Bonn: Polizei am Ende der Belastbarkeit

Allein in den vergangenen drei Monaten haben zwei Kollegen des Präsidiums Bonn Suizid begangen. Die Scheidungsrate ist in diesem Beruf überdurchschnittlich hoch, der Job stellt eine extreme Belastung für die Familie dar: unplanbare Sondereinsätze und Überstunden, Wechseldienst im Drei-Schicht-Betrieb. Und mit wem soll man abends darüber reden, dass man tagsüber die Einzelteile einer Leiche am Bahndamm gesucht oder in die Augen eines zu Tode misshandelten Kindes geschaut hat? Belastet man damit die Ehefrau, oder behält man das Erlebte besser für sich? „Wenn ich von einem Tatort nach Hause komme, übernachte ich auf der Couch im Wohnzimmer, weil meine Frau den Leichengeruch nicht erträgt“, schildert ein Beamter.

(Von Verena B., Bonn)

Krisenstimmung im Bonner Polizeipräsidium: Personalmangel, Überalterung, Frust durch fragwürdige Beförderungspraxis, Respektlosigkeit gegenüber Uniformierten und inzwischen auch empörte Bürger.

Der Bonner General-Anzeiger veröffentlicht heute im Lokalteil eine erschütternde zweiseitige Zustandsbeschreibung der Bonner Polizeiarbeit. Ein Strukturproblem innerhalb des Apparates? Was ist die Ursache?

Wer sich eingehender informieren möchte, erfährt hier das ganze unglaubliche Dilemma und hier ein Daten-Spezial zu Wohnungseinbrüchen in der Region.