Bonn: Bekannter Gastronom brutal überfallen

Laut Täterbeschreibung der Polizei waren es wieder einmal junge Täter mit dunklen Haaren, einer leicht getönten Haut und schlechten Deutschkenntnissen, die den bekannten Gastronom Mike Schaarschmidt (kl. Foto) am Donnerstag in seiner Wohnung in Bad Godesberg an der Wurzerstraße überfielen, um ein paar Tausend Euro zu erbeuten.

(Von Verena B., Bonn)

Der ehemalige Sternekoch betreibt auf der gegenüberliegenden Straßenseite das beliebte gleichnamige Bistro. Laut Polizei passten ihn die Täter gegen 22.20 Uhr an seiner Wohnungstür im Obergeschoss ab, drängten ihn in die Räume und stachen zu. Nachdem sie den 71-Jährigen gefesselt hatten, nahmen sie das Geld aus der Wohnung mit. Der Gastronom hatte an diesem Tag frei und saß in seiner Wohnung. Nach den Mitarbeiteranrufen läuft immer das gleiche Prozedere ab: „Ich öffne meine Wohnungstür, fahre mit dem Fahrstuhl nach unten und öffne der Mitarbeiterin die Haustür.“ Dort tauschen sie sich dann kurz über das Geschäft am Abend aus. Nur auf Anrufe reagiert der Gastronom, nicht aber auf ein Klingeln: „Dann mache ich die Tür grundsätzlich nicht auf.“

In dem Moment, als Schaarschmidt dieses Mal die Tür öffnete, standen die zwei mit einer Strumpfmaske maskierten Räuber bereits vor der Tür. Wie sie wissen konnten, dass er nach dem Anruf der Mitarbeiterin seine Wohnungstür öffnet, bleibt daher auch für das Opfer die große Frage. Geklärt ist allerdings, wie die Täter in das Haus gelangen konnten: Sie brachen die Haustür auf. Dann ging alles blitzschnell: Einer der Angreifer packte Schaarschmidt, drängte ihn in die Wohnung und hielt ihm den Mund zu. „Dann stach er sofort mit dem Messer in meine Brust.“ Bei einer Abwehrbewegung wurde der 71-Jährige an der Hand verletzt. Schaarschmidt signalisierte, dass er nicht schreien werde. „Ich habe mich an den Rat eines Stammgastes erinnert, den man überfallen und dem man eine Pistole an den Kopf gehalten hatte.“ Der habe ihm den Tipp gegeben, in einer ähnlichen Situation Ruhe zu bewahren und den Forderungen der Täter nachzukommen. Daraufhin habe man ihn gefesselt. Anschließend sperrten die Angreifer ihr Opfer in die Gästetoilette und durchsuchten die Wohnung nach Beute. Als es plötzlich an Schaarschmidts Tür klingelte, kam Hektik bei den Räubern auf. Geklingelt hatte eine Mitarbeiterin aus dem Bistro, die misstrauisch geworden war und beim Chef nach dem Rechten sehen sollte. „Wenn ich die Tür nicht öffne, ruft sie die Polizei“, erklärte Schaarschmidt den Tätern, die dann mit dem Geld flüchteten. Am Tag nach dem Überfall ist Schaarschmidt körperlich und seelisch gezeichnet und steht unter Schock. Nicht nur Schnittwunden an seiner Hand und ein Messerstich in die Brust, der im Krankenhaus genäht werden musste, zeugen von dem kaltblütigen und aggressiven Vorgehen der Täter.

Ein ähnlich brutaler Überfall, der sich vor einigen Jahren in einem Gastronomiebetrieb in Bonn ereignete, veranlasste die Gastwirte in Bonn und Bad Godesberg dazu, Überwachungskameras in ihren Lokalen zu installieren. Das nützt aber natürlich wenig, wenn ein Gastwirt in seiner Wohnung überfallen wird.

Von der Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann (die sich demnächst aus der Politik verabschiedet) und der Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa (die keine praktische Berufserfahrung hat) heißt es zynisch, die Stadt liege bezüglich Wohnungseinbrüchen unter dem Durchschnitt in NRW. Täglich meldet der Bonner General-Anzeiger circa fünf Einbruchsversuche und mehrere Überfälle – meist auf ältere Menschen oder Jugendliche. Wer nun etwa behaupten wollte, dass es sich dabei in der Regel überwiegend um Täter mit Migrationshintergrund handelt, ist selbstverständlich ein böser Rassist. Und überhaupt handelt es sich nur um gefühlte Einzelfälle, die man nicht überbewerten soll.

Außerdem wird sicher zu prüfen sein, ob der Gastronom eine teure, einbruchssichere Haus- und Wohnungstür und eine Alarmanlage eingebaut hat. Ferner sollte er regelmäßig an den von der Polizei durchgeführten Aktionswochen zum Einbruchsschutz teilnehmen. Er sollte beim Öffnen der Tür eine schusssichere Weste tragen und selbstverständlich vorher einen Selbstverteidigungs- und Deeskalationskurs absolviert haben – ansonsten ist das Opfer selber schuld, wenn ihm Unliebsames zustößt. Und die Polizei hat schließlich auch noch andere Aufgaben. Sie muss unter anderem im Stadtteil Friesdorf kontrollieren, ob die Bürger auch über und nicht neben dem Zebrastreifen die Straße überqueren. Wir leben hier schließlich in einer multikriminellen Stadt, und wem das nicht passt, kann ja woanders hinziehen!