Europa erlebt derzeit turbulente und spannende Wochen: In Frankreich liegt der Front National (FN) in Umfragen zur Europawahl in Führung, die United Kingdom Independence Party (UKIP) von Nigel Farage ist so stark wie nie zuvor und sogar in Deutschland gibt es jetzt mit der Alternative für Deutschland (AfD) eine eurokritische Partei, die nächstes Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ins Europaparlament einziehen wird. Kündigt sich also jetzt schon ein großer Umbruch an?

Felix Menzel, Chefredakteur der Blauen Narzisse, und Philip Stein deuten diese Zeichen der Zeit in einem gerade erschienenen kleinen Büchlein mit dem Titel „Junges Europa. Szenarien des Umbruchs“. Im zweiten Band der Reihe „BN-Anstoß“ kritisieren sie auf 100 Seiten die Europäische Union als ein seelen-, identitäts- und geschichtsloses Wesen.

Es bleibt jedoch nicht beim altbekannten EU- und Euro-Bashing. Die Autoren entwerfen acht „Szenarien des Umbruchs“, die aus der Krise führen könnten. Ihnen schwebt dabei ein föderalistisches „Europa der Völker“ vor, das sie zur bürokratischen EU in Stellung bringen möchten. Menzel und Stein wissen jedoch, daß der Weg dahin schmerzhaft sein wird. „Der Weg aus der Krise führt durch die Krise“, betonen die jungen Publizisten. Das treffe sowohl auf die Beendigung des gescheiterten Euro-Experiments zu als auch auf andere Herausforderungen.

Im Kapitel „Ethnische Unruhen“ zum Beispiel argumentieren sie dahingehend, daß die Probleme mit übermäßig vielen Flüchtlingen, Armutseinwanderung aus Rumänien und Bulgarien sowie den bereits bestehenden Parallelgesellschaften in westeuropäischen Großstädten zu einem „heilsamen Schock“ führen könnten.

„So drastisch diese Einschätzung auch klingen mag, eine nachhaltige Veränderung der Situation wird vermutlich nur durch eine weitere Steigerung der Gewaltspirale eintreten. Während es in den vergangenen Jahrhunderten stets so war, daß äußere Bedrohungen den Anlaß lieferten, um die eigene Identität zu verteidigen, stehen die Europäer nun vor der Herausforderung, eine Gefahr innerhalb der eigenen Grenzen zu bekämpfen. Schlimmer noch: Nicht die „Ausländer“ sind das Problem. Die Europäer selbst sind es, solange sie nicht selbstbewußt auf ihrer eigenen Lebensform beharren. Aus den ethnischen Unruhen kann daher nur dann ein Szenario des Umbruchs werden, wenn die Europäer ihre mentale Schwäche des Zurückweichens überwinden.“

Wie der Bevölkerungswissenschaftler Gunnar Heinsohn vor wenigen Tagen im Cicero darlegte, sprechen die reinen Fakten der Demographie eindeutig gegen die Zukunftsfähigkeit eines „Jungen Europas“, wie es sich Menzel und Stein wünschen. Aber was bleibt uns übrig? Sollen wir einfach aufgeben?

Die Autoren des Büchleins geben darauf eine kämpferische Antwort: Gerade die Jugend müsse es sein, die sich nicht von den engen Grenzen des „Machbaren“ leiten läßt. Die Jugend müsse das „unendlich Unwahrscheinliche“ wagen, sonst ende unsere Gesellschaft komplett in einer bürokratischen Alternativlosigkeit und übergebe unseren Kontinent in wenigen Jahren in andere Hände.

Am heutigen Montag, den 28. Oktober 2013, stellt Felix Menzel das Büchlein um 20 Uhr in München auf dem Haus der Burschenschaft Danubia, Möhlstraße 21, 81675 München, vor. Anmelden können Sie sich für den Vortrag mit einer Nachricht an:

» redaktion@blauenarzisse.de

Hier kann das Büchlein „Junges Europa. Szenarien des Umbruchs“ von Felix Menzel und Philip Stein bestellt werden.

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13 KOMMENTARE

  1. Ich weiß nicht, warum immer noch das Märchen von der “ eurokritischen AfD “ verbreitet wird. Die wollen einen “ Nordeuro “ , alter Wein in neuen Schläuchen. Hierzulande gibt es weiter keinerlei Alternativen zu den Blockflöten. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

  2. Europa ist nicht verloren!

    Immer mehr Europäer wehren sich!

    Das zeigt sich auch daran, dass immer mehr Christen nach Syrien gehen und den Christen vor Ort helfen, sich selbst zu verteidigen.

    Schweizer Militärausbilder sind bereits vor Ort:
    http://www.20min.ch/ausland/news/story/19238957

    Es ist zu Wünschen, dass auch der eine oder andere Bundeswehr-Afghanistan-Veteran den Weg nach Syrien findet.

    Deutsche Traditionsunternehmen aus der Waffenbranche sollten ebenfalls in die Pflicht genommen werden, die syrischen Christen mit modernen Waffen auszurüsten!!

  3. Klingt, als würde endlich mal das Richtige gesagt. Ob allerdings ausgerechnet der Freimaurer Mazzini als Vorbildfigur für einen neuen Kurs taugt, bleibt fraglich. Denn gerade die Ideale der Freimaurerei sind eine treibende Kraft in Richtung auf die angestrebte Zerstörung der Nationalstaaten und der christlichen Religion.

  4. Ein einheitliches Europa kann es nur in der Vielfalt der Nationalstaaten geben. Die jetzige Entwicklung geht eindeutig in Richtung Diktatur, wenn nicht schon eine Diktatur besteht. Eine Umkehr ist nur über eine Stärkung der Nationalstaaten, der Freiheit unterschiedlicher Entwicklungen, der Freiheit der Person möglich.
    Die sozialistische Perspektive mit Gleichheit und Brüderlichkeit ist mit der nationalsozialistischen und real sozialistischen Variante bereits zweimal gescheitert, auch der dritte Versuch mit einer euro sozialistischen Entwicklung ist zum Scheitern verdammt, denn es soll Gleichheit in der Gesellschaft auf dem wirtschaftlichen und politischen Niveau eines Asylanten und Brüderlichkeit durch Bevorzugung Gewalt verherrlichender Ideologien wie dem Islam hergestellt werden. Beide Perspektiven widersprechen nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch jeder gesellschaftlichen Praxis.
    Eine Umkehr ist nur durch eine die Menschen in ihren Grundstrukturen erfassende Krise möglich. Der gesunde Menschenverstand ist bereits der allgemeinen Verblödung gewichen.

  5. AfD ? … Nee !

    Zitat:
    „Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was halten Sie von Nigel Farage – der wäre doch der ideale Partner im EU-Parlament?

    Bernd Lucke: Keineswegs. Wenn es um britische Parteien geht, haben wir mehr Gemeinsamkeiten mit den Konservativen und der Labor Party. Die stehen wie wir dem Euro kritisch gegenüber. Sie bejahen die Europäische Union, wollen aber mehr Dezentralisierung und Deregulierung.“

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/25/lucke-ergebnis-der-bundestagswahl-bringt-afd-17-millionen-euro/

  6. 6 Mollberg
    Dies sagt doch alles ! Vordergründig leider keine Alternative ! Nur Therapie an den Symptomen ! CDU ohne C.
    Eine wirkliche Alternative hat es sehr schwer. Sie landet sofort in der Faschismus-Ecke. Aus diesem Grund ist schon eine clevere Taktik notwendig.

  7. Moin,
    Das junge Volk in Berlin ist so bunt und sexy, siehe…
    http://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article121241165/Zwei-Maenner-nach-Angriff-mit-Messer-und-Axt-schwer-verletzt.html

    Kreuzberg, Gruppe, Streit, junge Männer, Axt und Messer – alle Parameter der kulturellen Bereicherung sind in wenigen Zeilen zu finden.

    AfD – da wird es noch viele Reibereien geben. Die noch recht kleinen Landes- und Ortverbände gründen und finden sich. Was ich örtlich sehe und lese ist OK!
    Es ist doch auch in Ordnung und seriös, wenn eine Partei weniger GEGEN etwas ist, statt FÜR eine Sache. Im Stil der Identitäten. Metapher Bsp. Statt zu wettern, dass der Regen doof ist, sagt man, dass die Sonne toll ist. We’ll keep an eye on it. 😉

  8. Eine Bündelung aller kleinen Splitterpartei, Pro Deutschland, Freiheit usw. halt ich für dringend notwendig

  9. Es gibt für mich und viele anderen keine wählbare Partei,die Blockflöten pfeifen alle den gleichen Ton , die linken grünen sind zu schrill das einen die Ohren weckfliegen !
    Zu rechts und nur Eurokritiker ist auch nichts !
    Mann müßte doch eine Ideale Partei auf die Beine stellen die einen Ar… in der Hose hat !

  10. 10 Schariaburka (28. Okt 2013 11:14)

    Eine Bündelung aller kleinen Splitterpartei, Pro Deutschland, Freiheit usw. halt ich für dringend notwendig

    Das ist und wäre die einzige ALTERNATIVE!
    Aus dem kleinen Bächlein muß ein reißender Fluß werden! Dann entsteht eine Eigendynamik in unserem Sinne!

  11. Hoffen kann man immer, nach dem Spruch
    „die Hoffnung stirbt zuletzt“

    Leider geben die Fakten im verkorksten Deutschland wenig Anlass auf kurzfristige Aenderung zu hoffen.

    Schon seit 35 Jahren zog ich deshalb die Konsiquenzen und wanderte nach Nordamerika aus.

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