Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan [Foto: mit seiner Ehefrau Ermine] hat am Montag in Ankara das seit Monaten erwartete „demokratische Reformpaket“ seiner Regierung vorgestellt. Zu den wichtigsten Änderungen gehören eine partielle Aufhebung des Kopftuchverbots für Beschäftigte im Staatsdienst sowie die Erlaubnis, die kurdische Sprache, die seit 2012 schon als Wahlfach an staatlichen Schulen angeboten werden darf, auch an privaten Bildungseinrichtungen zu lehren. Verboten ist das Tragen eines Kopftuchs allerdings weiterhin jenen Beamtinnen, die im Dienst Roben oder Uniformen tragen müssen, zum Beispiel Richterinnen, Staatsanwältinnen oder Polizistinnen. Männern im Staatsdienst ist es künftig erlaubt, sich Bärte wachsen zu lassen.

(Nur die FAZ weiterlesen! Im übernächsten Artikel bezeichnet sie dann jeden, der gegen den EU-Beitritt der Türkei ist, als „Rechtspopulisten“! Ich hasse diese inkonsequente Haltung!)

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37 KOMMENTARE

  1. Die FAZ hat nur noch nicht gemerkt, daß die Bezeichnung „Rechtspopulist“ längst kein Schimpfwort mehr ist, Gestern beim Plasberg haben die Blockflötenparteien auch versucht, Herrn Lucke damit zu adeln – vergebens.

    Wenn nun Erdogan die Kopftücher auf die Menschheit losläßt ist das sicher ein Signal für unsere Islamophilen, in Deutschland die letzten „Ausgrenzungen“ dieser Gewickelten abzuschaffen.

  2. Die JF informiert ebenfalls – gewohnt unpolemisch und vollständiger als die FAZ. Wer sich informieren will:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5e061aae5b0.0.html

    Dort heißt es u.a., dass die Kurden mehr Rechte bekämen, sog. Hassdelikte härter bestraft würden

    („Gleichzeitig kündigte Erdo?an höhere Strafen für sogenante Haß-Delikte an. Diskriminierung aufgrund der Religion der Herkunft werde härter bekämpft. In diesem Zusammenhang versprach Erdo?an auch den Landbesitz des Klosters Mor Gabriel an die christlich-syrische Gemeinde zurückzugeben.„)

    und eine Wahlrechtsreform auf den Weg gebracht werde.

    Was der Lügenbaron Erdogan wieder draus machen wird, ist die Frage, aber weder kewil noch die FAZ gehen seriös damit um.

  3. Das sind doch tolle Nachrichten vor allem für die Christen, Alewiten und die anderen Minderheiten.
    Sie zu diskriminieren wird jetzt strafbar.
    Wie jetzt?

  4. Wenn Beamte_innen gern ein Kreuz bei der Arbeit umhaben möchten!Ja, sollen sie doch !
    Wie jetzt ?

  5. Die Wahlrechtsreform ist das Mehrheitswahlrecht. In jedem Wahlkreis wird genau eine Person gewählt. Dann schafft Erdogan 90% der Mandate und maximal 10% gehen an die Kurden.

  6. @#3 Miles Christi

    gewohnt unpolemisch und vollständiger als die FAZ.

    jungefreiheit:

    Gleichzeitig kündigte Erdo?an höhere Strafen für sogenante Haß-Delikte an. Diskriminierung aufgrund der Religion der Herkunft werde härter bekämpft. In diesem Zusammenhang versprach Erdo?an auch den Landbesitz des Klosters Mor Gabriel an die christlich-syrische Gemeinde zurückzugeben.

    faz:

    Obwohl die angekündigten Reformen gutgeheißen wurden, zeigten sich Repräsentanten von Minderheiten enttäuscht darüber, dass viele zentrale Erwartungen nicht erfüllt wurden. Auch kurdische Politiker zeigten sich enttäuscht….
    Erdogan sagte nichts zum seit Jahrzehnten geschlossenen griechisch-orthodoxen Priesterseminar auf Halki….
    Unklar blieb, welche Auswirkung die angekündigte Erhöhung des Strafmaßes für rassistische oder diskriminierende Angriffe haben wird und wie genau solche Angriffe definiert werden sollen. Auch Erdogans Ankündigung, das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel werde umstrittenes Land zurückerhalten, überraschte viele Beobachter, da in dieser Angelegenheit noch ein Prozess läuft. Erdogan kündigte zudem die Gründung eines „Roma-Instituts“ an, das wissenschaftliche Studien zur Sprache, Kultur und aktuellen Lage dieser Minderheit erstellen werde. Er kündigte an, dass für diese auch in der Türkei benachteiligte Bevölkerungsgruppe mehr getan werden solle.

    die Wahlrechtsreform ist vom Tisch

  7. Folgende Mail habe ich vor ein paar Minuten an den Deutschlandfunk gesendet:

    Vorhin haben Sie wieder einmal die größten Künstler aller Zeiten, Pussy Riot, also Ihre Lieblinge schwer bedauert. Über die Anschläge Ihrer Freiheitskämpfer der letzten Tage in Nairobi, in Nigeria oder auch im Irak verlieren Sie kaum ein Wort. Ist in Ihren Augen auch nicht so schlimm. Die Mitarbeiter des DF können sicherlich alle das Glaubensbekenntnis auswendig sprechen, sind also in Situationen wie in Nairobi relativ sicher. Pussy Riot plant ihre nächste Aktion in einer Moschee. Dann werden die Mitarbeiter des DF für die größten Künstler aller Zeiten sicherlich mindestens 10 Jahre Gulag fordern.

  8. .taz:

    rdogans groß angekündigte demokratische Initiative ist für die Kurden eine Mogelpackung ohne Substanz. Damit hat der Ministerpräsident wohl seine letzte Chance vertan. Wenn die PKK in der Türkei trotzdem erst mal nicht zu den Waffen greift, dann nicht mehr wegen Erdogan, sondern weil sie ihre Kräfte in Nordsyrien braucht, um sich gegen al-Qaida zu verteidigen.

  9. Als außerirdischer würde ich sagen: „Man, was haben die Menschen nur für Probleme auf diesem schönen bunten Planeten, die sie lösen wollen….“

  10. Glückwunsch nach Norwegen und liebe Grüße an alle Popo-listen
    und an Popel-listeninnen auch.

    Wenn einer links-Popo ist, dann aber der Dregor G.!

    Und Erdogan ist wieder mal beängstigend. Verkauft seine Rückständigkeit als demokratisches Entgegenkommen. Dieses Land ist so weit weg von meiner Reisewunschliste… und auch noch nie drauf gewesen. Was sagen die eigentlichen modernen Türken in dem Land dazu?

  11. Führer Erdogan islamisiert die Türkei. Laizisten und Kritiker werden niedergeknüppelt.
    Die streng religiösen Bürger freuen sich und können den öffentlichen Raum sukzessive islamisch contaminieren. Kemal Atatürk dreht sich im Grabe herum.KO Kriterien für einen EU-Beitritt.

    Aber auch aus Katar schöne WM-Nachrichten.Das Emirat Katar hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach ausländische Arbeiter für die großen Bauprojekte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in dem Land wie Sklaven behandelt werden. „Es gibt in Katar keine Sklaverei und keine Zwangsarbeit“, sagte der Präsident des nationalen Menschenrechtskomitees, Ali al-Marri, auf einer Pressekonferenz.
    http://de.nachrichten.yahoo.com/katar-weist-bericht-%C3%BCber-sklavenarbeit-f%C3%BCr-wm-zur%C3%BCck-195622462.html

    Na dann ist ja alles prima. Die Toten auf den Baustellen sind sicher reiner Zufall.

    Der Weltfußballverband FIFA zeigte sich nach dem „Gaurdian“-Bericht besorgt und kündigte Gespräche mit den Behörden in Katar an.

    So, die FIFA zeigt sich besorgt und möchte reden. Etwas Aktionismus für die Öffentlichkeit aber keine konsequneten Maßnahmen.

    Lösung: Keine WM in Katar!

  12. Gehört das auch zur Reform, dass von einer Frau jetzt die ganze Handinnenfläche zu sehen sein darf?

  13. Da sind unsere rotgrünen Spinner in Deutschland schon viel weiter!

    Für diese abgehobenen und weltfremden rotgrünen Spinner sind selbst Burkas, mobile Einmannzelte, weibliche Vollvermummung, Gesichtsschleier oder gar Frauensteinigungen eine ganz tolle kulturelle Bereicherung.

    Und jeder der die Zwangsverhüllung von nach dem Koran minderwertigen und faktisch rechtlosen Frauen nicht ganz arg toll, bunt und bereichernd findet und nicht sofort beim Anblick dieser vollverschleierten Mumien in Jubelschreie ausbricht wird von unseren neben der Kappe laufenden Islamversteher zu einem rechtlosen und vogelfreien „Nazieeeeeee“ erklärt! 😉

  14. Unbestätigten Berichten zufolge soll es Männern im Staatsdienst künftig erlaubt sein, Kopftuch zu tragen 😉

  15. Der schwer krebskranke Erdogan muss halt noch schnell alle Weichen stellen. Somit gibt es zunächst sauren Apfel mit ein paar Krümeln zucker.

  16. #28 Ach hat der Krebs ? Wusst ich nicht.
    Jedenfalls setzt Erdogan peu a peu immer mehr islamische Punkte durch, bis er sein Ziel – die Sharia- erreicht hat. Und am liebsten ist es ihm, die Leute merken das möglichst nicht. Schleichende Islamisierung – darin sind Türken ganz groß. Schon jetzt laufen mehr Türkinnen mit Kopftuch herum, als vor 20 Jahren. Und das im Jahr 2013 !

  17. Tja, und so schmilzt sie langsam dahin, Atatürks Trennung von Moschee und Staat. Die Botschaft der Demonstranten scheint Erdogan noch nicht erreicht zu haben.

  18. Die überbordene Lebensfreude, die aus Emine Erdogans Gesicht strahlt wünsche ich allen Türkeifreunden und Islamisierungsbefürwortern!
    Die sieht ja um Lichtjahre schlimmer aus als unsere grüne Empörungskröte und das soll was heissen….

  19. Könnte es nicht auch mal umgekehrt gemacht werden, Recep Erdogan? Also Frauen lassen sich Bärte wachsen und Männer müssen Kopftuch oder Burka tragen. Das wär´ doch mal eine nette Abwechslung bei der Friedensreligion und würde bei dem tristen Ernst mal ein wenig Heiterkeit erzeugen!°

  20. Wie schrieb eine Qualitäts Journalie:

    „Kopftuchverbot in der Türkei gelockert“

    Als erfüllte sich ein sehnsuchtsvoller Wunsch der Weltgemeinschaft nach Verhüllung und Zwang durch den Koran.

    Was ist der nächste Akt?
    „Endlich feste Regeln in Miteinander: Scharia für alle“

    „Steinigung für Unbelehrbare“

    „Warum Kopfabhacken und Verstümmelung im Namen Allahs der Welt den Frieden bringt“

  21. Erdogan weiß ganz genau, dass ihn die ganze türkische Bevölkerung durchschaut. Sowohl seine Gegner als auch seine religiösen Befürworter. Zu der Pressekonferenz wo er sein „Demokratiepaket“ vorgestellt hatte, waren AKP-kritische Medienvertreter nicht eingeladen, damit auch blos keine unschönen Fragen gestellt werden konnten.

    Hier in D gibt es jetzt sicherlich ganz viele Islamversteher, die das gut finden nach dem Motto „lasst die Frauen doch Kopftücher tragen wenn sie es wollen, ist doch ihre persönliche Freiheit“. Vergessen sind die kleinen „Demokratiepakete“ vor einigen Monaten, wie z.B. das Verbot des Küssens in der Öffentlichkeit oder der Ausschank alkoholischer Getränke in einem 100 Meter Umkreis von Moscheen. In einem Land wo gefühlt alle 200 Meter eine Moschee steht kommt das einem Komplettverbot gleich. Was ist mit der Freiheit seine Frau zu küssen wann und wo man will? Oder was ist mit der Freiheit ein Bier zu trinken wann und wo man will?

    Alles was diese doppelzüngige Schlange tut und sagt dient nur dazu den Druck aus dem Kessel der islamistischen AKP-Basis zu nehmen, denen die Islamisierung der Türkei nicht schnell genug voran geht.

    Eins noch… seit kurzem darf im türkischen Fernsehen kein Alkohol mehr gezeigt werden. Die Flaschen müssen gepixelt werden. Gleichzeitig wurde zur Ablenkung auch das Pixeln von Zigaretten eingeführt, damit der Führer anschließend irgendetwas von „Gesundheitsbewusstein“ schwafeln konnte.

  22. So ist das heuer in Tayyipistan. Hatte irgendwer was anderes erwartet? Erdo macht ’sein‘ Land tatsächlich mit kleinen, aber vielen Schritten zum „Iran light“. Ein paar Zuckerstückchen für Nichtmuslime sollen das verschleiern. Besonders trickreich: dass das Kopftuchverbot zunächst für Trägerinnen von Uniformen, Roben etc. bestehen bleibt. Aber das fällt über kurz oder lang auch noch. Männer dürfen ja in den fraglichen Positionen jetzt Bärte tragen, und da muss man doch „nachbessern“. Natürlich nur im Sinne der Gleichberechtigung der Frau…

  23. Die islamische Republik Türkei… schon mal merken. Bleibt nur zu hoffen, daß die Deppen in Brüssel langsam merken, wessen Geistes Kind Erdogan wirklich ist…

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