Berlin: „Entartete Kunst“ im Roten Rathaus

rat_religionen440Im Berliner Roten Rathaus fand am 8. November die dritte Konferenz des Rates der Religionen statt. Geladen war unter anderem der Salafistenprediger Abdul Adhim Kamouss (Foto), für den die Veranstalter Hartmut Rhein und Anika Sendes in den Räumlichkeiten alle Bilder und Statuen mit weißen Tüchern bedecken ließen. Erst vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass in einer Berliner Volkshochschule in vorauseilender Unterwerfung vor muslimischen Befindlichkeiten Aktbilder entfernt wurden (die nach Protesten inzwischen wieder dort hängen).

Die jetzt bekannt gewordene Verhüllung der „entarteten Kunst“ im Roten Rathaus löste bei dem als Hardliner bekannten Abdul Adhim Kamouss regelrechte Verzückung aus. Auf der Webseite seines extremistischen Vereins „Tauhid“ heißt es entsprechend:

Heute hat die 3. Konferenz des Rates der Religionen im Roten Rathaus zu Berlin stattgefunden, ein Forum mit dem Ziel, langfristig verschiedene kommunale Projekte zu realisieren und eine religiöse Stimme für die Stadt zu bilden. Abdul Adhim Kamouss ist als Vertreter von Tauhid e.V. Mitglied des Rates, um die muslimische Stimme zu vertreten und auf dem Bild im Gespräch mit dem Beauftragten der Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten, Hartmut Rhein, sowie dem Pfarrer der St. George`s Anglican Church zu sehen.

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Der Rat der Religionen ist ein Gremium zahlreicher Verantwortungsträger religiöser Gemeinschaften, die sich zusammengeschlossen haben, um in Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat Projekte für diese Stadt durchzuführen, die alle Religionen übergreifend betreffen, z. B. Projekte gegen Armut, Projekte, um die religiöse Vielfalt Berlins zu zeigen, Projekte, um dem mehrheitlich atheistischem Berlin Religionen bekannt zu machen und Bewusstsein zu schaffen und vieles mehr. Unser erstes Projekt war beispielsweise die „Lange Nacht der Religionen“, in der zahlreiche religiöse Stätten ihre Türen für Interessierte geöffnet und ein reichhaltiges Programm angeboten haben.

Und weiter:

Kommentar von Abdul Adhim Kamouss: „Sehr schön fand ich, dass die Organisatoren (Senat) extra einen Teil des Raumes als Gebetsplatz hergerichtet, und dabei sogar daran gedacht hat, alle Bilder und Statuen mit weißen Tüchern zu verdecken – ein großes Danke und Respekt an Herrn Rhein und Frau Sendes! Dieses Mitdenken hat mich wirklich positiv beeindruckt.“

Ja, uns beeindruckt es auch immer wieder, wie leichtfertig unsere Volksvertreter unsere Werte verraten und alles, was uns kulturell ausmacht für eine weltherrschaftsbeanspruchende Hassideologie verleugnen.

„Sexy“ ist etwas anderes, Herr Wowereit!

Kontakt:

» Bürgermeister Klaus Wowereit
– Senatskanzlei –
10178 Berlin
Telefon (030) 9026-3015
Telefax (030) 9026-3021
der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de

» Anika Sendes, Projektleitung,
E-Mail: anika.sendes@kultur.berlin.de
Tel: 030/ 90 228 401