Zahl der Salafisten sprunghaft angestiegen – „Hilfskonvois“ schmuggeln Waffen nach Syrien

Nach Angaben von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen ist die Zahl der Salafisten in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren von 3800 auf 5500 gestiegen. Alleine in Nordrhein-Westfalen gebe es mittlerweile 1500 radikalislamische Salafisten, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) der Westfalenpost. Auch die Zahl derer, die als Kämpfer ins Ausland, vor allem nach Syrien reisen, nehme zu. Laut Recherchen des Bonner Generalanzeigers und der Stuttgarter Nachrichten (Franz Feyder) schmuggeln die Salafisten dabei Waffen und Munition in ausrangierten Krankenwagen in das Kriegsgebiet.

Der General-Anzeiger schreibt:

BONN/STUTTGART. Ein Zusammenschluss ultrakonservativer muslimischer Hilfsorganisationen schmuggelt auch Waffen und Munition an Al-Kaida-nahe Gruppen im syrischen Kriegsgebiet. Das haben Recherchen von Redakteuren des General-Anzeigers und der Stuttgarter Nachrichten ergeben.

Demnach werden zwar mit dem bei Spendengalas zugunsten notleidender Menschen in Syrien gesammelten Geld auch Medikamente, Babykleidung und Nahrungsmittel gekauft. Die Hilfskonvois der Salafisten transportieren aber auch Waffen und Munition in ausrangierten Krankenwagen in das Kriegsgebiet.

Auffällig ist, dass die Lieferungen von Vereinen, die die Sicherheitsbehörden als extremistisch einstufen, vor allem im Nordwesten Syriens verteilt werden. Die Region wird von Kämpfern dreier Dschihad-Gruppen beherrscht, die sich mit dem Al-Kaida-Ableger Jabhat-al-Nusra erst kürzlich verbündet haben.

Nachdem am 3. Oktober in Köln eine Benefizveranstaltung mit Salafistenpredigern stattgefunden hat, ist für diesen Sonntag erneut eine solche Spendengala geplant. Der genaue Veranstaltungsort soll wie üblich erst kurz vor Beginn bekanntgegeben werden, damit Saalvermieter und Sicherheitsbehörden den Veranstaltern keinen Strich durch die Rechnung machen können.

Unterstützt wird die Veranstaltung erneut von dem umstrittenen Sprecher des Bonner Rats der Muslime, Karim Lakhal. Er hatte bereits zu Ostern und Anfang Oktober Veranstaltungen mitorganisiert. Daraufhin hatte sich auch Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch irritiert gezeigt und den Rat der Muslime um rasche Klärung gebeten. Diese ist bis heute nicht erfolgt.

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