Wieder ein Sonntag, wieder machte ich mich zum Rathaus auf. Mit dem Wissen, dass ich vermutlich allein dort ausharren werde, weil die bisherigen Mitstreiter verhindert sind, zog ich also los. Um nichts zu vergessen, packe ich für jeden Sonntag meine Tasche für den Spaziergang schon am Vorabend. Dieses Mal hatte ich sogar an ein Utensil gedacht, das ich bisher stets vergaß: Eine rote Socke.

(Von UprightCitizen)

Auf dem Weg bemerkte ich, dass doch etwas fehlte. Ich hatte meinen MP3-Spieler vergessen, dabei war ich nicht in Eile und lag mehr als gut in der Zeit. Nun gut, dachte ich, höre ich dann einfach zu, was meine Mitmenschen am Sonntagvormittag so treiben. Jetzt allerdings, weiß ich einmal mehr, weshalb ich dieses kleine elektronische Wunderwerk so sehr schätze… Aus beihnahe allen weit geöffneten Fenstern, so schien es zumindest, dudelten die Verblödungskisten um die Wette. Aha, dachte ich, es sind also nicht nur meine Nachbarn RTL-Dauerkonsumenten, also sozusagen „bestens informierte“ Bürger, sondern diverse andere in der Umgebung ebenfalls. Um kurz nach 11 Uhr dröhnte ein Einspieler durch die Straße, der die Werbung ein- oder ausläutete, dass es geradezu in meinen Ohren klingelte. Hossa, ging es mir durch den Kopf, gegen diesen kollektiven Randale-Effekt ist gewöhnliches Stereo beihnahe schon der letzte Mist.

Vorbei an einem Elternpaar mit Kind, das hystherisch kreischend auf Muttis Arm strampelte, weil es ganz offensichtlich nicht dort bleiben wollte, schritt ich meines Weges und prompt machte ein weiteres Beispiel liebevoller Erziehungsarbeit auf sich aufmerksam. Ein wütender Mann brüllte sein Kind an und beschimpfte es als faul; die Frau faselte etwas von „die Nachbarn“, weil ihr das vermutlich peinlich war.

Endlich am Rathaus angekommen, machte ich mich sogleich ans Werk, denn die rote Socke sollte als Ausdruck meiner politischen Zufriedenheit über den Griff einer Seitentür gehängt werden. Der Haupteingang bietet eine solche Möglichkeit leider nicht, aber auch diese Tür wird häufig genutzt, das ist gewiss. Also flott ein Foto geschossen, anschließend auf meinen Posten marschiert und auf den 12-Uhr-Glockenschlag der Rathausuhr gewartet. Ding Dong – niemand in Sichtweite, kein Interessierter jedenfalls. Bin ich enttäuscht? Nein. Irgendwo in Deutschland waren ebenfalls Menschen vor dem Rathaus und so Gott will, wird es einen nächsten Sonntag geben. Auf ein Neues dann.

Auf dem Heimweg traf ich dann auf eine kleine italienische Familie, die entspannt vor einem Café saß. Ihr kleines Mädchen hockte fröhlich im Kinderwagen, wank stürmisch und rief mir ihr zuckersüßes „Hallo Hallo“ entgegen. Dieses strahlende kleine Wesen musste man einfach anlächeln und natürlich erwiderte ich ihren Gruß. Ihre Eltern und ich amüsierten uns königlich über das kleine Energiebündel, wir mussten allesamt laut lachen, es war einfach niedlich, was die Kleine im zartesten Alter uns Erwachsenen bot. Einfach schön das zu erleben.

Ja, genau so funktioniert ein Miteinander. So, und nicht anders. Da könnte so manche Parallelgesellschaft etwas draus lernen, wenn sie denn wollen würde.


Bisher erschienen:

» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsberichte 11-15
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 10
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 9
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsberichte 7 und 8
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsberichte 5 und 6
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 4
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 3
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 2
» Sonntag, 12 Uhr Rathaus – Erfahrungsbericht 1


Sie möchten auch einen Erfahrungsbericht zur PI-Aktion „Sonntag, 12 Uhr Rathaus“ schicken? Dann schreiben Sie eine Email an: info@blue-wonder.org

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26 KOMMENTARE

  1. AKTION FÜNF VOR ZWÖLF: NÜRNBERG

    Kurz vor zwölf. Da steht sie – vor der Rathaustüre – die kleine, große und heldenhafte spiderPig. Der Nürnberger Hauptmarkt ist auch heute wieder geflutet mit Turis aus aller Welt, die mit aller Zeit der Welt, geduldigst auf das historische Männleinlaufen der Frauenkirche warten. Eine Zeitung hat sie in der Hand, die JF. Im Umkreis von ihr alles frei, in der Nähe, sie flankierent, Libero. Ich freue mich sie zu sehen, wir sind jetzt zu dritt. Wir denken kurz daran dass wir gar nicht so wenige sind, in vielen anderen Städten stehen in diesen Moment auch Menschen vor den Rathäusern.

    Für noch Unentschlossene in der Region gilt – ABER JETZT – RUNTER VOM SOFA – RETTET … ……….. ! Bei … ……….. ! kann jeder das für sich wichtige Thema einsetzten. Für mich heißt es – RETTET DIE FREIHEIT – und dabei denke ich vor allen an meine Kinder und Enkel.

  2. Wir hatten dieses Mal Besuch aus Bamberg an unserem Rathaus in Gö! Der PIler aus dem Süden beehrte uns und freute sich richtig, dass er endlich einmal PI-Leser traf. Wir verstanden uns auf Anhieb und waren von seiner aufgeschlossenen, syphatischen Art direkt engetan. Wie er uns erzählte, traf er sich in seiner Heimatstadt ansonsten mit nur einem weiteren Mitstreiter.
    Wir standen also zu viert vor unserem Rathaus und unterhielten uns angeregt. Zudem meldete sich unser fünfter Mitstreiter (derjenige, der den 2. Erfahrungsbericht hier schrieb) telefonisch um kurz nach 12 und berichtete von einer angeregten Diskussion mit einigen aktiven AfDlern, die er in diesem Moment führte. Beim nächsten Mal wird er wieder mit dabei sein.

    Wir danken hiermit unserem Bamberger Aktiven und freuen uns auf einen eventuellen nächsten Besuch!

    Für uns in unserer niedersächsischen „Groß“stadt lohnt sich die Aktion zusehends. Wir können allen Aktiven nur empfehlen, weiterhin am Sonntag um 12 Uhr am Rathaus zu stehen!

  3. Ich bewundere den Mut,
    vor ein Rathaus zu treten, und auch noch am Sonntag um 12.00Uhr, wenn die nichtanwesenden zuhause beim Braten sitzen.
    Das hätten die Freiheitskämpfer in der Weimarer Republik auch besser tun sollen,
    dann hätte der Österreicher mit Sicherheit die Beine in die Hand genommen.

  4. hallo, am sonntag den 4.8.2013 stellte ich mich also vor das dürener rathaus und schaute mich in der umgebung um. etwa 5 min. nach 12.00 uhr erschien eine frau auf dem rathausvorplatz und fragte mich beiläufig ob mir der begriff eismann was sagte, worauf wir uns einander vorstellten. wir unterhielten uns ca 15 min. über unsere erfahrungen bei PI und haben uns sichtlich daran erfreut das es tatsächlig funktioniert hat. am kommenden sonntag den 11.8.2012 werde ich es wieder tun. ich bin zuversichtlich das es mehr werden.
    die junge frau hat einen satz von sich gegeben der mir sehr gefallen hat. ,, die knubbel unter dem teppich werden dicker,, ich hoffe das noch mehr darüber stolpern.

    Mfg. Der Eismann

  5. „“““#6 Jaques NL (05. Aug 2013 23:45)

    Super Idee

    ab jetzt rote Socken mitnehmen und denen vor die Tür hängen.“““

    Aus der Anonymität mit Zaunpfählen winken ist doch wohl nicht ihr Ernst?
    Wie wärs mit Flugblätter ,mit Werbung für PI,AfD,Freiheit,DWN…?

  6. Na dann wird ja bald der Staatsschutz vor Ihrer Tür stehen .
    Das riecht ja förmlich nach einer rechtsextremistischen Straftat vergleichbar mit dem Auskippen von Schweineblut vor einer Moschee.

  7. #10 Pad (06. Aug 2013 00:59)

    Also bei mir ist keine Warnung aktuell. Ich kann die Junge Freiheit lesen und sehen.
    Das liegt an der Empfindlichkeit ihres Virenscanners.
    Dieses Problem hatte ich vor einem Monat bei der Website „dfb.de“. Ich habe den DFB und meine SicherheitsFirma mit diesem Problem konfrontiert.
    Der DFB schrieb mir, daß ein Banner auf der DFB-Website den Alarm bei meinem Virenscanner auslöst. Nach ein paar Tagen konnte ich die DFB-Website wieder problemlos aufrufen.

  8. #5 Foggediewes (05. Aug 2013 23:32)

    Ich bewundere den Mut,
    vor ein Rathaus zu treten, und auch noch am Sonntag um 12.00Uhr, wenn die nichtanwesenden zuhause beim Braten sitzen.
    ————-
    Mut, vor ein Rathaus zu treten???
    Mir fehlen die Worte!

  9. Dortmund war obsolet..
    Am Sonntag habe ich auch den ersten Versuch gestartet mich am Rathaus zu positionieren..
    Als ich um 11:55 Eintraf, war mir Bewusst, daass sich Aufgrund des Festes vor dem Rathaus bestimmt nichts tut, gleichzeitig war das Rathaus geöffnet und sehr frequentiert..
    Am Anfang dachte ich, wow sind dort schon viele PI`ler, aber es waren nur Rathausbesucher, die das Haus zum Rauchen verlassen haben…
    Falls ich jemanden übersehen habe, sorry..

  10. Rote Socke – welch Sinnbild! Herrlich, die Idee. Hat da der zottelige Thierse schon seinen leprösen Stinkefuß drin gehabt? „Sieht aus wie ein zugeschissener Strumpf“ war einer der Sprüche, die Rainer Brandt für die PDS erdacht haben muß als er sie Bud Spencer und Terence Hill in den Mund legte…

  11. Im oberbayrischen Chemiedreieck bin ich wohl der letzte Mohikaner der am Sonntag unser Rathaus beglückt.
    Passt irgendwie zu der ganzen lahmen Gesellschaft die sich in Ihr ,,Schicksal,, fügt.
    mfg
    Longwolf

  12. OT: Keine Personenbeschreibung, dann kann der Täter ja nur ein Türke und moslemischer Kulturbereicherer sein!

    Versuchte Vergewaltigung: Frau zu Boden gerissen und auf sie gelegt

    Zuffenhausen. Ein Unbekannter ist Sonntagnacht um 1.30 Uhr auf zwei 20 und 21 Jahre alte Frauen losgegangen. Die beiden waren gerade auf dem Heimweg durch Zuffenhausen, als sie den Mann hinter sich bemerkten. Sie rannten davon, doch der Mann folgte ihnen. Dann riss er eine der beiden zu Boden, schob ihr Kleid hoch und legte sich auf offener Straße auf sie.

    http://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Versuchte-Vergewaltigung-Frau-zu-Boden-gerissen-und-auf-sie-gelegt-_arid,432847.html

  13. vergangener Sonntag, 12 Uhr am Römer in Frankfurt, ausser mir niemand da. schade, vielleicht nächste woche.

  14. hallo, am sonntag den 4.8.2013 stellte ich mich also vor das dürener rathaus und schaute mich in der umgebung um. etwa 5 min. nach 12.00 uhr erschien eine frau auf dem rathausvorplatz und fragte mich beiläufig ob mir der begriff eismann was sagte, worauf wir uns einander vorstellten. wir unterhielten uns ca 15 min. über unsere erfahrungen bei PI und haben uns sichtlich daran erfreut das es tatsächlich funktioniert hat. am kommenden sonntag den 11.8.2012 werde ich es wieder tun. ich bin zuversichtlich das es mehr werden.
    die junge frau hat einen satz von sich gegeben der mir sehr gefallen hat. ,, die knubbel unter dem teppich werden dicker,, ich hoffe das noch mehr darüber stolpern.

  15. Bln. Neukölln
    12;00 Uhr Rathaus

    Ausser mir, ..Niemand.
    Ich bin nicht der richtige Typ für Soetwas.

  16. Das Rathaus von Freiburg i. Br. war auch am letzten Wochenende mit PI´lern konfrontiert.

    Passend dazu ein Zitat aus alten NDW-Zeiten „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Es geht voran!“

  17. München: Sonntag 12 Uhr vor dem Rathaus.Auch diesen Sonntag trafen sich zum Gongschlag sieben aktive Münchner PI-Leser zum Gedankenaustausch vor dem Rathaus. Münchner, denen es nicht egal ist was im Rathaus passiert und beschlossen wird. Unsere Themen waren: Das aktuelle Bürgerbegehren zum ZIEM, die anstehenden Wahlen sowie weitere aktuelle Themen aus der islam-bereicherten bayerischen Hauptstadt.

  18. #5 Foggediewes (05. Aug 2013 23:32)

    Ich bewundere den Mut, vor ein Rathaus zu treten, und auch noch am Sonntag um 12.00Uhr, wenn die nichtanwesenden zuhause beim Braten sitzen. Das hätten die Freiheitskämpfer in der Weimarer Republik auch besser tun sollen, dann hätte der Österreicher mit Sicherheit die Beine in die Hand genommen.

    Was ich keinesfalls bewundere, ist unangebrachter pseudo-subtiler Spott. Äpfel/Birnen-Vergleiche schätze ich ebenfalls nicht.

    #5 Foggediewes (06. Aug 2013 00:03)

    Aus der Anonymität mit Zaunpfählen winken ist doch wohl nicht ihr Ernst? Wie wärs mit Flugblätter ,mit Werbung für PI,AfD,Freiheit,DWN…?

    Auch wenn dieses nicht an mich gerichtet war: Ich für meinen Teil werbe schon länger nach Kräften für PI, AfD, DIE FREIHEIT und manch weiteres unterstüzenswertes. Sonntags gehe ich eben zum Rathaus, das Eine schließt doch längst nicht das Andere aus.

    #9 Wanderfalke (06. Aug 2013 00:04)

    Na dann wird ja bald der Staatsschutz vor Ihrer Tür stehen .
    Das riecht ja förmlich nach einer rechtsextremistischen Straftat vergleichbar mit dem Auskippen von Schweineblut vor einer Moschee.

    Ich höre auch fast schon die Handfesseln klicken. Da war doch gerade so ein komisches Geräusch an der Tür, oh oh. 😉

    #13 Milli Gyros (06. Aug 2013 07:25)

    Mut, vor ein Rathaus zu treten???
    Mir fehlen die Worte!

    Es wurde „vermutlich“ etwas anders gemeint, als es wörtlich geschrieben steht.

    #15 Diktatur der Scheindemokraten (06. Aug 2013 08:14)

    Hat da der zottelige Thierse schon seinen leprösen Stinkefuß drin gehabt?

    Nein, ganz sicher nicht. In diesem Falle hätte ich die Socke in das Parteibüro der Grünen verbracht, die ganz sicher besser wissen wie man Sondermüll ordentlich entsorgt. 😉

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