FOCUS meldet beknackt 400 km/h-Taifun „Haiyan“ auf Philippinen

Topmeldung heute morgen: Der Taifun „Haiyan“, der über die Philippinen fegte – er heißt dort „Yolanda“ -, soll bisher um die 100 Menschenleben gefordert haben. Man weiß dies noch nicht genau, weil Elektrizität und Telefonleitungen in die Gegend, wo er zuerst auf Land traf, noch nicht funktionieren. Aber er hatte sich schon abgeschwächt, da brach hierzulande die Rekordjagd erst richtig los. Von Windgeschwindigkeiten über 300 km/h war die Rede, dann von 350 km/h, dann von 375 km/h. Bei RP Online waren es dann „fast 400 km/h“ und beim FOCUS fegte er mit exakt 400 km/h durch die Inseln. Warum ist das so? Natürlich sollen mit Sensationen Leser angelockt werden, aber es geht mehr um den Klimaschwindel! Seht her, ihr „Klimaleugner“, das ist der Beweis! Lassen wir also die Luft raus!

Bei Hurrikanen und Taifunen werden zweierlei Geschwindigkeiten gemessen, die stetige, die konstant über einen längeren Zeitraum gehalten wird, und irgendwelche kurze Böen innerhalb des ganzen Wirbels, die kurzfristig höhere Geschwindigkeiten erreichen. Wer hat nun mit Geschwindigkeiten über 300 km/h angefangen? Es waren irgendwelche amerikanischen Wetterdienste, die Tausende Kilometer entfernt anhand von Satellitenbildern auf 315 km/h bei den Böen geschätzt haben, also nicht gerade eine sichere Meßmethode. Warum fragen wir nicht die Filipinos selbst?

Die PAGASA, die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration, meldete gestern um 5 Uhr morgens Ortszeit für die Zeit, als der Taifun mit Höchstgeschwindigkeit 65 Kilometer vor der ersten Insel tobte, folgendes:

Maximum sustained winds of 235 kph near the center and gustiness of up to 275 kph.

Der Riesentaifun „Haiyan“ hatte also nur eine Geschwindigkeit von 235 km/h und die Böen lagen bei 275 km/h. Das hätte natürlich die Wetterhexe in der ARD gestern abend auch herausfinden können, aber in der Tagesschau kam man damit:

Am Morgen traf der Sturm auf der Insel Samar rund 600 Kilometer südöstlich von Manila auf Land. In Böen erreichte er bereits Geschwindigkeiten von 379 Kilometer pro Stunde.

Verräterisch dumm ist auch das Wort „bereits“! Denn wenn ein Taifun oder Hurrikan auf Land trifft (landfall), wird er nicht schneller, sondern sofort langsamer. Wir möchten nicht die offiziellen Hurrikan-Messungen in den USA angreifen, die messen dort schon genau, aber in den Philippinen haben sie nichts zu messen, keine Flugzeuge, keine richtigen Instrumente, nichts Genaues. Der philippinische Wetterdienst ist dort aber Experte. Jedes Jahr kommt es im Durchschnitt zu 20 Taifunen über den Inseln. Die kennen sich schon aus und sind keine Laien, wie vielleicht die Schnösel bei der deutschen „Qualitätspresse“ denken, die unfähig sind, die PAGASA zu finden und dort herumzuklicken.

Wieviele Tote es im Endeffekt sein werden, wird man erst in ein paar Tagen erfahren, aber letztes Jahr richtete der Taifun „Bopha“ erheblich mehr Schaden an und forderte 1100 Menschenleben auf Mindanao. Grund dafür: er bewegte sich langsam vorwärts, es regnete lange in Strömen, es gab die gefährlichen Erdrutsche. „Haiyan“, respektive „Yolanda“, kam dagegen rasch vorwärts und ist abgeschwächt von Stufe 5 auf Stufe 4 auf dem Weg nach Vietnam. Es kann sein, daß die Schäden viel geringer sind, als zunächst befürchtet. Abgelegt unter Klimaschwindel!