Kriegstreiber Henryk M. Broder

Auch Henryk M. Broder reiht sich – übrigens schon länger – zusammen mit der Springer-Presse unter die Kriegstreiber gegen Syrien ein. Für ihn steht fest, Assad hat die Chemiewaffen eingesetzt, Beweise braucht man nicht, Damaskus muß vom Westen bombardiert werden, dann wird alles gut. Hat sie der gute Henryk noch alle? Nein, denn seine Argumente sind samt und sonders Schall und Rauch.

In seinem neuesten Artikel holt er weit aus. Eines Beweises bedürfe es nicht, wie die Geschichte zeige. Man habe immer gewußt, wer die Täter seien: Reichstagsbrand, Sender Gleiwitz, Katyn, „Endlösung der Judenfrage“, Mauerschützen!

War es Stalin, Hitler, Pol Pot, Idi Amin, Kaiser Bokassa, Slobodan Milosevic, Nicolae Ceausescu, Kim Il-sung, Robert Mugabe, Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi?

Geht’s noch, Henry? Diese Beispiele sind alle untauglich. Assad steht das Wasser bis zum Hals. Warum soll er so blöd sein und den Westen als Gegner in den Krieg hineinziehen? Warum soll er wollen, daß Damaskus und seine Truppe bombardiert wird? Dafür gibt es keinerlei rationale Erklärung, Herr Broder, und Sie liefern auch keine.

Was hatte Hitler denn mit dem Sender Gleiwitz zu befürchten? Wovor sollte Stalin wegen Katyn Angst haben oder Ulbricht wegen den Mauertoten? Alle diese Diktatoren waren sicher, saßen total sicher im Sessel, hatten nichts und niemanden zu fürchten. Assad ist aber alles andere als sicher. Er wäre geradezu saudumm, sich weitere Marschflugkörper, Raketen und westliche Drohnen auf sein Haupt zu laden, gerade wenn seine Armee Fortschritte gegen die Rebellen erzielt. Warum soll er wollen, daß ihn Obama bombardiert? Diese Frage hätte ich gerne von Ihnen und allen anderen Kriegstreibern endlich mal schlüssig und logisch beantwortet. Dabei liegt auf der Hand, daß sich die „Rebellen“ in höchstem Maße über ein Eingreifen des Westens freuen würden.

Henryk, Sie sind uns und Ihren Lesern eine Antwort schuldig! Im übrigen sind Ihre Beispiele Saddam Hussein (Irak) oder Gaddafi (Libyen) ebenfalls nicht gerade leuchtende Vorlagen erfolgreicher westlicher Bombardiererei für friedliches nation building und die Förderung des „arabischen Frühlings“! Und unter Sadat und Mubarak hat es nicht nur mir in Ägypten viel besser gefallen als heute! Soll der Zerfall Syriens Israel nützen? Ist es für Israel gut, von failed states, die von Bürgerkriegen zerfressen und gespalten voller Terroristen sind – siehe etwa den Libanon – umgeben zu sein? Fast hat man den Eindruck! Sonst schreiben Sie doch eigentlich allermeistens vernünftige Kommentare?