Amazon: Weniger als 12 % haben gestreikt

Die Gewerkschaft ver.di tut offenbar alles, um an dem Ast, auf dem die in ihr organisierten Mitglieder sitzen, zu sägen. Mitten im Weihnachtsgeschäft rief die linksideologische Führung einen Streik für den Internethändler Amazon aus. Dumm nur: Lediglich 12 % der Beschäftigten folgten dem Aufruf. In Logikstikzentrum Leipzig haben nun 700 Mitarbeiter eine Erklärung unterschrieben in der sie sich von der ver.di-Kampagne distanzieren. „Wir arbeiten gern bei Amazon“ heißt es darin. Und: Das in den Medien gezeichnete negative Bild korrespondiere nicht „mit dem Empfinden und der Einstellung vieler Mitarbeiter“.

Ver.di ficht das offenbar nicht an. In einer Pressemitteilung legt die Gewerkschaft stattdessen noch einmal nach und behauptet Amazon habe einen Tag vor Heiligabend 600 Mitarbeiter „gefeuert“. Das ist indes schlicht falsch. Denn die inkriminierten Mitarbeiter waren wegen des Weihnachtsgeschäfts ohnehin nur befristet beschäftigt. Keiner von ihnen konnte demnach „gefeuert“ werden. Wie eine Amazon-Sprecherin berichtet, soll viel mehr sogar ein Teil von ihnen übernommen werden.

Das Internetportal „Yess“ kommentiert:

Warum Verdi in letzter Zeit im Zusammenhang mit Amazon eigenartige Dinge veranstaltet oder von sich gibt, ist Beobachtern nicht immer klar nachvollziehbar. Kostproben:

Verdi möchte bei der Amazon Logistik GmbH einen Tarifvertrag des Handels durchsetzen.

Viele Außenstehende können das nicht verstehen, weil die Angestellten der Amazon Logistik GmbH reine Logistik- Tätigkeiten ausführen. Typische Tätigkeiten des Handels wie z.B. Warenverkauf oder Warenpräsentation fallen bei der Amazon Logistik GmbH nicht an. Stattdessen geht es um Tätigkeiten wie Warenversand und Warenverpackung. Natürlich fallen auch bei Amazon typische Handels- Tätigkeiten an (z.B. Einkauf, Verkauf und Warenpräsentation), aber nicht in der Amazon Logistik GmbH.

Verdi bestreikt Amazon nahezu ohne Rückhalt bei den Amazon- Angestellten.

Eine kleine Minderheit der Amazon- Angestellten, und zwar die bei Verdi organisierten Angestellten und zusätzliche betriebsfremde herangeschaffte Verdi- Mitglieder, hat Amazon 6 Tage lang bestreikt. Zum Beispiel streikten am 6. Tag nach Angabe von Verdi 650 Angestellte. Nach anderen Beobachtungen streikten wenige 100 Angestellte. Egal welche Zahl stimmt: Es haben an diesem Tag weniger als 10% der unbefristet angestellten Amazon- Mitarbeiter gestreikt. Sofern man die befristet Angestellten mir rechnet, haben an diesem letzten Streiktag unter 3% der Amazon- Angestellten gestreikt. Verdi sollte eigentlich wissen, dass ein Streik mit z.B. 3% oder 12% aller Angestellten zur Lachnummer verkommt.

Verdi weiß vielleicht nicht, dass befristet Angestellte nicht ordentlich gefeuert werden können

Verdi schreibt in seiner eigenen Pressemitteilung, welche Yess.de unverändert wiedergibt, vom Feuern von befristet Angestellten. Blöd ist aber, dass befristet Angestellte gar nicht ordentlich gefeuert werden können. Bei den betroffenen Amazon- Mitarbeitern handelt es sich um Saisonarbeitskräfte, welche von vornherein befristet bis zum 31.12.2013 eingestellt wurden. Diese hatten am 24.12. ihren letzten Arbeitstag (und setzen danach Überstunden ab oder nehmen Urlaub), und werden bis zum Jahresende natürlich von Amazon weiterbezahlt. Jeder im Arbeitsrecht Bewanderte fragt sich: Was hat das mit „feuern“ zu tun?

Und: Warum protestiert Verdi nicht auch gegen das „Feuern“ von Miet- Weihnachtsmännern, welche nach dem 24.12. erstmal nicht mehr benötigt werden?

Unzählige Medien übernahmen in der Folge ungeprüft die Ver.di-Ente von den 600 entlassenen Mitarbeitern. Über die völlig unhaltbaren Aussagen einer Lügen-„Dokumentation“ der ARD, durch welche die Anwürfe gegen Amazon ihren Anfang nahmen, hat PI bereits mehrfach berichtet (siehe hier und hier)