Solingen: Weihnachten ohne christliche Symbole?

Christoph KrafczykSolingen ist zuletzt dank politischer Richter in die Schlagzeilen geraten, die ihre lächerlich milden Strafen für Salafisten, die Polizisten brutal angegriffen haben, mit ihrer Abneigung gegen Pro NRW begründet haben (PI berichtete). Jetzt hat „City-Manager“ Christoph Krafczyk (Foto) die Stadt mit einer schlecht verschlüsselten Forderung nach einer Weihnachtsbeleuchtung ohne christliche Symbole erneut in fragwürdige Schlagzeilen gebracht. Aber es gibt auch Kritik und Unverständnis.

(Von Peter H., Mönchengladbach)

Zwischen 60.000 und 80.000 Euro müssen Händler und Sponsoren im nordrhein-westfälischen Solingen für das „Konzept Winterlicht“ aufbringen. Damit soll die Solinger City neu beleuchtet werden, man hofft, die Hälfte der Bäume auf der Hauptstraße in diesem Jahr neu zu beleuchten. So weit, so gut. Für Irritationen und Unmut jedoch sorgte Christoph Krafczyk, sogenannter City-Manager des Solinger Innenstadtbüros, mit seiner Ankündigung, das neue Lichtkonzept zur Weihnachtszeit setze auf „neutrale Elemente“. Es solle „jeden“ ansprechen, „schließlich leben wir in einer multikulturellen Welt“ – eine dümmliche und schlecht verschlüsselte Forderung nach einer Weihnachtsbeleuchtung ohne christliche Symbole.

Zum besseren Verständnis der Geschichte sei daran erinnert, dass es seit dem rechtsextremen Brandanschlag vom 29. Mai 1993, bei dem fünf türkischstämmige Menschen zu Tode kamen, kaum eine Stadt in Deutschland gibt, deren Repräsentanten so unterwürfig bemüht sind, alles einer bestimmten Religion genehm zu machen, wie in Solingen. Weswegen die Kritik, die sich jetzt über Christoph Krafczyk ergießt, für Solinger Verhältnisse höchst ungewöhnlich und bemerkenswert ist.

„Falsch verstandene Toleranz“

„Dass ich Muslime in unserer Stadt begrüße, heißt doch nicht, dass ich meinen eigenen Glauben verleugnen muss. Wir beschmutzen unser eigenes Nest.“

Das sagte beispielsweise der frühere Stadtdechant, Pfarrer Heinz-Manfred Jansen, auf Anfrage des Solinger Tageblatts. Auch spricht Pfarrer Jansen von „falsch verstandener Toleranz“. Selbst im multikulturellen Solinger Rathaus ist man über Krafczyks Idee nicht wirklich glücklich; die Toleranz unter den Religionen sollte es zulassen, dass eine Weihnachtsbeleuchtung erkennbar christliche Symbole beinhaltet, erklärte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Und die deutlichste Kritik kam vom Solinger FDP-Vorsitzenden Ulrich G. Müller:

„Warum sollten wir auch unsere Wurzeln verleugnen? Noch haben wir die Mehrheit in diesem Staat. Und die, die zu uns kommen und in dritter oder vierter Generation hier leben, werden diese Wurzeln irgendwann doch auch haben.“

Lediglich die Solinger SPD war zu keiner Kritik bereit. Es sei unverständlich, sich im August mit Weihnachtsbeleuchtung zu beschäftigen. „Aber wenn es etwas Wichtiges gibt, können Sie gerne anrufen“, sagte Parteichef Josef Neumann dem Solinger Tageblatt.