Kirchenbrand in Garbsen: Waren es Türken?

Auch fünf Wochen nach der Niederbrennung der Kirche in Garbsen hat die Polizei keinen einzigen Verdächtigen festgenommen. Wir wollen nicht annehmen, dass die Polizei ihre Ermittlungen aus Rücksichtnahme auf den Wahlkampf absichtlich verschleppt. Wir wollen daher glauben, dass die Polizei nicht die geringste Ahnung hat, wo sie mit ihrer Suche nach den Tätern beginnen soll. Unter diesen Umständen ist es eine Bürgerpflicht, die Polizei durch sachdienliche kriminologische Analysen zu unterstützen.

(Von M. Sattler)

Um zielführend vorzugehen, scheint es sinnvoll, zunächst potenzielle Tätergruppen zu definieren und dann anhand der bislang veröffentlichen Sachlage die jeweiligen Tatwahrscheinlichkeiten abzuleiten. Diese Wahrscheinlichkeiten sind naturgemäß subjektiv vorgenommene Bewertungen, die sich im folgenden allein aus der persönlichen Einschätzung des Autors ergeben.

1. Unpolitische Kriminelle

Beginnen wir mit der Tätergruppe unpolitischer Krimineller: Nehmen wir an, Gauner-Maxe und Ganoven-Ede hätten eines Tages aufgrund ihrer rein kriminellen Energie beschlossen, irgendein Gebäude in Garbsen abzufackeln. Auf die Willehadi-Kirche sind die beiden Schlingel nur gekommen, weil die Kirchenbänke aus Holz waren und daher guten Zunder lieferten. Dieser Theorie zufolge wurde die Kirche also aus völlig unpolitischen, rein kriminellen Gründen nur aufgrund ihrer guten Brennbarkeit abgebrannt. Oder anders formuliert: Hätte neben der Kirche eine Scheune voller Stroh gestanden, hätten Gauner-Maxe und Ganoven-Ede ihre Finger von der Kirche gelassen und die Scheune abgefackelt.

Gegen diese Theorie spricht vor allem das auffällige Ausbleiben jeglicher Reaktion von Seiten der lokalen und überregionalen Politik. Eine völlig unpolitische Kriminaltat wenigstens mit ein paar Plattitüden zu verurteilen, wäre für keinen Politiker ein Problem, ganz im Gegenteil. Selbst für einen Politiker der heute völlig linksgewendeten CDU hätte es sich im Wahlkampf angeboten, vor dem Hintergrund dieser spektakulären Brandstiftung zumindest den Eindruck zu erwecken, sich für die Sicherheit der Bürger in Garbsen zu interessieren – ein paar Stimmen mehr hätte das unter den jetzigen Umständen in Garbsen auf jeden Fall gebracht. Und auch in der FDP hätte man sich für eine Stärkung der Polizei aussprechen können und der Polizei bei ihrer Suche nach Gauner-Maxe und Ganoven-Ede Erfolg wünschen können – fertig wäre die politische Show gewesen. Aber erstaunlicherweise hat kein einziger lokaler Politiker, vom Bürgermeister abgesehen, die günstige Gelegenheit genutzt, sich mitten im Wahlkampf in Szene zu setzen. Stattdessen macht die gesamte Politik einen seltsam weiten Bogen um die Ruine von Garbsen. Dieses auffällige Aus-dem-Weg-Gehen durch die Vertreter der Politik deutet darauf hin, dass der Politik konkrete Anhaltspunkte bekannt sind, die den Verantwortungsträgern in den Parteien aus Gründen des politischen Selbstschutzes eine demonstrative Abwesenheit nahelegen – dass also hinter Garbsen mehr steckt als eine völlig unpolitische Tat. Die Wahrscheinlichkeit, dass unpolitische Kriminelle wie Gauner-Maxe und Ganoven-Ede die Kirche in Brand steckten, weil keine Scheune voller Stroh zu finden war, liegt daher nach subjektiver Einschätzung des Autors bei weniger als 10%.

2. Deutsche Linksextremisten

Betrachten wir nun die in Frage kommenden politischen Tatverdächtigen. Unter den vielen politischen und halbpolitischen Gruppierungen im heutigen Deutschland fällt der Verdacht natürlich schnell auf deutsche Linksextremisten. Deutsche Linksextremisten sind erwiesenermaßen in deutschen Großstädten als Brandstifter unterwegs, vorwiegend als Brandstifter von Autos. Allerdings wird in linken Kreisen mittlerweile auch ganz offen Brandstiftungen von Kirchen das Wort geredet („Die einzige Kirche, die erleuchtet, ist eine Kirche, die brennt“).

Fraglich ist jedoch, warum Linke ausgerechnet die Kirche von Garbsen abgebrannt haben sollten. Für Linke wäre die erste Niederbrennung einer Kirche in Deutschland mit Sicherheit eine ganz zentrale Symboltat gewesen, die sie entsprechend vermarktet hätten. Eine Brandstiftung des Deutschen Doms auf dem Berliner Gendarmenmarkt würde eher ins linke Täterprofil passen als die Abfackelung einer nichtssagenden 60er Jahre-Kirche in der niedersächsischen Provinz. Und mit größter Wahrscheinlichkeit gäbe es ein Bekennerschreiben, das alle überregionalen Zeitungen längst veröffentlicht hätten, um der Öffentlichkeit Entschuldigungsgründe für eine solche linksextreme Brandstiftung anzubieten. Die Brandstiftung von Garbsen fügt sich somit aus mehreren Gründen nicht in ein linkes Tatschema ein, die Wahrscheinlichkeit linker Täter dürfte nicht höher als 10-15% liegen.

3. Deutsche Rechtsextremisten

Auf der anderen Seite des gewaltbereiten deutschen Spektrums kommen die Rechtsextremisten in Frage. Schon in der NS-Zeit stand der deutsche Rechtsextremismus mit der Kirche trotz aller pragmatischen Zusammenarbeit auf latentem Kriegsfuß. Das Christentum wurde und wird in rechtsextremen Kreisen als weichlich und undeutsch verlacht. Nicht völlig unwahrscheinlich ist daher die Theorie, die in Deutschland herumgeisternde halbe Handvoll glühender Wotan-Anhänger hätte die Willehadi-Kirche abgebrannt, und ein Zeichen für die alten Germanengötter und mehr deutsche Stärke zu setzen. Das fehlende Bekennerschreiben spricht nicht gegen diese Annahme: Nach aktuellem Kenntnisstand in Sachen NSU scheint es ja geradezu ein Markenzeichen rechtsextremer Kreise zu sein, nach ihren Gewalttaten keinerlei Bekennerschreiben zu veröffentlichen, damit möglichst wenig Menschen von diesen Taten erfahren und die politische Folgewirkung ebenfalls möglichst gering bleibt.

Das bereits erwähnte auffällige Stillschweigen der gesamten Politik zum Thema Garbsen lässt sich allerdings mit der Vermutung rechtsextremer Täterkreise nicht in Übereinstimmung bringen. Es ist gelebte Alltagserfahrung im heutigen Deutschland der Bunten Republik, dass sich die gesamte politische Szene bereits auf homöopathische Spuren rechtsextremer Präsenz mit einem fast theatralischem Eifer stürzt und die Gelegenheit einer mitten im Wahlkampf von Rechtsextremen abgebrannten Kirche bis zur Neige ausgekostet hätte. Auch wenn eine Kirche in der bunten Hierarchie der Kulturen und Religionen weit unterhalb einer Moschee rangiert – man braucht nicht viel Phantasie, um sich das ganze Halligalli auszumalen: Alle großen Zeitungen hätten über das Ereignis berichtet und ihre Berichte gespickt mit Warnungen vor wachsender rechter Gewalt. EKD-Vorsitzender Schneider hätte zur Niederbrennung seiner Kirche durch rechtsextreme Deutsche mit Sicherheit nicht geschwiegen. Und wenn auch nicht der Bundespräsident gekommen wäre, zumindest der Innenminister hätte sich blicken lassen, und Maybrit Illner hätte Garbsen wenigstens ein einziges Mal zum Thema ihrer Rederunde gemacht. Tatsächlich aber wird Garbsen von allen politischen, kirchlichen und medialen Akteuren geflissentlich ausgeblendet. Statt das Ereignis kommunikativ aufzublähen, um es auszuschlachten, ist vielmehr die Neigung zu erkennen, das Thema auf möglichst kleiner Flamme zu halten. Die Wahrscheinlichkeit deutscher Rechtsextremer als Brandstifter liegt daher wohl bei deutlich unter 5%.

4. Nicht-mohammedanische Ausländer

Kommen wir somit zu den ausländischen Tätergruppen. Allen offiziellen Reden und Aktionen im Zusammenhang mit der Brandstiftung, angefangen von der peinlichen Predigt der Superintendentin bis hin zum Sternmarsch Garbsener Schüler, ist die fast trotzige Betonung gemeinsam „Garbsen ist bunt“. Diese ständigen Verweise auf einen offenbar unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Brandstiftung und der Garbsener Buntheit wäre bei deutschen Tätern völlig überflüssig – ein ganz wesentlicher Anhaltspunkt also, der den Verdacht immanent auf ausländische Täter lenkt.

Da ein unpolitisch krimineller Hintergrund schon eingangs mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden konnte und somit auch unpolitische ausländische Täter kaum in Frage kommen, sei zunächst die Wahrscheinlichkeit politisch oder halbpolitischer nicht-mohammedanischer Ausländer geprüft. Denkbar wären etwa fanatische Russisch-Orthodoxe oder radikal buddhistische Vietnamesen. Um es kurz zu machen: Solche Täterkreise wären ein völlig neues Phänomen. Zwar ist im bunten Deutschland theoretisch alles möglich, aber die Wahrscheinlichkeit solcher ausgerechnet in Garbsen aus dem Nichts auftauchender, völlig neuer und exotischer Gewalttäter ohne jegliche politische Vorgeschichte dürfte nicht viel höher als 5% liegen.

5. Mohammedanische Fanatiker

Unter den mohammedanischen Ausländern seien zunächst die religiösen Fanatiker betrachtet: Salafisten, Al Qaida-Sympathisanten und ähnlich vollbärtige Religionsgruftis. Diesen Leuten ist alles zuzutrauen: Bomben im ICE, Bomben in der Berliner U-Bahn, Bomben im Lufthansa-Flieger. Bei allem, was Krach und viele Tote macht, fühlen sich diese Leute in ihrem Element, und irgendein Vorwand findet sich immer. Aber genau das ist es auch, was in Garbsen gegen diese Täterkreise spricht: zu lasch die ganze Aktion, keine Toten, kein politscher Vorwand und kein Bekennerschreiben, kein Werbeeffekt. Natürlich sind Kirchen immer Primärziele islamischer Fanatiker, siehe Ägypten. Aber für die mohammedanischen Extremisten in Deutschland ist ja gerade die offizielle evangelische Kirche derzeit noch ein wichtiger politischer Bündnispartner, den man auch in den nächsten 5-10 Jahre als Fürsprecher in islamischer Sache noch nutzen möchte – bevor man sich mit ihm anlegt und Kirchen dann gleich dutzendweise niederbrennen wird. Schon Hitler wusste 1941, dass man potenziell gegnerische Alliierte erst angreifen sollte, wenn man sie nicht mehr braucht. Und dumm sind sie ja nicht, die bärtigen Muftis. Tatwahrscheinlichkeit im Fall Garbsen also höchstens 15%.

6. Kurdische Nationalisten

Angesichts der verhältnismäßig geringen Wahrscheinlichkeit radikal islamischer Täterkreise sollten wir uns im nächsten Schritt den ausländischen Nationalisten zuwenden. Diese sind im Fall der Kurden in Garbsen in mehreren Medienberichten über eine Prügelbande namens „Kurdische Blutsbrüder (KBB)“ belegt. In Deutschland gehen Kurden im Rahmen des in Europa allgemein weit verbreiteten orientalischen Rassismus und anti-europäischen Herrenmenschentums durchaus auch gegen Deutsche vor. Deutsche sind für Kurden aber eher Nebenziele, die man eben mitnimmt, weil sie politisch ungeschützt und daher leichte Opfer sind. Traditionelle Hauptziele kurdischer Nationalisten sind Türken: Auch in Garbsen kam es in den letzten Jahren zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und türkischen Nationalisten. Kurdische Nationalisten hätten den Aufwand einer Brandstiftung daher vermutlich eher gegen ein türkisches Vereinshaus gerichtet als gegen eine deutsche Kirche – und die Brandstiftung anschließend aktiv vermarktet. Auch wenn der in Garbsen belegbaren Gewalt gegen Deutsche von Seiten einer offenbar nationalistischen kurdischen Jugendgruppe Rechnung zu tragen ist: Die Wahrscheinlichkeit einer kurdischen Täterschaft im Fall der abgebrannten Willehadi-Kirche dürfte nicht höher als 20-30% liegen.

7. Sonstige nicht-türkische orientalische Nationalisten

Der Vollständigkeit halber kurz und knapp: Im Unterschied zu Frankreich und Belgien treten gewaltbereite arabische, albanische, bosnische oder tschetschenische Nationalisten in Deutschland üblicherweise als Mitläufer von türkischen Rechten in Erscheinung, was in Garbsen nicht anders sein dürfte. Falls solche Leute also in Garbsen an der Tat beteiligt waren, dann vermutlich nur als Gefolge türkischer Wortführer. Als eigenständige Tätergruppe dürfte die Wahrscheinlichkeit bei unter 10% liegen.

8. Rechtsgerichtete Türken

Werfen wir zum Abschluss einen Blick auf die einzige noch verbleibende potenzielle Tätergruppe: die türkischen Rechten. Dieses Spektrum ist außerordentlich breit gefächert. Viele, wenn nicht die meisten Türken in Deutschland sind aufgrund ihrer kemalistisch-militaristischen Vorprägung in irgendeiner Form “rechts“, wenn nicht gar „rechtsextrem“, sofern man bei Türken dieselben Definitionskriterien anwendet wie bei Deutschen. Da gemäß offizieller Staatsideologie unserer Bunten Republik aber alle Türken sozusagen genetisch bedingt „tolerant und weltoffen“ sind, gibt es nach offizieller Lesart gar keine türkischen Rechten in Deutschland. Zwar sind türkische Rechte und Rechtsextreme im täglichen Umfeld allgegenwärtig: sie grölen ihr “Türkiye!“ auf unseren Straßen, sie kleben unser Land mit ihren Fahnen voll, sie nerven in jeder Schulklasse mit ihren eitlen, nationalistischen Parolen, sie nerven in jedem SPD-Ortsverein mit Forderungen nach türkischen Straßennamen und sonstiger Nationalsymbolik im öffentlichen Raum, sie nerven in jedem privaten Gespräch mit ihrer Leugnung des Armeniermords und unkritischer Türkei-Verherrlichung (leider ohne in die herrliche Türkei zurückzuwandern) – aber sie tauchen in keiner offiziellen politischen Statistik oder Analyse auf. Türkische Rechte und Rechtsextreme gibt es nicht in der Presse, es gibt sie in keiner politischen Rede über den Kampf gegen Rechtsextremismus, es gibt sie nicht in wissenschaftlichen Studien. In der offiziellen Bunten Republik sind türkische Rechte und Rechtsextreme komplett nichtexistent.

Für die offizielle Nichtexistenz dieser politisch höchst ehrgeizigen und infolge systematischer Unterwanderung des deutschen Parteienwesens mittlerweile auch sehr einflussreichen Strömung gibt es guten politischen Grund: Würde man den Deutschen erklären müssen, dass es bei uns jede Menge rechtsgerichtete Türken gibt, würde man die gesamte innere Logik des Projekts „Bunte Republik“ in Frage stellen: Dieser Logik zufolge wird Deutschland ja angeblich toleranter und weltoffener, je mehr Türken in Deutschland sind, und nicht umgekehrt. Für die Bunten Republikaner wäre es höchst blamabel, den Deutschen die traurige Wahrheit zu gestehen, dass man mit Millionen Türken auch Millionen rechter Typen ins Land geholt hat. Rechtsnationale Türken genießen daher einen ganz besonderen politischen Schutz: Alles, was türkisch-rechts ist, wird verschwiegen, kleingeredet oder verharmlost. Die knallhart rechtsgerichtete Türken-Lobbyistin, die sich massiv für national-türkische Segregation statt Integration einsetzt, wird zur engagierten Ministerin hochstilisiert. Aus rassistischen rechten Türken, die Deutsche niederprügeln, weil sie Deutsche sind – also ganz klar aus „rechten“ Motiven -, werden „unpolitische Jugendliche“. Und genau dieses typische Verhalten der deutschen Politszene im Zusammenhang mit den verschiedenen Erscheinungsformen der türkischen Rechten begegnet uns auch in Garbsen: Kleinreden, abwiegeln, verharmlosen – ein ganz wesentlicher Hinweis auf einen starken Anfangsverdacht einer rechtsgerichteten türkischen Täterschaft.

Und tatsächlich sind rechte türkische Jugendbanden in Garbsen belegt: „AIG“ („Ausländer in Garbsen“), „ADHP“ („Auf der Horst Power“) sind mehrheitlich türkische Schlägertruppen, obwohl sich im türkischen Gefolge wie üblich vereinzelt Bosnier, Albaner und sonstige balkanesische Taugenichtse tummeln. Und ebenso ist eine gezielt rassistische, national selektive und somit politisch rechtsgerichtete Gewaltanwendung dieser Gruppen in Garbsen nachweisbar: Die dort eingeschlagenen Fensterscheiben und Brandstiftungen gegen Wohnhäuser richteten sich ausschließlich gegen Deutsche, türkische Einrichtungen und Häuser hingegen waren nie betroffen.

Auch die Brandstiftung der Willehadi-Kirche passt in das Zielschema rechter türkischer Gewalt. Rechte Türken sind eher diffus islamisch. Für sie ist eine Kirche zwar durchaus ein religiöses Symbolgebäude, es ist aber in erster Linie ein Symbolgebäude der Deutschen. Das politische Tatmotiv wäre somit ganz eindeutig erkennbar: Für die rechte türkische Szene ist das Deutschland der Bunten Republik nichts anderes als ein großer ethnischer Kriegsschauplatz. Deutsche gilt es deshalb nicht nur aus politischen Positionen, dem Verwaltungsapparat und sonstiger öffentlicher Präsenz vom Bademeister bis zum Schuldirektor zu verdrängen, sondern auch flächendeckend-terrítorial: üblicherweise durch Belästigungen, Beschimpfungen, zunehmend aber auch durch Gewalt. Straßenterror gegen willkürlich ausgewählte Deutsche, sexuelle Misshandlungen, Brandstiftung – all dies sind die klassischen Mittel ethnischer Verdrängung und Vertreibung. Aus Sicht der türkischen Rechten wäre die Abbrennung eines wichtigen Symbolgebäudes der Deutschen in Garbsen also Teil einer rassistischen territorialen Vertreibungspolitik, ein letzter Warnschuss vor dem ersten wirklichen Schuss: Das hier ist jetzt unsere Stadt, haut ab, wenn euch euer Leben lieb ist.

Für den potenziellen Täterkreis türkischer Rechter oder zumindest stark rechtsnational beeinflusster türkischer „Jugendlicher“ sprechen daher in Garbsen eine ganze Reihe von Indizien: das betonte Abwiegeln und Kleinreden der Tat durch die politischen und kirchlichen Verantwortungsträger, die in Garbsen belegbare kriminelle Vorgeschichte brandschatzender türkischer „Jugendgruppen“, angeblich völlig unpolitisch, tatsächlich aber ethnisch anti-deutsch selektierend und somit eindeutig rassistisch-rechtsgerichtet, und ein politisches Motiv. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei auf ihrer Suche nach den Brandstiftern der Garbsener Kirche unter den Garbsener Türken fündig wird, sofern sie denn fündig werden will, dürfte bei deutlich über 50% liegen.