hilflos und blind ist.

    http://dianawest.net/

  11. Richtig. Es gibt keine Opfer 1., 2. und 3. Klasse. Denn alle Menschen sind gleich viel wert.
    Dass der Kommunismus mit Lenins Putsch und Gewaltorgie die europäische Mentalität zutiefst erschüttert hat und so die extremen Gegenbewegungen in Italien und dann in Deutschland und vielen anderen Ländern erst mit hervorgerufen hat, weiß heute kaum jemand. Auch die groteske Episode, dass französische Freiwillige 1945 als Letzte in Berlin gegen die Rote Armee kämpften (frz. Waffen-SS-Einheit), hat darin ihren Grund.
    Stalins Verbrechen in der Ukraine sind von den Kommunisten hierzulande heute völlig verdrängt. worden. Um so wichtiger ist es, durch Aufklärung Widerstand gegen das Vergessen und das Verzerren zu leisten.

    Sehr wichtiger Film:
    http://www.youtube.com/watch?v=YM_bsoM_XAM
    (Gibts auch als DVD)

  12. Dem Landesverband der Freiheit vielen Dank dafür, dass Sie diesen Tag würdigen wird und dafür, dass ich überhaupt etwas davon mitbekommen habe!

    Es ist ein gutes Zeichen, dass sich Osteuropäer offensichtlich nicht mehr alles vorschreiben lassen auch nicht die Deutung der eigenen Geschichte.Ein kleiner Lichtblick.

  13. Und was mich deshalb so wundert ist, dass bei den veritablen Falschaussagen von Benz keiner der doch angesehenen Wissenschaftler widerspricht. Müssen die Angst haben, zu widersprechen? Oder haben die widersprochen und die Medienschaffenden haben den Widerspruch übersehen? Oder sagen die sich „hat doch alles keinen Zweck“?
    Bleibt also, sich immer wieder selbst ein Bild zu machen. Ob sich viele Menschen die Mühe machen oder ob die meisten es auf sich beruhen lassen, weil es ihnen in den Kram passt?
    Dass Hitler ganze Ethnien ausrotten wollte ist mir neu. Die Vertreter einer Religion schon eher. Und Stalin? Selbstverständlich ging er über leichen, natürlich übte er sich in Sippenhaft, unterschrieb persönlich Todesurteile, wieß an, wer zu sterben hatte, ließ ganze Ethnien verhungern, deportierte sie. Und sein Spießgeselle ein gewisser Lenin war ebenfalls ein Mordbube. Sein Rat an die November-Räte-Revolutionäre über Geiselnahme und Erschießungen von Vertretern der Bourgeoisie ist allgemein bekannt.

    Was dahintersteckt, dass die linken Taliban von heute sich schützend vor Stalin stellen ist nicht die Absicht, dass eine Relativierung von zwei Mördern unterbleibe sondern dass der Glorifizierung des einen der beiden Mörder nichts im Wege steht.

    Oder glauben die ganz und gar, wir wüssten nichts über Typen wie Stalin, Mao, Guevara und Pol Pot?

  14. Zwei Fragen zu diesem Thema, mit denen Sie linke „Logik“ entlarven:

    1. Fragen Sie einen Linken, ob er die britisch-französische Kriegserklärung gegen das deutsche Reich in Folge des deutschen Überfalls auf Polen am 01.09.1939 für gerechtfertigt hält.

    Er wird womöglich antworten:

    „Natürlich. Man kann ja nicht einfach fremde Länder überfallen. Außerdem gab es ja die britisch-französische Garantieerklärung, und Polens Souveränität war bedroht.“

    Dann stellen Sie die zweite Frage.

    2. Als am 17.09.1939 die Sowjetunion Polen gleichfalls überfiel, blieb eine britisch-französische Kriegserklärung gegen die SU jedoch aus. Halten Sie das für richtig?

    +++++++

    Viel Spaß bei den Reaktionen auf die zweite Frage 🙂

  15. Es heißt nicht:

    „Europäischen Gedenktag an die Opfer der stalinistischen und nationalsozialistischen Verbrechen“

    Sondern

    „Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nazismus“

    Kleiner, aber wichtiger Unterschied!

    http://europa.eu/newsroom/calendar/event/448062/europ%C3%A4ischer-tag-des-gedenkens-an-die-opfer-von-stalinismus-und-nazismus

    Die Linken haben sich gemerkt, was ihnen in letzter Zeit unter die Nase gerieben worden ist: NationalSOZIALISMUS.

    Deshalb versuchen sie Nazismus zu ventilieren.

  16. @11 JeanJean: „Treffer, versenkt!“. Linke rechtfertigen also mit der Besonderheit nazistischer Verbrechen ihre selbstgefällige Sicht auf die Geschichte. Sie erst erlaubt die Unterteilung in Gut und Böse. Brecht: Ein Gewehr ist eine gute Sache (soweit geht die NRA mit), wenn es für eine gute Sache ist. Dem müssten nun aber gerade die hierzulande herrschenden oder zumindest schwallenden Christen (ich meine damit die staatlich geprüften Berufspazifisten unter den guten Christen) widersprechen, sozusagen von Amts wegen. Tun sie aber nicht. Und die Linken? Sie schulden ihren Verbündeten im Kampf gegen Rechts, den Pazifisten, eine Erklärung. Bemerkenswert ist, dass das regelmäßige Ausbleiben dieser Erklärung weder die Linken, noch die Pazifisten schert. Für beide gilt, dass der Zweck die Mittel heiligt und beide sind daher einfach nur schnöde scheinheilige Heuchler.

    Aber der geneigte Beobachter, gerne auch „Rassist aus der Mitte der Gesellschaft“ tituliert bemerkt sehr wohl, dass der Linke gerne auf, ja soll ich sagen auf die „unwerten Toten“ laut herabblickt, und dass der Pazifist sich dieser Leichenfledderei gegenüber blind und taub stellt. Dieser Verstoß gegen das Leichenrecht (de mortuis nil nisi bene) müssen sie ihren Verbündeten im KgR durchgehen lassen, wollen sie nicht selbst mal als „Drecks-Opfer“ nicht nur daliegen, sondern auch noch bespuckt werden, kennen sie, und hier schließt sich der Kreis, kennen sie doch die Neigung zur Gewalttätigkeit ihrer Verbündeten.
    Alles wäre so einfach, wären da nicht die Mitwisser, die mit gewissem Kalkül so beschimpften Rassisten.

  17. Als Hauptbegründung gilt laut Benz dabei, dass es nicht die Intention sowjetischer Politik gewesen sei Menschen auszurotten, weil sie bestimmten Ethnien- oder Religionsgemeinschaften zugehörten.

    Selbst wenn das so wäre:
    Kann mir mal jemand erklären, warum es besser sein soll, Menschen aus irgendwelchen anderen Gründen auszurotten? In diesem Fall eben zur Durchsetzung des Sozialismus? Ist nicht das AUSROTTEN das eigentliche Verbrechen und das Motiv relativ egal?

  18. Zum Thema Stalinismus (und Opfer) gibt es für kleines Geld zwei sehr aufschlussreiche Werke bei der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn, und kann online bestellt werden.

    Interessant ist zum 23.08.39, dass die Allierten danach die Bündnistreue zu Polen noch einmal öffentlich wiederholten, um Hitler, der davon ausging, dass nunmehr die Alliierten nicht eingreifen, am Krieg zu hindern. Das passierte nicht.

    Wenig bündnistreu verhielten sich die Alliierten als Stalin am 17.09.39 in Polen einmarschieren ließ. Das war ein Casus Belli gemäß Bündnisvertrag. Seltsamerweise waren die Alliierten dann aber interessiert, Stalin zu stoppen, als der sowjetisch-finnische Winterkrieg ausbrach, Schweden verweigerte allerdings Waffenlieferungen über dessen Grenzen.

    Kurzum: Die Historiker werden gespannt sein, was in den englischen Archiven zu finden ist, wenn nicht wieder einmal die Sperrfristen verlängert werden.

  19. (Von DIE FREIHEIT, Landesverband Berlin)

    Boah, euch gibbet noch?

    Davon abgesehen: Guter Beitrag.

  20. Wenn man eins von den Millionen Toten beider System ist es ja wohl gleich, von welchem: Man ist tot. Dass Linke trotzdem auf eine Hierarchie der Opfer pochen, zeigt die Kraft ihrer Heuchelei. Linke wissen sich der Deutungshoheit sicher – und da haben sie Recht. DE ist seit 1968 ein linksgebeuteltes Land. Durch Schulen, Medien und Politik geknebelt ist der gegenwärtige Zeitgeist ziemlich total linksorientiert – und das ist rauher Wind für zarte Pflänzchen wie PI.

  21. *
    Noch ist der zweite Alte Faschismus noch immer nicht am FREITAG zu Grabe getragen, schon hält der Neue FREITAGS-Faschismus Einzug in Europa ! – „Sieg dem Hail“

  22. 2 x falsch!

    Es ist kein Stalinismus!

    Es ist KOMMUNISMUS!

    Wieder eine Verharmlosung übelster art.
    Stalin war lange tot als mao 70 millionen ermordete.
    Auch als pol pot mordete.

    2. LENIN erfand den gulag 1918!
    Er nannte ihn ROTER TERROR.

    Schlimm wie die Opfer das mitmachen.

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