Zur Wahl II: die Alternative, die AfD

Die Alternative für Deutschland (AfD) bekam bei der Bundestagswahl gestern über zwei Millionen Stimmen und damit 4,7 Prozent. Mit weiteren 130.000 Wählern wäre sie jetzt im Bundestag. Überaus ärgerlich, aber nicht zu ändern. Die AfD war noch weithin unbekannt. Der Grund dafür ist die unfaire Behandlung durch unsere rotgrün regierte „Qualitätspresse“, die die Partei, so gut es ging, verschwieg oder braun anmalen wollte, und zweitens auch der oft unprofessionelle Wahlkampf ihrer Mitglieder in manchen Wahlkreisen. Schauen wir auf das Positive.

Die AfD hat in wenigen Monaten Landesverbände aufgestellt und war offenbar in allen Wahlkreisen vertreten. Das ist eine gigantische Leistung. Und dann von null auf 4,7 Prozent in einem halben Jahr! Auch dies ist erstaunlich. Man muß sich nur die beinahe unüberwindlichen und schweren Hürden vorstellen, in Deutschland mit einer neuen Partei ins Parlament zu kommen.

Jetzt wird es einzig und allein darauf ankommen, daß die Partei nicht zerbröselt. Lucke hat gestern auf Optimismus gemacht und ganz ausgeschlossen, daß sich die AfD wieder auflösen könnte. Er hat im Gegenteil darauf hingewiesen, daß in einem halben Jahr Europawahlen sind, wo die AfD teilnehmen werde. Wenn die Alternative das durchhält, hat sie Chancen. Bekanntlich haben wir auch immer wieder über die Jahre verstreut Landtagswahlen. Da läßt sich durchaus Schritt für Schritt etwas erreichen.

Dazu kommt die Eurokrise und die Krise der EUdSSR. Merkel wird nicht ruhig im Sattel sitzen. Alle paar Wochen werden neue Finanzprobleme auftauchen, wo sie in Nacht- und Nebelsitzungen in Brüssel einknickt und uns dann alternativlos am nächsten Morgen wissen läßt, wieviele Milliarden wieder futsch sind. Das bedeutet für die AfD jedes Mal ein paar Wähler mehr.

Auch hat man seit gestern den Eindruck, daß die AfD in der Presse ernster genommen wird. Das Schandmaul Schäuble hat zwar bei Jauch wieder die NPD in einem Atemzug genannt, aber verfangen wird das nicht. Wichtig ist, die AfD bleibt sichtbar und präsent, dann ist ein Überspringen der 5%-Marke vielleicht schneller drin, als heute vorstellbar. Aber die Partei muß mit Volldampf weitermachen. Immerhin kriegt sie jetzt Wahlkampfkostenerstattung.

Noch ein Wort zu den enttäuschten und teilweise wütenden Kommentaren über das Wahlergebnis und die kleineren Parteien. Von den Stimmen für die AfD ist keine einzige verschenkt. Man stelle sich nur vor, sie hätte 3,7%, 2,7% oder 1,7% gekriegt. Da sind 4,7 schon viel besser, auch wenn sich jeder Anhänger furchtbar über die fehlenden Pünktchen geärgert hat. Wir werden bald sehen, wie die AfD die politische Diskussion beeinflußt. Der ZEIT-Chef Giovanni de Lorenzo fürchtet bereits gestern bei Jauch den unaufhaltsamen Aufstieg der AfD, die seinen herzinnigsten Wunsch nach einem kleinen, unbedeutenden deutschen Bundesstaat innerhalb der mächtigen EUdSSR stört.

Und: Sämtliche PRO-Stimmen (0,2%) hätten der AfD nicht gereicht, die Stimmen der Tierschutzpartei schon. Aber es ist völlig naiv zu glauben, alle Splitterparteien würden sich jemals einig, um einen kleinen Konkurrenten durchzukriegen. Die haben völlig legitim ihre eigene Agenda, niemand kann verlangen, daß sie sich für andere opfern. (Zu PRO und Freiheit und PI vielleicht in ein paar Tagen mehr!)


Video: Wahlparty der AfD Schleswig-Holstein gestern im Kieler Yacht Club mit Statements zum Abschneiden der Partei.