Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat die Wehrmacht-Heftreihe „Der Landser“ wiederholt überprüft. In mehr als 25 Jahren beanstandete sie nichts. Dennoch stellt der Bauer-Verlag sie nun ein: als Folge der Kritik des Simon-Wiesenthal-Zentrums. (Dies berichtet der FOCUS! PI hat bereits im Vorfeld den Fall angesprochen!)

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58 KOMMENTARE

  1. Der Fall stellt ja wohl eindeutig klar, wer hierzulande Gesetz ist. Jedenfalls nicht der Bauer-Verlag.

  2. Wenn es stimmt, dass das Dingen nur noch ein paar Tausend Leser hatte, dann lohnt sich s halt irgendwann nicht mehr.

  3. Kein Verlust. Das Publikum dafuer stirbt nun mal langsam weg. Wenn die Hefterl noch richtig Geld eingefahren haetten, waere es auch weiter gegangen. Das war nur ein guter Moment, um sich als politkorrekter Verlag in den Medien zu praesentieren und das Verlustgeschaeft endlich einzustellen. Wahrscheinlich gibts die Dinger bald gratis als Kindleversion. 🙂

  4. Na dann dauert es ja wohl auch nicht mehr lange, bis die gedankenpolizei (politkommissare) auch auf flohmärkten anfangen rumzuschnüffeln und alles, was sie an landserheften finden, abgreifen, um es an ort und stelle:

    DEN FLAMMEN ZU ÜBERGEBEN

  5. Berlin, 1933

    Wir übergeben den flammen die werke von usw…

    oder

    fahrenheit 451

    (temperatur, bei der papier anfängt zu brennen)

  6. Ist kein Verlust. Ich habe ohnehin nie verstanden, wie man einen solchen Schund lesen kann. Aber die Geschmäcker sind halt sehr verschieden. Es gibt schließlich auch Deppen, die sich den geistigen Sondermüll von Stern, Spiegel, Süddeutsche und TAZ reinsaugen. 🙂

  7. Andererseits bin ich auch kein Fan von kriegsverherrlichendem Material. Dieses ganze martialische Waffen-SS-Zeugs bei YouTube ist wirklich unerträglich.

    Dann müßte man aber auch diese ganzen Warlord-Games und Ego-Shooter verbieten. Meinetwegen. Oder schändliche Machwerke wie „Inglorious Basterds“, die in meinen Augen vorsätzlich volksverhetzende deutschenfeindliche Züge tragen und dazu geeignet sind, den Ruf und das Ansehen unseres Volkes vosrätzlich zu schädigen und Nonsense zu verbreiten.

    Was das sog. „Wiesentahl-Center“ dort aus Übersee mit dem europäischen Bauer-Verlag betreibt, ist anmaßende Einmischung in fremde Angelegenheiten. Selbst der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld hat zugegeben, daß die straff organisierte Wehrmacht als Armee eine große Anziehungskraft auf seinen Berufszweig und Elite-Forscher ausübt.

    Lesenswert finde ich persönlich höchstens Augenzeugenberichte aus zeithistorischer Perspektive. Ich will aber auch niemadem „verbieten“, für den WW2 zu schwärmen. Verbieten udn Bücherverbrennen hatten wir schon mal. Sonst wird’s ungaubwürdig. Schließlich behaupten wir, in „Freiheit“ zu leben. Sollen in Zukunft alle nur noch Mickeymouse-Heftchen lesen?

    Letztens habe ich gehört, daß schon jemand, der sich intensiv für Ostpreußen (700 Jahre deutsche Geschichte) interessiert, mittlerweile als „Nazi“ gilt, jedenfalls irgendwie „verdächtig“ schief angeguckt wird von den Meinungs- und Sittenwächtern dieses kranken Landes.

    Man bekommt den Eindruck, daß hier die Geschichte für die Deutschen zum Nachteil ausgelegt wird und schleunigst alles vergessen und in den hintersten Orkus verdammt werden soll. Meine Großeltern stammen aus Ostpreußen (auch meine Mutter ist noch in Königsberge geboren) und Schlesien. Einestages, falls ich dazu komme, werde ich mich noch mal auf die Suche/Socken mache.

  8. Ihr werdet lachen…hab grad mal nachgesehen, es gibt tatsaechlich schon ein paar Landserheftchen gratis fuer Kindel.
    Auch andere rechte Schundliteratur kann man in diversen Formaten finden, oft auch, weil der Verlag selber nach der „indizierung“ durch Zensurbehoerden auf die Verfolgung der „Veroeffentlichungen“ dankend verzichtet.
    Was vorher eine Auflage von ein paar Heftchen hatte, ist nun weltweit verfuegbar. So schiessen sich die Zensurbehoerden selber ins Knie. Wobei das mit Landser ja nun wirklich keine Zensur war, sondern einfach nur sinkende Auflage.

  9. Man sollte die Einstellung eines Produkts, das ganz offensichtlich nicht die Leserzahlen hatte, um noch in einer vernünftigen Auflage erscheinen zu können, nicht zu hoch hängen. Man kann über solche Hefte wie den „Landser“ geteilter Meinung sein; in der Tat kann man ihm gewisse „wehrmachts-verherrlichende“ Züge nicht absprechen. Was lesenswert ist oder nicht, entscheidet allerdings der Leser – es sei denn, wir wären wieder in der DDR angekommen (ein Schelm, der Böses dabei denkt, ich weiß).

  10. #3 chemikusBLN (14. Sep 2013 07:32)

    Also für mich waren diese Heftchen als Jugendlicher interessant, da meine Großväter (mir noch nichts) erzählten vom Krieg und man ansonsten solche Soldatenberichte nirgens bekam. Eine Möglichkeit also, direkt in dieses irre Geschehen zu springen, ganz ohne moralische Belehrung.

    Zumal sich später, wenn Landser oder SS-Leute mit mir über ihre Gefechtserlebnisse sprachen, sich das ganze nicht viel anders anhörte, als es im Landser stand. Das Sterben der Kameraden und Feinde wurde jedoch meist viel eindringlicher geschildet. Und natürlich erfuhr man auch welcher Offizier X ein Arschloch war und welcher Uffz ein prima Kerl, dem aber dann da und da der Kopf weggeschossen wurde… usw.

    Der 2. Weltkrieg, die Wehrmacht, dieser Krieg, das war traumatische Lebensrealität dieser Generation, von der 1/3 nicht überlebte und fast niemand unverwundet blieb.

    Ich halte das Erzählen der Kriegserlebnisse weder für „rechts“ noch für „Schund“, sondern für legitim.

    Die Kriege werden weltweit mit unveränderter Grausamkeit fortgesetzt, gerade von denen, die so gerne den Moralapostel geben.

    Ohne Sinn, ohne Verstand.

  11. #8 Schweinskopfsülze
    Für den 2 WW. zu schwärmen finde ich einfach nur dumm. Natürlich kann man Dummheit nicht verbieten.Aber etwas tolles daran zu finden wie ein fanatischer und ebenfalls dummer Adolf ein ganzes Volk verheizt hat ist einfach grausig.
    Kameradschaft ist etwas tolles, allerdings nur bei sinnvollen Dingen.

  12. Der Hauptgrund für das Einstellen dieser immer primitiver werdenden Reihe ist wohl die stetig sinkende Nachfrage.

    Übrigens gibt es die Heftchen seit 1957…

  13. Die Wehrmacht muß man möglicherweise nicht verherrlichen. Sie war wahrscheinlich die beste Armee der Welt, vielleicht die beste, die es jemals gab.(*) Wie sonst hätte Deutschland gegen dei ganze Welt Krieg führen können. Dass der Hitler der Krieg und die Ermordung der Juden ein ungeheures Verbrechen waren ist davon unabhängig zu sehen. Was man u. U. objektiv feststellen muß ist, dass das „3. Reich“ neben der wilhelminischen Zeit wohl die leitungsfähigste deutsche Gesellschaft der Neuzeit war. Objektiv ist leider auch, dass diese Leistungsfähigkeit nur um den Preis des maximalen Verbrechens haben kann. Das sind möglicherweise objektive Erkenntnisse und wären Lehren für die Gegenwart. Wie bekommt man eine leistungsfähige Gesellschaft, ohne dass der Staat zum Verbrecher wird. In unserer Gesellschaft wird gerade praktiziert, wie man durch Verbrechen die minimal leistungsfähige Gesellschaft bekommt. (*) Ich meine, es gibt mutige Ausländer, die das auch so sehen. Anders ist das ja in Deutschland nicht möglich, wie auch die bisherigen Kommentar eher zeigen. Also auch hier im Blog kein Unterschied zur Political Correctness. So wird das nichts, wenn Linksgrün weg sein sollte.

  14. #12 ingres (14. Sep 2013 08:57)

    … wie man durch staatliche Verbrechen die minimal leistungsfähige Gesellschaft bekommt,,,

    sollte das heißen.

  15. Rabbi Marvin Hier, Gründer und Vorstand vom Siemon Wiesenthal Center, bezeichnete das Einstellung der Heftreihe als „großen Sieg“.

    Und als nächstes ist wohl die JungeFreiheit dran ?

  16. Es sieht meiner Einschätzung nach eher so aus, daß die meisten Leser mittlerweile verstorben sind.

    Das ist aber nicht Schuld des Wiesenthal-Centers, sondern eine Frage des Alters.

    Es stellt sich aber sowieso die Frage, was das SWC in Zukunft machen wird, wenn auch der letzte HJ-Pimpf tot ist. Ich vermute mal, auf Islam-Feinde umsatteln. („Wehret den Anfängen“, „Der Schoß ist fruchtbar noch“)

  17. Landser-„Romantik“ passt ja wirklich nicht mehr in unsere Zeit. Meinem Vater, welchem der Arm weggeschossen wurde und welcher dann „toter Mann“ gespielt hat, um den sparsamen russischen Scharfschützen davon abzuhalten, ihm den „Gnadenschuss“ zu geben, hat nie über Kriegserlebnisse berichtet und auch keinerlei Interesse gezeigt, davon zu hören.
    Was mich ärgert, dass ausgerechnet ein amerikanisches „Wiesenthal-Center“ es sich anmaßt, in aktuelle innere Angelegenheiten dieses Landes einzugreifen. Welche „Center“ haben wir in Deutschland und Europa, welche sich mit amerikanischen Kriegsverbrechen in Vietnam, im Irak, in Mittel/Südamerika, in der ganzen Welt, beschäftigen? Welche „Center“ gibt es hier, welche sich mit den Verbrechen an deutscher Zivilbevölkerung zum Kriegsende beschäftigen?
    Ich habe kein Problem mit der Einstellung eines dubiosen Blattes, welches wohl nur eine verschwindende Minderheit interessiert haben dürfte. Jedoch habe ich ein Problem mit dem zum Schluss Gesagtem.

  18. „Rabbi Marvin Hier, Gründer und Vorstand vom Siemon Wiesenthal Center, bezeichnete das Einstellung der Heftreihe als „großen Sieg““
    Großer Sieg – Wortwahl der Landser-Hefte.

  19. wen interessiert „Der Landser“ schon. Ein überflüssiges Relikt der Vergangenheit. Eingestellt, weil zu wenig Käufer. Das ist die Wahrheit!

  20. #21 Stefan Cel Mare (14. Sep 2013 10:27)

    Darf ich raten – das SWC unterstützt aber selbstverständlich Obamas Kriegspläne in Syrien?
    ———
    Gefällt mir (auch) nicht!

  21. Ach, die paar Dutzend Arbeitsplätze (Autoren, Redaktion, Drucker, Vertrieb) — wen interessiert das schon.

  22. Durch den Bericht hier bei PI vor einigen Wochen im Zusammenhang mit den Forderungen des Wiesenthal-Centers bin ich überhaupt erst dazu gekommen, mal dort reinzulesen. Man muss die Hefte ja nicht mögen, aber ich habe an ihnen auch nichts verwerfliches gefunden. Insofern finde ich die Einstellung schade, habe aber Verständnis für den Verlag, wenn es einfach nicht mehr rentabel war. Dass sich aber das Simon-Wiesenthal-Center jetzt hinstellt und einen „großen Sieg“ verkündet, ist eine Schweinerei. Die haben wohl Langeweile, jetzt da sich keine NS-Verbrecher mehr jagen lassen.

  23. Naja, so schlimm ist das nicht. Wenn dieser Maßstab gilt, wird der Koran auch bald verboten. Seht es doch positiv! 😉

  24. Nicht nur die Landserleser sterben aus, sondern auch die echten alten Nazis. Das ist natürlich für das Simon-Wiesenthal-Center fatal, wird es doch damit seiner Existenzgrundlage beraubt. Daher wird zur Zeit verstärkt in Altersheimen gefahndet, ob nicht irgendwo noch ein Hundertjähriger das Vierte Reich plant und den Weltfrieden gefährdet.

  25. Die Landserhefte sind Trivialliteratur. Sie verherrlichen nicht den Krieg, sondern die Leistungen der deutschen Soldaten.

    Diese Leistungen werden allerdings auch in historischen Konfliktsimulationen verherrlicht. Ich sehe auch den modernen amerikanischen Kampfhelm als Hommage an den Wehrmachtsstahlhelm an.

    Es scheint doch mehr darum zu gehen, uns Deutschen jeglichen Stolz auf unsere Leistungen zu nehmen, uns ewig in die schämende Büßerhaltung zu zwingen und endlich das totale Großeuropa auszurufen.

    Falls deutsche Soldaten wie z.B. in „Indiana Jones“ als tumbe Naziidioten zu Hunderten abgeschlachtet werden, stört es komischerweise niemanden.

  26. Rabbi Marvin Hier, Gründer und Vorstand vom Siemon Wiesenthal Center, bezeichnete das Einstellung der Heftreihe als „großen Sieg“.

    Na, da kann der Rabbi sich ja jetzt mal so richtig feiern lassen: Machtergreifung der Nazis knapp verhindert. Welt gerettet.

  27. Die Serie wurde unter rein wirtschaftlichem und ethischen Anlass und der Portfoliobereinigung eingestellt. Der Verlag kann damit machen was er will!
    Verboten wurde rein gar nichts! Lasst mal die Kirche hier im Dorf! Wer Lust hat kann gerne seine Landserpistölchen auf eigene Kosten drucken lassen und vertreiben wenn ihn diese Entscheidung hier so sehr schmerzt.

  28. #35 Humboldt_Gauss (14. Sep 2013 12:16)

    Nachdem Sie schon den Namen Humboldt in ihrem Nick korrigiert haben, könnten sie doch Gauß auch noch verbessern.

  29. Wie viele hier richtig bemerken, ist der wesentliche Punkt in dieser Geschichte, dass 70 Jahre nach Kriegsende immer noch irgendwelche Opfer-Vereine und -Verbände meinen, sich für uns Deutsche als moralische Oberaufseher aufspielen zu müssen. Denen möchte ich nur sagen, dass ich meinen eigenen moralischen Kompass in mir trage, dass dieser völlig in Ordnung ist, und dass sie mich deshalb mit ihren Moralpredigten verschonen mögen.

  30. Wie viele Leser braucht eine Publikation um nicht unter Zustimmung derer, die sie nicht lesen,auf Druck Dritter eingestellt zu werden?

    Bedeutete eine sinkende Auflage der Heftchen eine zunehmende Gefahr, die nur durch Eingreifen von außen beseitigt werden konnte?

    Sind wir Deutschen durch einen psychischen Defekt nicht in der Lage die durch eine Heftchenreihe mit sinkender Auflage heraufziehende Gefahr für den Weltfrieden zu erkennen und müssen daher von außen belehrt und durch Druck erzogen werden?

    Ist uns auf Grund unserer Abstammung diese eigene Urteilskraft rundweg abzusprechen und wenn ja, wo in unserer Verfassung, wo in unseren Gesetzen ist diesem Umstand Rechnung getragen?

    Ist deutsches Recht defizitär (die Heftchen wurden ja nicht gerichtlich verboten) und benötigen wir daher zusätzliche Kontrolle und Eingriffe von Organisationen und Verbänden die diese juristischen Defizite durch politisch moralischen Druck ausgleichen?

    Wenn es dem Wiesenthal Zentrum möglich ist durch eine einfache Beschwerde in Deutschland Druckerzeugnisse vom Markt verschwinden zu lassen, was steht dann dagegen, dass moslemische Verbände, die ebenfalls finanziell gut ausgestattet sind und sich auf die Unterstützung der OIC berufen können mit Erfolg den gleichen Weg einschlagen.

    Ist die Kampagne gegen Sarrazin, bei der die UN von moslemischen Verbänden dazu benutzt wird, Feststellungen der deutschen Justiz , die Sarrazins Äußerungen als nicht rassistisch und damit als durch die Meinungsfreiheit geschützt ansieht,für ungültig zu erklären und „höheres Recht“ für sich zu beanspruchen nicht dem gleichen Denken entsprungen das das Wiesenthal Zentrum in seiner Kampagne gegen die Landser Heftchen umsetzt.

    Wird deutsches Recht automatisch obsolet, sobald sich Personen oder Organisationen finden, deren Einfluss auf der internationalen Bühne dem „Ansehen“ der Bundesrepublik schaden zufügen könnten. Gibt es also ein unseren Gesetzen übergeordnetes Recht,das obgleich nicht innerhalb unserer demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten definiert und juristisch formuliert und uns zur Kenntnis gebracht wurde unsere Meinungsfreiheit einschränkt.

    Man kann der OIC noch zugute halten, dass sie sich bei ihrem Krieg gegen Sarrazin auf internationales Recht (UN Konvention gegen Rassismus) beruft.

    Das Wiesenthal Zentrum hat nicht einmal den Versuch gemacht, juristische Kriterien zu suchen sondern ausschließlich und erfolgreich seine eigenen Empfindsamkeiten zum Maßstab dafür gemacht was in Deutschland geschrieben, publiziert und gelesen werden darf.

    Während bei einer gerichtlichen Klärung Kläger und Beklagter die Möglichkeit haben, ihre Interessen vorzubringen, sind in diesem Fall nicht nur Verlag und Leser, sondern alle Deutschen, wie auch deutsche Gesetze und Gerichte allein auf moralischen Druck hin aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen worden.

    Es ist vollkommen egal ob die Landserheftchen zu meiner Lektüre gehören oder nicht.Mir passt es nicht, dass mir außerhalb des rechtlich geregelten Rahmens und damit willkürlich, vorgeschrieben werden kann, was ich lesen könnte, wenn ich es den wollte.

    Wenn nun Landserheftchen zu einer Art Samisdat Literatur werden, spricht das nicht für die Unbelehrbarkeit der Deutschen sondern ist die Folge einer sich willkürlich zur höheren Instanz aufspielenden Organisation, die sich damit in meinen Augen als ernst zu nehmende moralische Größe abgeschafft hat.

    Die jämmerliche Rolle, die unsere Regierung dabei spielt, ist kaum noch eine Überraschung.

  31. habe heute morgen meine lottoannahmestelle gefragt, die auch u. a. landserhefte verkauft.
    Sie läuft sagenhaft gut, besser jedenfalls als die anderen romanhefte
    Kann vielleicht zufall sein, aber wenn die hefte wirklich gut laufen, scheint ja etwas mit der begründung für die einstellung nicht zu stimmen.
    Ist damit wohl doch ein fall für P I

  32. #13 Pragmatiker (14. Sep 2013 08:33)

    Ganz Ihrer Meinung. Verstehe auch nicht, wie sich jmd. sog. „Splatterfilme“ reinziehen und sich daran ergötzen kann, das ist für mich behandlungsbedürftig. Da gibt es Abstufungen von 0 bis 10; auf der Skala des Blutrauschs liegt „Krieglüsternheit“ vielleicht bei 5 oder so. Leichte Fälle lesen wahrscheinlich die „schrecklich-schönen“ Sensationen der BILD-Zeitung, Steven King oder schauen abends „vergnügt“ den (immer verrohter und brutaler werdenen) „Tatort“. Erst dann kommt bei Ihnen sowas wie Heimeligkeit und Kuscheligkeit auf. Vielleicht gibt es sogar auf PI Leute, die ihre tägliche Dosis Horror brauchen…

  33. Eine Firma in Lindau Bodensee wickelt übrigends den Versand der Landser-Heftchen für Abonnenten ab… denen bricht damit auch ein kleines Standbein ab. Da wird es gewiss auch entlassungen geben für nichts und wieder nichts.

  34. Es ist schade das der Landser eingestellt wird, so schlecht wie sie geredet wurden, waren die Hefte wirklich nicht.

    Die Titelbilder waren etwas reißerisch, aber das ist bei Heftromanen allgemein üblich.

    Die Qualität der Geschichten war sehr unterschiedlich, da auch sehr unterschiedliche Autoren beteiligt waren. Einige schrieben aus eigenem Erleben, andere waren vermutlich lediglich Auftragschreiber die sich einige militärtechnische Kenntnisse zu den beschriebenen Ereignissen angelesen hatten. Auch wenn die Details in den meisten Fällen sicher erfunden waren, so konnte ich mich doch per Lexika und später Wikipedia selber überzeugen, das die meisten Rahmenhandlungen soweit es überprüfbar ist korrekt dargestellt wurden

    In keinem Heft das ich gelesen habe, wurden Kriegsverbrechen verherrlicht. Es ging darum, die Erlebnisse aus Sicht des kleinen Soldaten, also eben des Landsers, darzustellen. Meistens, aber eben auch nicht ausschliesslich aus Sicht des deutschen Soldaten. Ich habe beispielsweise auch eine spannende Erzählung gelesen, in der es um die Erlebnisse einer Gruppe US-Amerikanischer Kampftaucher ging die den Auftrag hatten, japanische Minen in der Tsushima Meeresstrasse zu entschärfen. Auch gab es Geschichten die in der Zeit des ersten Weltkrieges spielten.

    Ich finde es schade das offenbar nur noch Hollywood das Monopol hat, den zweiten Weltkrieg darstellen zu dürfen. Deutsche Sichtweisen darf es offenbar nicht mehr geben.

  35. Diese Erpressungspolitik ist, das muss man gerechter weise sagen, nicht nur eine unangenehme Erscheinung beim Wiesenthal Zentrum, sondern hat sich über die Identitätspolitik überall im Westen und mit unterschiedlichen Akteuren breit gemacht.

    Oft sind große Unternehmen die Zielscheibe, aber auch Einzelpersonen, Organisationen,Zeitungen oder wie hier nun ein Verlag.

    Moralischer Furor ersetzt zunehmend nachvollziehbare Argumente und setzt einheitlich geltendes Recht außer Kraft. Der Opferstatus wie auch der Organisierungsgrad oder das Drohpotenzial entscheiden darüber ob ein „Sieg“ errungen wird.

    Rechtliche Möglichkeiten sich dem Druck zu entziehen gibt es nicht wenn sich die Moralapostel ausschließlich auf ihr eigenes moralisches Empfinden berufen, das in Frage zu stellen nur noch heftigere moralische Verurteilungen nach sich ziehen würde.

    Auf diese Weise wird der Rechtsstaat umgangen und die Freiheit in zunehmendem Maße abgeschafft.Alles im Nahmen der Toleranz, Vielfalt, des Respekts und des Pluralismus.

    Die Anklage ist gleichzeitig das Urteil. Wir haben das Recht zu schweigen.

    Die von Merkel angekündigte Verschärfung der Gesetze, die die Meinungsfreiheit unter dem Banner „Kampf gegen Rechts“ einschränken werden, dürften wohl wie in jenen Ländern, die bereits entsprechende Gesetzgebungen eingeführt haben, durch ihre selektive Anwendung Mehrheitsmeinungen zum Vorteil von Minderheiteninteressen zum Ziel der Strafverfolgung machen.

    Eine Entwicklung, die Teil der Globalisierung ist – mithin alternativlos und durch Wahlen nicht zu beeinflussen so lange sich keine Partei findet, die das Thema anspricht und das auch noch überlebt.

  36. #35 Humboldt_Gauss (14. Sep 2013 12:16)

    Nachdem Sie schon den Namen Humboldt in ihrem Nick korrigiert haben, könnten sie doch Gauß auch noch verbessern.

    Ja und?
    Frage, Haben Sie ein Problem, oder warum zählen sie mich an?
    In der Literatur finden sie beide Formen der Namensschreibung von Carl Friedrich Gauss. Genügt Ihnen das?

  37. @43 Schmied von Kochel ,

    Dies zu verhindern sollte die Aufgabe der Demokratie sein, die zwar auch eine aggressive Verfolgung von Einzelinteressen zulässt, sie aber nicht über das Gesamtinteresse und ihre eigenen Grundlagen stellt.

    Dies ist leider nicht der Fall, so dass eine Polarisierung der Gesellschaft, wie wir sie z.B. in den USA mit ihrer absurden Identitätspolitik sehen, die Folge sein dürfte. Eine forcierte Polarisierung übrigens,die anschließen staatliche Repression als einzige Lösung anbietet.

    Da das so offenkundig ist, darf angenommen werden, das der Zerfall gewünscht und gefördert wird.Erstaunlich, wie der gesellschaftliche Frieden, der ja die Akzeptanz gemeinsamer Grundlagen voraussetzt und schwer genug errungen wurde, so leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

    Erstaunlich, wie unter dem Mantel der Toleranz, der Menschenrechte und des Humanismus Repression und Totalitarismus Einzug halten.

    Das unwürdige Landser Spektakel ist da nur eines von vielen und ein Vorgeschmack auf unser Leben in einer bis in die letzte Ritze durchpluralisierten Gesellschaft in der die Freiheit der Vielen den willkürlichen Wünschen der Wenigen geopfert wird.

    Der „gesellschaftliche Diskurs“ ist ein Nullsummenspiel geworden, in dem es nur jubelnde Sieger und gedemütigte Besiegte gibt.

    Jämmerlich und furchterregend zugleich.

  38. @35 Humboldt_Gauss,

    Sie haben das grundlegende Problem nicht erkannt.

    Die rechtliche Lage machte ein Verbot nicht möglich, der Aufgebaute Druck allerdings auch kein weiteres Erscheinen der Heftchen.

    Diese Spielchen sind von moslemischer Seite bekannt und sie werden nicht besser, wenn sich eine jüdische Organisation dieser Methode bedient.

    Welche Instanz soll Ihrer Meinung nach darüber entscheiden, was Sie lesen dürfen, wenn die für uns alle geltenden Gesetze keine Richtschnur abgeben.

  39. #49 JeanJean (14. Sep 2013 16:15)

    Welches grundlegende Problem haben sie, wenn ein Verlag entscheidet, aus den verschiedensten Gründen ein Romanheftchen nach fast 60 Jahren einzustellen? Mag da durchaus auch eine Genugtuung seitens Wiesenthal mit verbunden gewesen sein – so what? Ausschlaggebend war das 60 Jahre lang nicht! Ich freue mich auch, wenn der Kölner Stadtanzünder irgendwann seine Auflage einstellt.

  40. Welche Instanz soll mir denn vorschreiben was ich lese? Wenn etwas auf den Index kommt, was ich lesen möchte, besorge ich mir das außerhalb des Einflussgebietes dieser Instanz!

  41. @50 Humboldt_Gauss ,

    möglicherweise haben Sie die Vorgeschichte nicht gelesen. Das lässt sich nachholen. Kein Problem.

    Weiter oben habe ich versucht, das Thema aufzudröseln.

    @#51 Humboldt_Gauss,

    theoretisch möglich. Dafür muss aber das was Sie lesen möchten in irgendeiner Form veröffentlicht sein und Sie müssen in der Lage sein, davon Kenntnis zu erlangen.Setzen Sie sich dadurch, dass Sie inoffiziell indiziertes Material lesen zudem dem Risiko sozialer Ächtung aus,ist es mit der Freiheit nicht mehr so weit her. Nicht jeder ist ein Rebell.Wir haben bereits jetzt eine Tabukultur, die wie eine Bleidecke über jedem öffentlichen und sogar privaten Gespräh liegt.

    Wenn eine langsam einschlafende aber immer noch Gewinn bringende Heftchenreihe über Jahrzehnte keine friedensgefährdende Wirkung hatte, weshalb nun diese Empörung? Weshalb nach Erreichen des Ziels obendrein noch so tun als habe man einen übermächtigen Gegner niedergerungen.

    Welchen Sinn hat es die Leser der Landserhefte zu dissen? Weshalb dieses harmlose Lesevergnügen unterbinden? Weshalb ging unsere Regierung auf so einen offensichtlichen Unfug ein?

    Die Überzogenheit der ganzen Aktion erweckt den Eindruck, alle Deutschen seien verurteilte Triebtäter auf Bewährung die man zum Schutz der Allgemeinheit vor bestimmten Reizen abschirmen muss um einen Rückfall zu verhindern.

    Das ist absurd und beleidigend.

  42. Der Charakter eines Staates zeigt sich darin, wie er nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.
    (Charles de Gaulles)

  43. In den 80er Jahren schaute ich mir (damals noch heimlich im „Westfernsehen“) Samstags im 3. Programm die Sendung „Vor vierzig Jahren“ an. Dort wurden wöchentlich abwechselnd deutsche, britische, russische, amerikanische und machmal sogar japanische Wochenschauen gezeigt. Anschliessend kamen Zeitzeugen zu Wort. Darunter deutsche ebenso wie Allierte Veteranen. Daraus ergab sich ein sehr interessantes und Vielfältiges Bild über die damaligen Geschehnisse. Heute wäre eine so ausgewogene Serie überhaupt nicht mehr denkbar. Deutsche Zeitzeugen dürfen auf keinen Fall mehr zu Wort kommen.

    Der Landser als Heftroman war keineswegs so reißerisch, wie es von denjenigen, die die Hefte nie gelesen haben, gerne dargestellt wird. In einem einfachen Schreibstil wurden die militärischen Ereignisse dargestellt. Für den der tiefer in die Materie eindringen wollte, gab es oft weiterführende interessante Literaturhinweise.

    Es stimmt, das solche Verbrechen wie die Geschehnisse in den Konzentrationslagern im allgemeinen im Landser nicht thematisiert wurden. Darüber gibt es aber bereits massenhaft Literatur und Dokumentationen, die sich damit und nur ausschliesslich damit beschäftigt. Es gibt nichts, was dazu nicht schon gesagt worden wäre. Der Landser deckte dagegen Lücken in der Berichten über den zweiten Weltkrieg ab, die sonst nicht oder bestenfalls oberflächlich beschriebene Seiten dieses Krieges zeigten.

    Man muss kein Fan der Landserhefte sein, aber als einen Verlust in der Meinungsvielfalt der Presseerzeugnisse sehe ich die Einstellung der Heftreihe durchaus an.

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