Teheran – Während der Präsidentschaftswahlen im Sommer 2013 hatte Hassan Rohani viele Versprechungen den Iranern gemacht, darunter die Öffnung des Zugangs zum Internet, die Beseitigung der allseits verhassten Sitten-Polizei von den Straßen, die Aufhebung westlicher Sanktionen und die Wiederbelebung der Wirtschaft bei gleichzeitiger Erhöhung der persönlichen Freiheiten.

(Von Ardašir Pârse)

Die Hoffnungen der Iraner wuchsen weiter mit Präsident Rohanis Besuch in New York, als er von Entspannungspolitik mit dem Westen sprach und einen historischen Anruf von Präsident Barack Obama entgegen nahm. Hier endete ein Tabu, das direkte Gespräche zwischen den beiden Nationen bis dahin unmöglich machten. Und weiter wuchsen die Hoffnungen, als die erste Runde der Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Iran vergangene Woche mit einem durchschlagenden Auftakt endete.

Vier Monate nach Rohanis Wahl und zwei Monate nach seiner Einsetzung zum Präsidenten, warten die Menschen in Iran immer noch auf die großen Veränderungen, nach denen sich die meisten Iraner sehnen. Aber auch wenn ihre unmittelbaren Hoffnungen sehr bald gedämpft wurden, sehen die meisten Iraner den Präsidentenwechsel dennoch als Entlastung von der konfrontativen Politik Mahmud Ahmadinedjads und genießen ein Gefühl, das ihnen seit Jahren gefehlt hatte, das Gefühl das man Hoffnung nennt.

Es gab ein paar viel versprechende Anzeichen für Veränderungen. Mehr als 90 politische Gefangene wurden freigelassen, obwohl zum größten Teil ihre Namen nicht bekannt gegeben wurden. Diejenigen, deren Namen bekannt sind, wie die prominente Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, meiden die Öffentlichkeit, vermeiden Interviews oder weigern sich Fragen zu Themen zu beantworten, die sie einst ins Gefängnis brachten. Die meisten von ihnen hatten vor ihrer Freilassung bereits die Hälfte ihrer Strafe verbüßt, und vor ihrer Freilassung, mussten sie ein Formular unterzeichnen in dem sie versprachen, künftig gute, systemkonforme Bürger zu sein, und bei Verstößen müssten sie zurück ins Gefängnis.

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16 KOMMENTARE

  1. Ja, das ist immer wichtig, die Worte von den Taten zu unterscheiden … freigelassene politische Gefangene, die unterschreiben müssen, sich nicht zu äußern, sind immer noch im Gefängnis, nur ist es jetzt etwas komfortabler ….

  2. Das »Problem« ist doch, dass immer die Bevölkerung leiden muss. Die USA (oft mit Israel zusammen) wollen jemanden weg haben. Der geht aber nicht. Dann werden diese Länder gnadenlos bombardiert, und / oder korantreue Moslems mit Waffen / Giftgas versorgt. Wäre Amerika nicht so pleite (Insolvenzverschleppung), dann würden sie weitere Kriege anzetteln. Manch ein Soldat soll schon kein Sold bekommen haben. Veteranen werden kaum noch versorgt.
    Der Iran wir einen » Arabischen Frühling« durchmachen müssen. Dafür wird Amerika (mit Hilfe von Israel) mit Unterstützung von Terrorbanden sorgen.

  3. Immerhin bestreitet der neue Präsident im Gegensatz zu Ahmadinedjad nicht den Holocaust. Aber die Existenz Israels ist für ihn dennoch das größte denkbare Übel. Also eine echte Veränderung sieht anders aus als nur eine Tatsache nicht mehr zu leugnen.

  4. Es heißt „der Iran“, mit Artikel! Deswegen heißt es auch „im Iran“ und nicht „in Iran“. Bitte nicht die Fehler unserer cleveren Dschurnalisten nachmachen.

  5. Das iranische Regime lässt Satellitenschüsseln zerstören, in einem „symbolischen Akt“ sind 32.000 Schüsseln und zahllose Receiver von Panzern plattgerollt worden, Sicherheitschef Mohammad Median-Nasab wird mit dem Satz zitiert, dass Satellitenfernsehen „bei Jugendlichen eine vorzeitige Pubertät verursacht“ – die Fotos der Zerstörung:

    http://www.ncr-iran.org/en/news/society/14778-photos-iranian-regime-crushes-satellite-dishes-using-armored-personnel-carriers

  6. Herr Aktiver Patriot, es ist mir wirklich unangenehm, auch bei PI diesen unsinnigen Antiamerikanismus lesen zu müssen. Vielleicht ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass unter Obama die USA sich aus der Weltpolitik verabschieden – leider. Es kommt nichts Besseres nach. Oder werden Sie die neue Weltmacht China, die nun wirklich ohne jede moralische Skrupel handelt, vorziehen?

  7. @ #7 Christiane

    Heißt denn „pro-amerikanisch“, dass man die Augen verschließt vor Wahrheiten? Aus Freunden werden Feinden und umgekehrt, das ist der Lauf der Welt.

    Kadavergehorsam bis zum bitteren Ende ist kein Zeichen von Intelligenz. Wir haben heute andere Sorgen als vor 1989. Und es ist nunmal ein Fakt, dass viele für Europa schlechte Entwicklungen in den letzten Jahren maßgeblich unter us-amerikanischer Beteiligung stattgefunden haben. Ich sage nur „arabischer Frühling“ in Libyen oder aktuell in Syrien.

  8. Der Deutsche Medientrend ist folgender:

    Iran nix gut, Saudis unsere Freunde!

    pi-news sollte nicht auf diesen Zug aufspringen.

  9. @ Christiane
    Es ist Ihnen vermutlich nicht aufgefallen, aber Amerika zettelte in den letzten Jahren die meisten Kriege an. Es dürfte auch kein Geheimnis sein, dass Amerika Terroristen mit Waffen versorgt hat. Und es vermutlich (Syrien) noch immer tut.
    Dass Amerika pleite ist, kann jeder verfolgen. In Amerika ist es jetzt sogar bei Strafe verboten Lebensmittel an Obdachlose „offen zu verschenken“. Würde die FED nicht aus dem Nichts endlos Geld drucken, bzw. im Computer erzeugen, dann wäre Amerika schon seit Jahren restlos pleite.
    Warum ist es antiamerikanisch, wenn man deren Fehlverhalten anprangert? Die Amis überwachen rechtswidrig die gesamte Welt (NSA), wegen dem Terror. Selber aber fingierte das FBI Terroranschläge, um Erfolge vorweisen zu können. Zusätzlich beliefern sie Terroristen mit Waffen.
    Seit Obama an der macht ist, ging es mit sämtlichen Rechten bergab! Das eigene Volk wird drangsaliert. Gefangenenlager errichtet, um Gegner einzusperren. Drohnen vollstrecken die Todesstrafe, ohne das es eine Gerichtsverhandlung oder Urteil gab. Monsanto darf das Volk mit Genmanipulierten überschütten, ohne für die Folgen haften zu müssen! Da kann ich beim besten Willen nicht pro amerikanisch sein!
    Nicht zu vergessen, dass wir noch immer keinen Friedensvertrag mit Amerika (unserem Freund) haben.

  10. #10 Aktiver Patriot (01. Nov 2013 18:20) bzgl. #7 Christiane (01. Nov 2013 15:06)

    Dem ist aus meiner Sicht zuzustimmen. Die Stützung auf die diversen US-Regierungen war während des „Kalten Krieges“ angebracht; heute sind sie eher hinderlich; der Kalte Krieg ist vorbei, und was leider in vielen Köpfen nicht angekommen zu sein scheint, ist der Umstand, daß die Machtblöcke sich verschoben haben; die Bedrohungen sind heute andere; die Lage ist sogar noch instabiler und unberechenbarer geworden.

    Vor allem die Obama-Administration hat hier, nach Bush jun., so unglaublich viel Mist gebaut, daß es kaum zu sagen ist. Das einzige, was ich hinsichtlich des „Pro“ noch unterstützen kann, ist das obige „Pro-Israel“, und es hat sich mehr als einmal gezeigt, daß selbst Israel auf die US nicht wirklich bauen kann, und das nicht erst unter dem Islamfreund Obama.

  11. #10 Aktiver Patriot
    „Es dürfte auch kein Geheimnis sein, dass Amerika Terroristen mit Waffen versorgt hat.“####Spannungsherde müssen eben am Köcheln gehalten werden.
    #11 Tom62
    „Das einzige, was ich hinsichtlich des “Pro” noch unterstützen kann, ist das obige “Pro-Israel”, und es hat sich mehr als einmal gezeigt, daß selbst Israel auf die US nicht wirklich bauen kann, und das nicht erst unter dem Islamfreund Obama.“#########
    Mit der Meinung haben haben Sie auch meine Unterstützung.

  12. Je mehr sich etwas ändert,desto mehr bleibt alles gleich! Deutschland,China,die terroristischen Islam – Staaten. Die werden wohl nie etwas ändern,denn die haben zu viel Spaß,wenn sie ihre GESTAPO losschicken,um Leute wie Michael Stürzenberger,Herr Mannheimer und alle anderen,die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen,einzusperren und als Terroristen zu brandmarken. (Man sollte in Bayern echt mal was ändern,nebenbei bemerkt.MEHR WIDERSTAND gegen diese rote Volkverhetzung)

  13. Für Ausländer ist das schwer zu begreifen.
    Rowhani ist vom gleichen Holz geschnitzt wie Ahmadinejad. Wenn man nicht Faschistoid und Antisemit ist hat man in Iran keine Chance Präsident zu werden.Begreift das endlich.
    Ich erinnere mich wie meine jüdischen Freunde in der Schule und auf dem Nachhauseweg als
    Sagjohud = Jüdischer Hund beschimpft wurden.
    OK das ist nun 55 Jahre her, aber der Antisemitismus verschwindet nicht von allein.
    Zuvor muss der Antisemitismus großes Leid für die Muslime hervorrufen. Erst dann wären Sie bereit sich zu verändern und das auch nicht alle sondern allenfalls 70 oder 75%.
    Deutschland ist ein gutes Beispiel was passieren muss damit ein Volk seinen Fehler einsieht.

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